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Leichtathletik-WM: Krauses Titelträume platzen in Chaos-Rennen
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In einem kuriosen 3000-Meter-Hindernis-Finale ist Gesa Krause um ihre Medaillenhoffnungen gebracht worden. Vor dem Finaltag brachten sich zwei deutsche Zehnkämpfer in eine gute Ausgangsposition.

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C-Hochwald 12.08.2017, 00:36
1. Lauftaktik

Weltklasse bedeutet nicht nur das Vorhandensein eines läuferischen Potentials, sondern auch das Vermögen einer Renntaktik. Diese war nicht ersichtlich!
Als Kandidatin für die forderten Plätze würde eine erfahrende Läuferin oder ein erfahrender Läufer spätestens nach dem "Umweg" der Kenianerin am Wasergraben sich taktisch klug im forderten Drittel platzieren. Die Rempeleien finden erfahrungsgemäß weiter hinten statt. Daher hält sich mein Mitleid mit Krause in engen Grenzen. Wenn ich mit ihrer Form und den hohen Ambitionen ins Rennen gehe, verhalte ich mich offensiver als heute und umgehe die Scharmützel in den hinteren Rängen.
Meine Meinung mag hart klingen, aber Weltklasse erreicht niemand im Kuschelkurs. Wer etwas erreichen will, braucht mehr als nur Sponsoren und Begleitung des Freundes zum Lauftraining ins Ausland, sondern die konsequente Zielorientierung auch im nicht Wettkampf. Das habe ich heute vermisst; nicht zum ersten Mal bei einem Deutschen Athleten bei internationalen Meisterschaften.l

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lupenreinerdemokrat 12.08.2017, 08:41
2.

Offenbar war die kenianische Läuferin Beatrice Chepkoech geistig verwirrt, nachdem sie bereits kurz zuvor am Wassergraben vorbei lief und umkehren musste, um nicht disqualifiziert zu werden.
Jedenfalls war es großes Pech für Gesa Krause, denn eine Platzierung ganz vorne wäre ihr sicher gewesen.
Wie der Mitforist schon schrieb: vielleicht nächstes mal von Anfang an weiter vorne einordnen und somit die Wahrscheinlichkeit etwas verringern, in Stürze und Gedrängel verwickelt zu werden.
Aber zumindest hatten die Teilnehmerinnen der 3000m Hindernislauf das Glück, dass keine Männer mitliefen, was man bei den Damen der 800m ja nicht sagen kann, die gegen die 3 mitlaufenden "Männer" schlicht und ergreifend nicht die geringste Chance haben. Wenn Semenya, Wambui und Niyonsaba "ernst" machen würden, wäre der Vorsprung zum Damenfeld wohl mehr als 20m an der Ziellinie, aber es ist ziemlich deutlich zu erkennen, dass die 3 sich vornehm zurückhalten, um die Diskussionen nicht noch mehr anzufachen....

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fördeanwohner 12.08.2017, 08:49
3. -

Zitat von C-Hochwald
Weltklasse bedeutet nicht nur das Vorhandensein eines läuferischen Potentials, sondern auch das Vermögen einer Renntaktik. Diese war nicht ersichtlich! Als Kandidatin für die forderten Plätze würde eine erfahrende Läuferin oder ein erfahrender Läufer spätestens nach dem "Umweg" der Kenianerin am Wasergraben sich taktisch klug im forderten Drittel platzieren. Die Rempeleien finden erfahrungsgemäß weiter hinten statt. Daher hält sich mein Mitleid mit Krause in engen Grenzen. Wenn ich mit ihrer Form und den hohen Ambitionen ins Rennen gehe, verhalte ich mich offensiver als heute und umgehe die Scharmützel in den hinteren Rängen. Meine Meinung mag hart klingen, aber Weltklasse erreicht niemand im Kuschelkurs. Wer etwas erreichen will, braucht mehr als nur Sponsoren und Begleitung des Freundes zum Lauftraining ins Ausland, sondern die konsequente Zielorientierung auch im nicht Wettkampf. Das habe ich heute vermisst; nicht zum ersten Mal bei einem Deutschen Athleten bei internationalen Meisterschaften.l
Ja, klingt aber nicht nur zu hart, sondern ist es auch. Der "Umweg" und der Sturz der Kenianerin lagen zeitlich viel zu nah beieinander, als dass man da bereits die Taktik hätte verändern können. Zum anderen passieren solche Dinge auch anderen Weltklasseathleten.
Dass Gesa Krause eine richtig Gute ist, konnte man an ihrer Aufholjagd und ihrem Statement nach dem Lauf erkennen. Ich finde es beeindruckend, wenn eine junge Frau nicht rumjammert und womöglich anderen die Schuld gibt, sondern unter für sie schwierigsten Umständen weitermacht und dann anerkennt, dass Sport eben auch so sein kann. Das ist professionell und zeichnet einen Sportler ebenfalls aus.

