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Bolt-Drama zum Abschied: Der Sturz des Unfehlbaren
AFP

Usain Bolt wurde im letzten Rennen seiner Karriere von einer Verletzung gestoppt - für seine Teamkollegen ist die Schuldfrage klar. Ein Nachfolger für den größten Leichtathleten unserer Zeit ist nicht in Sicht.

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John McC!ane 13.08.2017, 14:00
1. Das ist so traurig...

Ein Ausnahmeathlet wie Usain Bolt hätte wirklich einen Abgang in allen Ehren verdient gehabt - oder wie die Amis sagen; "with all bells and whistles".
A propos Amis: dass ausgerechnet dieser krumme Doping-Hund aus Trumpistan ihn geschlagen hat, ärgert mich besonders! Na ja - vielleicht ist da das letzte Wort ja noch nicht gesprochen, bei Armstrong kam die Gerechtigkeit auch erst sehr spät zum Zug... ;-)

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franz.v.trotta 13.08.2017, 14:29
2.

Besser ein Krampf als ein dritter Platz beim letzten Rennen. - Jetzt spricht man nur von ihm.

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adama. 13.08.2017, 14:39
3. Naja

Das Aufwärmen und die Vorbereitung eines Wettkampfes gehören zu den Grundlagen eines Sportlers. Bolt war in diesem Rennen der Einzige, der das offensichtlich nicht richtig hingekriegt hat. Der Wechsel hat bei Bolt nicht geklappt und er hat zuviel Tempo verloren. Seine Gegner waren ihm schon weggelaufen. Als Bolt dies klar wurde und er einen "Extraturbo" zuschalten wollte, war da nur noch ein Krampf, denn mehr als der dritte Platz war nicht mehr drin. Ich denke an dieser Stelle hat er die Verletzung dankbar angenommen. Als Dritter wollte er nicht (wieder) ankommen

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schwaebischehausfrau 13.08.2017, 14:52
4. Taktische Verletzung?

Bin mir nicht sicher, ob diese Zerrung auch aufgetreten wäre, wenn Bolt und seine Staffel nicht schon deutlich zurückgelegen hätten. Man konnte schon im 100-Meter-Finale sehen, dass er nicht mehr die Form hat, um seine Konkurrenten abzuhängen. Vielleicht war ein verletzungsbedingter Abgang für ihn ein attraktiverer Abgang als im letzten Rennen nochmal geschlagen zu werden.
Mit am auffälligsten bei dieser WM war das eher schwache Abschneiden der jamaikanischen Sprinter und der afrikanischen "Wunderläufer" auf den Mittelstecken - jedenfalls im Vergleich zu der erdrückenden Dominanz der letzten Jahre. So wie auch am Samstag über 3.000 Meter Hindernis der Damen oder vorher schon über die 1.500 Meter. Die Möglichkeiten der Anti-Doping-Labore und "eingefrorenen Doping-Proben", die man nach Jahren mit neuen Analyse-Methoden nochmal prüfen kann, verfehlen offenbar ihre Wirkung nicht. Plötzlich haben auch Athleten aus der Schweiz, Polen, Norwegen etc. die Möglichkeit, wieder in ein WM-Finale zu kommen.

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ExigeCup260 13.08.2017, 15:47
5.

Zitat von schwaebischehausfrau
Bin mir nicht sicher, ob diese Zerrung auch aufgetreten wäre, wenn Bolt und seine Staffel nicht schon deutlich zurückgelegen hätten. Man konnte schon im 100-Meter-Finale sehen, dass er nicht mehr die Form hat, um seine Konkurrenten abzuhängen. Vielleicht war ein verletzungsbedingter Abgang für ihn ein attraktiverer Abgang als im letzten Rennen nochmal geschlagen zu werden. Mit am auffälligsten bei dieser WM war das eher schwache Abschneiden der jamaikanischen Sprinter und der afrikanischen "Wunderläufer" auf den Mittelstecken - jedenfalls im Vergleich zu der erdrückenden Dominanz der letzten Jahre. So wie auch am Samstag über 3.000 Meter Hindernis der Damen oder vorher schon über die 1.500 Meter. Die Möglichkeiten der Anti-Doping-Labore und "eingefrorenen Doping-Proben", die man nach Jahren mit neuen Analyse-Methoden nochmal prüfen kann, verfehlen offenbar ihre Wirkung nicht. Plötzlich haben auch Athleten aus der Schweiz, Polen, Norwegen etc. die Möglichkeit, wieder in ein WM-Finale zu kommen.
So etwas sollten Sie aber nicht auf Pressekonfernezen thematisieren...
Sie werden doch nicht in Frage stellen, dass schwarzhäutige Läufer per se die überlegenen Sprinter sind (von klein auf Sprintwettkämpfe am Strand (Jamaika) oder in den Voroten US-amerikanischer Großstädte) und die ostafrikanischen Mittel- und Langstreckenläufer durch die harte Kindheit (jeden Tag im Hochgebirge 40km Wasser holen) und die harte Selektion (riesige Läufergruppen, knallharte Selektion der Läufer) einfach besser sind?

