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Hanns-Josef Ortheil über Paris: "Ohne Notizbuch ziehe ich nicht los"
AFP

Die alten Viertel von Paris haben schon immer Künstler angezogen. In seinem neuen Buch streift Hanns-Josef Ortheil durch die Gassen - hier erklärt er, wie Stift und Notizbuch den Fotoapparat ersetzen.

AvD 04.11.2017, 13:23
1.

Eine absolute Besonderheit in Venedig- die Vaporetti streiken-LOLZ. Ich bin dort alle zwei Jahre ca. eine Woche für die Biennale und das passiert bei geschätzt jedem dritten bis vierten Besuch.

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Newspeak 04.11.2017, 14:19
2. ...

Ach, diese Reiseliteratur.

Er mag also keine Nostalgie, geht aber gerade in die nostalgischsten Stadtteile.

Er mag lieber Bleistiftnotizen und -skizzen, und veroeffentlicht einen Bildband.

Das ist mir alles zu widerspruechlich und bildungsbuergerisch.

Ich glaube, das Ideal der universellen Bildung der Aufklaerung ist irgendwo verlorengegangen und das, was wir heute sehen, was uns als dies erscheint, ist nur ein fader Abglanz dessen, was damit urspruenglich gemeint war. Bildung, um die Welt zu verstehen, nicht als nobler Selbstzweck. Erfahrungen, die man selbst macht, und nicht in Stellvertretung und als Wiederauffuehrung der Erlebnisse von Grossen Geistern der Vergangenheit. Und selbst wenn man alle Plaetze aufsucht, die Hemingway einst besucht hat, seine Literatur am Originalort liest, sich in vergangene Zeiten imaginiert, wird man doch Hemingway deshalb nicht besser verstehen. Nichts als Illusionen.

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Japhyryder 04.11.2017, 14:48
3. Ortheil / Paris & Co.

Alles negativ. Alles lohnt sich nicht. Man möchte den Kopf irgendwo auf einer Tischplatte ablegen und vor lauter Trübsal einfach nur einschlafen. - NEIN! Was der Mann macht ist seine Sache! Er geht aufmerksam und neugierig durch die Welt und macht sich Notizen. Und verarbeit diese zu Büchern. Ich finde das superklasse! DER MACHT WENIGSTEN WAS!!!

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Newspeak 04.11.2017, 16:22
4. ...

Zitat von Japhyryder
Alles negativ. Alles lohnt sich nicht. Man möchte den Kopf irgendwo auf einer Tischplatte ablegen und vor lauter Trübsal einfach nur einschlafen. - NEIN! Was der Mann macht ist seine Sache! Er geht aufmerksam und neugierig durch die Welt und macht sich Notizen. Und verarbeit diese zu Büchern. Ich finde das superklasse! DER MACHT WENIGSTEN WAS!!!
Ja, er produziert dieselbe gepflegte Langeweile, wie zig andere Aktionisten auch. Seine Sache waere es, wenn er es nicht vermarkten wuerde. Aber er will ja damit Geld verdienen und Anerkennung bekommen. Also kann er sich auch der Kritik stellen. Ich finde es nicht superklasse, wenn es das Tausendste Buch Reiseliteratur gibt, die ewige Wiederholung des Gleichen, der ewige Missionarismus derselben selbsternannten Kenner, die sich auf Hemingway berufen muessen, weil sie selbst nicht annaehernd in dieser Klasse spielen. Postmoderne Produktion zukuenftigen Papiermuells.

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at.engel 04.11.2017, 19:39
5.

Genau genommen müsste diese Art von Reiseliteratur nur über Touristen, Tourismus bzw. über Leute, die vom Tourismsus leben, berichten. Denn genau das ist, was heute solche Ecken ausmacht. Der Rest ist pure Bildungsbürgernostalgie.
Man hat ja auch das Gefühl, dass diese Form der Reiseliteratur eigentlich überholt ist - im Internet findet man da schon interessanters. Andererseits suchen natürlich viele auch gar nichts anderes. Würde viel zu viel Zeit kosten... nur, um zu sagen, dass man auch in Paris war?!

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