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steingärtner 12.08.2017, 09:05
4. Meinen Respekt

Für ihre Tapferkeit und ihren gezeigten Charakter zolle ich Frau Krause meinen Respekt.

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Champagnerschorle 12.08.2017, 09:06
5. vertan

Es zieht sich schon ein wenig wie ein roter Faden durch die Ergebnisse. Die deutschen Sportler/-innen landen nicht auf den Rängen, die ihren Möglichkeiten entsprächen. Andere Nationen hingegen scheinen in der Lage zu sein, bei Großveranstaltungen nochmals ein Plus an Leistung abzurufen. Ich spreche hier nicht das Thema Doping an, sondern den Bereich Leidenschaft und leiden.
Bei diesem Rennen kommt nun noch hinzu, daß die Renntaktik von Gesa Krause sehr unglücklich gewählt war.

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dirk.resuehr 12.08.2017, 09:08
6. Taktik

Zitat von C-Hochwald
Weltklasse bedeutet nicht nur das Vorhandensein eines läuferischen Potentials, sondern auch das Vermögen einer Renntaktik. Diese war nicht ersichtlich! Als Kandidatin für die forderten Plätze würde eine erfahrende Läuferin oder ein erfahrender Läufer spätestens nach dem "Umweg" der Kenianerin am Wasergraben sich taktisch klug im forderten Drittel platzieren. Die Rempeleien finden erfahrungsgemäß weiter hinten statt. Daher hält sich mein Mitleid mit Krause in engen Grenzen. Wenn ich mit ihrer Form und den hohen Ambitionen ins Rennen gehe, verhalte ich mich offensiver als heute und umgehe die Scharmützel in den hinteren Rängen. Meine Meinung mag hart klingen, aber Weltklasse erreicht niemand im Kuschelkurs. Wer etwas erreichen will, braucht mehr als nur Sponsoren und Begleitung des Freundes zum Lauftraining ins Ausland, sondern die konsequente Zielorientierung auch im nicht Wettkampf. Das habe ich heute vermisst; nicht zum ersten Mal bei einem Deutschen Athleten bei internationalen Meisterschaften.l
korrekt. A priori auf den hinteren, chancenlosen Rängen eingeordnet.Was soll das denn, wenn ich mich als chancenlos einschätze, was bitte soll ich da bei einer Meisterschaft? Das, nebenbei, sollten sich die meisten der deutschen Teilnehmer und die Funktionäre fragen. Schon fast die Regel, daß deutsche Treilnehmer bei Weltmeisterschaften meilenweit von ihren Bestleistungen entfernt sind.

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zaunreiter35 12.08.2017, 09:59
7. Klarstellung

Ich möchte mal was für die deutschen Sofasportler hier klarstellen:

1. Semenya, Wambui und Niyonsaba sind Frauen. Frauen, die von Natur aus einen höheren Testosteronspiegel haben als die meisten anderen Frauen. Sie sehen dafür nicht so aus wie Allyson Felix, Dawn Harper-Nelson oder Marie-Josee Ta Lou. Sie sehen dann halt so aus, als würden sie täglich ins Cross-Fit-Studio gehen.
Über Daphne Schippers oder Nafissatou Thiam regt sich ja auch niemand auf.
Wenn der deutsche Sofasportler Frauen, die Sport treiben, sehen will, die wie eine schöne Gazelle aussehen, dann ist das sein Problem. Wer süsse und adrett aussehende sporttreibende Frauen will, dann sollte der sein Weltbild hinterfragen!
Da gibt es auf taz-online einen Artikel zu den sexistischen Kommentaren von den ZDF-Übertragungen:
http://taz.de/Kommentar-Caster-Semenya/!5433658/