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doubletrouble2 13.08.2017, 16:27
6. Sterbliche Maschine.

Es ist eine Unverschämtheit, Sprinter warten zu lassen. Ihr Aufwärmritual folgt einem exakten Zeitplan und ihre Energiereserven sind wie Flugbenzin schnell verflogen, wenn dieser Plan verzögert wird. Kältebildung auf der Haut fördert Muskelhärten und Zerrungen. Dieser Vorgang zeigt, dass Athleten von manchen Funktionären betrachtet werden, wie Gladiatoren von den römischen Herrschern. Andererseits verstand es Gatlin besser, mit der Verzögerung fertig zu werden. Nach seinem Sieg verneigte er sich vor Bolt, um ihn anschließend zu umarmen. Es war eine Geste der Solidarität unter Sklaven der Arena und bleibt in Erinnerung.

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ackermart 13.08.2017, 16:47
7. Flucht nach hinten...

sollte man als strategische Taktik nicht ausschließen. Für mich schien es jedenfalls am allerwenigsten ein ZUFALL zu sein, dass er ZU FALL kam. Doch wer steckt schon drin in einem Krampf oder dessen krampfhaftem Schauspielen müssen, um auch noch als Letzter dem Sieger die Schau stehlen zu können? Kurz gesagt, ich glaube ihm die Souveränität des über allem Schwebenden wie über sich selber Lachenden nun nicht länger, die er nur im Siegen zeigte.

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vera gehlkiel 13.08.2017, 18:04
8.

Bolt hat als Athlet für seine Sportart das Feuer angezündet, in dessen Glanz wir uns jenseits aller taktischen Erwägungen, und sogar jenseits der endlos abgehandelten Frage, ob Leistungen auf diesem Niveau überhaupt noch auf gänzlich "natürliche" Art zustande kommen können, mit feuchten Augen und heissen Herzen selbst erkennen. Wie so einer letztendlich dann abtritt, ist ganz egal. Ob Zidanes unrühmlicher Kopfstoss in seinem letzten Spiel überhaupt, der seine Mannschaft und sein Land damals vermutlich alles gekostet hat, ob die fatalen Schaukämpfe Alis nach seiner endgültigen Entthronung als Champ aller Champs, ob das Versumpfen eines Maradona in Drogennebel und Fresssucht, die Trinkerei eines Michael Phelps. Oder nun eben, dass der völlig verausgabte alternde Körper dieses Jahrhundertläufers in aller Öffentlichkeit, und nur noch dreissig Meter vor dem letzen Zieleinlauf, seinen Dienst endgültig versagte! Wenn so etwas geschieht, bedeutet es nichts, und bedeutet alles zugleich. Jedenfalls steht für mich eines ganz fest: im Fallen des Helden wird seine erstaunliche Grösse als ein Mensch mit einer ganz aussergewöhnlichen Leistungsfähigkeit erst zur Unsterblichkeit. Denn wir erkennen mit einem Schlag seine Nahbarkeit. Und erkennen, dass ihn diese Nahbarkeit im Grunde genommen immer schon ausgemacht hat. Usain Bolt war stets nahbar, das unterscheidet ihn grundsätzlich von Gatlin und allen anderen seiner Läuferkollegen. Ihn trug das Publikum durch die Rennen, die anderen waren ein Resultat unermüdlicher Trainingsarbeit, die nur für sich liefen, und uns deshalb eher langweilten. Nur Usain lief für uns alle. Er wollte, dass wir alle teilen können, was er erlebte, wollte sich uns über seinen Sport mitteilen. Darin findet sich, in der ganzen Pathetik und zugleich Profanität, ein notwendiges Paradoxon wieder, was uns seit der Antike begleitet. Und siehe da, wir schauen nur etwas fern, und es entsteht erneut vor unseren Augen, ganz rein und frisch, von atemberaubender Grossartigkeit und zugleich so menschlich unvollkommen, dass wir fassungslos sind. Ich hab gestern heftig geweint, als ich den Giganten dort am Boden sah, war untröstlich, und zugleich war dies ein hinreissender, ein herrlicher, ein grosser Moment voller Zauberstärke. Verstehe einer die Menschen!

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nochfragen? 13.08.2017, 18:29
9. Mal ganz abgesehen von Bolt...

...frage ich mich schon lange, wieso ausgerechnet um den 100-Meter-Sprint so ein Gewese gemacht wird. Ist für mich einer der langweiligsten Leichtathletik-Wettbewerbe überhaupt: 100 Meter geradeaus laufen, fertig. Bitte um Aufklärung, was genau daran jetzt so faszinierend sein soll. Da haben andere Disziplinen doch weitaus mehr zu bieten, insbesondere der Mehrkampf.

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