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SNCF: Französische Bahn entwickelt autonome Züge
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Ab 2023 sollen in Frankreich selbstfahrende Züge auf den Gleisen unterwegs sind - zunächst zum Test. Die französische Bahnbetreiber SNCF will mit der Industrie solche Prototypen entwickeln.

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darthmax 12.09.2018, 21:30
10. Alter Hut

Die Hamburger Hochbahn bräuchte schon seid mehr als 20 Jahren keinen Fahrer...aber würden sie in einen Zug ohne einsteigen ? Darum sitzt nun doch ein Fahrer im Zug.

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Robert_Rostock 13.09.2018, 09:53
11.

Zitat von specialsymbol
Meint er das wirklich ernst? "Die Pünktlichkeit steigt, weil dann alle Züge mit der gleichen Geschwindigkeit verkehren". Ernsthaft? Fahren dann die Züge genauso schnell wie die S-Bahn, die gerade im Bahnhof stehen bleiben muß? Oder hat die Bahn aktuell das Problem, dass der eine Zugführer gerne 300 fahren möchte, der andere aber heute keine Lust auf irgendwas jenseits der 120 hat? Dass einige Zuführer andere riskant überholen, weil sie raushängen lassen wollen dass sie noch den alten ICE fahren, der noch mehr als 200 schafft? Ich fürchte, der meint das wirklich was er sagt. Vermutlich ist er wie die meisten Manager noch nie Bahn gefahren, alles unter Flugzeug entspricht ja nicht dem Status.
Ich stimme Ihnen vollkommen zu.
Es ist immer wieder haarsträubend, wie gerade beim Thema Bahn im Brustton der Überzeugung absoluter Schwachsinn geäußert, die totale Ahnungslosigkeit offenbart wird.

Es ist ja nicht nur der Punkt mit den angeblich gleichen Geschwindigkeiten. Ebenso "schön" ist das hier:

"Für TGV-Hochgeschwindigkeitszüge plant die SNCF zunächst nur, Beschleunigungs- und Bremsvorgänge zu automatisieren. Der Lokführer bliebe dabei aber etwa für das Erkennen von Hindernissen zuständig."

Aber klar doch. Bei 320 km/h (Betriebsgeschwindigkeit vieler TGV-Strecken) kann natürlich der Lokführer bei erkannten Hindernissen bequem noch anhalten.

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Robert_Rostock 13.09.2018, 09:59
12.

Zitat von darthmax
Die Hamburger Hochbahn bräuchte schon seid mehr als 20 Jahren keinen Fahrer...aber würden sie in einen Zug ohne einsteigen ? Darum sitzt nun doch ein Fahrer im Zug.
Bin gerade letzte Woche mit so einem Zug ohne Lokführer gefahren. Bei der Kopenhagener Metro.
Gibts schon bei etlichen U-Bahnen und ähnlichen Bahnen. Z.B. in Paris, Lausanne, London (DLR), wie erwähnt in Kopenhagen oder Singapur.
Und sogar in Deutschland, genauer gesagt in Nürnberg.

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Sibylle1969 13.09.2018, 10:23
13. @7 specialsymbol

In Frankreich haben die TGV eigene Gleise und teilen sich diese nicht mit Regional- oder Güterzügen. In D ist das nicht der Fall, hier nutzen Fern-, Regional- und Güterverkehr dieselben Gleise, was einer der Gründe für Pünktlichkeitsprobleme ist. Wenn der Fernverkehr komplett getrennt ist, ist die Pünktlichkeit auf jeden Fall schon mal höher, auch ohne Automatisierung. Züge eignen sich aber von allen Verkehrsmitteln am besten für Automatisierung, weil sie ein abgeschlossenes System ohne Kreuzungen mit anderen Fahrzeugen nutzen.

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Robert_Rostock 13.09.2018, 11:05
14.

Zitat von Sibylle1969
In Frankreich haben die TGV eigene Gleise und teilen sich diese nicht mit Regional- oder Güterzügen. In D ist das nicht der Fall, hier nutzen Fern-, Regional- und Güterverkehr dieselben Gleise, was einer der Gründe für Pünktlichkeitsprobleme ist. ...
So absolut stimmt das nicht.
Es stimmt, dass es in Frankreich deutlich längere und mehr Hochgeschwindigkeitsstrecken gibt als in Deutschland.
Aber auch in Frankreich fahren TGV auf Strecken, die sie sich mit anderen Zügen teilen. Die Strecke nach Bordeaux wurde erst im letzten Jahr eröffnet, bis dahin fuhren die TGV dorthin über mehrere hundert Kilometer auf normalen Strecken. Und die TGV von Bordeaux weiter in Richtung Irun/Spanien oder Toulouse tun das heute noch.
Abgesehen davon gibt es neben dem TGV noch andere Fernverkehrszüge.
Und auch in Deutschland fährt der ICE, wenn auch auf kürzeren Abschnitten, auf eigenen Strecken.

