Forum: Stil
Kreative Architektur: Beton, der glücklich macht
Alice Clancy

Ein spektakulärer Uni-Bau oder ein kleines Privathaus: Yvonne Farrell und Shelley McNamara möchten mit ihrer Architektur positiv beeinflussen. Ein Interview über lebenswerte Stadträume.

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Christofkehr 20.10.2018, 08:48
1. Bunker mit Schießscharten

So wirkt diese Architektur auf mich. Nichts gegen Beton: ein einer Niemeyer-Villa könnte ich sehr wohl glücklich werden.

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Papazaca 20.10.2018, 08:59
2. Für mich ist das Manifest nicht wirklich prägnant ..

und erschließt sich mir auch nicht in seiner praktischen Umsetzung. Freespace? Braucht man eine Gebrauchsanweisung, um den Begriff zu verstehen? Eher ja!

Um aber auf das Tatsächliche, die Architektur zu kommen: Hier kann ich keine klare Handschrift erkennen. Manche Gebäude empfinde ich fast monströs, andere, wie die Häuser für den Universitätspräsidenten gefallen mir auf den ersten Blick. Oder das Unigebäude, das quasi eine Ecke abrundet.

Fazit: Ich kann ja nur für mich sprechen: Diskussion über modere Architektur, die den Anspruch hat, menschlicher zu sein, ist fast immer gut. Hier empfinde ich es zu verkopft, auch die Architektur überzeugt mich nicht wirklich, obwohl die Fotos natürlich nur einen kleinen Ausschnitt aller Arbeiten abbilden. Jetzt eine ganz reale Frage: Würde ich gerne in einem dieser großen Unibauten arbeiten? NÖ!

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hughw 20.10.2018, 09:14
3. Schade dass Beton nicht brennt

Schade dass Beton nicht brennt. Man kann noch soviel Story drumherum erzählen, es bleibt ein unmenschlicher brutaler Baustil.

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count_zer0 20.10.2018, 09:17
4. Alles toll und nett...

...aber schon bei Bild 2/11 faengt es an. Tolles Haus, irische Neuinterpretation, hm.... versuch das mal hierzulande zu bauen.

Darfste nich, Haus muss Satteldach haben.
Darfste nich, Haus muss pastellfarben verputzt sein.
Darfste nich, Haus muss zur Front hin breiter als hoch sein.
Darfste nich weil weil!

Und genau deshalb sehen Haeuser in Deutschland so ekelhaft nach 1950 aus wie sie es tun. Oh, natuerlich ausser du kannst dir es leisten in der Gegend fuer die oberen 1% zu bauen, dann kannste dir frei dein Designkunstwerk hinstellen.

Wundert mich nicht wiso hier so wenig selber gebaut wird, und die Eigenheimquote so niedirg ist. Wenn ich nur langweiligen Schrott hinstellen kann, kann ich auch gleich mieten.

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christoph_schlobies 20.10.2018, 09:45
5. Wir haben heute keine Architektur,die das Herz anspricht

Wir haben heute keine Architektur,die das Herz anspricht.Warum?
Weil es ein Verbot bei Todesstrafe gibt , Pflanzen oder Tiere darzustellen.Die Folge sind kristalline Gebilde zum höheren Ruhm der Architekten - wie man sich darin wohlfühlen will,erschliesst sich mir nicht.-
Wenn man die wundervolle Säulenvielfalt ägyptischer Tempel sieht-
meist Pflanzen oder Tieren nachgebildet - oder die mit lebendigen Darstellungen übersäten Pyramiden der Mayas oder von Ancchor-
oder Renaissance-Bauten mit Karayatiden uswusw -

Heute dagegen ist alles mausetot- armselig -wie die Elite heute eben ist.
Jeder fürchterliche Barock- oder Rokokofürst hat besseres hinterlassen als wir.

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consectetur 20.10.2018, 09:52
6.

Scheußliche Betonklötze, die wie Fremdkörper in ihrer Umgebung liegen. Ich verstehe nicht, wie diese Form der Architektur Leute ästhetischn ansprechend finden können, und ich kenne auch niemanden, der diesen abgespeckten Brutalismus-Varianten etwas positiveres als Akzeptanz entgegenbrächte. Natürlich kann man solchen Werken bei näherer Betrachtung, mehr oder weniger intensiver Beschäftigung oder auch durch Erläuterungen der Architekten einen gewissen Reiz abgewinnen, aber mit guter Architektur ist es wie mit einem guten Witz: Wenn man ihn erst erklären muss, dann ist er nicht gut.

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Huppät 20.10.2018, 10:08
7. Eiskalte Architektur

für kalte Menschen.
Gruselig.
Ich ziehe mich im Sommer immer in die gemütliche Wärme der alten Ortschaften in Nordholland zurück.
Dort sind, wen wundert's, auch die Menschen wesentlich wärmer und die Kriminalität gering.

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RaKader 20.10.2018, 10:12
8. Die Fliegen und der Misthaufen

Woran Beton krankt, ist seine fehlende Haptik: Das Auge kann sich nicht festhalten. Bestes Beispiel ist das Sony Center in Berlin. Als es konzipert wurde, versprach man sich einen neuen Treffepunkt. Als es fertiggestellt war, blieben die Menschen aus.

Glatte Flächen sind Flächen der Macht. Das wussten schon die Jesuiten in ihrer Architektur zu nutzen: Gott ist groß, der Mensch ist klein. Nicht anders verhält es sich mit der Architektur von Beton in jeder Form.

Generationen von Architekten versuchen wie in diesem Buch der Menschheit zu erzählen, dass der Werbespruch der Betonindustrie gilt "Es kommt darauf an, was man daraus macht". Und dann verkaufen sie es als neuen Gesellschaftsentwurf. Bis auf wenige Ausnahmen (die Elbphilharmonie gehört dazu, sie setzt aber nicht auf Beton und Glas allein), ist (Sicht-)Beton mehr Ausdruck von Archikten-Selbstverwirklichung als ein Beitrag zum Wohlfühlen im öffentlichen Raum. Die Architekten haben es nicht anders gelernt.

Mir kommt dieser Beton-Narrativ oft so vor wie die Fliegen und der Misthaufen: Tausende können sich nicht irren.

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wizzbyte 20.10.2018, 10:14
9. Grauer Beton funktioniert nur

wenn optische Konkurrenz dazu angeboten wird. (wie oben angeboten: Betonhaus am Waldesrand) War alles schon mal da. Das einzige wirkliche Plus an solchen Modeströmungen: das allseits unverträgliche deutsche Baurecht wir etwas gekitzelt.

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