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Biowein-Trend: In Kuhhörner gefüllter Dung
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Bioweine sind toll für die Umwelt, aber blöd für den Gaumen? Stimmt so nicht mehr, längst gibt es Öko-Spitzenweine. Die Produktion manch grünen Gesöffs überschreitet jedoch die Grenze zur Esoterik.

kratzdistel 25.08.2017, 12:55
1. bei den demetern wie mit der homöopathie

pflanzen werden nunmal auch krank oder werden von heimischen und neuerdings von invasiven tierischen Schädlingen befallen. es gibt Weintrauben die eine gewisse Resistenz gegen pilzliche erkrankungen aufweisen.man muss auch nicht mit kupfer spritzen, Backpulver oder andere Mittelchen können auch hilfreich sein. jedenfalls ist der pestizideinsatz im bio-Weinanbau nicht so hoch wie im konventionellen. beikräuter oder unkräuter werden z. b. nicht mit Herbiziden gespritzt, sondern meist unter gepflügt.kupfer
ist ja ein sehr altes wirksames belagsfungizid gegen piizliche Erkrankungen im Pflanzenanbau oft auch als brühe bordeaux bekannt. die Anwendung ist heute durch eu-recht streng reglementiert es kann auch sein, dass kupfer von den firmen der agrochemie kritisiert wird, um mehr teuere systemisch wirkende fungizide zu verkaufen. die demeter haben die strengsten Richtlinien produzieren aber gute bioweine mit ihren Methoden. so lässt ein sehr bekannter italienischer biobetrieb in der Toskana durch eine Schafherde den boden der weinberge düngen und spritzt auch den homöopathischen Extrakt, der die pflanzen stärken und die bodenfruchtarkeit beleben soll. der erfolg gibt ihm recht.gute ökoweine müssen auch nicht teuer sein.wichtig ist, dass die weine schmecken und bekömmlich sind.viele winzer sind auch auf bio umgestiegen,da sie sich und die Umwelt nicht gefährden wollen.

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Anthrophilus 25.08.2017, 18:23
2. Eigentlich ist Alkohol für einen echten Anthroposophen ...

... völlig tabu - aber andererseits ist man dort tolerant - freilassend bis zur Schmerzgrenze. Was nun den Kuhmist-Duft des biodynamischen Weins angeht: Hört sich sehr ausgedacht an. Denn wenn das Präparat im Frühjahr aus den Kuhhörner geholt wird, riecht es nicht mehr. Es wird dann per Hand mit Reisigbesen in Wassereimern verrührt und mit dem Besen auf die Erde "gesprüht". Da der von den Anthroposophen dahinter gedachte Zusammenhang nur ernsthaften Interessenten mit ausreichender Aufmerksamkeitsspanne vermittelt werden kann, verzichte ich hier mal auf den Versuch. Die Ergebnisse sprechen für sich, allen Spöttern zum Trotz.

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equigen 25.08.2017, 19:36
3. Das Entscheidende am Wein aus Biotrauben ist

dass eine Spontanvergärung stattfinden kann, weil durch die fehlenden Pflanzenschutzmittel nicht alle Hefen abgetötet wurden. Das ist einfache Biochemie, dafür braucht es keinerlei Esoterik. Dass der Geschmack dadurch viel Vielschichtiger wird, als durch Reinhefen aus Neuseeland oder Weihenstephan oder sonswo her ist klar und das kann jedermann mit seinem Gaumen mit nur 1h Weinseminar sofort selbst erfahren. Warum erklärt man in einem solchen Bericht nicht einfach die wissenschaftlichen Zusammenhänge anstatt wieder Werbung für Homöpathie usw zu machen?
D.h. wenn jemand mal einen guten Wein trinken will: Einfach Wein auf Basis von Spontanvergärung kaufen. Gibt es ab 8-10 Euro. Und das kann nur Bio Wein sein, weil der normale von sich aus kaum noch gären kann.

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giespel 26.08.2017, 11:01
4. Dung in Kuhhörnern

Ich dachte schon, das bezieht sich auf den Geschmack. Viel schlimmer ist aber, dass deutscher Wein gegen die EU Billigkonkurrenz nur noch mit intensiven Methoden ankämpfen kann. Oder der kleine Winzer eigentlich nur noch Landschaftspfleger ist. Es bleibt nur noch die Genossenschaft um die Großabnehmer zu befriedigen oder der Großwinzer der Pipi im Stahltank erzeugt.

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taglöhner 26.08.2017, 23:26
5. Leiden für den Glauben

Ich dachte immer, Esoteriker sind schon gestraft genug.
In Jahren ohne großen Pilz- und Sauerwurmdruck unterscheidet sich Bio praktisch nicht von konventionellem Weinbau.

Wer trinken muss, was in Jahren mit höherem Druck noch übrig und vermarktbar ist, hat mein tiefes Mitgefühl.

Wegen Peronospora war im vergangenen Jahr bei uns übrigens 100% Ausfall in den Bioanlagen. Sehr umweltschonend.

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taglöhner 26.08.2017, 23:31
6. Leiden für den Glauben

Ich dachte immer, Esoteriker sind schon gestraft genug.
In Jahren ohne großen Pilz- und Sauerwurmdruck unterscheidet sich Bio praktisch nicht von konventionellem Weinbau.

Wer trinken muss, was in Jahren mit höherem Druck noch übrig und vermarktbar ist, hat mein tiefes Mitgefühl.

Wegen Peronospora war im vergangenen Jahr bei uns zuhause (Baden) übrigens 100% Ausfall in den Bioanlagen. Sehr umweltschonend.

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