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murrle01 13.09.2018, 11:46
15. Nur teileise richtig...

Zitat von radnabe
Die Kapazität ergibt sich aus der Art der Zugsicherung. Diese bestimmt den Abstand. Schon seit fünfzig Jahren bestimmen Signale uns Induktionsschleifen das Tempo, der Lokführer hat wenig Einfluss. Bei Hochgeschwindigkeit schaut er nur zu, denn da wird seit dreißig Jahren autonom gefahren.
Einmal gibt es HG Strecken, auf bei denen auch Streckenabschnitte vorhanden sind, die nicht mit der Leittechnik ausgerüstet sind, weil dort nicht schneller als 160 KmH gefahren wird. Außerdem wird selbst auf LZB Strecken teilweise vom Tf manuell gefahren, weil die Automatik nicht wirtschaftlich fährt, und nicht in der Lage ist passend genau an Bahnsteigen und vor Signalen zu halten. Das wird immer noch vom TF übernommen. Die immer wieder auftretenden Störungen oder Störungsmeldungen müssen vom Tf abgearbeitet, gemeldet, behoben oder überbrückt werden, während der Fahrt. Dazu ist eine "Fernsteuerung" nicht in der Lage.
RB Lokbi Z. i.R. (langjähriger ICE Lokführer)

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Loki232 10.10.2018, 09:36
16. Autonome Züge, ganz dolle Sache...

Machbar ist die Bahn ohne Lokführer zweifellos. Wenn schon Autos autonom fahren können, warum nicht Züge, deren Weg ohnehin durch Schienen festgelegt ist? Nur: Wem nützt es? Den Fahrgästen sicher nicht. Die haben schon jetzt alle Freiheiten, die Autofahrer vielleicht einmal erhalten: essen, arbeiten, schlafen, telefonieren.

Dem gegenüber stehen aber gewaltige Kosten welche in das Netz, Sicherungstechnik und Fahrzeuge gesteckt werden müssen und um was für den Fahrgast zu verbessern, Nichts.

Aber genau diese und die Güterverkehrsunternehmen als Kunden werden die ganze Sache bezahlen dürfen. Mit den eingesparten Personalkosten wird die Sache niemals zu stemmen sein.

Die Unternehmen wollen Geld verdienen und die Praxis zeigt das die vom Gesetzgeber geforderten Sicherheitsvorschriften eher leidlich und als notwendiges Übel gesehen und erfüllt werden aber die Infrastruktur und das rollende Material werden bis zur Selbstzerbröselung kaputtgefahren.

Aus betrieblichen Gründen ist einzig der Aspekt zutreffend das man mit Führerlosen Zügen besser auf schwankende Fahrgastzahlen reagieren kann. Das sich die EVU keine Fahrzeuge als totes Kapital auf Abstellgleise stellen und auf erhöhtes Fahrgastaufkommen warten sieht man schon heute.

Als allererstes sollte sich die Politik aus dem Thema Eisenbahn heraushalten und nicht das z.B. wie bisher jeder kleine Landesfürst meinen muss, ein durch ihn geschaffenen ICE Bf + Halt, sich als Denkmal setzen zu müssen.

Die Deutsche Bahn als Konzern muss zerschlagen werden, also eine Trennung von Netz und Betrieb. Die gesamte Infrastruktur ist vom Staat zu betreiben.

Die einzelnen EVU kaufen gleichberechtigt beim Netz die Trassen ein um ihre Transporte durchzuführen.

Über die Trassenerlöse (oder es wird ein Finanzierungsmodell analog zur Instandhaltung/ Neubau der Infrastruktur Straße geschaffen) wird die Instandhaltung sowie notwendige!!! Neubaumaßnahmen bestritten und falls diese Mittel nicht reichen durch den Staat aufgefüllt.

Das größte Problem der deutschen Bahnen ist das es de facto keinen Wettbewerb gibt, da die selben Strecken selten von mehreren Anbietern bedient werden sondern immer ganze Teilnetze auf Laufzeit X vergeben werden.

