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Job-Offensive: Bahn will 19.000 neue Mitarbeiter einstellen
DPA

Die Bahn will ihr Personal im kommenden Jahr aufstocken: Knapp 20.000 neue Jobs sollen geschaffen werden. Auch, weil das Unternehmen sein Angebot deutlich ausbauen will.

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Thunder79 28.01.2018, 10:03
1. Das ist allerdings eine erfreuliche Nachricht....

denn ich persönlich finde es sehr schade, dass durch die ständigen Ausfälle und Verspätungen das Zugfahren so unattraktiv ist. Gerade Freitag Abend zwischen Stuttgart und Esslingen erlebt: Der Zug blieb einfach Nachts um 01:00 Uhr stehen. Nach 20min der entferfte Lokführer mit seiner durchsage: Es kotzt ihn ebenfalls an dass er von seiner Leitstelle keine Infos bekommt. Wir haben im Abteil dann nur noch gefeiert. Endlich mal ein ehrlicher Lokführer... Zeigt aber, was bei der Bahn los ist!

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frummler 28.01.2018, 10:11
2. wie soll denn das gehen?

die bahn will 20% mehr züge fahren lassen?
worauf denn? das schienennetz ist vollkommen im eimer und jede 2te brücke so maraode das mann sie nichtmal mehr reparieren kann sondern sie komplett erneuert werden muss!
über sehr viele brücken und strecken kann nur noch mit halber geschwindigkeit gefahren werden!
die sollen lieber mal das netz in ordnung bringen statt am rad zu drehen!

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Softeis 28.01.2018, 10:35
3.

Das hört sich gut an. Bei der Anzahl des Personals kann man definitiv zuerst ansetzen, um den Zugbetrieb zu stabilisieren.

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tickersieben 28.01.2018, 10:48
4. Hört sich gut an........

....und ist bestimmt auch eine sinnvolle Maßnahme. Auch wenn ETCS Möglichkeiten eröffnet, Zugfolgen dichter zu machen - a la long sicherlich auch unumgänglich. Aber warum wird nichts/zu wenig unternommen, um JETZT die Situation zu verbessern? Was nützen dem Reisenden die um wenige Minuten verkürzte, fast schon "theoretische" Reisezeit, planmäßige Reisezeit genannt, wenn diese nicht oder schwer eingehalten wird und ganz "planmäßig" der Anschluss weg ist?? Warum nicht mal andersrum: Reisezeiten dauern wenige Minuten länger dafür erreicht ein Zug vielleicht sogar mal "zu früh" sein Etappenziel - und wartet ab, bis er pünktlich weiterfahren kann? Wem kommt es dann auf der Langstrecke auf - insgesamt - 18 Minuten an? Der Autofahrer, Der Flugreisende kalkuliert auch nicht auf die letzte Naht - und die Bahn würde zur Freude aller planbar und planbar pünktlich. So jedenfalls macht es die Schweiz, wenn sie feststellt, dass der "Plan" nicht richtig funktioniert, weil zu knapp ge"plant".

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prince62 28.01.2018, 10:56
5. Die Bahn wird seit 20 Jahren abgebaut und es geht auch 2018 weiter

Zitat von frummler
die bahn will 20% mehr züge fahren lassen? worauf denn? das schienennetz ist vollkommen im eimer und jede 2te brücke so maraode das mann sie nichtmal mehr reparieren kann sondern sie komplett erneuert werden muss! über sehr viele brücken und strecken kann nur noch mit halber geschwindigkeit gefahren werden! die sollen lieber mal das netz in ordnung bringen statt am rad zu drehen!
Genau so ist es, mehr Züge wäre in der Zeit vor Mehdorn noch möglich gewesen, die Kapazität der alten Bundesbahn kann die Bahn AG jedochnicht mal mehr ansatzweise erreichen, da helfen auch keine automatischen Züge und anderer digitaler Schwachfug, das sind alles billige Ausreden um den Verfall des Schienennetzes zu verleugnen,

es wurde zu viele Ausweich- und Überholgleise abgebaut, zuviele Rangiergleise und -Bahnhöfe stillgelegt und der Grund sofort verkauft und nicht vergessen, der Abbau des Schienennetzes geht auch 2018 munter weiter, wenn auch in kleinerem Maßstab, weil auch schon viel zu viel nicht mehr da ist,

wer heute davon schwafelt, daß mehr Züge auf der Bahn fahren sollen/müssen, der hat die letzten 20 Jahre auf einem anderen Planeten verbracht, von daher gesehen sind die jetzt so dringend gebrauchten 19000 Mitarbeiter wohl eher dazu nötig, um die bevorstehenden Pensionierungen und Renteneintritte der Ex-Bundesbahnbeamten und -mitarbeiter aufzufangen, denn damit geht es jetzt los, auch gibt es bei der Bahn AG inzwischen ein derart hohe Personalfluktuation gerade in den Ballungsräumen, die es zu Behördenbahnzeiten nie gegeben hat, weil von dem Geld in München, Stuttgart und Frankfurt niemand leben kann, geschweige denn eine Familie ernähren.

