Forum: Reise
Mein Weg auf den Mont Blanc: Warum mich Schweiß und Angst glücklich machen
Ralf Gantzhorn

Einmal auf dem höchsten Berg der Alpen stehen. Das ist das Ziel von Katherine Rydlink. In einer Multimedia-Serie zeigt sie, wie sie sich auf den Mont Blanc vorbereitet und den Aufstieg wagt.

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freudentanz 08.08.2017, 10:48
1. Beim lesen bekommt man den Eindruck ...

... daß Sie noch nie einen Berg in mehrtägiger Tour erstiegen haben. Ich habe es jetzt mehrfach nachgelesen bin mir aber nach wie vor unsicher. Ich bin überzeugt das ich Sie schon öfters, nicht "nur" geklettert, sondern auch Bergsteigtouren gemacht haben. Denn sonst würden Sie ja nicht sofort den Mont Blanc in Angriff nehmen. Ich frage das weil mein Kumpel Bergretter ist aber nach fast 20 Jahren hingeworfen hat weil er es nicht mehr erträgt wie leichtsinnig die Leute in den letzten Jahren geworden sind. Ich bin auf ihre folgenden Berichte gespannt und wünsche Ihnen auch alles Gute und viel Erfolg. Ich freue mich immer wieder wenn auch "moderne Smartphone-Menschen" den nicht so einfachen Weg gehen sondern eine Lernkurve im klassischen Sinne durchlaufen denn alles andere ist schlichtweg theoretischer Unsinn. Aber ich bin ein alter Knacker der von der therapeutsichen Wirkung von Blut, Schweiß und Tränen überzeugt ist. Meine Meinung., solange sie noch erlaubt ist.

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bookwood74 08.08.2017, 10:55
2. La Chamoniarde

Für eine Mont Blanc Besteigung ist La Chamoniarde die offizielle Informationsstelle:
http://climbing-mont-blanc.com/de/

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durcheinandi 08.08.2017, 12:18
3. @Nr.1

Ich kann Ihnen versichern das es Ihre erste Tour in solche Höhen ist. Kenn Sie nämlich ganz gut! ;-)

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spon-1237239349588 08.08.2017, 12:54
4. Abschreckendes Beispiel

Der Artikel ist ein schönes Beispiel dafür wie man es nicht machen sollte. Nicht, dass sich die Autorin professionellen Beistand holt oder "Demut und Respekt vor dem Berg" behalten möchte, das finde ich sehr positiv, aber der Artikel leistet der Einstellung Vorschub, dass wenn man schon mal auf einen Berg steigt, doch eigentlich gleich beim höchsten beginnen könnte. Und dann fragt man sich schon wie weit es mit der Demut her ist. Das A und O beim Bergsteigen ist Routine und die holt man sich nicht in drei Monaten. Bei meiner ersten Hochtour wäre ich auch nicht auf den Gedanken gekommen sofort auf den Mont Blanc zu steigen, durfte aber bei meiner späteren Besteigung des Berges einige Beispiele genießen von Leuten, die sich und andere damit in Gefahr brachten, sich ausgerechnet am Mont Blanc die ersten Bergsteigersporen zu verdienen. Andererseits kann man wahrscheinlich dankbar dafür sein, dass sie sich nicht gleich den Mount Everest rausgesucht hat. Da gibt es ja auch schöne Beispiele von Menschen, die im Basislager zum ersten Mal im Leben Steigeisen anhatten. Ich wünsche der Autorin viel Glück und Gesundheit, sie sollte sich aber überlegen, was für ein Vorbild sie hier abgibt.

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Konrad_L 08.08.2017, 13:07
5. @1+3: Dann ist es Unfug.

