Forum: Reise
Mit dem Bulli auf der Seidenstraße: Gegen alle Konventionen
Kerber

Vom Libanon über Iran und Pakistan nach Indien: Die Fotografin Milli Bau reiste in den Fünfzigern allein mit ihrem VW-Bus durch Fernost. Sie erlebte haarsträubende Abenteuer.

hansvonderwelt 13.01.2018, 17:00
1. Früher war auf Reisen alles schöner !?

Ja,das stimmt leider.Trampte das erste mal Mal 1966 nach Indien,Istanbul,Teheran,Meschad,Kabul,,der Khyberpass,Dehli.Später zwei Mal die Route über Zahedan-Quette im Winter...!! 1965 war ich in Bagdad und Beirut,einige Jahre später trampte ich durch die Sahara bis nach Togo und Ghana.Oder ich übernachtete auf dem Ayers Rock in Australien.Die schönen Zeiten sind over,Handy und Internet entzaubern die Welt.Laos und Lunag Prabang sind ein Tourististischer Hot Spot.Der Massentourismus zerstört die Kulturen,1969 waren in Angkor Wat nur eine Handvoll Fremde...,1970 gab es in Bali nur 50 Tausend Reisende,2017 sind es Millionen.Es war eine geile Zeit ! The Time are changing .Schade !

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tailspin 13.01.2018, 20:27
2. Ja gibt's das?

Diese Geschichte ist um Lichtjahre mehr, als ich mir in den 50 Jahren ertraeumen konnte. Damals war fuer mich der Gipfel des Wohlstandes, wenn jemand an die Adria fuhr, um Urlaub zu machen. Der Beweis, das geschafft zu haben, war regelmaessig der G - Aufkleber mit dem Alpenmotiv, der dokumentierte, dass man mit dem Kaefer den Grossglocknerpass geschafft hatte. Auch heute noch ein Luxus, der inklusive zweier Aufkleber 30 Euro wert ist, und den ich mir letztes Jahr zum ersten Mal gegoennt habe.

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wwwradtouren4ude 13.01.2018, 23:15
3. Berichte aus der "vor-Internet-Reisezeit"

Ich mag solche Reiseberichte, die noch vor der Tourismusexpansion stattgefunden haben. Erinnert mich sehr an das Buch von Heinz Helfgen "Ich radle um die Welt". Die Nation lauschte damals seinen Berichten im Radio und las seine Reportagen. Mittlerweile unterscheiden sich die Reiseberichte in "vor dem Internet" und "seit dem Internet". Auf meiner Weltreise hatte ich noch 10.000 Dollar in Travellercheques mit - einen Stapel Scheine. Heute zieht man überall auf der Welt Geld aus dem Automaten. Ist natürlich wesentlich einfacher und sicherer. Aber stundenlang in Indien auf einen Geldwechsel zu warten, war schon authentischer.

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resiro 14.01.2018, 08:32
4. Früher waren viele Routen noch befahrbar...

Anfang der 70er Jahre gabe ich mich in einen alten Opel Kapitän gesetzt und bin losgefahren...
Über den Autoput in Jugoslavien - eine sehr schön ausgebaute Straße - , durch unbefestigtes Gebiet im wilden Kurdistan (Türkei), durch Persien, wo mir an einem Tag 5 Reifen kaputt gegangen sind (dafür gab es an jedem Ortseingang einen Reifenflicker - honi soit qui mal y pense).
Weiter mit einem holländischen Bulli nach Afghanistan, wo wir gleich nach der Grenze im Gemeindehaus mit der Wasserpfeife begrüßt wurden,dann mit dem Bus von Kandahar über Quetta nach Karachi, wobei der Zöllner zuerst ein Bakschisch haben wollte, um dann mit mir einen Joint zu rauchen...
Von Karachi mit dem Schiff nach Bombay und schließlich mit der Bahn 3. Klasse nach Madras. Die ersten 6 Std. gestanden, danach auf einer Bankecke gesessen und schließlich im Gepäcknetz direkt unter den Ventilatoren gelandet - himmlisch!

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Andre V 14.01.2018, 09:21
5.

Eine tolle Frau. Warum die Autorin des Buches und die Autorin dieses Artikels Frau Baus Mut und Durchhaltewillen jetzt abwerten müssen, in dem Sie kritisieren, dass 1956 (!) keine Kritik am Schah geäußert wurde, um sie dann auch noch posthum in die Naziecke zu stellen, kann ich nicht verstehen. Ich werde mir das Buch trotzdem zulegen und hoffen, dass in 30 Jahren Rezensionen nicht mit dem Absatz "Wie hielt es der Büchermachende eigentlich mit Donald Trump?" enden werden.

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rennflosse 17.01.2018, 10:39
6. Im Verhältnis

Die PC-Anmerkungen hätte man sich sparen können. Im Jahre 1956 mag Kritik am Schah von Persien noch nicht e vogue gewesen sein. Im Verhältnis zur mittlerweile einige Jahrzehnte andauernden Mullah-Diktatur würde er bei differenzierter Betrachtung vielleicht gar nicht so schlecht abschneiden. Unter seiner Herrschaft war das Land auf dem Weg in die Moderne, heute verharrt es im Mittelalter.

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