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Wandel der Insel Gili Trawangan: Vom Paradies zum indonesischen Ballermann
Thomas Egli

Vor über 30 Jahren verbrachten Thomas Eglis Eltern einige Tage auf Gili Trawangan - und erzählen noch heute von ihrem Urlaubsparadies. Der Fotograf wollte wissen: Wie sieht es dort heute aus?

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Sal.Paradies 14.05.2018, 12:41
1. Zerstörtes Paradies

Ich war vor 23 Jahren auf den Gilis. Auf Trawangan gab es nur wenige Restaurants und die Unterkünfte waren überschaubar, was nicht störte, da nur wenige Touristen dort waren. Tagsüber schnorcheln und jeden Abend dann Fussball mit den Einheimischen und auch ohne Drogen ging es allen gut. Länger gewohnt haben wir allerdings auf Gili Air, die damals extrem relaxed war. Ein Rundgang um die Insel war ein kleiner Spaziergang auf dem man unzählige tolle Muscheln sammeln konnte. Zwischendurch ein Plausch mit dem Bootsbauer, der einen gerne einen Arrak kredenzte. Jeden Abend super-frischen Fisch für wenige Ruphia und Sonnenuntergänge die jedes mal noch schöner waren. Wenn man Abwechslung brauchte, konnte man in wenigen Minuten nach Lombok rüber, wo man mit dem Moped tolle Tagesausflüge machen konnte. Die Eltern des Autors haben nicht übertrieben mit ihrer Beschreibung. Die Gilis "waren" ein Paradies und jeder der damals dort anlegte spürte sofort, dass das hier ein ganz besonderer Ort war. Die Muslims dort vertraten eine eher offene Auslegung des Koran und waren super-nett und offen gegenüber Touristen. Damals haben wir alle noch geholfen den anfallenden Müll weg zu räumen. Heute ist das ein Ort, wo Idioten sich einen Dreck um die Natur und die Schönheit der Inseln kümmern. Die kommen ausschließlich, um sich mit Drogen + Alk vollzuhauen und die Insel vollzuschei....! Genau genommen, sind das gar keine normalen Touristen mehr heute. Hätten jene Eltern, die damals die Gilis besuchten gewusst, was ihre Kinder später mit diesem Ort machen, wären sie bei der Familienplanung eventuell etwas vorsichtiger gewesen. Was diese Chaoten gottseidank nicht können, ist, mir meine Bilder und Erinnerungen von damals zu zerstören. Die Gilis sind nur ein Beispiel. Ich stelle so oft fest wie viel Glück ich hatte, dass ich all diese traumhaften Orte vor so vielen Jahren kennenlernen durfte. In eingen Jahren ist Trawangan erledigt, aber vergessen sollte man nicht, dass all dies nur möglich ist, weil Indonesien ein extrem korruptes Land ist, wo jede Schändung möglich ist, wenn nur genügend Geld fließt.....

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takvor 14.05.2018, 13:20
2. Gili Air

Ich war letzte Woche auf Gili Air und es war traumhaft. Sehr gemütlich, verkehrsfrei und nur Fahrräder sowie Pferde zugelassen. Es ist wirklich eine rurale Stimmung mit wenig Hotels und meistens Homestay. Natürlich bemerkt man wie schmutzig ist, was meistens nicht an Touristen liegt, sondern an Einheimischen, die keine Sensibilität für die Umweltverschmutzung haben. Gili Inseln sind Tauchparadies und es gibt zahlreiche Projekte für den Schutz und Erhaltung der Ozeane.

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thequickeningishappening 14.05.2018, 14:11
3. Tja, ich war 1990 dort

Damals schon abzusehen. 2000 Das letzte Mal in Bali, 2004 in Boracay, 2002 Koh Samui und 2007 Phuket . Habe fertig! Es gibt noch Geheimnisse bis Der Runway verlaengert wird.

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Sal.Paradies 14.05.2018, 21:29
4. Wer hat`s erfunden?

