Forum: Reise
Zehnmal sagenhafte Orte: Echo der Steinzeit

Traurige Wasserfrauen,*rachsüchtige Teufel und alte Kaiser: Deutschland ist bevölkert von sagenhaften Gestalten - man muss nur wissen wo! SPIEGEL ONLINE führt zu zehn Ausflugszielen, die Forscher noch immer Rätsel aufgeben und*über die Mystisches gemunkelt wird.

Seite 1 von 2
nervmann 08.08.2011, 08:53
1. Misteriöse Orte

Zitat von sysop
Traurige Wasserfrauen,*rachsüchtige Teufel und alte Kaiser: Deutschland ist bevölkert von sagenhaften Gestalten - man muss nur wissen wo! SPIEGEL ONLINE führt zu zehn Ausflugszielen, die Forscher noch immer Rätsel aufgeben und*über die Mystisches gemunkelt wird.
Die wirklich mysteriösen Orte in Deutschland sind die Ministerien. (PS.:Misteriös ist kein Schreibfehler ;-)]

Beitrag melden Antworten / Zitieren
mideal 08.08.2011, 09:25
2. Mysteriös

Zitat von sysop
Traurige Wasserfrauen,*rachsüchtige Teufel und alte Kaiser: Deutschland ist bevölkert von sagenhaften Gestalten - man muss nur wissen wo! SPIEGEL ONLINE führt zu zehn Ausflugszielen, die Forscher noch immer Rätsel aufgeben und*über die Mystisches gemunkelt wird.
Das Mysterium bleibt, wie man mit solchen Deutschkenntnissen beim Spiegel eingestellt wird.
Auch wenn man es immer wieder wiederholt, muss es "FORSCHERN"
heißen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Ylex 08.08.2011, 09:39
3. Das Märchen ist in uns

Zitat: „Gespenst im Leichenhemd“ Die verblichene Gräfin Klara von Helfenstein irrt nächtens durch die Burg Wolfsegg – klingt sehr nach Geisterstunde à la Hollywood, und das stört ein bisschen. Mit solchem Mummenschanz lässt sich „das Echo der Steinzeit“ (Zitat) sicher nicht einfangen. Die Autorin stellt zehn Orte bzw. wundersame Begebenheiten vor, die nicht recht zusammenpassen wollen, weder zeitlich noch von ihrer Austrahlung her. Gut, sie liegen alle in Deutschland, sie haben das Sagenhafte gemeinsam, aber man kann die Millionen Jahre alten Externsteine kaum mit dem historischen Untergang von Rungholt vergleichen. Esoteriker suchen weniger die Hexe, die auf einem Besen reitet, sie wollen sich in eine Alternativexistenz einbezogen fühlen, die sich hinter der materiell verkürzten Welt verbirgt.

Ob es diese andere Existenz gibt, vermag ich nicht zu sagen, fest steht jedenfalls, dass die Mehrheit auch der modernen Menschen nach einer transitorischen Realität geradezu lechzt, siehe zum Beispiel Fantasy als Religionsersatz, nacherlebtes Mittelalter als beliebte Massen-Events, überhaupt Rollenspiele, phantastische Fluchten in das Unerklärliche, ins Rückbezügliche und damit in Emotionen, die wir schmerzlich vermissen. Das Märchen ist in uns, es ist in uns angelegt, keine Frage, die Sehnsucht nach dem Märchenhaften bestimmt unsere Lebensorientierung viel mehr als wir es wahrhaben wollen.

