Forum: Reise
Trampen in Deutschland: Daumen hoch und weg
Moritz Peters / Walden

Regen in der Heimat? Grund genug, dem Wetter davonzulaufen. Oder, viel spannender, ihm davonzutrampen. Linn Sophie Tramm und Moritz Peters (Fotos) haben sich auf die Reise gemacht. Unterwegs mit Straßenbekanntschaften.

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ttvtt 21.10.2017, 10:33
1. Früher war auch nicht alles besser

Nette Reportage. Heute wird leider eher blabla car genutzt als das man noch trampt. Aber es ist nicht so, dass früher Trampen ungefährlich war. Es wurde zu jeder Zeit vor dem Trampen gewarnt besonders für alleinreisende Frauen.

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ManRai 21.10.2017, 12:18
2. vor sehr vielen Jahren von Berlin nach Schottland

und fast zurück, von London aus musste ich einen Zug nehmen. Auch in den Niederlanden, Sonntag morgens waren die Strassen einfach nur leer. Das ganze im Februar, nach und vor heftigem Schneefall in Schottland. Zum Übernachten eingeladen worden, bekam Essen, Geschichten, Schottenrock - wirklich, sehr billig, 2nd Hand - habe Nessie gehen (ok nach einem Drink). Träume immer noch davon, besonders den Weg durch die Highlands, alleine und kein Auto fuer Stunden, bis der Fahrer wiederkam der mich in das abgelegene Nest gebracht hat. Habe bei seiner Familie übernachten dürfen. Rueckfahr nach London den Sitz im Kleintransporter mit dem Hund geteilt, wir haben uns gut verstanden. Das war noch zu Zeiten der DDR und der Grenzkontrollen, ein Polizist im Dienstwagen hatte mich zur Holländischen Grenze gebracht, die Grenzer schauten etwas erstaunt, dahinter hat mich ein angesehener Biochemie Professor aufgesammelt den ich Jahre später auf einer Konferenz traf, die Welt ist klein

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eunegin 21.10.2017, 12:28
3. Anhalter? Schon lange nicht mehr gesehen.

In den 80'ern und Anfang der 90'er war ich noch oft so unterwegs und machte fast nur positive Erfahrungen und interessante Bekanntschaften. Mit einer VW-Bully-Truppe war ich in den Semesterferien gar mal 1 Woche unterwegs statt nur für den geplanten Kurztrip. Bei geschätzt 100 Fahrten war mal ein Raser dabei, bei dem ich mich unsicher fühlte und wieder ausgestiegen bin. Am Besten war, sich die Fahrer und Autos auf Autobahnparkplätzen selbst rauszusuchen und freundlich zu fragen. Mit dem Schild war es zuweilen mühsamer. Jetzt würde ich selbst jemanden mitnehmen, nur steht da niemand mehr...

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jujo 21.10.2017, 12:46
4. ....

Zitat von ttvtt
Nette Reportage. Heute wird leider eher blabla car genutzt als das man noch trampt. Aber es ist nicht so, dass früher Trampen ungefährlich war. Es wurde zu jeder Zeit vor dem Trampen gewarnt besonders für alleinreisende Frauen.
Schon mein Vater hat mich 1972, als ich mein erstes Auto hatte und von HH an den Wochenden in die Eifel gependelt bin davor gewarnt eine einzelne Frau oder gar zwei mitzunehmen. Er hatte schlechte Erfahrungen gemacht, angeblicher verbaler oder körperlicher Übergriff wurde ihm vorgeworfen.
Eine gute Methode ist aber die Leute anzusprechen, wir haben als Paar (!) noch nie jemanden abgewiesen.

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Japhyryder 21.10.2017, 13:02
5. Ich bin froh getrampt zu sein

Nachdem ich einmal kurz hinter Paris in einem Wagen übefallen wurde und mich mit einem Spung aus dem fahrenden 4-Türer (Gott sei Dank!) in Sicherheit bringen konnte, habe ich die Tramperei aufgegeben. Später habe ich es noch einmal probiert und bin an einen psychotischen Raser geraten. Hab mich absetzen lassen und per Bahn weiter. Zuvor jahrelang in den Ferien durch Europa getrampt. Highlights: Norwegen, Finnland, Schweden, Wales, Schottland, Schweiz. Viele tolle Leute kennengelernt, die ich sonst nie getroffen hätte. Höhlenforscher in Schottland, einen Generaldirektor von Renault in der Schweiz, Leute mit ungewöhnlichen Lebensläufen und Jobs unterschiedlichsten Alters, die meistens selbst getrampt waren. Manche haben mich eingeladen eine Zeitlang bei ihnen zu campieren, zeigten mir Szeneviertel in Stockholm oder luden mich zum Essen ein. Ich fand die Zeit mit kommunikativen Autofahrern sehr interessant. Ja. Es stimmt, man muss auf seine innere Stimme hören, wenn man zu jemandem ins Auto steigt. Es hat auch etwas mit Vertrauen zu tun. Auf jeden Fall kann man sehr viel lernen, auch über sich selbst.

