Forum: Reise
Sturmbilanz der Bahn: Millionen Reisende waren von Herbststürmen betroffen
DPA

Tausende Zugausfälle, tagelange Reparaturen: Die Stürme "Xavier" und "Herwart" brachten im Herbst den Bahnverkehr im Norden zum Erliegen. Zahlen der Bundesregierung zeigen nun erstmals das ganze Ausmaß.

Bob Hund 01.12.2017, 14:39
1.

Zitat von giostamm11
Man stelke sich Rom Mailand vor, blockiert für Tage oder Bern Zürich. DAS gibt es nicht. Nirgends.
Ich bin im Sommer auf einer Konferenz in Italien gewesen. Bin mit dem Bus von Bologna aus gefahren.
Andere Teilnehmer, die den Zug genommen hatten, klagten über verspätete, überfüllte Züge mit ausgefallenen Klimaanlagen.
Bei einem Ausflug, den ich dann mit dem Zug gemacht hab, waren auch alle Züge verspätet. 15min und mehr. Die Bahnsteige waren voll mit Leuten, die auf ihre verspäteten Züge warteten.

Nur weil die Medien hierzulande nicht über ausgefallene Klimaanlagen im TGV (http://www.leparisien.fr/transports/sncf-la-clim-en-panne-dans-le-paris-marseille-1000-passagers-mis-a-l-ombre-05-07-2017-7113231.php),
steckengebliebene Züge in Schweden (http://www.maxgustafson.se/arbete/insnoad-jarnvag/), oder eingefrohrene Weichen in der Schweiz (https://www.watson.ch/Schweiz/Blaulicht/154091821-Schnee-Probleme--SBB-Störung-in-Lenzburg-++-A1-mehrere-Stunden-gesperrt-) berichtet, heißt das ja nicht, daß es nicht vorkommt.

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lachina 01.12.2017, 14:54
2.

Es ist an der Zeit, dass sich die DB ein Konzept für den Klimawandel zurechtlegt. Xavier und Herwart waren keine Ausnahmen, Unwetter, Stürme, Überschwemmungen etc. werden zunehmen. Macht die Bahn zukunftssicher, damit ihr wieder werben könnt: "Alle reden vom Wetter - wir nicht!"

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metastabil 01.12.2017, 16:17
3.

Zitat von lachina
Es ist an der Zeit, dass sich die DB ein Konzept für den Klimawandel zurechtlegt. Xavier und Herwart waren keine Ausnahmen, Unwetter, Stürme, Überschwemmungen etc. werden zunehmen. Macht die Bahn zukunftssicher, damit ihr wieder werben könnt: "Alle reden vom Wetter - wir nicht!"
Es ist auch Zeit, dass das Verkehrsministerium, welches ja gerade das Ministerium ist, in dessen Aufgabenbereich Förderung und Finanzierung des Ausbaus und Erhaltes der Schieneninfrastruktur fällt, nicht mehr nur Änderungsbedarfe sieht, sondern auch mal ordentlich Geld darin investiert, statt in den Ausbau des Straßennetzes.

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PriseSalz 01.12.2017, 16:32
4. Alle redem vom Wetter...

Als ich (62) noch in DE lebte, war die Bahn immer zuverlässig. Egal welches Wetter, egal welcher Fahrschein (oder zur Not auch ohne), es hiess einsteigen und los. Heute: Mein Ticket gilt nur für den einen Zug, der möglicherweise gar nicht fährt. Oder später. Endlose Telephonate um Rückerstattung. Ohne Bankkonto in DE geht dann aber gar nichts. Wieso hat es die Politik zugelassen ein so gut funktionierendes System wie die DB so grundlegend und sinnlos zu ruinieren?

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Stäffelesrutscher 01.12.2017, 17:49
5.