Es spukte – ich wuchs noch in einer Welt von Hexen, Wiedergängern und Besprechern auf. Aberglaube war für mich als Kind Wirklichkeit, ich bin bis heute abergläubisch. Mein einer Opa war Bauernknecht, er wohnte mit seiner Familie in einer Kate, dort hatte er auch zwei Kühe, von denen eine plötzlich Kolik bekam. Die Kuh drohte zu verenden, meine Oma schickte mich spätabends, das war sehr ungewöhnlich, mir einem trocknen Schwarzbrotknust ins Nachbardorf, natürlich durch den tiefen, dunklen Wald, wie es sich gehört. Ich sagte dem greisen Besprecher, was los war, er nahm den Brotknust, bestastete ihn immer wieder mit seinen dicken Wurstfingern und brabbelte dabei Unverständliches. Dann nahm er ein Stück blaue Kreide, er malte damit die Schnittfläche des Brotes an. Ich ging zurück, mein Opa stopfte das Brot fast mit Gewalt in das Maul der Kuh – und dann? Ist ja klar, am nächsten Morgen war die Kuh wieder putzmunter.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Christian Krippenstapel 08.08.2011, 10:12
4. Vineta fehlt

Eigentlich hätte ich erwartet, daß auch Vineta besprochen wird, jene sagenhafte Stadt an der Ostsee, die einst unterging, ähnlich Rungholt.

http://de.wikipedia.org/wiki/Vineta

Beitrag melden Antworten / Zitieren
caecilia_metella 08.08.2011, 11:51
5. Geisterstunde à la Hollywood

Zitat von Ylex
Zitat: „Gespenst im Leichenhemd“ Die verblichene Gräfin Klara von Helfenstein irrt nächtens durch die Burg Wolfsegg – klingt sehr nach Geisterstunde à la Hollywood, und das stört ein bisschen.
Das Märchen ist in uns. Wo auch sonst? Kennen Sie auch das Märchen von Frau Holle? (nach Luise Büchner)
Wenn der Frühling kam, stieg Frau Holle herauf auf die Erde, zog ein langes, grünes Kleid an, setzte einen Kranz von Kornblumen und Ähren auf und fuhr in einem goldnen Wagen, den zwei schneeweiße Kühe zogen, über das weite Land. Wo sie vorüber kam, streute sie Samenkörner aller Art aus, gleich darauf prangte die Erde in verschiedenartigen Farben. Alles ließ Frau Holle wachsen, aber nur auf den Feldern der fleißigen Menschen, auf denen der Faulen ließ sie Disteln und Unkraut sprießen...

Im Frühling und im warmen Sonnenschein über Land zu fahren, das ging noch an, aber die Wintergeschäfte wollten ihr nicht mehr behagen. Es war auch ein schlechter Spaß, bei Schnee und Eis, bei Wind und Wetter auf einem Zwirnsfaden durch die Nacht zu reiten.
Eines Tages sprach sie zu ihrem Freund, dem Storch:
"Lieber Storch, ich bin alt und allein, da möchte ich gern ein Töchterchen haben, mit dem ich spielen und das ich hinunter zu den Menschen schicken könnte, um die Fleißigen und Braven zu belohnen und die Faulen und Bösen zu bestrafen... Wenn ich ein kleines Mädchen hätte, würde ich es so lieb und fromm machen, dass alle Kinder ihm gleichen und von ihm geliebt sein möchten. Lieber Storch, bringe mir von deiner nächsten Reise ein Töchterlein mit."
"Ganz gewiss Frau Holle, das versteht sich von selbst", klapperte der Storch. ...
"Da bin ich", sagte er, "ich komme weit, weit her aus einem heißen Lande, wo die Sonne fast nicht untergeht und habe Euch von dort das schönste, beste und frömmste Kind mitgebracht, das auf der ganzen Erde zu finden war." Mit diesen Worten legte er ein kleines, schneeweißes Kindlein auf Frau Hollens Bett. Als sie das hörte und sah, stieß sie einen Freudenschrei aus, und ihre Engelein (die im Winter immer Pelzmäntelchen trugen) jauchzten laut auf.
Das Kindchen machte seine Augen weit auf, die waren durchsichtig blau wie der schönste Sommerhimmel, dabei hatte es eine Menge kleiner, goldner Löckchen auf dem Kopf und - das war das Schönste - zwei kleine, schneeweiße Flügel an den Schultern. Der Storch deutete auf die Flügel: "Damit es nicht auch auf dem Zwirnsfaden reiten muss." ...
Es war wunderschön anzusehen, wie viele Lichter zwischen dem dunklen Grün der Tannen glänzten und schimmerten. Frau Holle war ganz entzückt davon; sie nahm das Kindlein auf den Arm und trug es hinaus, ihm die Pracht zu zeigen. Da machte es die schönen Augen weit auf und lächelte holdselig; die Engelein sangen:
"Sei gesegnet, Christkindlein,
Denn so sollst du heißen..."

