Forum: Sport
Sexismus im Sport: Ausgereizt
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Werden Frauen auf der großen Sportbühne erniedrigt, ist die Empörung groß. Doch es geht nicht nur um ärgerliche Einzelfälle. Sexismus im Sport ist ein strukturelles Problem.

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navalist 09.01.2019, 13:20
1. Sportförderung

Solange die Sportförderung in Deutschland Leistungssportler weiter am Hungertuch nagen lässt, ist es doch kein Wunder, das attraktive Frauen und Männer (!!) diesen Vorteil werblich für sich nutzen.

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cs01 09.01.2019, 13:21
2.

Auch Männer können sich, Fussball einmal ausgenommen, meist nicht rein über den Sport und die Leistung vermarkten. Auch sie müssen interessant sein, aus welchem Grund auch immer. Stefan Kretschmar z.B. war zwar ein begnadeter Handballer, das waren aber andere aus seiner Generation auch. Und wer hat dort die Werbeverträge abgekriegt? Und warum?
Auch Frauen im Sport müssen interessant sein und die einfachste Möglichkeit, die ihnen und ihren Managern einfällt, ist eben "Sex sells".

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m82arcel 09.01.2019, 13:35
3.

Ist es in der Welt der männlichen Profisportler denn wirklich anders? Männliche Fußballer posieren eingeölt und mit mindestens freiem Oberkörper in sozialen Netzwerken, werben in Unterwäsche auf Plakatwänden und werden als heroische Kämpfer inszeniert. Der zurückhaltende Sportler mit Durchschnittskörper und ohne extravagante Frisur hat es dagegen doch auch schwerer, an Werbeverträge und Ausrüster zu kommen, wenn er nicht durchweg absolute Ausnahmeleistungen mit ständig neuen Rekorden bringt.
Auch diese Diskussion sollte man vielleicht nicht nur aus der Männer vs. Frauen Perspektive betrachten.

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gingermath 09.01.2019, 13:36
4. Ein Schock: Sexismus in der Werbung ... gäähn

Mh, interessant, aber ich denke Sexismus in der Werbung ist wirklich nichts Neues.
Denkt man mal an die erste Werbung, die auf Fusballerhosen abgedruckt wurde ... der Name einer Boutique für Unterwäsche, der richtige Ort, an dem auch Frauen interessiert sein könnten, die nicht dem Spielverlauf folgen.
Die Sprüche gehören definitiv nicht in den Sport, doch lockert dies sehr wohl die Stimmung.
Twerking wurde zu der Zeit gerade in ... es zeigte nur, nicht jede Frau folgt jedem Trend.
Leider schaue ich mir nicht ao häufig Pokalübergaben an, aber eventuell gibt es einfach keine Bewerbungen von Männern, die die Übergabe im Anzug durchführen ... mh, welches Geschlecht ist eigentlich unter den Fußballfans führend? (Einschaltquoten auch nach der Spielzeit?!)
Wenn wir aufhören uns für das andere (mittlerweile für mögliche Sexualpartner) zu interessieren, wäre es sicher möglich, doch gelingt dies nicht immer, insbesondere in der Freizeit, da Liebschaften im Büro (immer noch) unangebracht sind.
Manchmal finde ich es schon erstaunlich, dass Thema Sexismus hat ja schon fast alle Bereiche durchwandert, und nach einem Erfolg in einem fällt irgendjemand auf, dass es noch andere Bereiche gibt, in denen man Nachbessern könnte ... versteht das nicht falsch, ich finde diese Verbortheit interessant, auch wenn ich mir manchmal hoffen würde, dass die Frauenrechtler prüfen,wie es sich eigentlich mit dem anderen Geschlechter in dem Bereich verhält.
Ich könnte zwar noch ein paar Beispiele nennen, aber das reicht wohl erstmal für ein Kommentar.