Zitat von takvor
Ich war letzte Woche auf Gili Air und es war traumhaft. Sehr gemütlich, verkehrsfrei und nur Fahrräder sowie Pferde zugelassen. Es ist wirklich eine rurale Stimmung mit wenig Hotels und meistens Homestay. Natürlich bemerkt man wie schmutzig ist, was meistens nicht an Touristen liegt, sondern an Einheimischen, die keine Sensibilität für die Umweltverschmutzung haben. Gili Inseln sind Tauchparadies und es gibt zahlreiche Projekte für den Schutz und Erhaltung der Ozeane.
Die Schuld jetzt auf die EInheimischen zu lenken ist ganz schön dreist und wirft ein gutes Licht auf den Charakter der heutigen "Besucher" wie Ihnen. Ab wann gab es auf den Gilis diesen blöden Plastikmüll? Ja genau. Der kam "mit den Touristen". Von den Einheimischen wäre damals keine auf die bescheuerte Idee gekommen permanent diesen Plastikdreck zu benutzen. Und dann würde ich mal bitte den Bericht hier "richtig" zu lesen. Da stehen harte Zahlen, wie viele Menschen wann auf die Gilis kommen. Dagegen sind die paar Einheimischen Peanuts. Aber Leute wie Ihr habt glücklciherweise immer gleichi den Schuldigen gefunden. Auf einen Einheimischen kommen 1000 Touristen, aber der Müll kommt von deim einen. Für Leute wie Euch kann man sich wirklich nur fremdschämen.....

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takvor 14.05.2018, 22:22
5. "Klugreisender" #1, #4

Bitte erzählen Sie mir nicht, wie ich reisen soll. Ich bin in Sumatra gestartet, wo in manchen Dörfern niemals einen Touristen gesehen haben und glauben Sie mir, ES WAR VOLL DRECKIG. Plastikbeutel findet man auf jedem einheimischen Markt, wo man Mangos und Snakefruit kaufen kann. Dasselbe gilt für alle kleine Restaurants, wo SEHR VIEL PLASTIK benutzt wird. Nach 1 Monat habe ich gesehen, dass viele Touristen verantwortungsvoll mit der Umwelt gehen und es eine Vielzahl von Defiziten bei den Einheimischen gibt.

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Sal.Paradies 15.05.2018, 23:59
6. Am Thema vorbei

Zitat von takvor
Bitte erzählen Sie mir nicht, wie ich reisen soll. Ich bin in Sumatra gestartet, wo in manchen Dörfern niemals einen Touristen gesehen haben und glauben Sie mir, ES WAR VOLL DRECKIG. Plastikbeutel findet man auf jedem einheimischen Markt, wo man Mangos und Snakefruit kaufen kann. Dasselbe gilt für alle kleine Restaurants, wo SEHR VIEL PLASTIK benutzt wird. Nach 1 Monat habe ich gesehen, dass viele Touristen verantwortungsvoll mit der Umwelt gehen und es eine Vielzahl von Defiziten bei den Einheimischen gibt.
Es geht hier um die Gilis und darum, dass Sie die Einheimischen dafür verantwortlich machen möchten, dass die Inseln kaputt gehen. Und natürlich gibt es überall in Indonesien Orte, wo sich der Müll türmt, was aber in 95% der Fällen mit fehlender Müllentsorgungssystemen und fehlender Infrastruktur zu tun hat. Aber deswegen ist und bleibt Trawangan eine Party-Insel, die zu 99% von Touristen überrant und verdreckt wird, weil die Verwaltung für diesen Bezirk dies so zulässt. Und sie machen das, weil sie ohne Ende geschmiert werden, weil kein normaler Mensch, der die Gilis aktuell kennt, noch weitere Bauten und noch mehr Touristen zulassen würde. Nach diesem klugen Bericht als erstes auf die wenigen Einheimischen zu zeigen, ist nicht nur dreist, sondern nachgerade verlogen. Die karren den ganzen Plastikdreck tonnenweise auf die Insel, weil die Touristen das wollen+brauchen+kaufen, oder? Und auch wenn Sie und ich darauf achten, dass wir die Insel nicht bewußt versauen, gibt es inzwischen eine neue Generation an Touristen die da nur zum Party machen hingehen. Wenn die nach tagelangem Drogen+Saufexzessen wieder voll bedröhnt abhauen, ist denen völlig gleichgültig, ob die diese Insel nochmals besuchen können. Wenn die kaputt ist, gibt`s schon andere Orte, wo die Party dann weiter geht. Mir ist nicht ganz klar, warum Sie auf die Einheimischen zeigen und die Sauf-Touristen auf Trawangan in Schutz nehmen? Richtig ist, dass sich da ein paar einflußreiche Leute die Taschen vollmachen und keinen Euro in einer ordentliche Müllentsorgung investieren. So ist und war das schon immer so in Indonesien. Aber die wenigen echten Einheimischen, die dort noch leben, können nix dafür. Das sind einfache Menschen, die da als Sklaven für taiwanesische/chinesische Investoren ackern. Sind Sie überhaupt auf Trawangan gewesen? Wenn nicht, wäre Ihr Statement ziemlich anmaßend. Wenn ja, würde ich gerne wissen, warum Sie sofort die Aufmerksamkeit auf irgend welche anderen Orte im riesigen Indonesien legen?

