Forum: Reise
Freiwilligenarbeit im Urlaub: Helfen, sich gut fühlen, abreisen
Dan Archer/@archcomix

Voluntourismus liegt voll im Trend. Die Freiwilligenarbeit in oft fernen Ländern ist gut gemeint, doch sie kann mehr schaden als nützen - insbesondere wenn Kindern geholfen werden soll.

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thai.land 15.08.2016, 13:20
1. Nicht nur die Voluntouristen sind ein Problem!

Auch vom Staat geschickte Helfer können ein Problem sein.

Nach dem Tsunami in Thailand kamen Helfer aus aller Welt nach Thailand. Zunächst einmal wurde irres Geld verpulvert um die Helfer in angemessenen Luxushotels unter zubringen. Ok hat dem Hotelier eine seiner besten Saisons beschert. Aber so reich wie die sind brauchen die keine Hilfe ;)

Dann began die Hikfe und Europäer zeigten den dummen Thais wie man Häuser baut. Schöne dicke Mauern, massive Dächer die auch 1m Schnee tragen können etc.
Die Dinger sind natürlich unbewohnbar und zerfallen.

Man kann ohne viel Gebamsel und Kosten etwas für Menschen unternehmen. Sie haben einen alten Laptop, den sie wegwerfen wollen, bzw. der in der Ecke liegt? Fragen sie im Hotel die machen ihnen garantiert Kontakt zu einer Schule, die gerne solch gebrauchte Geräte nimmt.
In der Schule können sie dann auch mit den Kindern etwas english conversation betreiben. Das macht den Kleinen Spass und sie lernen auch etwas.

Ich kenne in Thailand ein sehr schönes Volunteer Projekt. Man hilft Dorfbewohnern beim bauen von Zäunen oder legt Bewässerungsgräben zusammen mit der Dorfbevölkerung an.
Die werden nach abreise der Touristen wieder abgebaut, bzw. eingerissen. Die nächsten wollen ja auch was zu Wohlfühlen tun.

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frank-12 15.08.2016, 13:24
2. wer hilft, damit er sich gut fühlt

sollte es lassen, denn er missbraucht die Hilfsbedüftigen.

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taglöhner 15.08.2016, 14:08
3. Schwere Kost

Die Geschäftsgrundlage Spenden, Hilfsgelder und Hilfsgüter ist ja für seine Blüten altbekannt. Warum sollte diese Industrie das nicht auf Hilfskräfte ausweiten? Logisch

Das mit den "Waisenkindern" ist ungeheuerlich.

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danmage 15.08.2016, 15:32
4. negatives Denken

Durch diesen Artikel von Dan Archer fühlen sich sehr viele in ihrem Standpunkt bestätigt gar nicht mehr zu helfen. Wie man auch an den ersten Kommentaren ablesen kann.

Natürlich sollte man sich Gedanken darüber machen, wie man helfen kann. Aber indem man utopische Ideale hochhält und vor allem schwarz malt bringt man die Leute nur dazu Hilfsorganisationen und Hilfsprojekte komplett zu meiden.

Die Sache mit den Waisenhäusern war allerdings eine wichtige Information.

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vlado13 15.08.2016, 16:16
5. Wer wirklich helfen will,

kann das auch zu Hause tun. Bei der Bahnhofsmission Essen und Kleider auszugeben ist aber nicht so hipp wie in Kathmandu oder Auroville den Einheimischen die Arbeit wegzunehmen.

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herjemine 15.08.2016, 16:31
6. Nicht nur in fernen Ländern...

Ich erinnere mich noch mit Grausen daran, dass in meiner sozialen Arbeit vor 20 Jahren die Politik meinte, Kosten durch den Einsatz Freiwilliger zu senken. Diese Freiwilligen waren allerdings derart gutgläubig und leichtsinnig, dass wir Festangestellten nun nicht nur unsere Klientel (heute "Kunden" genannt) beaufsichtigen mussten, sondern ein nicht unwichtiger Teil unserer Arbeit in der Beaufsichtigung der Freiwilligen verpulvert wurde. Für die Sache war es ein Minusgeschäft, für Freiwillige und Politiker "irgendwie gut".

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HmmAchso 15.08.2016, 17:10
7. Schade...

...das hier nicht auf die seriösen Freiwilligenorganisationen als Alternative hingewiesen wird bzw. diese hier nicht benannt werden. Es ist sehr schwierig von Deutschland aus rauszufinden, welche Projekte seriös sind.

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spiegelvictim 15.08.2016, 17:41
8. Als unabhängiger Entwicklungshelfer in Nepal seit zweieinhalb Jahren

kann ich diesem Artikel und vielen Kommentaren nur zustimmen. Und ja, helfen kann man überall!
Wenn du also nur kurz wo hin willst und ein paar Ziegelsteine schleppen oder Kinder streicheln willst, geh zu deinen Nachbarn...
Das Internet bietet in seinen Informationen nicht genügend Sicherheit, und noch jede/r (!!!) den/die ich kenne und gegen meine Empfehlung zu Voluntariaten bei Waisenhäusern aufbrach, kam desillusioniert zurück.
Ich empfehle diesen Artikel allen, die sich für Freiwilligenarbeit interessieren.
Seid kritisch und nehmt euch Zeit, die Organisation eurer Wahl zu prüfen. Ihr braucht unbedingt persönliche Kontakte und Empfehlungen von Freunden/Familienmitgliedern, denen ihr vertraut. Der Missbrauch, den ich persönlich beobachten kann, ist gewaltig, und in vielerlei Hinsicht kann gut gemeinte Hilfe schaden! Speziell für Nepal gilt: Haltet euch von Waisenhäusern und anderen Organisationen, die mit Kindern werben, fern! Es ist in deren Gewerbe nie weit zu Menschenhandel und Missbrauch - Und seid euch bewusst, dass ihr euch in latenter Gefahr befindet, wenn ihr euch mit solchen Personen einlasst!

Mit den besten Grüßen und Wünschen,

DI Andreas Kramer

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Putin-Troll 15.08.2016, 22:00
9. Samariter-Komplex

Spätestens nach Angela Merkels "Wir schaffen das", sollte doch jedem Deutschen bekannt sein, dass "gut gemeint", noch lange nicht "gut gemacht" bedeutet.

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