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emporda 21.10.2017, 13:47
6. Immer weniger

Ich habe früher als Vielfahrer mit einem Bürojob oft Anhalter mitgenommen, auch um ein paar Worte mit jemanden zu reden. Man ist sonst 10 - 15 Stunden allein ud hatte kein Händy die Frau anzurufen. Positive Begegnungen waren ganz selten, die meist jungen Leute haben ein Welt im Kopf, in der Arbeit, Fleiß und Berufsethos zu den unbekannten Begriffen gehören. Ich bin z.B. von Göttingen 1 Jahr jedes Wochenende nach Wroclaw, 1 Jahr nach Dresden, 1 Jahr nach Leipzig, 1/2 Jahr nach Madrid sowie 2 Jahre nach Antwerpen und jeweils zurück, da sind bis zu 120.000 km in Jahr aufgelaufen

Heute im Alter (79) sehe ich von Anhaltern total ab. Ich fahre nur wenig und dann nur kurze Strecken. Mein körperlichen Fähigkeiten sind eingeschränkt. Bei dem oft asozialem Pack läuft man Gefahr in Unterhosen ohne alles auf einer Bank aufzuwachen. Das war über viele Jahre das häufigste Verbrechen auf der Strecke Lyon - Perpignan und hat viele Touristn ereilt

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eunegin 21.10.2017, 15:36
7. @6… ein recht trauriges Leben

Zitat von emporda
Ich habe früher als Vielfahrer mit einem Bürojob oft Anhalter mitgenommen, auch um ein paar Worte mit jemanden zu reden. Man ist sonst 10 - 15 Stunden allein ud hatte kein Händy die Frau anzurufen. Positive Begegnungen waren ganz selten, die meist jungen Leute haben ein Welt im Kopf, in der Arbeit, Fleiß und Berufsethos zu den unbekannten Begriffen gehören. Ich bin z.B. von Göttingen 1 Jahr jedes Wochenende nach Wroclaw, 1 Jahr nach Dresden, 1 Jahr nach Leipzig, 1/2 Jahr nach Madrid sowie 2 Jahre nach Antwerpen und jeweils zurück, da sind bis zu 120.000 km in Jahr aufgelaufen Heute im Alter (79) sehe ich von Anhaltern total ab. Ich fahre nur wenig und dann nur kurze Strecken. Mein körperlichen Fähigkeiten sind eingeschränkt. Bei dem oft asozialem Pack läuft man Gefahr in Unterhosen ohne alles auf einer Bank aufzuwachen. Das war über viele Jahre das häufigste Verbrechen auf der Strecke Lyon - Perpignan und hat viele Touristn ereilt
Das kling ja sehr sehr frustriert und traurig. Mit meinen Erfahrungen mit Mitmenschen deckt sich das zum Glück gar nicht. Nette Begegnungen und Gespräche hängen übrigen von beiden (!) Seiten ab. Und als "asoziales Pack" würde ich Anhalter auch nicht bezeichnen wollen. Mir dünkt vielmehr, als ob hier der Autor des Kommentars ganz einfach ein unzufriedener Sauertopf ist, der nur das Böse überall sieht. Hat ja derzeit Konjunktur. Schade. Geht nämlich auch anders - und dann lebt es sich netter.

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monoman 21.10.2017, 15:38
8.

Die Autoren haben sich ja vorsorglicherweise gleich zu zweit ans Trampen gemacht, alleine ist das doch eine wesentlich mulmigere Sache. Ich habe das letzte Mal wohl in den 90ern getrampt und wenn ich heute Tramper mit ihren Schildern an den Ausfallstrassen sehe, tun sie mir immer etwas leid ob ihres hoffnungslosen Unterfangens. Immerhin nach Hamburg und Paris bin ich damals auch mal getrampt, von Paris aus dann aber doch lieber wieder per Zug heimgefahren. Und die nächste Hamburgtour bin ich dann mit dem Rad gefahren. An das Aroma des Abenteuerlichen erinnere ich mich auch durchaus noch, das hat man aber auch, wenn man per Mitfahrzentrale eine Zufallsbekanntschaft macht. In meinem Freundeskreis ist es auch passiert, dass sie im Urlaub im Leihwagen Tramper mitnahmen und von diesen überfallen wurden.

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herm16 21.10.2017, 16:08
9. ich werd den

Teufel tun und einen Tramper mitnehmen, schon gar nicht eine Frau.
Du bist als Mann immer der Arsch

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