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Celegorm 15.05.2018, 02:48
7.

Zitat von takvor
Nach 1 Monat habe ich gesehen, dass viele Touristen verantwortungsvoll mit der Umwelt gehen und es eine Vielzahl von Defiziten bei den Einheimischen gibt.
Bei Touristen (zumindest westlichen) ist das Umweltbewusstsein natürlich stärker ausgeprägt und verglichen mit dem oft völlig ignoranten Verhalten der Einheimischen darum harmloser. Das Problem ist aber: als Tourist erzeugt man eine ganze Konsum-Kettenreaktion, bei der tonnenweise Abfall auf Seiten der Einheimischen abfällt. Und genau weil diese damit nachlässig umgehen, ist das natürlich fatal. Einfach gesagt: wenn man als Tourist sein Fläschchen in die richtige Tonne wirft, bringt das natürlich nichts, wenn diese dann irgendwo in den nächsten Fluss gekippt wird, zusammen mit dem ganzen Müll aus Hotel und Restaurant.

PS: Das Problem wird auch dadurch verstärkt, dass auch aus nicht-westlichen Ländern immer stärker gereist wird, insbesondere aus China. Manche Regionen in Südostasien sind voll von "Ballermann-Touristen" aus China, die entsprechend noch weniger zimperlich mit der Umwelt umgehen als originale Ballermann-Besucher..

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Elos 15.05.2018, 07:39
8. Eindeutig nicht weit genug gedacht.