Zitat von PriseSalz
Als ich (62) noch in DE lebte, war die Bahn immer zuverlässig. Egal welches Wetter, egal welcher Fahrschein (oder zur Not auch ohne), es hiess einsteigen und los. Heute: Mein Ticket gilt nur für den einen Zug, der möglicherweise gar nicht fährt. Oder später. Endlose Telephonate um Rückerstattung. Ohne Bankkonto in DE geht dann aber gar nichts. Wieso hat es die Politik zugelassen ein so gut funktionierendes System wie die DB so grundlegend und sinnlos zu ruinieren?
Gehen Sie mal zurück nach 1994. Ein Automobilzulieferer war Bahnchef, der heutige Cheflobbyist der Autokonzerne war Verkehrsminister. So sah es aus, als aus der Deutschen Bundesbahn (»Alle Wetter - die Bahn«) die Deutsche Bahn AG gemacht wurde. Und kurz danach kam der »Kanzler aller Autos« ...

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Flari 02.12.2017, 03:11
6.

Zitat von giostamm11
das sind dann deutsche Normalverhältnisse. Hier aber ging es um TAGELANGE SPERRUNG von Hauptstrecken. 3-8 Tage. DAS gibt es in Italien schlicht nicht. Ich finde es übrigens äusserst peinlich dass bei Kritik Deutsche immer darauf hinweisen müssen dass es andernorts doch auch so schlecht sei. Nirgends gibt es 3 Tage Vollausfall. Nur in Deutschland. Der Sturm war nicht mal sooooo stark. Es ist schlicht tiefstes Niveau
Sie haben natürlich Recht, dass die Schweizer und Italiener bedeutend besser mit Herbststürmen umgehen können, als z.B. gerade die Norddeutschen.
Nur muss man den Norddeutschen auch zugestehen, dass sich diese in der Regel anders spezialisiert haben und dadurch keinerlei Probleme haben, die Folgen von Erdbeben und Lawinenabgängen so schnell zu beheben, dass die Bevölkerung davon meist gar nichts mitbekommt.
Da könnten sich die Schweizer und Italiener mal ein paar gute Tipps abholen.

Alleine wenn man sieht, was in Schweiz und Italien schon Seilbahnen für Opfer gesorgt haben, insb. bei Sturm.
Gerade die Schweiz lässt bei einem Sturm sogar Bäume auf Tragseile stürzen, während die Bahn mit Personen in Betrieb ist, obwohl sie die höchsten Erfahrungen haben.
In der Schweiz soll aber der finanzielle Gewinn vor anderen Rechtsgütern stehen.
Da lässt man Bahnen lieber laufen, auch wenn es zu Toten kommt?

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bötzow33 02.12.2017, 11:15
7. Äpfel mit Kartoffeln verglichen...

Zitat von Flari
Sie haben natürlich Recht, dass die Schweizer und Italiener bedeutend besser mit Herbststürmen umgehen können, als z.B. gerade die Norddeutschen. Nur muss man den Norddeutschen auch zugestehen, dass sich diese in der Regel anders spezialisiert haben und dadurch keinerlei Probleme haben, die Folgen von Erdbeben und Lawinenabgängen so schnell zu beheben, dass die Bevölkerung davon meist gar nichts mitbekommt. Da könnten sich die Schweizer und Italiener mal ein paar gute Tipps abholen. Alleine wenn man sieht, was in Schweiz und Italien schon Seilbahnen für Opfer gesorgt haben, insb. bei Sturm. Gerade die Schweiz lässt bei einem Sturm sogar Bäume auf Tragseile stürzen, während die Bahn mit Personen in Betrieb ist, obwohl sie die höchsten Erfahrungen haben. In der Schweiz soll aber der finanzielle Gewinn vor anderen Rechtsgütern stehen. Da lässt man Bahnen lieber laufen, auch wenn es zu Toten kommt?
Den Betrieb von Bergseil- mit Hochgeschwindigkeitsbahnen zu vergleichen, ist abwegig und geht am Thema mehr als vorbei. Und es geht in diesem Forum vordergründig auch gar nicht um internationale Vergleiche, sondern um die Ursachenanalyse über das zunehmende komplette Systemversagen der Deutschen Bahn bereits bei mittelschweren Naturereignissen. Die bisherigen Diskussionsbeiträge geben darüber leider allzu wenig Auskunft. Frühling, Sommer, Herbst und Winter als die Erbfeinde der Deutschen Bahn passen überhaupt nicht zum erklärten Anspruch der DB, ein modernes, zukunftsorientiertes Massenverkehrsmittel sein zu wollen. Mit der bisher verfolgten Strategie werden die gesteckten Ziele unerreicht bleiben!

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