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Stuttgart: Bahn testet leuchtende Bahnsteigkante
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Weniger Verspätungen durch neue Technik: In Stuttgart testet die Bahn eine leuchtende Bahnsteigkante. Sie soll den Fahrgästen zeigen, wo sie am besten auf die S-Bahn warten.

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Alfons Emsig 26.02.2018, 12:18
1. Sorry, aber das funktioniert doch gar nicht

Die Leuchtstreifen als solche vielleicht schon, aber diese sind auf die Kooperation des Lokführers angewiesen. Wenn dieser nicht im vorgegebenen Bahnsteigbereich hält, weil er beispielsweise schlicht vergessen hat, dass sein Zug ein Kurzzug ist, welcher im hinteren Teil zu halten hat, oder es ihm einfach egal ist oder warum auch immer, dann führen diese Leuchtstreifen nur zu erhöhter Verärgerung bei den Kunden. Seit Urzeiten gibt es am Bahnsteig die Wagenreihungspläne, welche meistens auch nur näherungsweise, manchmal aber überhaupt nichts mit der tatsächlichen Halteposition des Zuges zu tun haben. Von Nutzen können leuchtenden Bahnsteigkanten allerdings an Fernbahngleisen sein, um beispielsweise rot blinkend vor Zugdurchfahrten zu warnen.

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Strangelove 26.02.2018, 12:25
2. Ach wäre es schön wenn

auch die anderen Züge der Bahn immer am selben Punkt halten oder sich zumindest halbwegs an die ausgehängte Position halten würden. Sonst angestrengt Koffer schleppende Senioren könnten ganz entspannt am richtigen Punkt auf die Einfahrt warten. In Japan ist das seit Jahrzehnten die Regel, in Deutschland will man solche Perfektion offensichtlich nicht. Ein bischen Spaß und Spannung muss sein ob überhaupt und wo dann der Zug heute hält....

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Paddel2 26.02.2018, 12:27
3. Nicht die Lösung des Problems

Eine nette Idee, die aber das Kernproblem nicht löst. Das Stuttgarter Netz ist komplett auf den Hauptbahnhof ausgerichtet. Jeder Zug, egal ob Nah- oder Fernverkehr fährt in das Nadelöhr ein. Da nicht jeder Pendler als Ziel die Stuttgarter Mitte hat, müssen viele Fahrer hier umsteigen. Dafür stehen aber nur zwei S-Bahngleise zur Verfügung, d.h. es ballen sich zu Stoßzeiten derart viele Menschen auf engem Raum, dass Zu- und Ausstiege aus stehenden Zügen verzögert werden. Dadurch werden nachfolgende Züge behindert und die Kettenreaktion tritt in Gang. Solange Stuttgart nicht endlich das Netz dezentralisiert und mehr Knotenpunkte schafft, wird das Problem nicht gelöst.

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joachimpeter 26.02.2018, 12:29
4.

Ganz nett. Wichtiger Vorschlag zur Erweiterung: Kennzeichnung der Eingänge, an denen die Stellplätze für Kinderwagen, Rollstühle und Fahrräder zu finden sind. Hier ist das Gedrängle viel größer als bei normalen Fahrgästen, da diese Türen wesentlich größere Abstände haben und ihre Benutzer entweder als Behinderte oder durch ihre zusätzlichen Fahrzeuge zusätzlich in ihrer Beweglichkeit eingeschränkt sind.

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RedEric 26.02.2018, 12:31
5. UBahn Nürnberg

eine markierte Bahnsteigkante hat die U-Bahn Nürnberg auch. man sieht wo die Türen des haltenden Zuges sind und wo man sich am besten hinstellt um die Leute erst rauszulassen. Es leuchtet nicht aber es funktioniert gut.

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tschild 26.02.2018, 12:48
6. Verkennt die Ursachen für langsames Einsteigen

Ich bin häufiger Nutzer bes bewußten Bahnsteigs (Gleis 2 in Bad Cannstatt) und meine, daß dieser Lösungsversuch am Problem vorbei geht.

