Forum: Reise
Madagaskar: Einmal zum Mond und zurück
Mona Contzen/ SRT

Wie Drachenköpfe mit scharfen Zähnen oder spitze Wolkenkratzer: Die Tsingys de Bemaraha auf Madagaskar sind keine Schönheit. Der Wald aus Kalksteinnadeln verheißt vor allem eines - Abenteuer.

Seite 1 von 2
Papazaca 08.01.2019, 09:46
1. Da muß ich nochmal unbedingt hin!

Madagaskar ist immer eines meiner Traumländer gewesen. Der "Kalksteinnadelwald", die vielen Lemuren und Chamäleons, traumhafte Küsten, die unterschiedlichen Völker und Stämme. Gehindert hat mich nur die Entfernung und die oft instabile politische Lage. Ansonsten ein Traumland. Aber wie so oft in Afrika bettelarm.
Also hin und wegsehen? Das war vielleicht der wirkliche Grund, warum ich noch nicht da war. Aber ich sollte noch unbedingt hin, trotz allem, es ist einfach einmalig!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
d45gts 08.01.2019, 09:56
2. Schizophren

Gerade der Spiegel, der versucht jeden ein schlechtes Gewissen wegen des Klimawandels zu machen, "wirbt" für Fernreisen.

Der Bericht liest sich toll, offensichtlich ist der Tourismus auch für die lokale Bevölkerung von gewissen Nutzen, aber die CO2-Bilanz sollte dem Ganzen sofort einen Strich durch die Gedanken einer Reise dorthin machen.

CO2-Rechner Flug:
https://www.naturefund.de/wissen/co2_alt/flugzeug/
Ein Flughafen in Madagskar heist: "TNR, Ivato Airport, Antananarivo, Madagaskar"

https://www.dw.com/de/fliegen-verhindert-klimaschutz/a-18635120

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Charlie Whiting 08.01.2019, 15:02
3. Wie sieht es denn

mit der Pest aus? Ich dachte die wäre dort leider ziemlich verbreitet?
Und co2? Für mich nicht relevant. Niagarafälle wären schlimmer. Und solang Sie nicht mit nem Diesel hinfahren... Einbaum geht sicher auch...

Beitrag melden Antworten / Zitieren
wortgewalt87 08.01.2019, 15:33
4. Papazaca, vergessen Sie's

Mich haben die gleichen Gründe veranlasst, nach Madagaskar zu reisen. Und was habe ich gesehen? Überall brennende Wälder, sogar brennende Baobabs. Und eine Bevölkerung, die es für was Gutes hält, ihre Wälder abzufackeln. 90% haben sie schon geschafft. Lemuren, Sifakas, Chamäleons und ähnliche Tiere leben zusammengepfercht in den wenigen Nationalparks. Man kann Tieren und Pflanzen in Echtzeit beim Aussterben zugucken. Bin hart im Nehmen und reise gern, aber diese Reise hat tiefe Hoffnungslosigkeit bei mir hinterlassen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
uzsjgb 08.01.2019, 17:23
5.

Zitat von d45gts
Gerade der Spiegel, der versucht jeden ein schlechtes Gewissen wegen des Klimawandels zu machen, "wirbt" für Fernreisen. Der Bericht liest sich toll, offensichtlich ist der Tourismus auch für die lokale Bevölkerung von gewissen Nutzen, aber die CO2-Bilanz sollte dem Ganzen sofort einen Strich durch die Gedanken einer Reise dorthin machen. CO2-Rechner Flug: https://www.naturefund.de/wissen/co2_alt/flugzeug/ Ein Flughafen in Madagskar heist: "TNR, Ivato Airport, Antananarivo, Madagaskar" https://www.dw.com/de/fliegen-verhindert-klimaschutz/a-18635120
Also einfach 13 Bäume pflanzen und damit klimaneutral nach Madagaskar reisen. Der Anbieter mit dem ich in der Regel verreise bietet alle seine Reisen klimaneutral an. Kostet kaum Aufpreis und ist einfach auszurechnen.

