Forum: Reise
Im Urlaub Archäologe: Graben statt Sonnenbaden
Julia Köppe

Statt in den Ferien am Strand zu liegen, greift ein Potsdamer Ehepaar lieber zu Spaten und Spitzhacke: Sie arbeiten bei einer Ausgrabung in Jerusalem mit - und zahlen sogar dafür.

leser008 10.10.2017, 06:00
1. Faszinierend

Faszinierender Bericht, und in Jerusalem eine tolle location. Ich wollte früher auch mal an Ausgrabungen teilnehmen, aber die Beträge, die da in Deutschland, wahrscheinlich in Regen und Schlamm im Zelt untergebracht, verlangt werden haben mich doch abgehalten. Wohl viele andere auch, ein Archäologe sagte mir mal, normalerweise käme da kaum jemand.

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miobri 10.10.2017, 08:18
2. Übersicht

Eine aktuelle Übersicht über die laufenden Ausgrabungen in Israel, bei denen man als "Volunteer" mitgraben kann, findet man hier: http://digs.bib-arch.org/

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slotermeyer 10.10.2017, 09:03
3. Graben in Deutschland

>die Beträge, die da in Deutschland, wahrscheinlich in Regen und Schlamm im Zelt untergebracht, verlangt werden haben mich doch abgehalten. Wohl viele andere auch, ein Archäologe sagte mir mal, normalerweise käme da kaum jemand.

In Deutschland ist das je nach Bundesland verschieden. In Ba-Wü bietet die Gesellschaft für Archäologie in Württemberg und Hohenzollern in Zusammenarbeit mit der staatlichen Denkmalpflege seit mehr als 30 Jahren im Sommer Lehrgrabungen für interessierte Laien an, die immer gut besucht sind. Näheres unter http://www.gesellschaft-vfg.de

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db01 10.10.2017, 13:44
4. absurd

Diese Entwicklung ist vollkommen absurd. Auf der einen Seite zahlen Menschen in ihrem Urlaub dafür, um (archäologisch) arbeiten zu dürfen, dass muss man sich mal wirklich klar machen! Historische Doku-Sendungen erzielen Traumquoten und archäologische Ausstellungen erfreuen sich hoher Besucherzahlen. Der Großteil der Leute findet Archäologie absolut faszinierend, ständig kriegt man zu hören "Archäologie, oh ja, dass wollte ich auch schon immer mal machen". Aber gleichzeitig ist für den Beruf des Archäologen und somit für diejenige, die die ganze Grundlagenarbeit leisten, damit solche Angebote überhaupt angeboten werden können, kein Geld da. Stellen werden gekürzt, Kollegen werden befristet angestellt oder mit unterbezahlten halben Stellen abgespeist, auf denen aber eine Vollzeitarbeit verlangt wird! Nach drei Jahren läuft der Vertrag aus und wenn man Glück hat, beginnt das Ganze wieder von vorne. Das ist absolut beschämend!

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lachina 10.10.2017, 14:08
5.

Zitat von db01
Aber gleichzeitig ist für den Beruf des Archäologen und somit für diejenige, die die ganze Grundlagenarbeit leisten, damit solche Angebote überhaupt angeboten werden können, kein Geld da.
Leider ist unsere Gesellschaft absolut verwertungsfixiert. Was keine schnellen Gewinne verspricht, genießt wenig Achtung. Diese Mentalität ist für einen privaten Unternehmer verständlich, für ein Gemeinwesen verderblich.
Übrigens sind auch Ausgrabungen in Groß- Britannien mit volunteers gut besucht, obwohl man da vermutlich auch "bei Regen im Zelt schläft." :) Die das machen, sind Idealisten!

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spon-facebook-10000151392 10.10.2017, 15:08
6. schon vor 30 Jahren angeboten

die Israelis haben es verstanden mit den Ausgrabungen einen riesenbatzen Geld zu machen. Mir war das zu teuer.... aber hier in Kapstadt habe ich auch jede Menge Freiwillige "die schon immer mal Archaeologie machen wollten" auf meinen Ausgrabungen. Viel Spass an alle, es ist ein schoenes Abenteuer!

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schwabenstreich 10.10.2017, 15:52
7. Beruf kommt von Berufung...

...und wer das Glück hatte in seiner Berufung arbeiten zu können, demjenigen macht die Arbeit auch in seinem privaten Urlaub Spaß, Rente mit 67 J = warum den so früh und ne 70 Stunden Woche auch kein Problem ...

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