Zitat von takvor
Bitte erzählen Sie mir nicht, wie ich reisen soll. Ich bin in Sumatra gestartet, wo in manchen Dörfern niemals einen Touristen gesehen haben und glauben Sie mir, ES WAR VOLL DRECKIG. Plastikbeutel findet man auf jedem einheimischen Markt, wo man Mangos und Snakefruit kaufen kann. Dasselbe gilt für alle kleine Restaurants, wo SEHR VIEL PLASTIK benutzt wird. Nach 1 Monat habe ich gesehen, dass viele Touristen verantwortungsvoll mit der Umwelt gehen und es eine Vielzahl von Defiziten bei den Einheimischen gibt.
Sehr offensichtlich hat Indonesien ein enormes Plastikproblem. So wie eigentlich jedes Entwicklungs- und Schwellenland. Auch sehr offensichtlich haben die Indonesier selten ein gutes Verständnis für die verheerenden Folgen ihrer plastikgesäumten Straßen mitten im Urwald. Aber ist es ihre Schuld? Ich meine nein! Plastik wurde nicht von einem Entwicklungsland erfunden! Wenn man mal vierzig Jahre zurückschaut, gab es in Indonesien so gut wie gar kein Plastik. Gegessen wurde, wie man heute teils noch sehen kann, aus Tonschalen oder Bananenblättern. Getrunken wurde aus Tontassen oder Kokosnüssen. Die Defizite liegen nicht bei den Einheimischen, sondern bei Nestlé, welches Plastikflaschen und -becher, die gerade mal 120 ml fassen zu Abermilliarden auf den Markt wirft. Die Defizite liegen bei den niederländischen Kolonialisten, die im großen Stil Bildungsbewegungen der Indonesier unterdrückt haben. Die Defizite liegen bei der mangelnden Korruptionsbekämpfung. Aber all das sind Ursachen, die wir uns selbst vor die Nase halten müssen, da wir es uns aufgrund der Existenz von Entwicklungsländern überhaupt erst leisten können, Umweltschutz zu betreiben und die Bevölkerung über die Notwendigkeit dessen aufzuklären. Also bitte, lasst uns endlich aufhören dem globalen Süden Dinge vorzuwerfen, die WIR ins Leben gerufen und dorthin gebracht haben, OHNE genau diesen Schritt, den Sie da grad bemängeln, mitgegangen zu sein. Das ist in meinen Augen sehr schwach.

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bicyclerepairmen 15.05.2018, 10:13
9. Also ich bin....

.. bei solchen Diskussionen immer etwas zwiegespalten.. Alles auf irgendwelche Geschichten vor über 70 Jahren ( Holländer etc. ) zu schieben ist schon ziemlich weit hergeholt. Natürlich hat der Westen eine enorme Mitschuld, nur haben wir 2018 und es gibt auch genügend Gegenbeispiele wo es anderswo besser läuft.
Ich lebte und arbeitete in den 1990ern ein paar Jahre in Indonesien und dort diese Melange, aus Korruption, Unwissenheit, Gleichgültigkeit aber auch völliges Desinteresse an Umwelt und Natur erfahren.
Einerseits kann man von vorindustriellen Verhältnissen in Sachen Umweltverschmutzung träumen, aber den Menschen die Teilhabe an "unserer" Konsumgesellschaft vorzuenthalten empfinde ich reichlich egoistisch, gemessen was wir hier so alles erst in den letzten 20 Jahren erst richtig in dieser Richtung hinbekommen haben.
Andererseits habe ich selbst in Java eine fast schon aggressive Renitenz erfahren müssen die seines Gleichen sucht. Und das ist nicht erklärbar mit irgendeiner grundlegenden Aufklärung oder Grundwissen, es ist/war vielen schlicht gleichgültig. Für mich gibt es das viele Eindrücke die für mich bis heute präsent sind, die Maid die z.b. partout unseren Müll nicht trennen wollte :-) und sogar meine Erklärung das es nicht nur für die Umwelt gut sei, sondern ich das auch für den Müllsammler tue damit der es leichter hätte... bad idea.. sich als Bule Gedanken über solche "Gelumpe" mache... geht gar nicht....Der Mann der mit seinen nackten Beinen im Schmodder den Abwasserkanal vor seinem Haus freihackt....2m weiter, der Nachbar auf einen Stuhl sitzend, dem Treiben zuschaut, genüsslich seine Kretek raucht... und die leere Zigarettenpackung ebenso seelruhig in den selben Kanal pfeffert.... oder (das zweite mal) wo ich mich fast dort geprügelt habe, eine Szene die evtl einiger ausl. Besucher im Zoo von Jakarta miterleben "durften"... Tiere, meist Affen die mit Snacktüten bombardiert werden und dann irgendwann elendig zu Grunde gehen....etc. etc.

Und auch hier, jeder sollte mal ersnthaft den Vergleich Bali oder auch hier Gili mit Java ziehen...

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