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WM 2018: Moskau - verwandelte Stadt
AFP

Noch vor ein paar Jahren kostete es Nerven, in Moskau zu wohnen. Für eine so reiche Stadt war die Lebensqualität faszinierend schlecht. Doch schlagartig veränderte die Metropole ihr Gesicht. WM-Besucher werden staunen.

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schnurre64 17.06.2018, 13:04
1. Interessanter Beitrag

Ein sehr guter, informativer Beitrag mit entsprechender Kritik. Solche im Kern positiven Beiträge zum Stichwort Moskau waren in letzter Zeit doch sehr selten.

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JonHH 17.06.2018, 13:33
2. Spannender Bericht

Wir haben schon viele europäische Städte besucht, Russland kam aber nie in Betracht - bis auf St. Petersburg vielleicht. Dieser Bericht über das "neue Moskau" macht Lust darauf, sich die Stadt anzuschauen. Auch und gerade aufgrund der geschilderten Gegensätze und jüngsten Veränderungen.

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kuschl 17.06.2018, 14:06
3. Wird schon

Siebzig Jahre kommunistische Unfähigkeit machen sich halt auch im Stadtbild bemerkbar. Moskau hat nach der Zarenzeit besonders gelitten. Kopfschüttelnd stand ich im Kreml vor angebohrten Wandmalereien, vor die Regale mit Parteiakten gestellt waren. Das wird schon wieder. Sankt Petersburg hat man auch einigermaßen wieder hingekriegt, auch dort hatte man viel wertvolle Bausubstanz verkommen lassen. Russland ist ein an Bodenschätzen unsagbar reiches Land und kann sich die Sanierung leisten.

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spon-facebook-1209487699 17.06.2018, 14:06
4.

Das bin ich vom Spiegel nicht mehr gewohnt. Ausgezeichnetes Deutsch und so sachlich. Würde am Liebsten sofort hinfliegen.

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orage 17.06.2018, 14:22
5. Mag ja sein,

dass sich die Lebensqualität in Moskau verbessert hat - für mich gilt trotzdem, was ich vor vielen Jahren, noch zu Zeiten der UdSSR, nach meiner Rückkehr entsetzt gesagt habe: "Dort war ich zwei Mal, zum ersten und zum letzten Mal."
Es fehlt das Wesentliche: die Freiheit.

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thinkof-it 17.06.2018, 14:34
6. Die Dinge sehen, wie sie wirklich sind.

Ein persönlicher Besuch ermöglicht Freundschaften mit Menschen,
die schon länger in Moskau leben.
Ein willkommener Anlass, um sich gegenseitig kennenzulernen und zur tieferen Verbindung zwischen den Ländern über Zeiten hinweg beizutragen.
Die russische Literatur kann auf eine solche Reise vorbereiten.
Wer sich zu Beispiel mit seinen Kindern die Geschichte von
Philipok, Leo Tolstoi nacherzählt von Kay Beneduce und illustriert von Gennadij Spirin angeschaut hat,
wird vor Ort manche Eindrücke im Original vorfinden.

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grossinquisitor 17.06.2018, 14:49
7. Offener und freundlicher

Guter Beitrag. Seit den Zeiten Jelzins komme ich unregelmäßig regelmäßig nach Moskau. Noch 2012 wirkte die Stadt auf mich recht unorganisiert, unübersichtlich und auch unsicher. Auch staubig und ungepflegt. Das hat sich alles geändert. Mittlerweile gehe ich zu jeder Tags- und Nachtzeit zu Fuß durch Straßen und Parks, unbesorgt und unbehelligt. Am erfreulichsten finde ich, dass die Menschen mittlerweile sehr offen, freundlich und hilfsbereit sind.
Mittlerweile fahre ich gerne nach Moskau.
Es wäre schön, wenn die WM dies mehr Menschen zeigen könnte.

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weltgedanke 17.06.2018, 14:53
8.

Es widerspricht zwar unserem Staatsverständnis sehr, wenn eine Regierung Gerichtsbeschlüsse ignoriert und radikal im großen Stil Enteignungen und individuelle Härten schafft. Aber man muss insbesondere gegenüber den Chinesen und Russen einräumen, dass es auch etwas sehr Befreiendes hat, wenn einfach im Handstreich etwas Positives passieren kann, ohne dass erst jahrelang zehntausend Verfahren durchgefochten werden müssen, bis das ursprüngliche Projekt schließlich zur Unkenntlichkeit vergurkt ist und eigentlich ohnehin niemanden mehr so richtig weiterbringt.
Wenn der Moskauer Bürgermeister Granitplatten will, kriegt er sie halt, und wenn eine Regierung pompös bauen will, dann macht sie das halt. Das sind dann wenigstens Gebäude, die ein paar Jahrhunderte überdauern. Was hingegen die Sparmeister in Deutschland heute hinstellen, ist von Anfang an seelenlos und in ein paar Jahrzehnten schon Sondermüll mit 60% Polystyrolanteil.
Es ist wie bei einem Witz: Wenn man ihn erst erklären muss, ist er im Eimer. Genauso ist eine Vision, die man erst vor Gericht verteidigen muss, schon gescheitert. Nur ein Umfeld, das einem diese Erfahrung erspart, lädt überhaupt zu Visionen ein.

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quark2@mailinator.com 17.06.2018, 15:05
9.

Danke für den Beitrag ... aber mal ehrlich, wieviel Einfluß habe ich denn, daß meine Stadt eine Unmenge Geld in ihren Fußballklub statt in medizinische Versorgung steckt ? Ja, ich kann nach paar Jahren ne andere Partei wählen. Die macht dann anderen Unsinn. Eine Abstimmung über konkrete Dinge ist so gut wie unmöglich und da wo sie möglich ist, verzögert sich die Umsetzung um viele Jahre - siehe den Ausgang von Stuttgart 21. Und soweit bisher erkennbar steht das Land hinter Putin und wählt ihn immer wieder. Man muß das Wort Demokratie nicht immer so definieren, wie in Deutschland, insbesondere auch angesichts der seltsamen Schwäche des Europaparlaments.

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