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Leben in Südkorea: "Selten so viel Drama erlebt"
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Viel Alkohol, viel Traurigkeit und immer alles schnellschnell: Der Reporter Sören Kittel hat in Seoul gelebt und erzählt, wie er die Südkoreaner erlebt hat.

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postmaterialist2011 12.02.2018, 05:54
1. Da fehlt aber einiges !

Der Autor erzählt leider so gar nichts über den Druck "perfekt"auszusehen, sprich sich Augen , Nase, Kinn etc. "verschönern" zu lassen. 16-jährige die zum Geburtstag eine Augenkorrektur geschenkt bekommen mit einem Gutschein sich mit 18 die Brüste machen zu lassen. Ich war und bin sehr viel in Korea und von einem Hightechland habe ich selten was mitbekommen. Das schnelle Internet muss eine Fiktion sein, da ich weder in Firmen, geschweige denn in 5-Sterne Hotels je wirklich schnelles Internet erlebt habe. Er vergisst zu schreiben, dass oft auch in guten Restaurants beim Essen jemand in der Nähe des Ausländers stehen bleibt weil es einfach spannend ist ihm beim Essen zuzuschauen. Selbst in teuren Restaurants werden Fische und Fleischstücke ganz brutal und wenig grazil mit Küchenscheren in kleine Teile geschnitten. Er vergisst auch, dass aufgrund des hohen Kimtschigenusses eine Fahrt in öffentlichen Verkehrsmitteln so gar kein Genuss sind, weil es vor Knoblauchfürzen und -aufstossern schon am frühen Morgen nur so wimmelt. Ich wundere mich immer wie junge Mädchen hier aufgrund der aseptischen K-Pop SIng- und Tanzroboter alles Koreanische vergöttern, obwohl sie noch nie dort gewesen sind. Ich für meinen Teil fliege lieber nach Japan oder China als Korea, da Japan das viel bessere Essen hat und die Menschen in China sehr viel spontaner und witziger sind.

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123Valentino 12.02.2018, 07:45
2. Habe ...,,

gleiche Erfahrungen in Asien gemacht, es wird gelächelt aber ein Teil der Gesellschaft wird man nicht. Man wird mit Höflichkeit erschlagen, mag sein , dass das an der , vermutet, gefüllten Geldbörse liegt, ich glaube alles Fremde ist dort nicht wirklich gern gesehen.
Man lebt die allgegenwärtige Korruption öffentlich aus, das geht dann soweit , der unterlegene der Gouverneurswahlen , fordert seine „gespendeten“ Gelder zurück, öffentlich.
In meinem Gastland , war das Saufen dafür kein Problem.

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caberle 12.02.2018, 08:31
3. @2

Ich kenne das so: Man stellt oft fest, wie respektlos Europäer doch sind und ich durfte mir das auch oft anhören. Dabei geht es teilweise um Kleinigkeiten in der Kommunikation. Mir gehtg es oft so, dass ich gefragt werde, ob ich im diplomatischen Dienst tätig sei. Auch habe ich kaum das Problem, dass man versucht mich zu übervorteien (z.B.im Taxi), wie andere oft berichten. Natürlich ist es auch so, dass ich vorher an einem neuen Ort mir schon ein paar Locations herausgesucht habe und dann davon erzähle und wenn man mich fragt, war ich schon oft dort. Es gibt auch oft Einladungen und das ein oder andere Kartenspiel verbindet dann auch. In Deutschland bin ich nicht "mehr" Teil einer Gesellschaft. Was will man denn mehr noch? Als ich mal Hilfe brauchte, wurde mir auch finanziell geholfen. Dann hilft man auch wieder. Bei Geschäftstreffen hieß es "ach, in der Branche verhalten sich die Leute doch überall gleich"...da meinte ich dann "ja, ich fühle mich hier wie in München!".

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kopfball123 12.02.2018, 08:44
4. Asien ist gefangen zwischen Moderne und Mittelalter

Nur weil man hohe Wolkenkratzer bauen kann, in großen Städten lebt und alles mit dem Handy bezahlen kann heißt das nicht dass man ein wirklich modernes Land oder Kontinent ist. Es ist ja nicht nur in Korea so dass die Kultur sehr hemmend für die Menschen dort ist, die jungen Asiaten die ich getroffen habe (sowohl in Ostasien als auch Europa) empfinden es auch als sehr belastend dass alles von den Alten bestimmt wird und alles immer nur ums "Gesicht" geht und nicht daran was man wirklich macht oder wer man wirklich ist. Dagegen unternehmen tun aber die wenigsten was und lassen sich von ihren Eltern und den Älteren dominieren.

