Forum: Stil
Kreative erzählen: Deutsche Heimat - was soll das sein?
Karel Kuehne/ Jane Garber

Kann Instagram ein Daheim ersetzen? Was denkt eine Enkelin von Magda Goebbels über Heimat? Sind Kuckucksuhren AfD-Symbole? Fünf Kreative aus Architektur, Design und Kunst erzählen, wo und wie sie sich zu Hause fühlen.

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janvering@gmx.de 03.10.2017, 08:33
1. Heimat² - das war das Siegener Biennale-Motto

Heimat² - auf diese schlüssige Formel brachten die Macher vom Siegener Apollo-Theater im Mai 2017 das Thema ihres grandiosen vierwöchigen Theaterfestes, bei dem es um alte und neue Heimat ging, um türkische und deutsche Identitäten, um Russlanddeutsche und Flüchtlinge. Der alte Heimatbegriff wurde für die ganze Region "ent-tümelt" und spielerisch - mit Theaterstücken, Diskussionen, Lesungen usw. - auf eine aktuelle Verwendbarkeit hin diskutiert. Und Tausende machten intensiv mit!

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vox veritas 03.10.2017, 08:51
2.

Warum werden nicht auch mal ganz normale Menschen gefragt?

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RebeccaVanderbilt 03.10.2017, 09:44
3. wäre ja noch schöner!

Zitat von vox veritas
Warum werden nicht auch mal ganz normale Menschen gefragt?
weil die im "Normalfall" auch nix zu sagen haben. Würden diese gefragt, wären sie gefragt und eben keine normalen Menschen mehr. Ist doch eigentlich" ganz einfach, oder?

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RebeccaVanderbilt 03.10.2017, 10:00
4. kleinere Regionen mit klarer dichter kultureller Identität

wenn man sich die aufgewühlten Gesichter der jungen Katalanen vergegenwärtig, so kann man schon ins Grübeln kommen. Vielleicht kommen echte Heimatgefühle nur bezüglich kleinerer Regionen mit klarer dichter kultureller Identität auf.

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bwk 03.10.2017, 10:03
5. Heimat

Immer wenn ich von einer Dienstreise oder längerem Auslandsaufenthalt auf einem deutschen Flughafen landete, freute ich mich wieder "zu Haus" zu sein. Um mich herum wurde mehrheitlich deutsch gesprochen, die Gesichter waren vertraut, die Regeln des Miteinander bekannt, das Essen gut und nahrhaft, und und und. Man war nicht mehr der Fremde und irgendwie ein Exot sondern in der Heimat.

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echoanswer 03.10.2017, 10:14
6. Es ist ein schlechtes Zeichen ...

wenn immer mehr über Heimat diskutiert, sie von Künstlern und Politikern beschworen wird. Offenbar ist vielen Menschen das Heimatgefühl abhanden gekommen.

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Magic Sunray 03.10.2017, 10:19
7. Ich höchstem Maße unrepräsentativ

Die Auswahl der sich Äußernden stellt so ziemlich das Gegenteil eines bundesdeutschen Querschnitts dar. Ein gebiaster Fundus von Buddies aus der journalistischen Filterblase. Schade!

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janvering@gmx.de 03.10.2017, 10:31
8. Wer bitteschön ist denn "normale Menschen"?

In Ihrer Frage steckt die Anmutung, kreativ Arbeitende seien keine "normalen Menschen" - und das wäre schlimm, für die gesamte Gesellschaft.

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shooop 03.10.2017, 10:44
9. Widerspruch und Pluralität vs Gleichmacherei

Heimat ist für mich was schrulliges unperfektes. Ich liebe meine Stadt für das nebeneinander von DDR-Architektur und Gründerzeit/Jugendstil-Altbau. Gerade der Stilbruch macht das Ganze interessant. Die Ältere Generation würde aus meiner Stadt jedoch am liebsten ein perfektes Preussen-Museum machen und hat schon Gebäude wieder aufgebaut, die verschwunden waren. Das Ergebnis ist schlecht, weil unecht. Aber ich habe meinen Frieden, weil ältere Leute sich freuen, dass dieses Gebäude wieder da ist. Jetzt ist allerdings Schluss, ich bin auch da und ich möchte nicht, das meine Stadt in ein Museum umgebaut wird. Die Menschen in meiner Stadt sind offen, vielfältig, kulturell gebildet und mit Herzensbildung und teilweise steinreich. Politische ist immer was los, man streitet sich und man reibt sich aneinander-was sehr gut ist, weil ich mich davon mitgenommen fühle und weiß, dass meine politische Präferenz vertreten ist. Der extreme Reichtum in meiner Stadt ist Fluch und Segen zugleich. Einerseits ist die Stadt architektonisch ein Juwel mit schönen Villen, allerdings sind reiche Leute oft alt und konservativ und träumen von den guten alten Zeiten, wo alles noch seine Ordnung hatte und einer das Sagen, während die 'normale' junge Generation von hier kaum noch Wohnungen findet und auch kulturell mehr und mehr verdrängt wird. Wer errät in welcher Stadt ich lebe, dem spendiere ich einen Kaffee:)

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