Forum: Schule Lehrergeständnisse: Kaum ein Schüler braucht später Physik
Beitrag melden

Begründen Sie knapp, warum es mit diesem Beitrag ein Problem gibt.

DPA Jan-Martin Klinge weiß, dass seine Schüler später wenig aus dem drögen Physikunterricht erinnern werden. Außerdem würde der Lehrer viel lieber Themen behandeln, die Spaß machen. Doch die Vorgaben aus dem Ministerium sind strikt - und unrealistisch. zum Artikel Antworten
Seite 1/32
#1 30.10.2014, 06:52 von berndasbrot

Physik......

......erklärt die gesamte Welt um uns herum.
Und das braucht man also nicht?
Ohne ein physikalisch-technisches Grundverständnis kann man sich in unserer Welt kaum kompetent bewegen. Das fängt z.B. schon beim Autofahren an (ja, das ist pure Physik, so mit F=m*a und P=F*v und Luftwiderstand=1/2*cw*ro*A*v² usw.). Hiflt ungemein, zu verstehen, warum der neue SUV auf einmal 2 Liter mehr braucht als der alte Kompaktwagen. Wenn man in Autoforen sieht, mit welcher absoluten technischen Ahnungslosigkeit die Leute unterwegs sind, kann einem nur Angst und bange werden. Es geht aber dann z.B. bei der Energiepolitik weiter. Wer ein bisschen naturwissentschaftliche Bildung hat, wird nicht -so wie die breite Masse- nur "Elektroauto her" und "Atomkraft nein danke!" brüllen, sondern eine differenziertere und intelligentere Meinung haben. Aber Mathe, Physik, Chemie sind ja uncool. Man macht lieber was "mit Tieren" oder "mit Medien".
Oder man geht zu DSDS. Oder wird Politiker. Oder Lehrer.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
#2 30.10.2014, 06:52 von HansCh

Kein Wunder das Ingenieursmangel ...

... in Deutschland herrscht. Wenn selbst Physiklehrer ihr Fach als dröge empfinden. Wie sollen sie ihre - nichtvorhandene - Begeisterung für die Essenz der Naturwissenschaften an die Schüler weitergeben, wenn sie selbst Hollywoodfilme benötigen, damit es "allen Seiten Vergnügen" bereitet. (Natürlich kann es gelegentlich eines Anstoßes aus der Lebenswelt der Schüler bedürfen, um Interesse zu wecken, aber dass ansonsten die Physik dröge sei, das haben uns unsere Lehrer früher nicht vermittelt.)

Beitrag melden Antworten / Zitieren
#3 30.10.2014, 07:00 von mailo

Omg!

Bei solchen Lehrern wundert mich das, was heutzutage in den Ausbuldungsbetrieben ankommt wenig. Weiß er eigentlich was er da den ganzen Tag in der Schule macht, bzw. machen soll? Flaschenzug, Hebelgesetze, Elektrizität.... Alles Unfug, was?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
#4 30.10.2014, 07:00 von buntschwarz

Schade

das selbst einem Physiklehrer keine praxisnahen Beispiele einfallen. Aber auch meine letzte PH-Wertanalyse liegt ein wenig zurück und wann hatte ich gleich das letzte mal Pantoffeltierchen beobachtet. Das ist leider das Schicksal der meisten Wissensgebiete aus der Schule. Aber wir lernen ja fürs Leben.
Welches Schulwissen haben sie gestern benötigt? Wenn es über lesen, schreiben und die Grundrechenarten hinaus geht wäre es schon viel.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
#5 30.10.2014, 07:04 von großwolke

Da sagt der Mann viel Wahres. Vor allem, wenn man dann sieht, was bei der Umsetzung der tollen Vorgaben als Endprodukt herauskommt: Bei mir zum Beispiel Azubis, die zu keinem Zeitpunkt ihrer Schülerlaufbahn begriffen haben, dass all dieses Zeug, was sie in der Schule gelernt haben (gern bis zum Abitur) tatsächlich einen praktischen Nutzen hat. Dass man es hernehmen kann, um sich in realen Anwendungsfällen zu behelfen. Und die diesen Blödsinn, trotz eindringlicher Appelle, während der Lehre auch nicht mehr ablegen.

