Forum: Stil
Aufräumen für die Nachwelt: Die neue Wegwerfgesellschaft
Getty Images

Die Schwedin Margareta Magnusson hat ein Buch übers Ausmisten vor dem Tod geschrieben. Dabei geht es ihr um die, die zurückbleiben. "Je weniger Zeug man hat, desto mehr Zeit bleibt fürs Leben", sagt sie.

Seite 1 von 2
gandhiforever 14.04.2018, 14:00
1. Aufraeumen

Ich stimme Frau Magnusson zu.

Jeder Senior, der dazu physisch in der Lage ist, sollte das Aufraeumen nicht einfach vor sich her schieben.

Was mir gefaellt, muss noch lange nicht meinen Kindern/Enkeln gefallen.
Auch ich besitze Buecher, die ich seit Jahrzehnten nicht mehr aufgeschlagen habe, Kleidungsstuecke, die nur im Schrank haengen, etc.

Es ist eine Zumutung fuer die Verwandten, nicht rechtzeitig auszumisten. Zeit dazu sollte jeder fitte Senoir nicht nur haben, sondern sich auch nehmen. Sich ist es interessanter, zu reisen oder ins Konzert zu gehen, neue Sachen zu kaufen,...

Es zeugt aber auch von Achtung fuer die eigene Familie, den Hausrat bei Zeiten auf ein uebersichtliches Mass zu reduzieren.

Es ist ja auch nicht verboten, in der Familie herumzufragen, woran wer eventuell interessiert ist.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
rainerwäscher 14.04.2018, 14:02
2. Hab das gerade erst hinter mir

Wenn man sich nicht für die Hinterlassenschaft der Eltern interessiert, ist es eigentlich ganz einfach. Man gibt den Wohnungsschlüssel einem professionellen Wohnungsauflöser und wenige Tage später ist die Wohnung leer. Kostet halt ein paar hundert Euro.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Fackus 14.04.2018, 14:46
3. bin grade dabei ...

zwar gebe ich mir schon noch einige Jährchen .. aber ohne Kinder/Erben sollte man drüber nachdenken, was man hat und braucht. Und wenn man streng ist, dann ist das nicht sehr viel. Umzugbedingt liegt das meiste meiner Sachen seit über 2 Jahren eingelagert. Und ich habe davon praktisch nichts vermisst. Kann also weitgehend entsorgt werden.
Arme Schweine sind die, die ständig dem Konsumterror erliegen und glauben, Amok-kaufen zu müssen. Die verdaddeln ihr Leben (schliesslich muss der Kram ja erarbeitet werden) und haben letzlich sowieso keine Zeit mehr, all das gekaufte Zeugs zu nutzen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
dasfred 14.04.2018, 14:50
4. Meist ist ja ein Umzug die passende Gelegenheit

Ich habe aber selbst gerade eine große Entrümpelung hinter mir. Angefangen beim Kleiderschrank, doppelte und dreifache Haushaltsgeräte, Werkzeuge, die man nie braucht, Dekozeugs, dass nur noch die Schränke verstopft und, und, und. Meine Wohnung wurde von Tag zu Tag heller, größer und luftiger. Nur die elende Schlepperrei vier Etagen runter hat mich ewig davon abgehalten. Ich habe nur für mich, nicht die Nachkommen aufgeräumt, aber es hat sich gelohnt. Die wichtigen Dinge haben wieder einen eigenen Platz und der Rest ist aus meinem Leben verschwunden.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
fundador 14.04.2018, 15:25
5. Durch das sinkende Rentenniveau und die steigenden Mieten

löst sich das Problem früher oder später von selbst, weil die Wohnung mit steigendem Alter immer kleiner werden muss...

Beitrag melden Antworten / Zitieren
lachina 14.04.2018, 15:56
6. ich hatte eine zeitlang

nur die Dinge, die in zwei Überseekoffer passten. Niemals wieder habe ich mich so unbeschwert gefühlt.
Einmal musste ich umziehen, ein Freund kam mit seinem Auto,um mir zu helfen. Ich nahm in jede Hand einen Koffer und sagte: "Wir können!" Er war sehr erstaunt.
Ich miste immer mal wieder aus, leider möchte ich aber auch für alle Eventualitäten gerüstet sein und habe daher zu viel Zeug - 12 Käsemesser zähle ich jedoch nicht dazu.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
donatellab 14.04.2018, 16:13
7. Der ganze Kram

Genau. Seitdem ich mich von sehr vielen Sachen getrennt habe, bin ich erstaunt, wie groß meine Wohnung ist. Ich habe sehr viel verschenkt und den Rest weggeworfen. Ein befreiendes Gefühl von großer Leichtigkeit.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
dasfred 15.04.2018, 05:28
8. Es gibt noch einen anderen Faktor

Noch vor dreißig Jahren hat man bei Anschaffungen auf Langlebigkeit geachtet. Musste eine Wohnung dann aufgelöst werden, dann wurde der größte Teil der Einrichtung zuerst unter den Verwandten aufgeteilt. Dinge, für die man früher lange gespart hat, gibt es heute überall in billig und kurzlebig. Die Familien werden kleiner und im Grunde hat jeder alles was er braucht im Überfluss. Außerdem hat bei Möbeln, Deko und Hausrat eine schnelllebige Mode Einzug gehalten, die das Interesse selbst an Neuwertigem erlahmen lässt, weil allein schon die Farbe nicht aktuell ist. So landet dann im Fall des Falles das meiste im besten Fall noch im Sozialkaufhaus, im schlimmsten Fall gleich im Müll. Kaum jemand braucht noch Tafelgeschirr für zwölf Personen. Die Wohnkultur hat sich verändert, vom Repräsentieren zum Bequemen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
newline 15.04.2018, 06:59
9. Glücklich ist der,

der keine Sammelleidenschaft entwickelt hat, sei es Keramik, Bilder, Bücher oder Bierdeckel.
Auf Ebay ist öfter zu sehen, wie die „glücklichen“ Erben versuchen, die Sammlungen loszuwerden.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 1 von 2