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maipiu 09.01.2019, 13:53
5. Es geht immer nur um Macht

So lange Männer liebe gucken als denken, wird sich daran nichts ändern. Es geht einfach um ein Machtgefälle. Und wenn du den Machos ihre hirnlosen, sexistischen Sprüche um die Ohren haust, stehst du als Spielverderberin da. Hab dich doch nicht so. Sex sells, das ist halt so.

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Stäffelesrutscher 09.01.2019, 13:55
6.

Sexismus im Sport ist leider nix Neues. Schon mal Übertragungen von Eiskunstlauf der Damen, Geräteturnen der Damen, Rhythmische Sportgymnastik oder Synchronschwimmen gesehen? Das können die Poledancerinnen auf der Reeperbahn glatt als Trainingsvideo nehmen. Die Klamotten sind eh fast dieselben.

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Piscatorcompos 09.01.2019, 14:18
7. Mann o Mann

Auch männliche Sportler werden als Unterhosenmodel engagiert. Wo ist da der Aufschrei?
Das größte Problem des heutigen Feminismus ist, dass mit zweierlei Maß gemessen wird. Dadurch wird die Empörung unglaubhaft, ja fast lächerlich. Es ist Zeit für Feminismus 2.0 oder 3.0!

Wo ist der Aufschrei, wenn Frauen umsonst in die Disco kommen? Wenn sie umsonst trinken? Wo war die Empörung, als es noch Wehrdienst gab, welche Frauengruppe forderte die Einziehung auch von Frauen? Wo ist die Frauenquote bei den gefährlichsten Berufen?

Gleichstellung und Gleichberechtigung bedeutet leider auch, dass Frauen einige Privilegien abgeben müssen, leider auch für Feministinnen der alten Schule.

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Ichschonwiederda 09.01.2019, 14:23
8. Danke Frau Knoll

Das musste bestimmt alles mal gesagt werden, aber jetzt könnte es meinem Empfinden nach auch wieder gut sein. Vermutlich wurde keine der Damen zu den genannten Sponsorings genötigt. Sie haben Geld dafür genommen. In den Staaten können Sie kaum mal ihre Kinder nackt im Vorgarten plantschen lassen, ohne dass Sie eine Anzeige befürchten müssen. Wollen wir das hier auch? Ich finde die ganze Diskussion in all ihrer Prüderie völlig überzogen. Falls Sie es vergessen haben: es braucht in der Natur meistens ein Männchen und ein Weibchen zur Fortpflanzung. Wie sollen die sich finden, wenn sie sich nichtmal anschauen dürfen? Datingportale? So lange meine Frau gerne mal einem knackigen Kerl hinterher schaut werfe ich auch weiterhin bedenkenlos einen Blick auf die sekundären Geschlechtsmerkmale von Frauen, sofern diese attraktiv sind. Auch dieses instinktive Verhalten hat sich in der Natur sicherlich nicht grundlos durchgesetzt. So, liebe Mitforistinnen, und nun steinigt mich.

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briancornway 09.01.2019, 14:30
9. Guck doch mal nett

Zitat von m82arcel
Männliche Fußballer posieren eingeölt und mit mindestens freiem Oberkörper in sozialen Netzwerken, werben in Unterwäsche auf Plakatwänden und werden als heroische Kämpfer inszeniert.
Das sind dann aber meistens auch erfolgreiche Sportler. Bei den Damen dagegen kann man mit freizügigen Photos reich werden, auch ohne jemals nennenswerte sportliche Erfolge gehabt zu haben.

Und andere, wirklich tolle Sportlerinnen können sich teilweise kaum finanzieren, nur weil sie sich eben nicht im Bikini ablichten lassen.

Ein Mann kann (und will) sich gar nicht vorstellen, wie deprimierend es ist, wenn man unabhängig von seinen Leistungen immer nur über seine Tauglichkeit als Sexobjekt oder Deko bewertet wird. Shame.

Dieses problem kann erst gelöst werden, wenn alle Beteiligten es überhaupt als Problem anerkennen. Und daran scheitert es ständig.

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