Ich bin in einer ähnlichen Situation wie die Autorin: Leidenschaftlicher Kletterer mit viel zu wenig Bergerfahrung. Mein einziger 3000er bisher war ausgerechnet der Ätna. Dann die Zugspitze übers Höllental. Und ein paar kleinere 2000er.
Und darum weiß ich, dass es vermessener Unsinn wäre, jetzt den Mont Blanc oder das Matterhorn zu machen. Gewiss, schöne Berge. Und jenseits der Baumgrenze wird das Steigen gerade für einen Kletterer erst richtig interessant. Aber ich halte es für richtig, in aller Ruhe dahin zu reifen, solche Berge zu besteigen. Öfter mal in die Alpen fahren, ein paar schwerer werdende 3000er machen, Sicherheit und Erfahrung gewinnen, neue Techniken lernen. Was soll denn diese Hektik? Dieses Hau-Ruck von 0 auf 180? Das ist doch genau die Mentalität, die zu all diesen Bergunfällen führt. Wenn Leute, die kaum die Zugspitze schaffen, unbedingt einmal im Leben auf dem Mount Everest gewesen sein müssen.
#4 hat völlig recht: Ein abschreckendes Beispiel.

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Olaf 08.08.2017, 14:05
6.

Sie hat eine gewisse Erfahrung im alpinen Klettern, scheint körperlich fit zu sein, bereitet sich sorgfältig vor und schließt sich einem erfahrenen Bergführer an.

Sie bereitet sich also gut vor und einen gesunden Respekt vor dem Unternehmen hat sie auch. Ich denke, dass wird klappen und wünsche viel Erfolg. Man sollte seine Träume verwirklichen, solange man noch kann.

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wolfgang.bilger 08.08.2017, 14:05
7. Tödlicher Absturz leichtsinniger Bergsteigerin am 4. August 2017 ...

Sehr gut geschriebener Artikel - danke! Werde ihn weiterverfolgen.
Appell an die Autorin und alle anderen Leser: Vorsicht und keine Selbstüberschätzung, ob auf dem Weg zum Mont Blanc oder an einem anderen, leicht zu unterschätzenden, gefährlichen Ort unserer Welt!

Nach meinem Aufstieg in den Morgenstunden des 4.8.17 wurde ich beim späteren Abstieg Zeuge eines tödlichen Absturzes einer Bergsteigerin, der leicht hätte verhindert werden können. Eine Seilsicherung in einer Seilschaft, idealerweise mit einem erfahrenen Bergführer, mehr Vorsicht statt zu hoher Selbstsicherheit, hätten diesen Unfall verhindern können.

Abstieg nach Mont Blanc Besteigung am frühen Morgen des 4.8.17. Von der Bergsteigerhütte, Refuge du Goûter (3.863 m) aus, der letzten bewirteten Hütte auf der meist gegangenen Auf-/Abstiegsroute zum/vom Gipfel des Mont Blanc (4.810 m), zum weiteren Abstieg unserer 3-Mann-Seilschaft incl. unseres erfahrenen Bergführers Stéphane (fast200 erfolgreiche Mont Blanc Besteigungen): erst Gratquerung noch auf Gletscherschnee mit mir als erstem, Oliver Mitte und Stephane hinten in der Seilschaft. An altem Refuge du Goûter Steigeisen und Stöcke weggepackt und Einstieg zum konzentrierten Kletter-Abstieg über fast 600 m teilweise steiler Granitblock-Wand mit unten dem unfallträchtigen, gefährlichen Coulour du Goûter, bei dem besonders Steinschlag von oben drohen (wie beim Aufstieg bereits beobachtet). Ziel ist die nächst tiefer gelegene bewirtschaftete Hütte, der Refuge de Tête Rousse (3.187m) und damit wieder Sicherheit, da danach kaum gefährliche Trekkingstrecke weiter nach unten.

Noch im oberen Drittel der Kletter-Steinwand, mit vielfach Drahtseilen an den Seiten zur Zusatzsicherung und Unterstützung beim Klettern, plötzlich ca. um 10 Uhr der Warnruf „Chute de Pièrres“ also Steinschlag. Kurzer Blick nach oben zeigt Horrorbild von ca 100 m oberhalb liegendem Wandstück, wie Bergsteigerin, bereits unbeweglich wie Puppe, über die steilen Steinbrocken herunterrollt ebenso wie mehrere Steinbrocken. Stephane ruft zur Steinschlag-Sicherung unter nahen Felsvorsprung und sagt bereits verärgert, dass ohne Seil gesicherte Bergsteigerin bereits tot sei.