Wer hingegen rechnet alle seine Autofahrten oder Heizungsgebrauch aus und gleicht diese aus, damit sie klimaneutral sind?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
ralphisoa 08.01.2019, 18:35
6.

Die Tsingys sind wunderschön!
Aber Madagaskar ist kein Paradies - das sollte man wissen, bevor man sich für eine Reise entscheidet. Armut, Umweltzerstörung und die schlechte Infrastruktur sind allgegenwärtig. Die traumhaften Landschaften und die einzigartige Tier- und Pflanzenwelt sind bedroht. Auch in Nationalparks werden täglich illegal Bäume geschlagen und damit wertvoller Lebensraum für die über 100 Lemurenarten und viele weitere einzigartige Tier- und Pflanzenarten für immer vernichtet.

Und dann ist da die andere Seite Madgaskars: lachende Kinder, freundliche Menschen, wunderschöne und vielfältige Landschaften und jede Menge Tiere und Pflanzen, die es nur dort gibt. Noch kann man die Naturschätze bewundern. Und weil überall dort, wo Touristen hinreisen, Tiere und Natur besser geschützt werden als in anderen Gegenden des Landes, bietet hier der Tourismus auch die Chance, dass vom Aussterben bedrohte Tierarten nicht verloren gehen. Für mich zählt Madagaskar zu den eindrücklichsten Erlebnissen, die eine Reise bieten kann. Und es macht dankbar für den Wohlstand und unser Leben in Europa.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Politikunverdrossen 08.01.2019, 18:38
7. Selektive Wahrnehmung der Medien - jedenfalls bezüglich Afrika

Dieser Artikel ist ungeachtet seiner in der Sache durchaus differenzierenden Darstellung - es werden zu Recht auch die bittere Armut und zunehmende Unsicherheit angesprochen - ein mustergültiges Paradebeispiel für die selektive Wahrnehmung und damit auch die Berichterstattung der Medien. Während uns hier der Xte Reisebericht zu Madagaskar und seiner einmaligen Exotik präsentiert wird, hätte ich eigentlich erwartet, irgendwann einmal etwas über die gerade in diesem selben Land stattfindenden Präsidentschaftswahlen zu lesen. Zynisch muss man aber wohl sagen, dass es diese nicht in den Spiegel oder andere Medien schaffen, weil sie recht geräuschlos und im Großen und Ganzen nach demokratischen Regeln abgelaufen sind, für afrikanische Verhältnisse allemal. Keine gewaltsamen Auseinandersetzungen geschweige den Tote (bisher), also auch kein Grund zu berichten....?
Zweiter Punkt, schon von einem anderen Leser angesprochen: wer Madasgakars Naturschönheiten bewundern will, muss sich sputen. Die Naturressourcen und einzigartige Biodiversität sind unter enormen und wachsendem Druck. Kein Wunder, wenn auch heute noch 90% der Haushalte mit Holz oder Holkohle heizen und die Bevölkerung seit der Unabhängigkeit 1960 von 5 auf 27 Mio. Einwohner angewachsen ist.... das unterschlägt der Bericht leider auch. Wenn man ein Thema oder hier ein Land sehr gut kennt, merkt man rasch, dass hie und dort doch etwas Substanz fehlt...

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Müller1971 09.01.2019, 10:07
8. Besuchen Sie dieses wunderbare Land - Teil 1

