Forum: Sport
Torhüter-Debatte: Wie England den mitspielenden Torwart entdeckt
REUTERS

Irgendwann landen alle Trends des Profifußballs an der Basis. Ein Glück für Torhüter, die auch am Fuß mit dem Ball umgehen können, sagt Amateurkeeper Hendrik Buchheister.

halverhahn 09.09.2018, 11:28
1. Szene Mane vs Ederson völlig unbrauchbar für die These!

Werter SPON-Redakteur, die von Ihnen angesprochene Szene ist völlig unbrauchbar für Ihre These, dass Keeper nun vermehrter den „letzten Mann“ spielen, also quasi den „letzten Mann“ in der eigenen Abwehr spielen. In der besagten Szene gibt es einen langen Ball aus der eigenen Hälfte von Liverpool. Dieser Pass überrascht die gesamte Abwehr von Manchester City, der Keeper Ederson steht zu diesem Zeitpunkt im eigenen Strafraum irgendwo um den Elfmeterpunkt. Wo Keeper zu so einem Zeitpunkt fast alle „so rumstehen“. Und dann kommt der lange Pass, Mane als schneller Spieler versucht ihn zu erreichen und Ederson macht, was von ihm verlangt wird: Seine Abwehr hat komplett geschlafen und er kommt aus dem Strafraum raus, um den Ball noch vor Mane zu erreichen. Das Foul passiert auch kurz vor dem Strafraum, etwa 20-21m vor dem Strafraum. Man kann ja auf den Videos auch noch direkt den Teilkreis vom Strafraum, wenige Centimeter vom Foul-„Tatort“ sehen. Also bis dahin geht/läuft mindestens jeder guter Keeper bei so einem langen Ball, wenn die eigene Abwehr zuvor geschlafen hat!! Von der Kreisklasse bis zum Profi!!
Und noch was: Mane sieht den Ederson zuvor 100-prozentig. Schließlich läuft Mane mit dem Gesicht zum gegnerischen Tor, hat somit den Ball im Auge und kann Ederson sehen, der ihm entgegen sprintet und der versucht, vor ihm den Ball zu bekommen. Letztlich war es ein Foul, hohes Bein und somit gefährliches Spiel. Rote Karte als Konsequenz, weil billigend ne Verletzung des Keepers in Kauf genommen. Und fertig! Passiert allenthalben!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
halverhahn 09.09.2018, 15:05
2. Und noch zum hiesigen Hauptthema

Alle Profi-Torhüter in der 1. und 2. Liga eines europäischen Landes spielen jeden Amateur-Kicker aus der Kreisklasse bis meinethalben hoch zur Landesliga/Verbandsliga in einer Telefonzelle noch schwindelig. Also diese Keeper sind fußballerisch schon allesamt top. Von daher können die auch technisch mit dem Ball umgehen und hauen eh nicht jeden Ball in brenzligen Situationen nur auf die Tribune hoch. Dass nun einige Teams versuchen, den eigenen Keeper noch stärker ins Aufbauspiel miteinzubeziehen, ist auch gar nicht so neu. Manuel Neuer und Co. machen das schon seit Jahren. Dickes Problem bei Ihrer Euphorie ist jedoch, dass wenn der Keeper als allerletzter Mann den Ball vertändelt oder nen schlechten Pass spielt, das Tor dann für den Gegner quasi komplett offen steht. Und dann geht der Schuss ganz schnell nach hinten los. Wortwörtlich!
Und als letztes: dass ein Torhüter nen langen Ball nach vorne schlägt, und dieser Pass dann ne direkte Tor-Vorlage für den eigenen Stürmer ist, gibt es auch immer wieder... :-)

Beitrag melden Antworten / Zitieren
meresi 09.09.2018, 15:54
3. Risiko

Nun gut, Mane ist schnell...sein Focus war auf den Ball gerichtet. Der Torwart muß für sich selbst entscheiden wieviel Risiko er nehmen will. Alles oder nichts...außerhalb des Strafraums hat meiner Ansicht nach der Feldspieler das Vorrecht in so einer Situation da muß der Torwart halt zurückstecken oder halt volles Risiko gehen. Wenn ich als Torwart dann sehe dass der Fuß des Stürmers Richtung Ball geht und ich glaub ich muß da noch mit meinem Kopf hin...na dann...

Beitrag melden Antworten / Zitieren
hone8888 09.09.2018, 16:06
4. Mitspielende Torhüter gibt es schon länger in England

Vor mehr als 10 Jahren hat das Jens Lehmann, damals bei Arsenal, auf der Insel eingeführt.

Beitrag melden Antworten / Zitieren