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Survival-Camps: Und abends lecker Weinbergschnecke
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Wie entfache ich mit einem Tampon ein Feuer? Und wie filtere ich mit Kohle Dreckwasser? In Survival-Camps kann man lernen, in der Wildnis zu überleben - und das mitten in Deutschland.

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eunegin 15.09.2017, 06:08
1. Tampon und Mischstahl-Magnesium-Stift: immer am Mann

Schade nur, dass ich selbst bei Mehrtagestouren in den Alpen weder Mischstahl-Magnesium-Stift noch Tampon dabei habe. Im Falle unerwarteter Wildnis bliebe die Küche wohl kalt. Als Teenager haben wir sowas aber auch gerne gespielt. Jetzt weckt der Artikel daher eher den jugendlichen Abenteuerinstinkt, das Kind im Manne. Soldat mit Survivalbedarf werden die meisten wohl nicht mehr und beim zweistündigen Spazierengehen in voller bunter Goretex-Montur lockt wohl Kaffee und Kuchen noch mehr als Weinbergschnecke und Regenwasser. Wenn's Freude macht.

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Papazaca 15.09.2017, 08:21
2. Leben in der realen Welt, das ist das wahre Survival

Die Flucht aus der realen Welt der Globalisierung ist nachvollziehbar. Wenn der Kampf so hart ist, mit vielen Verlierern, sind selbst die Gewinner verunsichert. Da kommen Actionfilme, Fantasy, Games, Bundesliga und auch Survivaltraining - eben alles, was ablenkt, gerade recht.

Das ändert aber nichts, denn nach selbst zubereiteten Schnecken geht das normale Leben weiter. Und das ist das wahre Survival. Survival-Training: Nur eine weitere Facette einer ratlosen Gesellschaft mit Fluchtsyndromen.

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ruhepuls 15.09.2017, 10:43
3. Eher Sättigungs-Symptom

Zitat von Papazaca
Die Flucht aus der realen Welt der Globalisierung ist nachvollziehbar. Wenn der Kampf so hart ist, mit vielen Verlierern, sind selbst die Gewinner verunsichert. Da kommen Actionfilme, Fantasy, Games, Bundesliga und auch Survivaltraining - eben alles, was ablenkt, gerade recht. Das ändert aber nichts, denn nach selbst zubereiteten Schnecken geht das normale Leben weiter. Und das ist das wahre Survival. Survival-Training: Nur eine weitere Facette einer ratlosen Gesellschaft mit Fluchtsyndromen.
Es ist wohl eher ein Symptom der Sättigung. Zum Einen braucht man immer wieder mal was Neues - und zum Zweiten muss man das Geld für die Kurse übrig haben. Ich habe selbst solche Kurse mitgemacht. Ist eben ein wenig wie Indianerspielen als Kinder - nur für Erwachsene. Vielleicht kann man das eine oder andere dann auch mal brauchen.
Wären die realen Kämpfe wirklich so hart, dann hätte man am Wochenende sicher keine Lust auf "hartes Leben in der Natur", sondern würde lieber die Beine hochlegen - am heimischen Ofen.

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ruhepuls 15.09.2017, 10:45
4. Nix dabei?

Zitat von eunegin
Schade nur, dass ich selbst bei Mehrtagestouren in den Alpen weder Mischstahl-Magnesium-Stift noch Tampon dabei habe. Im Falle unerwarteter Wildnis bliebe die Küche wohl kalt. Als Teenager haben wir sowas aber auch gerne gespielt. Jetzt weckt der Artikel daher eher den jugendlichen Abenteuerinstinkt, das Kind im Manne. Soldat mit Survivalbedarf werden die meisten wohl nicht mehr und beim zweistündigen Spazierengehen in voller bunter Goretex-Montur lockt wohl Kaffee und Kuchen noch mehr als Weinbergschnecke und Regenwasser. Wenn's Freude macht.
Naja, Feuerstahl und Tampon tragen nicht gerade viel Gewicht bei. Was spricht dagegen, so etwas einfach bei Touren dabei zu haben? Ich habe auch schon erlebt, dass bei Mehrtagestouren die nächste Hütte nicht mehr erreicht wurde. Da ist dann ein kleines Feuer gar nicht so schlecht. Vorausgesetzt, man findet Holz...