Falls das hier irgendjemand liest aus dem Kreis der (angehenden) Eltern, der sogenannten Erziehungswissenschaftler: es ist überhaupt nicht nötig, Fremdsprachen im Kindergarten zu lernen und in der Mittelstufe fremdsprachige Quellen in den naturwissenschaftlichen Unterricht einzubeziehen. Es gibt für alles eine Zeit, und das Vorschulalter ist zum Spielen da, die Schule dazu, gute Grundlagen zu legen für den Erwerb von Wissen und den Umgang damit. Quellen im Internet bewerten zu können ist eine tolle Fähigkeit, aber sie verliert an Wichtigkeit, wenn man viel Wissen anwendungsbereit im Kopf hat. Und es ist ein Trugschluss zu glauben, dass man sich ja seine Infos jederzeit online zusammensuchen kann. Wenn man mit der Recherche erst anfängt, wenn das Problem schon brennend und blubbernd vor einem liegt, verliert man bei der täglichen Arbeit wertvolle Zeit, und in Diskussionen, in Meetings kommt man gar nicht erst zu sinnvollen Ergebnissen, sondern muss sich ein ums andere Mal vertagen.

Wenn ich ich mit deutlich älteren Kollegen zusammenarbeite, habe ich jedesmal tiefsten Respekt vor dem oft wahnsinnig umfangreichen Wissen, das diese Leute haben. Leider werden es in dem Maße, in dem ich selber älter werde, immer weniger von denen, und die nachwachsende Generation. mich eingeschlossen, hat in der Breite nicht mehr dieselbe Qualität. Da muss man ansetzen, wenn man das Bildungsniveau verbessern will, nicht an möglichst früher Einführung von Fremdsprachen oder moderner Technik. Wer einmal denken gelernt hat, der erschließt sich später auch technisches Englisch oder eine Programmiersprache viel schneller als jemand, der schon ganz früh in die Kunst des seelenlosen Bulimie-Lernens eingeführt wurde.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
#6 30.10.2014, 07:07 von marthaimschnee

Schon komisch, als Ingenieur kommt es mir eher so vor, als bräuchte später kaum jemand Biologie.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
#7 30.10.2014, 07:09 von kalaniu

Einfach nicht richtig

Nur wer Physik gelernt hat, kann qualitative Annahmen über physikalische Phänomene quantitativ belegen. Ich lese aus dem Artikel auch nicht heraus, dass die Behauptung nachvollziehbar belegt wird. Ich hoffe der Lehrer bringt seinen Kindern auch bei wie mit solchen Artikeln umzugehen ist: Ignorieren.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
#8 30.10.2014, 07:13 von Kasob

Sehr sympathisch

Ich kann dem nur zustimmen. Ich habe es selber gemerkt als ich nach 10 Jahren Berufserfahrung mein Abitur nachgeholt habe. Schlechter kann Schule ein nicht auf das Leben vorbereiten. Gerade wenn man den Vergleich hat was man später vielleicht ansatzweise braucht und was gelehrt wird. Gerade Ethik, wo moralische Fragen und deren Lösung diskutiert werden, wird mit 2 Stunden in der Woche abgetan. Dafür wird in Mathematik das 10000 mal ein x gesucht.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
#9 30.10.2014, 07:15 von anderermeinung

Ein Lehrer mit derartiger Einstellung gehört enlassen.

Erziehung nur noch für die Spaßgesellschaft? MINT-Fächer gleich gar nicht mehr lehren, weil sie keinen Spaß machen? Armes Vaterland.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 1/32
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!