Beitrag melden Antworten / Zitieren
scientist-on-hartz4 08.08.2011, 13:07
6. Nix Mysterium, nur Natur

zitat
Ob es diese andere Existenz gibt, vermag ich nicht zu sagen, fest steht jedenfalls, dass die Mehrheit auch der modernen Menschen nach einer transitorischen Realität geradezu lechzt, siehe zum Beispiel Fantasy als Religionsersatz, nacherlebtes Mittelalter als beliebte Massen-Events, überhaupt Rollenspiele, phantastische Fluchten in das Unerklärliche, ins Rückbezügliche und damit in Emotionen, die wir schmerzlich vermissen. Das Märchen ist in uns, es ist in uns angelegt, keine Frage, die Sehnsucht nach dem Märchenhaften bestimmt unsere Lebensorientierung viel mehr als wir es wahrhaben wollen.

Es spukte – ich wuchs noch in einer Welt von Hexen, Wiedergängern und Besprechern auf. Aberglaube war für mich als Kind Wirklichkeit, ich bin bis heute abergläubisch. Mein einer Opa war Bauernknecht, er wohnte mit seiner Familie in einer Kate, dort hatte er auch zwei Kühe, von denen eine plötzlich Kolik bekam. Die Kuh drohte zu verenden, meine Oma schickte mich spätabends, das war sehr ungewöhnlich, mir einem trocknen Schwarzbrotknust ins Nachbardorf, natürlich durch den tiefen, dunklen Wald, wie es sich gehört. Ich sagte dem greisen Besprecher, was los war, er nahm den Brotknust, bestastete ihn immer wieder mit seinen dicken Wurstfingern und brabbelte dabei Unverständliches. Dann nahm er ein Stück blaue Kreide, er malte damit die Schnittfläche des Brotes an. Ich ging zurück, mein Opa stopfte das Brot fast mit Gewalt in das Maul der Kuh – und dann? Ist ja klar, am nächsten Morgen war die Kuh wieder putzmunter.[/QUOTE]

Die blaue Kreide auf dem Brot, die dein Opa seiner an Koliken leidenden Kuh ins Maul gestopft hatte, war vermutlich nix anderes als Schimmel. Denn schon Jahrhunderte vor Alexander Flemming wußten die Kräuterhexen, Schamanen und Naturheilkundler um die akteriziden Eigenschaftendes Schimmels, gleichwohl sie natürlich nicht die dafür verantwortlichen Inhaltsstoffe, wie dem Streptomycin kennen konnten. So entpuppt sich vieles, was früher den Kundigen als Hexerei und Zauberkräfte unterstellt wrden ist, heute als reine Biochemie. Pflanzen, Tiere und Pilze, die nicht kämpfen oder weglaufen können, müssen sich ihrer Fraßfeinde und Parasiten mit einem Riesenarsenal chemischer Kampfstoffe, das heute die UNO sofort zur militärischen Intervention veranlassen würde, zur Wehr setzen. Viele dieser natürlichen Inhaltsstoffe haben, schwach dosiert, aber auch eine therapeutische Wirkung, wie z.B. das Digitoxin des roten Fingerhuts, als Herzglycosid. Zaubersprüche und Sterndeutereien sind aber heute das Werkzeug der Börsengurus und Wirtschaftsprofessoren, mit einem kleinen Unterschied: Von den Naturstoffen, mit denen deren vollmundige Prophezeiungen vielleicht verwirklicht würden, haben die Null Ahnung. Und das eigentliche Mysterium ist, dass alle (Politiker)Welt diesen Quacksalbern glaubt. Aber das führt ein bißchen zu weit vom Thema weg, oder ;)

