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DFB zur Causa Özil: Es geht um uns
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Reinhard Grindel hat Nationalspieler Mesut Özil kritisiert. Was der DFB-Präsident verkennt: In der Debatte geht es um weit mehr als Sport - es geht um die Frage, welche Menschen Deutschland repräsentieren.

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2cv 09.07.2018, 13:58
1. Es geht gar nicht um die Özil's Nationalität.

Wer das Thema "Nationalität" nach vorn schiebt, hat sich das Spiel der Mannschaft nicht wirklich angeschaut. Die Kritik - zumindest meine - richtet sich an die spielerische Qualität. Wir haben abends am Fernseher gesessen und das ein oder andere Mal gestöhnt ob der (nach unserer EInschätzung überproportional) fehlerhaften Pässe, des unnötigen Rückpiels über etlich Meter statt einer nach vorn gerichteten Offensivtaktik etc. - Özil und die restlichen "Jungs" waren einfach zu gesättigt, nicht mehr so hungrig wie viele andere junge Mannschaften. Das "wird schon gutgehen" war vielen in Zügen und Gesicht ablesbar. Der Ehrgeiz fehlte. Und dann natürlich noch das Alter der Spieler. Ein 25jähriger hat sowohl eine andere Leistungsbereitschaft und Leistungsfähigkeit wie ein 30 oder 35jähriger. Das ist die Causa, um die es geht. Oder gehen sollte. Nichts anderes. Es müssen Wadenbeisser her, nicht selbstgefällige Senioren. Letztere gehören nicht auf den Platz, und auch nicht ins Management. Wer von den Herren hat da noch den "Lean Forward Modus" eingeschaltet? Die meisten sind doch auf "Lean Back" eingestellt.

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jeg 09.07.2018, 14:00
2. Will der DFB überhaupt, dass wir für Deutschland spielen?

Vielleicht sollten die Jungs auch noch wie Soldaten vereidigt werden bevor „wir“ ihnen gestatten für uns zu spielen.
Und bitte eine No-Foto-Liste, nur für Spieler mit Migrationshintergrund - auch wenn in Deutschland geboren. Oder besser doch für Alle um Aufregung für die empfindlichen Seelen der DEUTSCHEN zu vermeiden.

Was ist eigentlich aus dem Radikalenerlass geworden?

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antelatis 09.07.2018, 14:00
3. Ist doch ganz einfach

Wer Wahlwerbung für einen Autokraten macht, der es mit den Menschenrechten nicht so genau nimmt, der hat in einem Team, dass demokratische Werte und Ansichten vertritt, nichts zu suchen!

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kork22 09.07.2018, 14:01
4. Geht ein Dortmunder nach Schalke...

Man stelle sich vor, dass Marco Reuss nach Gelsenkirchen fährt, sich mit Herrn Tönnies und einem T-Shirt "Mein Präsident" ablichten läßt. Es braucht dann nicht viel Fantasie um sich vorzustellen, wie sein Empfang beim nächsten Bundesligaspiel ausfallen würde.

Und genau hierum geht es: Es muss gar keine politische oder rassistische Komponente habe. Wenn Herr Özil sich gerne mit dem türkischen Präsidenten zeigt, ist das sein gutes Recht, aber er hat sich zu einem anderen Verein als der deutschen Nationalmannschaft bekannt.

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kayakclc 09.07.2018, 14:01
5. Nebelkerzen: Eine Schande für den DFB

Die Diskussion der Causa Özil ist vor der WM vom DFB und den Verantwortlichen abgeleht worden. Jetzt, wo es um Sündenböcke für das kathastophale Abschneiden der deutschen Manschaft geht, und die schwachsinnige Vertragsverlängerung von Löw vor (!) wird auf einem einzelnen Spieler des Teams, der nicht einmal der schlechteste war (Müller, Khedira und auch Kroos spielten streckenweisen unterirdisch), herumgehackt. Von Löw, der als Trainer alleine für die Aufstellung der Mannschaft verantwortlich war, ist nichts mehr zu sehen. Bierhof's Interviews zeugen auch nicht von Selbstkritik. Und Herr Grindel muss sich fragen, warum überhaupt ein Vertrag mit Löw über 2018 hinaus geschlossen wurde. Da werfen die wahren verantwortlichen Nebelkerzen, anstelle dass alle drei endlich den überfällig Schritt selbst tun: bitte zurücktreten!

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parmenides1 09.07.2018, 14:02
6. Löws Eigensinnigkeit

Während Özil das Spiel in die Breite zog, Khedira wie Falschgeld herumirrte, Kroos man bei Laufen die Schuhe besohlen konnte, rannten sich andere die Hacken ab und wurden nicht nominiert...
DAS ist das,was zornig macht.

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Spiegelleser2018 09.07.2018, 14:03
7.

Wenn man den Artikel liest, könnte man meinen Herr Özil wird angefeindet und unter Druck gesetzt ohne selbst etwas dazu beigetragen zu haben. Dem ist doch aber nicht so. Er ist langjähriger Nationalspieler und Weltmeister. Kein Mensch wollte was von ihm, bis er meinte sich mit Erdogan fotografieren lassen zu müssen. Das hat viele deutsche Fußballfans zu recht wütend gemacht und Herr Özil hat nichts unternommen um das zu ändern. Dass der DFB jetzt im Nachhinein auf ihm rumhackt ist natürlich erbärmlich. Aber das war das Foto auch!

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hollaonboard 09.07.2018, 14:03
8. Es geht darum, wie Aufrichtig man

zu jenen Menschen ist, die einem den Auftrag geben Sie zu representiere. Dies gilt für Sportler aber viel mehr für Politiker. Und wenn die Politiker schon hierbei Reihenweise versagen, kann man den Sportlern doch keinen Vorwurf machen. In Deutschland gibt es doch gar keine nationale Identifikation, ist doch verboten, zensiert oder gleich Rechts. Ich meine, manch ein legitimer AFD Politiker wird härter angegangen als ein Diktatorenverehrer. Selbst unser Bundespräsident nahm ihn in Schutz, was sagt das über Ihn aus?

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HARK 09.07.2018, 14:04
9. Peinlich, peinlich, peinlich

Jahrzehntelang wurde der DFB nicht müde zu behaupten, wie wichtig Fußball für die Integration sei. Dass es sich hierbei vor allem um heiße Luft handelt, wird nun für jeden sichtbar. Das Problem des DFB und seiner Verantwortlichen: Sie haben ganz offensichtlich keine Haltung. Dort hat man anscheinend verinnerlicht: "Integration ja, solange genügend Tore für Deutschland dabei herausspringen." Warum auch immer die Causa Özil jetzt zur Sprache kommt: Offenbar hat man sich vor der WM nicht getraut, klar Stellung zu beziehen, oder es war den Offiziellen Wurscht. Das Ergebnis der Analyse bleibt das gleiche: keine Haltung.

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