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mikropore 15.09.2017, 13:29
5. Na toll!

Und abends lecker eine vom Aussterben bedrohte Tierart verspeisen. Na toll!

Die Weinbergschnecke gehört in Deutschland zu den besonders geschützen Arten. Für die besonders geschützten Arten gelten nach § 44 BNatSchG bestimmte Zugriffsverbote. Unter anderem ist es verboten, sie der Natur zu entnehmen, zu beschädigen, zu töten oder ihre Fortpflanzungs- und Ruhestätten bzw. Standorte zu beschädigen oder zu zerstören.

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rwweide 15.09.2017, 16:18
6. Na ja

... für ein Survival in Deutschland reicht es ja vielleicht, aber wehe wenn man mal mit einem Flugzeug in einem fremden Land abstürzt und überlebt, wo man die dortigen Schnecken, Tiere, Pflanzen usw. welche essbar oder giftig sind, nicht kennt. In Wirklichkeit hat das nichts mit echtem "Survival" zu tun, wo viel mehr verlangt wird von einem Menschen. Vor allem psychisch und physisch. Denn noch wünsch ich allen viel Spass.

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mikropore 15.09.2017, 16:41
7. @ugt

"Gleich wird mit Paraphen und Tierschutz gedroht"

Sie echauffieren sich hier völlig unnötig. Ich habe darauf hingewiesen, das Weinbergschnecken zu den besonders geschützten Arten gehören und nicht der Natur zum Essen entnommen werden dürfen. Der Artikel suggeriert etwas anders: ...Weinbergschnecken in den Brennnesseln - "Mit etwas Bärlauch, Öl und Knoblauch schmecken die köstlich." Dazu habe ich die gesetzliche Grundlage genannt. Weder wurde von mir gedroht, noch habe ich mich zu Menschen geäußert, die dieses Hobby betreiben. Dazu habe ich auch keine Meinung, weil es mir einfach egal ist.

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Papazaca 15.09.2017, 17:01
8. Richtig, man sollte allen (fast) alles gönnen.

Zitat von ugt
Aha, da sind sie ja. Die Experten, die Menschen ihr Hobby und ihre Meinung nicht gönnen. Ja, Prepper, Survival-Menschen, Fluchtrucksackpacker alles Flüchtlinge vor der realen Welt. Eine typisch deutsche Mentalität ist es das Anders-sein anderen nicht gönnen. Gleich wird mit Paraphen und Tierschutz gedroht oder als beschimpft sie als realitätsfern weil sie sich nicht an den PC hocken und lieber in der Natur sind.
Aber deshalb kann man sich doch auch Gedanken machen, oder?
Vielleicht sogar frotzeln. Und vielleicht sogar über sich selbst lachen. Ich war übrigens fast drei Jahre als "Fluchtrucksackpacker" unterwegs. Zufrieden?

Ich weiß nicht, ob es eine typisch deutsche Mentalität ist, anderen das Anders-sein nicht zu gönnen? Ich glaube, wir Deutsche sind ernsthaft, ja. Und versuchen die Welt und das Leben durch Regeln zu beherrschen. Das ist natürlich eine süße Illusion.

Übrigens, auch das mit der Liebe zur Natur ist nicht immer ungefährlich. Naive Liebe zur Natur kann böse enden (siehe das Buch: Into the wild von Krakauer).
Werde gleich mal eine Rund im Wald drehen. Im ungefährlichen deutschen Wald.

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tempus fugit 15.09.2017, 17:25
9. Och, das ist aber echt....

....gekünstelt...

Wenn ich unterwegs bin im Gebirge, dann hab' ich immer 1 oder 2 Feuerzeuge dabei, eine per Kurbel aufladbare Lampe und - genau, eine Trillerpfeife - dabei. Ausser Messer und Stock und einer Plastikplane und 'Zwiebelkleidung.

Ob man in 2000 m Höhe dann noch Brennnesseln und damit Weinbergschnecken findet und überfall ein Kübel mit Forellen rumsteht, das lass ich mal offen...

Und eine Dose Thunfisch, Schwarzbrot und ein
Fläschchen hochprozentigen, die auch....

Viel Spass beim suvivalen, machten wir schon als
ganz junge Kerle. Lagerfeuer, nebenan pennen.
Das war's dann - und nicht in Sichtweite vom Kaff...

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