Die Lichtsymbolik ist nicht intuitiv ersichtlich; sich richtig aufzustellen würde eine gewisse Denkleistung erfordern. Diese wird nicht erbracht werden, denn nach meiner Erfahrung mangelt es nicht an Information seitens der Bahn sondern an Hirn bei den Fahrgästen.

1. Auch ohne Lichtband hat man bei einfahrender Bahn reichlich Zeit, sich richtig aufzustellen. Das Problem ist, daß viele Einsteiger sich gedankenlos nicht neben, sondern vor der Tür postieren und die Aussteiger sich dann durchquetschen müssen.

2. Sowohl Aus- als auch Einsteiger konzentrieren sich nicht auf das zügige Aus-/Einsteigen als einzige Tätigkeit sondern (in den letzten Jahren besonders) Smartphone und außerdem Unterhaltungen haben eine höhere Priorität. Gesunde 20-jährige bewegen sich so agil wie sonst 90-jährige.

3. Viele Einsteiger sind sich merkwürdigerweise nicht bewußt, das nach ihnen auch noch Leute einsteigen wollen (obwohl sie gerade eben in der selben Situation gewesen sind), und bleiben erst einmal stehen.

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niska 26.02.2018, 12:51
7.

Warum braucht es das Bling-Bling? In Stuttgart hat es bei den U-Bahnen und m. W. auch S-Bahnen überall auf den Bahnsteigen die quadratische Verbreiterung der Bodenindikatoren für Sehbehinderte mit den Rillen oder Rippen, dort wo sich beim Halt dann die Türen befinden (wenns der Fahrer nicht ganz verbockt). Das sollte auch für Nichtsehbehinderte ausreichen.
Im Fernbahnverkehr von Stuttgart aus ist der etwaige verlangsamte Zustieg eh nicht das Problem. Bis die Leute mit ihrem Gepäck ausgestiegen sind, sind auch die Zusteiger mit Gepäck in Position.
Also sinnloses Gimmik.

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Thomas Kossatz 26.02.2018, 12:58
8. Hört das meckern nie auf ....

Das ist eine vernünftige Idee, an der es nichts zu meckern gibt. Es sei denn, man sei SPON-Kommentator. Die Behauptung, Züge hielten nicht in den angegebenen Bereichen ist pure Erfindung.

Tatsächlich sind im städtischen Verkehr die Kunden auch die Hauptgründe der Verspätung. Vielleicht sollte man deshalb zusätzlich noch große blinkende Anzeigen über die Türen der Züge montieren: ERST AUSSTEIGEN LASSEN. Zusätzlich könnte man ein paar Brexit-geschädigte Engländer engagieren, die dem Publikum das korrekte Schlangestehen beibringen.

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az150 26.02.2018, 12:59
9. Sieht eher aus wie eine Scheininnovation

Wenn ich das richtig verstehe, sollen die wartenden Fahrgäste sich genau da auf dem Bahnsteig platzieren, wo die Türen später aufgehen. Ob die Planer der Bahn denn auch daran gedacht haben, dass hier ja erstmal Fahrgäste aussteigen müssen, bevor neue wieder einsteigen können? Punktgenauer Stop des Zuges vorausgesetzt, steht man sich dann wohl eher erstmal gegenseitig im Weg. Zudem scheint mir diese Maßnahme reichlich überflüssig. Die S-Bahnen, die ich kenne (ich kenne allerdings nicht die in Stuttgart), haben Doppeltüren im Abstand von geschätzt 6-8 m. An den drei Schritten, die man da im Zweifelsfall noch gehen muss, um die nächste Tür zu erreichen, kann es wahrhaftig nicht liegen. Im Gegenteil: Die Ungenauigkeit beim Landemanöver in Kombination mit den kurzen Türabständen trägt wohl eher zu einer optimalen Austritts-/Zutrittsverteilung der Fahrgäste bei.

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