Gleichzeitig wird gerade in Ostasien allerdings die Kultur als dem Westen weit überlegen angesehen, weswegen es sehr schwer ist etwas daran zu ändern, da man die Kultur um jeden Preis erhalten will.

In China hat man die Kultur buchstäblich dem Erdboden gleich gemacht vor ein paar Jahrzehnten, aber auch dort besinnt man sich ja wieder mehr und mehr auf die alte asiatische Kultur anstatt den Blick nach vorne zu richten.

Das Asiatische Jahrhundert wird keins werden wenn die asiatischen Länder nicht auch kulturell mal in der Moderne ankommen.

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idris_yapca 12.02.2018, 09:13
5. Gasrfreundlichkeit

in keinem anderen Land das ich bis heute besucht hatte, waren die Menschen in Korea mit Abstand am freundlichsten. So etwas habe ich bis heute kein zweites Mal erleben dürfen! Einfach nur schön. Man muss es gesehen und erlebt haben. Nachdem ich auch noch erzählt hatte, dass ich türkische Herkunft habe, wurde die Gastfreundlichkeit nochmals überboten. Vielen Dank Ihr lieben Koreaner. Meinen Urlaub bei euch werde ich nie vergessen!

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koreaboyde 12.02.2018, 10:07
6. So ist es...

Ich lebe und arbeite seit fast 17 Jahren in Korea - und kann sagen, dass jeder Post hier Wahrheit beinhaltet. Jeder sieht das Land aus einem anderen Blickwinkel oder empfindet Positives oder Negatives intensiver.
Hirnlose Bus-, Taxi- und LKW-Fahrer...Geldumschläge fuer Lehrer...Jugendliche, die mit Badeschlappern im Gebirge wandern,....natuerlich kann man Bücher damit füllen!
Aber was mich letzlich am meisten beeindruckt: ich habe in der ganzen Zeit noch nie bemerkt, dass sich ein Koreaner - ob jung oder alt - mir gegenüber in irgendeiner Weise respeklos oder unhöflich benommen hat. Im Gegenteil.... Und das zählt für mich mehr als alles andere.
Ich finde es übrigens sehr praktisch, das Essen mit der Schere zu schneiden. Und wer es mehr ästetisch mag, darf auch gerne japanisches Essen bevorzugen...

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agash 12.02.2018, 10:07
7. Den Hang der Koreaner zu Alkohol kann ich bestätigen, aber...

Herr Kittel sagt: ""Ich habe gestern getrunken" ist eine akzeptierte Entschuldigung, wenn man zu spät zur Arbeit kommt - selbst beim Konzern Samsung. "
Ja, die Koreaner haben ein ungesundes Verhältnis zu Alkohol, der oft damit begründet wird, dass er Entspannung nach der vielen Arbeit (oft 7 Tage-Woche mit 12h+ täglich) bringt. Aber diese Ausrede ist beim Konzern Samsung definitiv nicht akzeptiert. Ich habe einige Wochen als externer Berater im Samsungkonzern gearbeitet und dort wurde mir mehrmals davon erzählt, dass die Mitarbeiter regelmäßig wegen eines Kater frühs nicht zu Arbeit erschienen sind und weil dies Überhand nahm, hat man strenge Regeln eingeführt, dass zwar trinken abends erlaubt ist, aber deswegen zu spät kommen nicht akzeptiert wird.

Übrigens ein auch sehr nennenswerter Aspekt, um die koreanische Gesellschaft zu verstehen: Proteste. Koreanischer Protestieren gegen alles und jeden. Dies ist Teil ihrer Kultur. Dieser kann sich von Plakaten in der Bahn, bishin zur wöchentlichen Dauerbeschallung dreier Hanseln vor einem Konzerngebäude äußern. Die Koreaner nehmen mit Humor "So wissen wir wenigstens, dass heute Mittwoch ist."

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amikino 12.02.2018, 11:44
8. N°.6

Ich war in den Jahren 1988 bis 2004 sehr oft in Korea, kann nur bestätigen was Sie da schreiben.
Respekt wie in Korea wurde mir in keinem anderen Land wiedergegeben wie dort.
Wobei es gewöhnungsbedürftig war für mich dort hin zu Reisen, aber nach Jahren hat es mir sogar richtig gefallen!
Respekt haben die Koreaner vor allem zum nächsten, keine Graffitis, niemand geht in Jeans ins Büro, selten wird man laut.
Mir fehlt der Besuch in Korea, nicht aber der Besuch in China oder Japan.

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jan.kuester24 12.02.2018, 12:19
9.

Hallo, also meine Tochter wird nach ihrem Abi für ein Semester nach Südkores reisen, um einen Sprachkurs zu machen. Sie ist total fasziniert von diesem Land. Wir werden es ihr ermöglichen. Hoffentlich wird sie nicht so sehr enttäuscht werden.

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