Bei Ausschreibungen mag der Wettbewerbsgedanke vielleicht noch die Angebotsabgabe bestimmen im laufenden Betrieb ist er hingegen durch die genannte Betriebsvergabe nicht mehr vorhanden. Die beauftragten Unternehmen fangen sofort an die Kosten zu drücken, da aber bei Fahrzeugen, Trassen- u. Energiepreisen nichts zu holen ist bleiben in der Regel nur die Personalkosten übrig.

Dann wäre da noch das Thema GDL, Angebot und Nachfrage, das wird zwischen DB/ Privatbahnen und Gewerkschaften nun mal so gehandhabt. Die Lokführer sind keine Beamten mehr, die Bürger haben die Bahnreform 1994 gewollt und die Politik hat geliefert.

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Loki232 10.10.2018, 09:38
17.

Die Probleme kommen aber auch ohne diesen Konflikt, da die deutschen Bahnen in der Vergangeheit immer nur von der Hand in den Mund und mit dem Motto "Et hät noch immer jot jejange!" gelebt haben eine Nachwuchsausbildung ist ein Fremdwort und wurde nicht als notwendig erachtet.

In den nächsten Jahren gehen immer mehr Lokführer in Rente und die Lücken werden größer, einige EVU beginnen bereits Arbeitsmarktprämien zu zahlen damit die Leute im Unternehmen bleiben und nicht abwandern.

MfG Loki232

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Loki232 10.10.2018, 14:28
18. Hi murrle01...

du bist ja schon etwas länger im wohlverdienten Ruhestand, ich reiße meine 11 Jahre auch noch locker runter und wir beide werden definitiv keine selbstfahrenden Züge in Deutschland mehr erleben. Das was Robert als Züge preist (Nürnberger U-Bahn etc.) ist für mich nur eingemauertes Spielzeug, ähnlich ist es mit dem Flughafenshuttle vom JFK in New York. Sei es drum, für technisch unmöglich halte ich das autonome Fahren keineswegs. Die Finanzierbarkeit und der anschließende Nutzen und Mehrwert ist der ausschlagebende Punkt und mehr als fraglich zumindest auf das vorhandene Bestandsnetz gesehen. Setzt man dagegen diese Option in einem separaten völlig neugebauten Hochgeschwindigkeitsnetz mit dem heutigen Stand der Technik um sind die Möglichkeiten fast Grenzenlos, aber auf dem europäischen Bestandsnetz sehe ich da leider völlig Schwarz. Lieber Robert die Bemerkung an dich sollte keine Stichelei sein aber aus Sicht eines Lokführers im aktiven Dienst und ich nehme an auch die eines pensionierten Kollegen ist das auf deutschen und europäischen Schienen ein Produkt für einige Nischen oder Prestigeobjekte mehr aber auch nicht.
Liebe Grüße an euch 2

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Robert_Rostock 10.10.2018, 15:32
19.

Zitat von Loki232
du bist ja schon etwas länger im wohlverdienten Ruhestand, ich reiße meine 11 Jahre auch noch locker runter und wir beide werden definitiv keine selbstfahrenden Züge in Deutschland mehr erleben. Das was Robert als Züge preist (Nürnberger U-Bahn etc.) ist für mich nur eingemauertes Spielzeug, ähnlich ist es mit dem Flughafenshuttle vom JFK in New York. Sei es drum, für technisch unmöglich halte ich das autonome Fahren keineswegs. Die Finanzierbarkeit und der anschließende Nutzen und Mehrwert ist der ausschlagebende Punkt und mehr als fraglich zumindest auf das vorhandene Bestandsnetz gesehen. Setzt man dagegen diese Option in einem separaten völlig neugebauten Hochgeschwindigkeitsnetz mit dem heutigen Stand der Technik um sind die Möglichkeiten fast Grenzenlos, aber auf dem europäischen Bestandsnetz sehe ich da leider völlig Schwarz. Lieber Robert die Bemerkung an dich sollte keine Stichelei sein aber aus Sicht eines Lokführers im aktiven Dienst und ich nehme an auch die eines pensionierten Kollegen ist das auf deutschen und europäischen Schienen ein Produkt für einige Nischen oder Prestigeobjekte mehr aber auch nicht. Liebe Grüße an euch 2
Viele Grüße zurück.
Mein Beitrag war eine Antwort auf einen Vorredner, der a) sich ausdrücklich auf die Hamburger Hochbahn, also eine U-Bahn bzw. eingemauertes Spielzeug bezog und b) behauptete, dass niemals ein Fahrgast in einen führerlosen Zug einsteigen würde.
An eine baldige flächendeckende Einführung autonomer Züge glaube ich auch nicht, aber auf bestimmten Teilgebieten, z.B. bei S-Bahnen oder Schnellfahrstrecken werden sie kommen.

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