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burlei 28.01.2018, 11:09
6. Was ist denn jetzt los?

Die Bahn will Personal einstellen? 25 Jahre nach dem größten Personalabbau ihrer Geschichte? 350.000 Stellen wurden mit der Privatisierung der DB und DR zur DB AG abgebaut. War ja kein Problem, wozu waren denn Überstunden da? Ich selbst bin nach 50 Jahren Bahnangehörigkeit mit 360 Überstunden in Rente gegangen. Dabei hat die DB AG ja ständig Personal eingestellt. Oben, auch mal in der Mitte. Angetreten war sie mit dem Versprechen der kurzen Verwaltungswege, bekommen hat sie ein undurchsichtiges Konglomerat Hunderter vor sich hin wurstelnder Firmen (Stand 2009: 702 Firmen im In- und Ausland) mit einem immensen Wasserkopf. Unten fehlte Personal. Nicht nur Lokführer, auch Stellwerkspersonal. Also wurden Überstunden gekloppt, Schichtübergänge "optimiert". Morgens um 6 aus dem Nachtdienst raus, um 14 Uhr wieder in den Spätdienst, bis 22,30 Uhr Dienst. Erholt? Nö, übermüdet, kaputt, unkonzentriert. Passierte was, wurde der Mitarbeiter dem Staatsanwalt zum Fraße vorgeworfen. Die Firma war ja nicht Schuld, das war der MA. Und diese MA waren so dumm und haben das mit sich machen lassen. Krankenstand 25%? Na gut, dann besetzen wir wichtige Stellwerke statt mit drei nur noch mit einem Mann, muss er eben mehr arbeiten, wird dafür ja auch gut bezahlt. Stimmt, die Bezahlung eines Stellwerkers lag jahrelang weit unter der eines Lagerarbeiters. Dann kam Mainz und das Personalchaos in die Medien. (http://www.zeit.de/reisen/2013-08/mainz-bahn-ausfaelle) Und dann hat die Bahn endlich Personal eingestellt. Besonders da, wo es klemmte, bei den Lokführern und Stellwerkern. Anstatt 3,5 Jahre Ausbildung, wie es diese Berufe erfordern, nur 90 Tage. Friss oder stirb. Für das vorhandene Personal ein deutliches Zeichen. Euer Beruf ist ein besserer Anlernjob. Da kann man jeden von der Straße nehmen. Durchfaller-Quote 80, 90%. Und jetzt wollen sie 60.000 Mann einstellen. Nun, es werden wohl nur 40.000 werden, davon 30.000 in der Verwaltung, Irgendwie muss man ja den Personalmangel in den Griff bekommen und das geht nur, wenn man die Verwaltung des Mangels optimiert.

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burlei 28.01.2018, 11:13
7. Berichtigung!

In meinem letzten Beitrag schrieb ich von 60.000 Mann Neueinstellungen. Das war natürlich die Zahl der letzten 5 Jahre. Bei Nachfragen im ehem. Kollegenkreis habe ich erfahren, dass von diesen 60.000 "unten" kaum was angekommen ist. In meinem ehemaligen Bezirk waren es insges. 3 Mann bei einem Fehlbestand von 17. In anderen Bezirken wird es nicht anders aussehen.

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normanuschkureit 28.01.2018, 11:20
8. @ Wie soll das gehen ?

@ frummler
Das geht ganz einfach durch den flächendeckenden Ausbau von LZB. Signalgeführt fährt ein Zug in einem Raum (Abstand) mit LZB (vereinfacht digitalisierte Anzeigeführung ohne Signale) passen in den selben Raum 3 Züge.
Es ist nur leider so das in Deutschland LZB Führung noch nicht flächendeckend ausgebaut ist.
Beispiel Duisburg-Basel, sind 700km davon ca. 250 km LZB Strecke und da sieht man sogar den Zug vor sich.
Das hat also nichts mit maroder Infrstruktur zu tun, es werden die selben Gleise genutzt und nur in engeren Abständen gefahren. Davon ab ist die Infrastruktur natürlich auch extrem sanierungsbedürftig.

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outsider-realist 28.01.2018, 11:43
9. Skepsis

Ich bin immer erst mal skeptisch, wenn solche Zahlen von einem Unternehmen rausposaunt werden. Auf der einen Seite ist es immer positiv, wenn Arbeitsplätze geschaffen wird aber es ist ja nicht so, das jetzt 19.000 Arbeitslose bzw. Arbeitssuchende einen neuen Job finden werden. Bei meinem Arbeitgeber wurden letzten Monat auch 15 neue Stellen geschaffen. Diese wurden alle intern besetzt, andere Stellen sind weggefallen = Nullsummenspiel. Also bitte erst mal nachfragen und abwarten bevor die Jubelarie losgeht.
Fraport Frankfurt hat großmundig zigtausende neue Arbeitsplätze versprochen, um die neue Landebahn durchzuboxen. Die Zeitarbeitsfirmen der Fraport haben sich gefreut. Win Win Situation für die Fraport. Wieviele feste Stellen weggefallen sind ist bis heute nicht klar.

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