Forum: Reise
Gestrandete Bahnreisende wegen "Xavier": Es fährt kein Zug aus Ludwigslust
DPA

Wegen des Sturms "Xavier" fiel am Donnerstag der Zugverkehr in Norddeutschland aus. Hunderte Reisende steckten an Bahnhöfen in der ganzen Republik fest. Einer von ihnen war Clemens Bosch. Ein Erfahrungsbericht.

Seite 3 von 5
murrle01 06.10.2017, 18:52
20. Immer das Gleiche??

scheinbar.. Unsere so moderne, digitalisierte Welt - da stößt sie an Grenzen. Muss das sein? NEIN!!
Als Lokführer mit 33 Jahren Diensterfahrung kann ich nicht begreifen, warum es klemmt - außer bei mangelndem Personal.
Vor meiner Dienstzeit und während der Ausbildung und späteren Dienstzeit gab an der Strecke mehr Bahnbetriebswerke, und dort Bahnmeistereien. Deren Aufgabe war es auch, bei solchen Fällen sofort einzugreifen, Hindernisse auf den Gleisen zu beseitigen. Während gleichzeitig die Fahrleitungskolonnen die Schäden an den Fahrleitungen reparierten. Das war einmal. Heute werden solche Schäden entweder von der Feuerwehr oder Firmen erledigt. War Stromausfall, wurden die Züge mit Diesel Loks an der Störstelle vorbei gezogen. Es gab Reservepersonal die sofort einspringen konnten. Alles nicht mehr vorhanden. Wenn Lokführer vorhanden sind, können die solche Fahrzeuge nicht bedienen, weil die Ausbildung darauf nicht mehr vorhanden ist (Sparzwang). Oder sie dürfen es nicht, weil sie zu einem anderen Geschäftszweig gehören. (Cargo, Regio oder Fernverkehr). Es gäbe noch dutzende Fehlplanungen oder falsche Entwicklungen, die ich beklagen könnte. Die zu unnötigen Störungen und Verspätungen führen. Auch das Züge in Tunnel stehen bleiben... Ein Unding, dafür ist in jedem Tunnel absichtlich ein Gefälle, DAMIT die Züge herausrollen können!! Liegt es an schlechterer, weil zu kurzer Ausbildung?? Ich habe in meiner Dienstzeit einiges an Wetterchaos
erlebt, schlimmer als die Stürme der letzten Zeit. Eisregen, der 10cm dickes Eis auf den Fahrzeugen brachte. Durch ausreichend vorhandenes, ausgebildetes und motiviertes Personal gab es solch ein Chaos für die Reisenden nicht. Und ich befürchte, das ist noch nicht das Ende der Fahnenstange. Und im Gegensatz zu den Aussagen der Bahn: Die Strecken sind NICHT ausreichend frei gesägt worden.
RB, Lokbi Z i.R.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
KayYou 06.10.2017, 20:29
21. So eine

"Schwebebahn auf Magneten, die auf einer eigenen Trasse so ca 10 Meter über der Erde dahingleiten würde - so mit über 500km/h das wäre doch mal eine Erfindung"
Bei Sturm? Mit 500 km/h gegen ein Hindernis... Inzwischen fährt der Zug in Shanghai übrigens mit kaum mehr als 300 km/h, es gibt eine bequeme U-Bahn, die nicht mitten im Nichts endet, und China baut Rad-Schiene aus.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Little_Nemo 06.10.2017, 20:34
22. Von der Hohlwelt-Theorie zur -Praxis

Zitat von so-long
Deswegen sollte man alle Bahntrassen unter die Erde legen, damit sich keiner mehr wegen der Einwirkung "höherer Gewalt" beklagen kann. Fördert die Infrastruktur und sichert Arbeitsplätze. Die Karibik-Anrainer bekommen Lachkrämpfe angesichts der deutschen Problemchen und Klagelieder wegen Xavier. Mutation der Mücke zum Elefanten.
Noch effizienter wäre es die Herbststürme unter die Erde zu verlegen. Dann gäbe es auch keine abgedeckten Häuser und umgewehten Bäume mehr. Werde mal mit unserem Bundestagsabgeordneten sprechen

Beitrag melden Antworten / Zitieren
peter_1974 07.10.2017, 00:56
23.

Zitat von hdudeck
Mein Rat, mal Schnauze halten und sich bei denen Bedanken , die Tag und Nacht fuer uns da sind, um unser Leben angenehm zu gestalten.
Gegenvorschlag: Einfach mal die Leistung erbringen, die man verspricht und für die man sich bezahlen lässt. Wäre für die Bahn mal ne ganz innovative Idee, soll aber in anderen Branchen ganz gut funktionieren.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Hagbard 07.10.2017, 02:09
24.

Zitat von jujo
Da frage ich mich was abgeht wenn ein wirklicher (!) Notfall zu meistern ist. Diese Situation ist ärgerlich aber eigentlich Pillepalle, es gibt schlimmeres.
Tatsächlich?
Was wäre denn so ein "richtiger Notfall"? Drei Bäume über den Gleisen statt einer?

