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Everest-Besteiger Peter Habeler: Auf allen Vieren zum Gipfel
Archiv P. Habeler / Tyrolia-Verlag

Mit Reinhold Messner bestieg Peter Habeler vor 40 Jahren erstmals den Mount Everest ohne Sauerstoffgerät. Hier erzählt er, wie sich das Bergsteigen seitdem verändert hat - nicht zum Guten.

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quark2@mailinator.com 08.05.2018, 05:19
1.

Tja, auch ich kann an viele Stellen nicht mehr gehen, weil da, wo früher Natur war und man nur mit Körperkraft hinkam nun Sraßen, Lifte und viele viele Touris sind, alles abgesperrt ist und Tonnen Geld kostet, laut und teilweise verschmutzt ist ... Natürlich habe ich keine Fähigkeiten wie Peter Habeler, aber das Gefühl aus dem persönlichen Paradies vertrieben zu sein, bzw. vielmehr dessen Untergang zu bezeugen, das kann ich nachempfinden und bedauern. Einfach irre zu sehen, wie sich im Laufe des eigenen Lebens die Zahl der Menschen i.e. verdreifacht hat. Und alle sind viel mobiler als früher, aber körperlich im Schnitt weniger leistungsfähig. Die Menschheit redet schon seit den 80ern (und davor) vom Umweltschutz, aber die Wälder werden weiter gerodet, als gäbe es kein morgen und wenn es Geld bringt, dann können eben 1000 Leute auf den Everest - nicht Sportler mit entsprechender Laufbahn, sondern wer's halt zahlen kann. Oben auf dem Everest ist es wohl keine ökologische Katastrophe, aber unten im Tal ? Es kann jeder froh sein, der die Natur noch vorher erlebt hat.

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bucketfor99 08.05.2018, 06:46
2. Echte Helden

und Vorbilder sind PH und RM. Man sollte auf beide hören.

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gronek 08.05.2018, 06:48
3. was das über den Menschen aussagt...

...wenn er als frischgebackener Vater 3 Monate auf einem Berg herumklettert und sein Leben riskiert, ist wohl offensichtlich. Was mir aber überhaupt nicht klar ist: woher nimmt man die Kohle, um das zu finanzieren und gleichzeitig Frau und Kind zu versorgen (für den Rest des Lebens, falls man stirbt oder bleibende Schäden davonträgt und gepflegt werden muss)? Das geht doch wohl nur, wenn man von Hause aus wohlhabend ist, oder? Und dann frag ich mich, ist man ein Held oder ein vom Ehrgeiz zerfressener Narzisst? Trotzdem Hut ab vor der Leistung!

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timo769-wanderer 08.05.2018, 07:13
4. Das Foto täuscht

Tolle Leistung von Peter Habeler und Reinhold Messmer. Aber muss man das wirklich mit einem manipulierten Foto illustrieren? Im Bild mit der Menschenschlange läuft selbige spektakulär steil den Berg hinauf. Dumm nur, dass das Zeltlager nach der 45-Grad-Drehung des Bildes ebenfalls fast senkrecht am Berg hängt. Drehen Sie das Foto 45 Grad gegen den Uhrzeigersinn, dann stimmt es wieder. Ist aber nicht mehr so spektakulär...

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sasscha 08.05.2018, 07:38
5. X

Genauso Leute wie , dieser Habeler haben doch einst den Weg für den so gehassten „Massentourismus“ gelegt. Man kann schlecht von den Bergen schwadronieren ohne auch andere damit neugierig zu machen (die dann eben auch das alles erfahren/ erleben möchten) . Und da , die Zeiten vorbei sind 3-4 Monate auf einem Berg rumzuhängen (weil sich das keiner mehr erlauben kann /will)- hat sich das Ganze den modernen Zeiten angepasst. Nur wer den Geist aus der Flasche lässt braucht sich dann eben auch nicht aufzuregen...

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halverhahn 08.05.2018, 08:25
6. Sehe ich ähnlich wie mein Vorredner...

Insbesondere Messner hat gut von seinen Vorträgen und Büchern gelebt. Beklagt aber inzwischen vehement den Massentourismus in den Alpen bzw im Himalaya mit all seinen extremen Auswüchsen. Das erachte ich als etwas doppelzüngig. Er lebt von seinen Fans, bei denen er Sehnsüchte nach Abenteuer und Extremsport weckt. Wollen die ihm nacheifern, findet er das beklagenswert. Das ist nicht korrekt!

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dliblegeips 08.05.2018, 08:38
7. Dem Berg ist es doch egal

Wie viele Leute auf ihm herumtrampeln. Rein Rationell gesehen ist dort unwirtliche Wüste. Kaputt machen kann man da nicht viel. So eine Besteigung hat immer noch einen hohen Prestigewert und hilf halt manchem über die Midlife Crisis hinweg, andere Rennen Marathons oder kaufen sich Sportwagen.

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war:head 08.05.2018, 08:57
8.

"Wenn es mir über das Thema Everest gelingt, andere fürs Bergsteigen motivieren zu können, macht mir das Spaß."

"Ich weiß nur: Die Berge vertragen nicht so viele Menschen."

Schwärmt vom Everest, will andere ans Bergsteigen heran führen und regt sich dann darüber auf, dass so viele Leute Bergsteigen...

Passt nicht so recht zusammen, aber zumindest was das Bergsteigen angeht, ist er über jeden Zweifel erhaben. Respekt vor der Leistung, auch heute noch.

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NorbertRick 08.05.2018, 09:31
9.

Zitat von halverhahn
Insbesondere Messner hat gut von seinen Vorträgen und Büchern gelebt. Beklagt aber inzwischen vehement den Massentourismus in den Alpen bzw im Himalaya mit all seinen extremen Auswüchsen. Das erachte ich als etwas doppelzüngig. Er lebt von seinen Fans, bei denen er Sehnsüchte nach Abenteuer und Extremsport weckt. Wollen die ihm nacheifern, findet er das beklagenswert. Das ist nicht korrekt!
Auf die Gefahr hin, schon Gesagtes zu wiederholen: mein vollster Respekt gilt der sportlichen Leistung der Herren Messner und Habeler (wobei ein solches Vorhaben moralisch durchaus hinterfragt werden kann, wenn zuhause Frau und Baby warten, ob der Papa zurückkommt). Die inhaltlich völlig berechtigte Kritik am aktuellen Massentourismus auf dem Mt Everest, den damit einhergehenden ökologischen Folgen etc. wirkt ein wenig scheinheilig. Es ist schon fast eine tragische Ironie, dass die beiden damals - unabsichtlich - den Grundstein für die heutigen Auswüchse gelegt haben. Wäre Messner nicht jahre- oder jahrzehntelang durch TV-Shows getingelt und hätte seine Bücher und Vorträge vermarktet, sähe es heute auf dem Everest vielleicht auch anders aus.

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