Fliegen Sie nach Madagaskar - unbedingt! Wagen Sie das Abenteuer! Ja, Sie müssen bereit sein, auf deutschen Komfort zu verzichten. Aber mittlerweile gibt es an vielen Touristen-Hotspots sehr schöne und komfortable Lodges. In der Regel bieten die bekannten Reiseveranstalter einen guten Komfort. Sie müssen ja nicht gleich auf eigene Faust durch das Land fahren. Außerdem kann man einen gewissen Komfort in das Reisegepäck packen und für eventuelle hygienische Mängel vorsorgen. Die Ecken, die noch intakt sind, sind wunderschön und absolut einmalig. Und man muss sich tatsächlich beeilen. Zwischen meiner ersten und meiner letzten Reise lagen 10 Jahre. Das Land ändert sich rasant. Manchmal zum Positiven aber leider auch in vielen Regionen zum Negativen.
Die Armut ist groß und auch die wenigen Nationalparks sind stark gefährdet. Gerade das sollte ein Grund sein, dieses wunderbare Land zu besuchen. Tourismus bringt Geld und für viele Menschen ein Einkommen. Der Tourismus ist auch ein wirksamer Schutz für die Nationalparks, die tatsächlich aufgrund der wertvollen Rohstoffe und Edelsteine, die Madagaskar besitzt, immer weiter beschnitten werden. An dieser Stelle sei gesagt. Diese Rohstoffe werden ausschließlich durch internationale Konzerne ausgebeutet und exportiert. Nicht selten bringen diese Konzerne sogar ihre Arbeitskräfte mit auf die Insel. Diese Konzerne hinterlassen in der Regel vergiftete zerstörte Landschaften, gefährden die Nationalparks und lassen nicht selten geschundene und kranke Menschen zurück. Nur ein verschwindend geringer Teil der Gewinne verbleibt im Land und Arbeit und Einkommen für die Menschen gibt es auch nicht. Madagaskar besitzt keinerlei Technik und Knowhow oder die Finanzen, um das einzukaufen, um dieses Geschäft selbst zu machen. Wir beklagen und tadeln die Abholzung und die schleichende Vernichtung der letzten Natur-Refugien. Aber niemand nimmt tatsächlich Anstoß daran. Madagaskar ist weit weg und spielt in unseren Medien absolut keine Rolle. Vor einigen Jahren stand sogar der wunderschöne Canal des Pangalanes zur Disposition.
Teil 2 folgt ...

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Müller1971 09.01.2019, 10:08
9. Besuchen Sie dieses wunderbare Land - Teil 2

Thema Armut: Was tun Sie, wenn Ihre Kinder Hunger und seit Tagen nichts mehr gegessen haben?! Sie schießen den letzten Lemuren, fällen den letzten Baum, damit Sie den Lemuren kochen können, nur damit Ihre Kinder aufhören zu weinen!!! Ja Madagaskar ist bettelarm. Vor allem wenn man abseits der Touristenpfade unterwegs ist, wird das schwer erträglich. Als Tourist, der mit einem bekannten Reiseveranstalter unterwegs ist, kommen Sie garantiert nicht in die Ecken, in der Sie die Pest fürchten müssten. Als hygieneverwöhnter Europäer machen Sie vor solchen Ecken, in denen Sie vielleicht mit Ratten und deren Hinterlassenschaften oder auch mit schwer kranken Menschen in Kontakt kommen, auch promt kehrt, weil Sie fürchterlich schockiert sein werden.
Aber auch dagegen kann man etwas tun! Schließen Sie unterwegs Freundschaften, gehen Sie in Kontakt mit den Menschen! Seit 2003 verbindet mich eine enge Freundschaft mit einer madegassischen Familie. Der Kontakt entstand zwar durch meine Reiseleiterin. Aber in ihr habe ich eine engagierte Person gefunden, die kleine Hilfen auf Madagaskar potenzieren kann. Also haben wir für ihr Heimatdorf ein winzig kleines Gemüse-Anbau-Projekt gestartet. Ich liefere die Samen, die Erfahrung und die Anbauanleitungen, Anleitungen für die Samengewinnung usw und die Dorfbewohner bauen fleißig an. Die erste Ernte 2015 ist so gut ausgefallen, dass die Frauen den Überschuss auf den Märkten verkaufen konnten. Meine Freundin ist 2016 krank geworden und mittlerweile verstorben, das Projekt ging zunächst den Bach runter. Mit viel Geduld und viel Freundlichkeit ist es mir gelungen, ihre Geschwister zu motivieren, das Projekt-chen in dem Dorf zumindest weiter zu begleiten und für mich die Vermittler zu geben. Und nun warten wir auf die nächste Ernte und schauen, welches Gemüse besonders gut wächst und auf dem Markt begehrt ist. Dieses Mini-Projekt kostet mich pro Jahr wenige hundert Euro und kommt zu 100 Prozent an!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 1 von 2