2. Ich ziehe meinen Hut vor der sportlichen Größe von Gesa Krause.
Vor dem Fernsehen kann man ja viel denken, so mit dem Feierabendbier und Chips in der Hand. Vielleicht war ja die Taktik, die sie sich mit ihrem Trainer ausgedacht hat, erst mal im hinteren Feld zu bleiben, und nicht wie Constanze Klosterhalfen (auch die hat Größe bewiesen und Lehrgeld zahlen müssen) wie ein junges Pferd drauflos zu stürmen.
Eine Sabrina Mockenhaupt wäre spätestens nach der Hälfte des Rennens ausgestiegen und hätte, wenns nicht anders gelaufen wäre, alles aufs Wetter geschoben.
Meine mittelhessische Landsfrau ist deshalb für mich die Sportlerin des Jahres.

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lancerfoto 12.08.2017, 10:51
8.

Zitat von zaunreiter35
Ich möchte mal was für die deutschen Sofasportler hier klarstellen: 1. Semenya, Wambui und Niyonsaba sind Frauen. Frauen, die von Natur aus einen höheren Testosteronspiegel haben als die meisten anderen Frauen. Sie sehen dafür nicht so aus wie Allyson Felix, Dawn Harper-Nelson oder Marie-Josee Ta Lou. Sie sehen dann halt so aus, als würden sie täglich ins Cross-Fit-Studio gehen. Über Daphne Schippers oder Nafissatou Thiam regt sich ja auch niemand auf. Wenn der deutsche Sofasportler Frauen, die Sport treiben, sehen will, die wie eine schöne Gazelle aussehen, dann ist das sein Problem. Wer süsse und adrett aussehende sporttreibende Frauen will, dann sollte der sein Weltbild hinterfragen! Da gibt es auf taz-online einen Artikel zu den sexistischen Kommentaren von den ZDF-Übertragungen: http://taz.de/Kommentar-Caster-Semenya/!5433658/ 2. Ich ziehe meinen Hut vor der sportlichen Größe von Gesa Krause. Vor dem Fernsehen kann man ja viel denken, so mit dem Feierabendbier und Chips in der Hand. Vielleicht war ja die Taktik, die sie sich mit ihrem Trainer ausgedacht hat, erst mal im hinteren Feld zu bleiben, und nicht wie Constanze Klosterhalfen (auch die hat Größe bewiesen und Lehrgeld zahlen müssen) wie ein junges Pferd drauflos zu stürmen. Eine Sabrina Mockenhaupt wäre spätestens nach der Hälfte des Rennens ausgestiegen und hätte, wenns nicht anders gelaufen wäre, alles aufs Wetter geschoben. Meine mittelhessische Landsfrau ist deshalb für mich die Sportlerin des Jahres.
Sie haben Klarstellung mit Unterstellung verwechselt! Ihre Vorstellung, wie man(n) Sport guckt erscheinen mir antiquiert und klischeehaft.
Und wenn Sie generell den Hut vor Frau Krause ziehen, so geht das für Sie vielleicht in Ordnung. Ich ziehe den Hut jedenfalls lediglich für ihr Verhalten NACH dem Sturz. Dafür meinen Respekt.
Ich gebe aber auch den Foristen vor Ihnen Recht, die darauf Hinweisen, dass mit einer anderen Taktik möglicherweise ein ganz anderer Rennverlauf mit einem besseren Ergebnis hätte erzielt werden können. Darauf sind Sie mit keinem Wort eingegangen. Deshalb halte ich Ihre Überschrift "Klarstelling" schlichtweg für falsch

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allster 12.08.2017, 11:17
9. Auffällig

Ich habe selbst Mittelstrecke als Leistungssport betrieben. Oberstes Trainergebot lautete immer: Lasst Euch nicht nach innen drängen,denn von dort ist es schwer rauszukommen. Erst recht,wenn noch Hindernisse kommen. Das ist taktisch wirklich unklug. Ich habe schon vor dem Sturz gesagt,dass das nicht gut ausgehen wird,denn man musste damit rechnen,dass jemand entweder am Hindernis stolpert oder irgendwie anders. Die Amerikanerinnen haben sich da clever verhalten. Immer vorn dabei und dem Gerangel aus dem Weg gelaufen. Aber Das hier teuer gezahlte Lehrgeld wird zukünftig gut angelegt sein.

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