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Segelflug-Blog: Ich habe ein mentales Problem
Wolfgang Sutter

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poeticjustice 29.05.2017, 11:29
1.

Ein gut geschriebener Bericht, der sich flüssig las und Interesse für einen weiteren Teil macht. Und die Entscheidung am Ende war nachvollziehbar.

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maxi123456765432345 29.05.2017, 11:31
2.

Seien Sie beruhigt, Sie sind nicht zu alt, sondern nur gerade einer Lebensphase, in der es nicht so passt. Nicht untypisch in den 40ern. In den 50ern wird's dann wieder besser...

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Olaf 29.05.2017, 11:37
3.

Als Familienvater muss man mehr planen, man ist nicht mehr so spontan, weil man eben nicht nur für sich verantwortlich ist. Das heißt aber nicht, dass man deshalb sein Hobby aufgeben muss.

Es erfordert nur mehr Vorlauf für eine entsprechende Planung, aber man wird auch reifer dadurch, dass man lernt sich selber zurück zu stellen.

Es ergeben sich aber auch neue Möglichkeiten, Zeit mit den Kindern zu verbringen, in dem man sie mit nimmt und an das Hobby heranführt. Denn Segelflugrekorde aufstellen kann man immer noch, die Zeit mit den eigenen Kindern ist aber unwiederbringlich und wird schneller als man denkt vorbei sein.

Aber das sind dann die gemeinsamen Erinnerungen, die Kind und Vater ein Leben lang bleiben. Ein misslungener Ausflug ist dagegen bald vergessen.

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tb59427 29.05.2017, 11:46
4.

Michail,

Du bist nicht zu alt. Diesen Kampf im Kopf kämpfen viele (vielleicht sogar alle) immer mal wieder. Total normal. Laß Dich davon nicht kirre machen. Erfolgreich überlandfliegen ist - ähnlich wie beim Golf - primär ein Kampf mit Dir selber und Deiner Einstellung. Ein guter Bart und plötzlich erscheint alles möglich - ein schlechter Bart und Du möchtest am liebsten landen. Weitermachen - das wird!

Gruß von
Torsten (der diesen Kampf auch schon 100x gekämpft hat)

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valmel 29.05.2017, 11:48
5.

Mit Alter hat das wenig zu tun, eher mit dem Nachwuchs. Man muss sich halt zwischen persönlicher Freiheit und Kindern entscheiden.
Alternativ hätte man vorher schon üben können und nicht erst auf den letzten Drücker, dann hätte man das Wochenende genießen können. ;)

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sikasuu 29.05.2017, 11:57
6.

Du bist nicht "zu alt", eher zu Jung, besser in einer Zwischenphase.
.
Mit 20 gehts du ohne Sorgen da ran, unbekümmert, wird schon klappen! Wenn du "in Rente bist" auch, dann aber mit Erfahrung, das geht bestimmt, Chancen ca. XY%!
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Das dazwischen, Job, Familie usw. ist wie ein "unsichtbares" Gummiseil, zieht dich ohne das du es merkst, wieder "runter" im Wortsinn!
.
Musste durch, ist die Zeit der "Motorsegler", der Kisten mit Klappmotor hinterm Sitz/vorne in der Nase. So lange es geht ohne, aber dann mit dem "Quirl" zur Basis zurück :-)
.
Gruss Sikasuu

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moerre 29.05.2017, 12:00
7.

Ich bin Motorflieger (mit einer Flugstunde im Segelflugzeug), und kann das gut nachvollziehen. Ich will gar keine Strecke fliegen, ich will nicht von A nach B (was soll ich da?)! Ich will von A nach A und nicht mehr als 1-2 Stunden oben verbringen - und die sollen kein (für mich) langweiliger Streckenflug sein. Ich habe immer mehr auf Kunstflug umgesattelt, da reicht eine Stunde locker aus, oft weniger. Beim Streckenflug sitze ich einfach nur da. Bei Gebirgsflügen kann das alles sehr spannend und herausfordernd sein, aber über flachem Land... heutzutage ist ja nicht einmal die Navigation eine echte Herausforderung, außer man schaltet das GPS aus, was ich aber als albern empfinden würde (wenn es das schon gibt, dann ist das halt so, ist doch schön).

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docmarten 29.05.2017, 12:03
8.

Lieber Michail,

ich kann diesen Zwiespalt gut nachvollziehen. In diesem Fall wäre es vielleicht eine Idee, deinen Schein auf Motorsegler zu erweitern - somit hast du zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen. Du hast immer die Möglichkeit, dort hin zu fliegen, wohin DU gerne möchtest. Und danach ist das Heimkommen auch kein Problem. Alternativ dazu wäre natürlich noch ein Segler mit Auftriebshilfe eine Idee...

Nichtsdestotrotz: Du hast eines der schönsten Hobbys der Welt - genieß jede Sekunde!

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flugbert 29.05.2017, 12:06
9.

Fliegen ist ein Erkenntnissport!
Ich bin Gleitschirmflieger, erster Schnupperflug mit einem ehemaligen Schulkameraden 1991 der nach seiner Falschirmjägerausbildung damit angefangen hatte.
Meinen Lizenz zum Freien fliegen habe ich dann 2012 - 2013 gemacht. Ich hatte damals endlich mal keine Beziehung, etwas mehr Geld als damals als Schüler / Student.
2015 hab ich dann meine Streckenfluglizenz gemacht.
Ich lebe im Flachland, habe wieder ein Beziehung. Meine Freundin muss mich aber manchmal regelrecht zum Fliegen überreden, da ich oft das Gefühl habe es passt gerade nicht, zu viel zu tun ...
Dennoch hab ich es inzwischen auf die ein oder andere kleine Strecke gebracht. Bin auf La Palma über die Vulkane und am Meer geflogen. Hab dort nach einigen verpeilten Landungen meine Sicherheit beim Landen wieder gefunden.
Im Flachland hab ich als Alpenfliegern, nach fünf Jahren immer noch nicht Fuß gefasst. Andere fliegen hier Strecken von 400 km an der Tüte. Schrubben Stunden an Airtime ohne Ende.
Ich hab mir jetzt im Frühjahr endlich ein Paar Startplätze ansehen können, wo der Landplatz keine von Dornenumrankte Buckelpiste ist, wo man zum Aufziehen des Schirms oben auch mal etwas Platz hat und man kontrolliert auch noch bei 20er Wind starten kann ohne irgenwo in die Reben hinter dem Start geblasen zu werden.
Wenn die Vogelschutzzeit vorbei ist hab ich tatsächlich für jede Windrichtung ein sogar schulungstaugliches Gelände zur Verfügung - mal sehen wie oft es klappt.
Ich bin bald 45 und ich gönne mir die Zeit, niemand drängt mich zu irgendwas, vielleicht lernt meine Lebenspartnerin auch noch fliegen, ansonsten gucke ich aus dem Bürofenster in den blauen Himmel, beobachte was die Wolken so treiben, sehe dem Rabenschwarm beim Soaring an der nächsten Hochhauskante zu, bekomme von den Fliegerkollegen per WhatsApp immer nette Bilder zugeschickt (wieso haben die eigentlich immer Frei?) und warte auf Wind.
Ich bin sicher irgendwann kommt wieder so ein Tag mit einem kreisrunden Dauergrinsen im Gesicht.

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