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Pünklichkeitsversuch der Bahn: Lokführer sollen möglichst schnell fahren
DPA

Die Bahn will pünktlicher werden - doch zuletzt waren viele Fernverkehrszüge verspätet. Nun hat der Konzern seine Lokführer angewiesen, so schnell wie möglich zu fahren. Auch wenn das zu Lasten der Umwelt geht.

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the_rover 11.10.2017, 10:54
1. Wir werden veralbert!

"Pünktlich ist ein Zug für die Bahn dann, wenn er höchstens sechs Minuten verspätet an einem Bahnhof ankommt."
Dann sollte die Bahn einfach ihre Definition anpassen, und schon sind alle Züge pünktlich.
Objektiv ist auch ein Zug unpünktlich, der nur eine oder zwei Minuten verpätet einrollt. Und nur das kan der Maßstab sein!

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t_mcmillan 11.10.2017, 10:59
2. Zweifelhafter Ansatz

Vielleicht sollte die Bahn, zusätzlich zu einer verbesserten Instandhaltung des Netzes und des Wagenmaterials, im Fahrplan ein paar Minuten mehr einplanen. Also den Fahrplan an die realen Fahrzeiten anpassen, statt den umgekehrten Weg zu versuchen. Wäre aussichtsreicher und für alle Beteiligten, einschließlich der Lokführer und der Umwelt, weniger stressig.

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grandpalais 11.10.2017, 11:11
3. Nun ist aber mal gut.

Jeder, der Bahn fährt, entlastet damit schon die Umwelt. Ein pünktlicher Zugverkehr ist m.E. sinnvoller als ein paar Kilo eingespartes CO2. Denn dieses eingesparte CO2 wird bei unpünktlichen Zügen dann ja sicher wieder dadurch wettgemacht, dass die Fahrgäste zum Aufholen der Verspätung auf andere Verkehrsmittel oder Taxis umsteigen. SPON, bitte nicht immer etwas zum Meckern suchen.

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till_wollheim 11.10.2017, 11:20
4. Pünktlichkeit kann leicht auf 100% erhöht werden!

Wenn man den Fahrplan vernünftig gestaltet, kann ganz leicht 100% Pünktlichkeit erreicht werden. Man muß einfach pro km Entfernung einen bestimmten Zuschlag zum derzeitigen Fahrplan machen und dies in neuen Fahrplänen festlegen. Also zB war der Zug von Hamburg nach München häufig 20 Minuten verspätet so erhöht man die Sollzeit einfach um 30 Minuten und schon wird der Zug in Zukunft immer pünktlich sein. (Ausnahmen sollen hier jetzt mal außer Acht bleiben, da sie nicht systemimmanent sind! Aber auch diese können dann besser bewerkstelligt werden.

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helmut.alt 11.10.2017, 11:32
5. Eine sehr vernünftige Anordnung,

zum Vorteil des Kunden und der Bahn. Pünktlichkeit bestimmt den Ruf eines Verkehrsmittels und der war bei der Bahn nicht immer gut. Da die Fernzüge elektrisch betrieben werden fällt das CO2-Argument flach, insbesondere wenn bald nur noch regenerativer Strom (Wind, Photovoltaik) eingesetzt wird.

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Wellenreiterin 11.10.2017, 11:32
6. Dennoch positive Umweltbilanz

Die deutschen Bahnstrecken sind eng vernetzt. Eine Verspätung eines hochrangigen Zuges (wie eines ICE) führt zu Folgeverspätungen bei vielen anderen Zügen, was sich dann schnell durch das ganze Netz hindurch aufschaukelt. So werden vermehrt Menschen dazu gebracht, mit ihrem Auto zu fahren oder gleich zu fliegen.
Wenn diese Pünktlichkeitsoffensive erst das deutsche Bahnnetz und dann die reisenden beruhigt und zu einer vermehrten Zugnutzung führt, dann resultiert daraus schnell eine positive Gesamtbilanz für die Umwelt.

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Trollpatsch 11.10.2017, 11:33
7. Auch wenn sie vor der geplanten Ankunftszeit ihr Ziel erreichen?

An Zwischenziele fahren diese Züge demnach auch vor den fahrplanmäßigen Zeiten AB? D.h. exakt pünktliche Fahrgäste sehen Züge dann massenweise nur noch von hinten? Das geht sowas von in die Hose. Oder ist missverständlich formuliert. Die bisherige Regelung (Ausrollenlassen und zielgenaue statt höchstmöglicher Geschwindigkeit) klingt sehr vernünftig und wohlüberlegt. Der geschilderte Plan hingegen nach dem Marketing-Gag eines zufällig in seine Position gespülten Profilierungs-Neulings

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DLH711 11.10.2017, 11:37
8. 4500 Führungskräfte!

Wen oder was führen die eigentlich?
Zunächst sollte man es so machen wie ich es 1996 in Jekaterinburg erlebt hatte. Der Fernzug aus Irkutsk, der nun schon einige Tage unterwegs war, traf auf die Minute ein. Trick: es war genügend Puffer im Plan vorgesehen.
Das Chaos bei der Bahn begann mit dem Ausspruch vom damaligen smarten Chef Passage, Hemjö Klein der forderte, halb so schnell wie das Flugzeug, doppelt so schnell wie das Auto. Knackiger Marketingspruch...

Erorderliche Maßnahmen für die Zukunft. Alle baumbestandenen Trassen mit Bäumen auf West-, Nordwes-t und Nordseite sind bis 30m Abstand zu fällen und durch Buschwerk zu ersetzen. Was in der Damplokzeit die Brandschneisen waren müssen heute die Oberleitungsschneisen werden.

Puffer im Fahrplan erhält man dadurch, dass man die Ausstiegszeiten von 2 auf 5 Minuten erhöht.
Der Kunde möchte PÜNKTLICH ankommen. Da würde ihn eine Fahrtzeitverlängerung Hamburg-Chur um 40 Minuten sicher weniger stören.
Pofalla übernehmen Sie!

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tomwessel85 11.10.2017, 11:37
9.

Die Bahn ist sowieso nicht besonders umweltfreundlich, die werben zwar mit Ökostrom fahren aber nur weil Kohlekraftwerke in Deutschland rund um die Uhr verlässlich die Stromversorgung aufrecht erhalten.
Hat die FAZ nicht vor Jahren einmal ausgerechnet, dass die DB pro Fahrgast und 100km 8l Superbenzin Äquivalent verbraucht?

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