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Sommerhäuser in Dänemark: Mieten erwünscht, kaufen verboten
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Sie träumen von einem eigenen Feriendomizil in Dänemark? Daraus wird wohl nichts, denn Ausländer dürfen in dem skandinavischen Land keine Sommerhäuser kaufen. Nicht mal allen Dänen gefällt das Verbot.

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Europa! 23.08.2016, 11:31
1. Töricht

Den dänischen Immobilienmarkt für Deutsche und andere Europäer zu sperren, ist anti-europäisch und töricht. Mein dänischer Schwager hat ein ganzes Jahr gebraucht, um seinen sehr schönen Bauernhof in der Nähe von Kopenhagen zu verkaufen, den er aus Altersgründen nicht länger halten konnte. Seine ganze Existenz stand monatelang auf dem Spiel, und er musste sich mit einem viel zu geringen Kaufpreis begnügen. Die Niederlassungsfreiheit sollte auch das Recht zum Immobilienerwerb für alle Europäer garantieren. Das ist der Sinn des gemeinsamen Markts.

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Jim Power 23.08.2016, 11:54
2.

Zitat von Europa!
Den dänischen Immobilienmarkt für Deutsche und andere Europäer zu sperren, ist anti-europäisch und töricht. Mein dänischer Schwager hat ein ganzes Jahr gebraucht, um seinen sehr schönen Bauernhof in der Nähe von Kopenhagen zu verkaufen, den er aus Altersgründen nicht länger halten konnte. Seine ganze Existenz stand monatelang auf dem Spiel, und er musste sich mit einem viel zu geringen Kaufpreis begnügen. Die Niederlassungsfreiheit sollte auch das Recht zum Immobilienerwerb für alle Europäer garantieren. Das ist der Sinn des gemeinsamen Markts.
Dänemark ist kein Vollmitglied der EU (kein Euro, keine EU-Justiz, keine Beteiligung an EU-Militärangelegenheiten, etc.).

Ich finde es gut, dass Dänemark so clever ist, den heimischen Immobilienmarkt vor ausländischem Kapital zu schützen. Ansonsten würden die Preise (ähnlich wie in DE) explodieren und nur ein sehr elitäer Kreis von Dänen könnte sich zukünftig noch Woheigentum leisten.

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SchwedenSkydiver 23.08.2016, 11:56
3. Sylt...

Ich bin zwiegespalten. Gerade ein Land wie Dänemark profitiert enorm von der EU und sollte sich hier mehr einbringen. Wenn man aber mal auf Sylt war und die derzeitigen Entwicklungen dort sieht, dann läuft es eiskalt den Rücken runter. Nur noch auswärtige Eigentümer, Einheimische gibt es so gut wie gar nicht mehr. Schulen und Infrastruktur leiden unter Beteiligung, etc. Wenn die Saison vorbei ist, herrscht dort Leere.....Fakt ist doch, dass eine gewisse Nähe auch eine gewisses "Kümmern" um Ort und Gesellschaft erwirken. Vielleicht machen die Dänen hier auch einige Dinge richtig.

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Benjowi 23.08.2016, 12:01
4. Schnäppchen-Union.

Mit europäischen Ideen und Idealen hat das alles nicht viel zu tun, sondern eher mit nationaler Schnäppchenmentalität. Auf die Art-und das ist nur ein Beispiel-wird die EU immer weiter erodieren und immer mehr zum Spielball der wirklich Großen verkommen. Es ist ja im Übrigen durchaus so, dass die Einheimischen dort selbst Nachteile erleiden. Man könnte sich ja den Genehmigungsvorbehalt durchaus sichern, um bei Übertreibungen die Notbremse ziehen zu können, aber total alles zu verhindern führt eher zu de, was eingangs gesagt wurde.

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megafly 23.08.2016, 12:02
5. Ja, das ist Doppelmoral,

vor allem weil viele junge Dänen in Berlin "Zweitwohnungen" kaufen, die sie dann über AirBnB vermieten.
Das Justitsministeriet lässt sich bei der Überprüfung einer Sondergenehmigung übrigens zehn Wochen Zeit. Gute Häuser sind da natürlich schon vom Markt.
Und die Genehmigung wird eigentlich nur erteilt, wenn man dänische Verwandte hat oder schon mehr als fünf Jahre im Land gewohnt und gearbeitet hat.

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Sprotte68 23.08.2016, 12:06
6. Rosinenpicker

Das Beispiel ist ein Klassiker der verdeutlicht wohin Rosinenpickerie in Europa führt. Diese und zahlreiche andere Extrawürste haben sich die Dänen nach ihrem Nein zum Maastrichtvertrag zusichern lassen. Umgekehrt stören sie sich gar nicht im großen Stil Immobilien in Europa zu kaufen, ist ja auch praktisch. Das selbst in touristischen Hotspots Ferienhäuser nicht mehr verkauft werden können zeigt wohin die nationale Borniertheit führt, wenn man über das Land fährt erhält man den Eindruck, das gefühlt jedes zweite Ferienhaus zum verkauf steht oder einfach verfällt. Die netten Nachbarn im Norden sind, was Europa anbelangt schlicht und einfach nationale Egoisten, dass sie sich auf lange Sicht damit selbst am meisten schaden werden sie wohl erst zu spät merken....

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Butenkieler 23.08.2016, 12:08
7. Langzeitvermietung

Was hindert es die Dänen Ferienwohnungen und -häuser langfristig zu vermieten. Dann hätten sie ein langes zusätzliches Einkommen und die Mieter das Recht allein in diesem Haus zu wohnen. Denn mit einem Kauf kämen andere Kosten wie Steuern usw. auf beide Seiten zu.

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Thomas Schnitzer 23.08.2016, 12:11
8.

Zitat von Jim Power
Dänemark ist kein Vollmitglied der EU (kein Euro, keine EU-Justiz, keine Beteiligung an EU-Militärangelegenheiten, etc.). [...]
1. Es gibt keine EU-Militärangelegenheiten.
2. Der EURO-Raum hat mit der EU nur am Rand zu tun. Er ist keine Voraussetzung für eine EU-Vollmitgliedschaft
3. Dänemark unterliegt dem EuGH wie alle anderen Mitgliedsstaaten auch, und hat bereits einen Vorsitzenden des Gerichts gestellt.

Darüber hinaus ist DK Mitglied der NATO, und des Schengen-Raums, und natürlich als Vollmitglied der EU zu betrachten.

Anders gesagt, ihre Aussage ist auf ganzer Linie falsch.

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Lampenluft 23.08.2016, 12:18
9. Vernünftig, auch wenn es Kollateralschäden verursacht

Betrachtet man die Ufer des Mittelmeeres, so gibt es gute Gründe die skandinavischen Ufer vor Kapitalinteressen zu schützen.

Selbstverständlich ist es nachvollziehbar, dass die Verkäufer auf höhere Erlöse hoffen. Aber wenn man sieht, wie mit den finnischen Böden umgegangen wurde, nachdem russische Käufer "shoppen" waren und plötzlich auch die Ufer des Inarisees bebaut werden sollten, dann ist der Schutz der Ufer nur zu verständlich.

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