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Ylex 08.08.2011, 15:09
7. Unser Begriffsvermögen scheitert

Zitat von scientist-on-hartz4
So entpuppt sich vieles, was früher den Kundigen als Hexerei und Zauberkräfte unterstellt wrden ist, heute als reine Biochemie.
Natürlich, aber weder die Biochemie noch die anderen sogenannten exakten Wissenschaften können die Empfänglichkeit des Menschen für Mystisches erklären, unter anderem weil der Begriff Mystik schon Unerklärbarkeit beinhaltet. Jedes Erklären ist sowieso ein endloser Vorgang – wenn er scheinbar endet, dann immer und zwingend beim Nicht-mehr-Verstehen, nämlich dort, wo es nicht weitergeht, wo unser Begriffsvermögen scheitert. Von wem oder von was unsere Existenz abhängt, wer oder was sie geschaffen hat – wir wissen es nicht, wir wissen auch nicht, warum wir existieren, eigentlich ein unbefriedigender Zustand. Worin liegt der Sinn des Lebens? Eine Standardfrage, die sich jeder irgendwann stellt und die keiner beantworten kann.

Zwei astronomische Ereignisse habe ich mit eigenen Augen gesehen: 1986 den Halley’schen Kometen kristallklar am Nachthimmel, umwerfend, und 1999 die totale Sonnenfinsternis. Das waren für mich wahrhaft mystische Ereignisse. Kommen Sie mir nun bitte nicht mit der Himmelsmechanik, die ist mir in den Grundzügen bekannt, und ebenso, dass ein Komet nur ein Steinklumpen ist, der in einer exzentrischen Bahn um die Sonne kreist. Der Komet Hale-Bopp ist einer der eindrucksvollsten, 15 x 7 x 7 Kilometer groß – als er im Jahr 1997 an der Erde vorbeiflog, nahmen sich seinetwegen die Mitglieder der religiösen Vereinigung Heaven’s Gate gemeinsam das Leben, weil sie fest daran glaubten, dass Hale-Bopp ein Raumschiff war und die letzte Gelegenheit gekommen sei, mit ihm das irdische Jammertal auf den Weg in den Himmel zu verlassen. Unter den Mitgliedern von Heaven’s Gate waren übrigens auch Akademiker.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
caecilia_metella 08.08.2011, 21:43
8. Jedes Erklären ist sowieso ein endloser Vorgang

Das mag dann sein, wenn man sich mit keiner Erklärung zufrieden gibt.

Zitat von Ylex
Von wem oder von was unsere Existenz abhängt, wer oder was sie geschaffen hat – wir wissen es nicht, wir wissen auch nicht, warum wir existieren, eigentlich ein unbefriedigender Zustand. Worin liegt der Sinn des Lebens?
Von wem hängt meine Existenz ab?
Wer hat meine Existenz geschaffen?
Was ist der Sinn des Lebens?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
intermomo52 08.08.2011, 22:54
9. Sinn des Lebens

Zitat von caecilia_metella
Das mag dann sein, wenn man sich mit keiner Erklärung zufrieden gibt. Von wem hängt meine Existenz ab? Wer hat meine Existenz geschaffen? Was ist der Sinn des Lebens?
Eigentlich ganz einfach:
Nachdem jedes Leben eine endliche Dauer hat, kann es nur der Sinn sein, dieses über Kinder weiterzugeben. Nicht anders als bei Regenwürmern, Walen, Katzen oder auch homo erectus. Oder anders herum gefragt: was unterscheidet den homo sapiens von einem Ameisenbären? Seit wann besitzt der"Mensch" eine Seele? Seit er den aufrechten Gang eingeführt hat, um die Savanne besser zu übersehen, oder seit Buddha, Krishna, Jahwe, Jesus oder sigmund Freud? Da braucht es keine geschaffene Existenz, da haben einfach zwei Menschen miteinander Sex gahabt mit einem deutlichen Ergebnis.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 1 von 2