Was der Autor beschrieben hat, sind genau die Dinge, die passieren, wenn ein Zug nicht fährt oder Verspätung hat und man nicht einfach auf einen anderen ausweichen kann, weil der auch nicht fährt. Er hat nur genau hingeschaut.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
moonstruckannalist 07.10.2017, 09:28
25. Wieder was gelernt

Ein Arzt trägt keine Cargohosen

Beitrag melden Antworten / Zitieren
citroenalfa 07.10.2017, 09:37
26. grossartiger text,

und hervorragend aufgeschrieben. Haben nur wenige begriffen. Besonders die überaus ernsthaften Beiträge dazu - da hat die Satire (nicht) funktioniert.
Bin mal in Bützow mit der Bahn gestrandet. War ähnlich.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
kumi-ori 07.10.2017, 10:51
27.

Na ja, das kennen wir ja alle. An einem Unwetter kann man nun mal wenig ändern. Die Menschen in New Orleans können auch nichts dagegen machen, wenn bei ihnen mal wieder ein Hurrkan die Stadt überschwämmt. Meist ist es schon sehr bald klar, wenn das nichts mehr wird, und dann kann man ja sich ein Auto leihen. Wenn man aber sehr viel Zeit hat, dann kann man auch einen schönen Nachmittag auf dem Bahnhof zubringen und einen netten Spegel-Artikel schreiben.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
ex-optimist 07.10.2017, 11:02
28. Niederlande und Dänemark

Ist dort eigentlich auch der gesamte Bahnverkehr zusammen gebrochen?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Wirrrkopf 07.10.2017, 11:27
29. Leipzig -> Hamburg in 32 Stunden

Und das nur weil meine Frau mich aus Hamburg mit dem Auto in Berlin abgeholt hat. Sonst säße ich heute noch da. Für den Sturm kann die Bahn nichts und alle Bäume in Schienenreichweite absägen finde ich auch übertrieben. ABER: Kommunikationsnote 6 Minus! Ich erwarte von der Bahn das sie am Freitag Morgen Bescheid weis das die Strecke Berlin - Hamburg keinesfalls noch am Freitag befahrbar sein wird. Und einem Alternativen anbieten kann! Gestartet bin ich Donnerstag um 15:15 in Leipzig. Nach 30 Minuten Fahrt war dann Schluß in Bitterfeld. Nach sieben Stunden stechen ohne jede konkrete Information (die Bahnmitarbeiter fluchten selber darüber das Ihnen keiner sagt wie es weitergeht) zurück nach Leipzig. Alternative "Hotelzug" oder echtes Hotel wieder zurück zum Hotel und mit glück noch eine schweineteure "suite" bekommen. Am Morgen extra früh aufgestanden um möglichst früh nach Hause zu kommen. Ca. 1 Stunde angestanden an der Bahn Info und die erfreuliche Auskunft bekommen: Es gibt keine Alternativen (Busse etc.) aber in zwei Stunden um 10:15 fährt der erste Zug wieder von Leipzig - Hamburg. 15 Minuten vor Einfahrt des Zuges ändert sich die Anzeige dann auf Ziel nur noch Berlin ohne weitere Infos ob man dann von Berlin weiterkommt. Also trotzdem eingestiegen und 3 Stunden stehen bis Berlin mit Zwischenhalt irgendwo im Nirgendwo. In Berlin dann keine Infos ausser das alle Züge bis zum Abend nach Hamburg gecancelt sind. Darüber Hinaus gibt es keine Infos. Auch auf den Webseiten der Bahn etc. KEINE genauen Infos. Zu diesem Zeitpunkt sind natürlich ALLE Mietwagen, Flixbusse, Mitfahrgelegenheiten, selbst Flüge! etc. restlos ausgebucht. Die Schlangen vor den DB Informationsschaltern sind endlos. Nach den Erfahrungen in Leipzig verzichte ich auf das Stundenlage anstehen. Wofür man sich da anstellen sollte wird auch nirgends kommuniziert. Für die Infos das die Züge nach Hamburg nicht fahren stelle ich mich jedenfalls nicht an! Von Taxigutscheinen lese ich hier in dem Bericht zum ersten mal. Gab es die da? Ich weis es nicht. Nach Toilettengang (auch eine Riesenschlange!) und Mahlzeit bei Burger King reift die Erkenntnis das ich hier nicht wegkomme ausser es geschiet ein Wunder. Also trotz schlechten Gewissens das Angebot meiner Frau angenommen mich in Berlin abzuholen sobald sie in Hamburg los kann. Nach nur 4,5 Stunden Fahrt auf verstopften Autobahnen sammelt sie mich dann um 19 Uhr in Berlin ein und um 23.10 bin ich endlich zu Hause. "Nur" 32 Stunden und die auch nur weil ich jemanden hatte der mich abgeholt hat! Der Bahn habe ich das jedenfalls NICHT zu verdanken. Sturm hin oder Her aber das Notfallmanagement und besonders das Informmationsmangement war ein totaler Reinfall! Es warten sicher jetzt noch Menschen in Berlin im Hbf und wissen nicht wie es weitergeht.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 3 von 5