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Kristina Vogel über Querschnittlähmung: "Fühle mich wie ein Baby, das neu lernen muss
DPA

Im SPIEGEL hatte Kristina Vogel ihre Querschnittlähmung bekanntgegeben. Nun lud die Bahnrad-Olympiasiegerin zu einer Pressekonferenz und sprach über Unterstützung, Fortschritt und Muskelkater.

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frankenbaer 12.09.2018, 12:22
1. Angst frisst Menschlichkeit

Ich vermute, das Schweigen des niederländischen Verbandes beruht auf Sorge, Handlungen oder Worte könnte als eine Art Schuldeingeständnis gewertet werden und so versicherungstechnisch zu Problemen führen. Diese Art der Absicherung mag zwar verständlich aber nicht sehr fair sein.

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joergzs 12.09.2018, 12:24
2. Na, zur Gesundheit von Frau Vogel fehlt die Hälfte

Im Mai 2009 wurde Kristina Vogel beim Straßentraining von einem Zivilfahrzeug der Thüringer Polizei erfasst und erlitt schwere Verletzungen. Ein Brustwirbel und die Handwurzelknochen waren gebrochen, sie verlor mehrere Zähne und die Glasscheibe des Autos zerschnitt ihr Gesicht. Eine Gesichtshälfte blieb teilweise taub. Im August 2014 sprach ihr das Landgericht Erfurt ein Schmerzensgeld in Höhe von 100.000 Euro zu, zu zahlen vom Freistaat Thüringen. Der Freistaat hatte nur 25.000 Euro Schmerzensgeld zahlen wollen, Vogel forderte 80.000 Euro. Bei seinem Urteil legte das Gericht die Schwere der Verletzungen zugrunde, aber auch die lange Zeit, die Vogel auf das Geld hatte warten müssen, sowie das Prozessverhalten des Freistaats. Vogel: „[…] Einerseits rühmt man sich mit deinen Titeln […] Es wäre doch aber mal ein Schritt gewesen zu sagen: Du bist unsere Athletin, wir stehen hinter dir.“ Nach längerem Krankenhausaufenthalt und mehreren Operationen kündigte Vogel im Februar 2010 ihr Comeback bei den UCI-Bahn-Weltmeisterschaften im März in Kopenhagen an.

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Trollflüsterer 12.09.2018, 12:54
3.

Unendlich traurig, dass so eine junge, aktive Person so unverschuldet aus dem Leben gerissen wird.
Ich hoffe da sie noch jung ist, dass man ich Zukunft per Technik das Rückenmark so überbrücken kann, dass sie irg. wieder gehen kann.
Die Physis und gute med. Betreuung hat sie ja.

Aber dass die Niederländer sich nicht mal kurz gemeldet haben, ist schon seltsam.

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olli_b 12.09.2018, 13:39
4.

Zitat von Trollflüsterer
Unendlich traurig, dass so eine junge, aktive Person so unverschuldet aus dem Leben gerissen wird.
Sie ist nicht tot, also schon mal nicht "aus dem Leben gerissen". Wie man an Martyn Ashton sieht, kann man auch nach so einen Unfall eine Menge erleben. Und das ist _nicht_ ironisch gemeint.

In disaster there is oppurtunity
https://www.youtube.com/watch?v=CYebJBcLZHA

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zauberer2112 12.09.2018, 13:53
5. Der ist fertig

Warum soll der Holländer sich melden? Er weiß, dass alles schief gelaufen ist, was schieflaufen konnte. Und Mitleid bringt ihr auch nichts. Vielleicht meldet er sich ja noch. Mein Bruder hatte mal einen Motorradunfall, ein LKW hat ihm die Vorfahrt genommen. Er lag monatelang im Koma, war schwerbehindert und ist 6 Jahre später gestorben. Der Unfallgegner hat meine Eltern auch 1 oder 2 Mal besucht, aber was sollte er machen? Und sie haben's mit Fassung ertragen. Shit happens, alles Gute Frau Vogel!

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gruffelo 12.09.2018, 13:57
6. Allergrössten Respekt!

Den allergrössten Respekt vor dieser tapferen, gefassten und mutigen jungen Frau! An dieser Einstellung und Haltung können sich sehr viele Leute ein Beispiel nehmen!! Meinen allergrössten Respekt!!
Dass der Fahrer aus NL sich nicht gemeldet hat ist nicht nachvollziehbar und auch mit versicherungstechnischen Gründen wie Schuldeingeständnis nicht zu erklären. Angeblich hat er selbst keine nennenswerten Verletzungen davongetragen. Sofern das stimmt, ist das Verhalten unerklärlich und schwer entschuldbar.

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Trollflüsterer 12.09.2018, 14:30
7.

Zitat von olli_b
Sie ist nicht tot, also schon mal nicht "aus dem Leben gerissen". ....
Natürlich kann man den Terminus: "aus dem Leben gerissen" hier verwenden, auch wenn meistens sterben gemeint ist.

Hier, beide nicht tot, und trotzdem verwenden die Medien den Satz:

https://www1.wdr.de/fernsehen/quarks...rissen100.html
https://www.berliner-zeitung.de/pano...ht-zu-24027086

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konterspieler 12.09.2018, 14:45
8. Das schwere Gewissen eines Menschen

kann ebenso lähmend wirken, wie eine schwere Sportverletzung. Man sollte diesem jungen Holländer noch etwas Zeit geben und ihn nicht einfach "aburteilen"
Was man Kristina Vogel sagen soll, kann, möchte, klingt alles irgendwie falsch, unzulänglich und wirkt hilflos. Es ist ein Jammer das diese grossartige Sportlerin und sympathische junge Frau von einem solchen Schicksalsschlag getroffen wurde und es verschlägt einem buchstäblich die Sprache. -
Dennoch und trotz alledem kann sie vielleicht ihre grandiose sportliche Karriere auf anderer Ebene fortsetzen:
Als Rennrollstuhlfahrerin beim Berlin-Marathon, bei Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen. Dort wird sie vermutlich - mit einigem Training - sämtliche Rekorde brechen... !

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extra330sc 12.09.2018, 14:49
9.

Zitat von gruffelo
Den allergrössten Respekt vor dieser tapferen, gefassten und mutigen jungen Frau! An dieser Einstellung und Haltung können sich sehr viele Leute ein Beispiel nehmen!! Meinen allergrössten Respekt!! Dass der Fahrer aus NL sich nicht gemeldet hat ist nicht nachvollziehbar und auch mit versicherungstechnischen Gründen wie Schuldeingeständnis nicht zu erklären. Angeblich hat er selbst keine nennenswerten Verletzungen davongetragen. Sofern das stimmt, ist das Verhalten unerklärlich und schwer entschuldbar.
Ich war selber beim Bahntraining, als die Nachricht herauskam, dass Kristina einen sehr schlimmen Trainingsunfall hatte. Daher werde ich diesen Moment nie vergessen.
Ich wünsche Kristina viel Kraft, Zähigkeit, Zuversicht und Glück für die Zukunft.
Versicherungstechnische Gründe dürften übrigens bzgl. der bisherigen Kontaktabstinenz keine Gründe spielen. Alle Bahnfahrer haben eine Rennlizenz und sind somit haftpflichtversichert. Der Niederländer war aber ein junger Nachwuchsfahrer. Vielleicht hat er selber diesen Unfall bislang nicht verarbeitet.
Aber auch das ist reine Spekulation und ich tue mir schwer, aus der Ferne moralische Urteile zu fällen. Der niederländische Verband dagegen hätte schon den Kontakt suchen können/müssen.

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