Kurz danach springen die wenigen Felsbrocken über uns hinweg und schockierend unerwartet nur etwa 10 m neben uns die weiterhin rollende Bergsteigerin, ohne Halt der weiteren Tiefe entgegen bis über eine weitere Kante etwa 100 m weg außerhalb unseres Sichtfeldes.

Sofort klar, angesichts der Tragödie, dass wir nichts tun können zur Hilfe, sondern konzentriert die weiteren 2/3 der Wand absteigen müssen. Stephane will Bergrettung anrufen aber sehr naher zufällig aufsteigender Polizist hatte Helikopter bereits gerufen. Ca. 50 m oberhalb mit anderen Menschen der offensichtliche Partner in gelber Kleidung, auch weiter ungesichert durch Seilschaftsseil (!), der vor Trauer und Schock schreit und zu seiner Partnerin zur Hilfe eilen möchte. Er wird davon abgehalten, da aktueller Ort der abgestürzten Bergsteigerin nicht erkennbar weiter unten ist, eh keine Hilfe mehr möglich und zu gefährlich ist.

...

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wolfgang.bilger 08.08.2017, 14:06
8. Tödlicher Absturz leichtsinniger Bergsteigerin am 4. August 2017 2/2

1/2 ...

Stephane, unser Bergführer, treibt uns zur Konzentration beim Abstieg trotz vieler Gedanken im Kopf, immer sicherste Route am Felsgrat entlang, da weniger steinschlaggefährdet und schimpft jeden Bergsteiger auf dem Weg, der nicht seilgesichert ist (sein dritter vergleichbar beobachteter Unfall während seiner über 20 Jahre Bergführerarbeit).

Helikopter kommt rasch und sucht Berghang weiter unten ab. Wir sollen nicht hinsehen, sondern weiter absteigen. Bei kurzem Stopp ca. halbe Stunde später dann doch zu sehen, Bergung vom Heli mit Seil durch heruntergelassenen Bergretter ca. 100 m oberhalb von uns, des auf Fels liegenden offensichtlich toten Körpers der Bergsteigerin, die lt. Aussage von später bei der Zahnradbahn getroffener oberhalb von ihr absteigender Zeugin, zu selbstsicher-leichtsinnig, nicht mal die Drahtseile zur Eigensicherung nutzte.

Bergretter stellt wohl schnell den offensichtlichen Tod fest und birgt folglich direkt ohne Bahre den Körper durch Befestigung an sich und am Seil des Heli hängend nach unten auf Gletscher-Steinfeld bei Refuge Tête de Rousse. Dort nach vorübergehendem Wegflug des Helis wohl weitere Untersuchung bzw. Vorbereitung des Weitertransports der Leiche. Heli fliegt weiter am Hang, nimmt wohl auch geschockten Partner über Seil an Bord und nach unten zu seiner toten Partnerin. Bei weiterem Heliflug dann Bergung abschließend, weg von Zwischenstation ins Tal von Chamonix/Les Houches.

In schnellem Schritt überqueren wir jetzt zu noch einigermaßen frühen Stunden ohne Steinschlag den gefährlichen Coulour du Goûter und über Gletschersteinfeld zurück zur sicheren Hütte Refuge Tête Rousse (3.187 m).

Der Schock und die Erkenntnis sitzen tief, denn dieser tödliche Absturz hätte leicht verhindert oder zumindest erheblich gemildert werden können, wenn Seilschaftssicherung.

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laberbacke08/15 08.08.2017, 14:44
9.

"Je nach Definition ist der Mont Blanc der höchste Gipfel Europas." Nach allgemeingueltiger Definition ist das aber eigentlich der Elbrus. Und das sage ich nicht nur weil ich mir vorgenommen habe in zwei Wochen an der hoechsten Stelle Europas zu stehen und sonst nochmal umbuchen muesste :)

Trotzdem viel Erfolg (und der Mont Blanc ist auch bergsteigerisch eine groessere Herausforderung als der Elbrus obwohl ich ueber die Nordroute gehen will)

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