Forum: Stil
Rezept für Streuselspargel mit Bouillonkartoffeln: Feinste Stangenware
Peter Wagner

Spargel sollte nicht in dickflüssiger Tütenhollandaise ertränkt werden. Vor allem Alte Spargelsorten sind wahre Geschmackswunder, die keine Unterstützung durch fette Soßen benötigen. Viel besser: Zwiebelstreusel.

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Ein Genießer 20.05.2017, 09:55
1. "Kulinarik?"

Wie kann es sein, dass Deutschlands wichtigstes Online Nachrichtenportal soetwas als kulinarisches Hightlight publiziert? Das Bild sieht aus, als hätte meine Oma den Teller angerichtet! Sie sollten sich mal bei der New York Times umsehen, um zu erkennnen, wie solche Beiträge aussehen können.

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Lisa_can_do 20.05.2017, 10:05
2. typisch deutsch

das vorgestellte Essen: zu fett, wenig Frische und viel zu viel. Der Spargel-Genuss wird durch die dominante Zwiebel beeinflusst, alles schwimmt in Butter und wird als willkommener Ersatz der zu fetten Hollandaise verkauft. Die Paprika auf dem Schweinefilet - erinnert an Orban'sche Verkrampftheit. Auch ein frischer leichter Weisswein hätte helfen können. Aber der muss ja aus Chile ran gekarrt werden. Und -zumindest als Frau- muss das zwingend erforderliche Schläfchen nach solchen Mengen mit einer solchen Schwere noch beim Rezept benannt werden. Sonst bleibt nur die Erinnerung an das Völlegefühl. Und nicht am genialen deutschen Spargel.

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nesmo 20.05.2017, 11:04
3. Ja, typisch deutsch

schwer, kräfig und auf dem Foto grob präsentiert. Nicht einem internationalen Zeitgeist entsprechend. Spargel nach Bauernart halt. Ob Spargel und Zwiebel wirklich zusammenpassen bezweifel ich allerdings, aber vielleicht sollte man es erst mal probieren. Ob dafür der beste Luxusspargel, mit seinen besonders feinen Aromen verwendet werden sollte, halt ich dann aber auch für zweifelhaft. Und Semmelbrösel und Schnitzel sind von vornherein nichts für wahre Spargelkenner. Als deftiges Bauerngericht mags aber interessant sein

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competa1 20.05.2017, 12:07
4. Seit ich erlebn durfte..

..,dass hier in Duisburg(!)die Bauern Spargel in unmittelbarer Nähe der Hüttenwerke Krupp Mannesmann anbauen,verzichte ich auf das ehemals "königliche Gemüse",und zwar in jeder Form.

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lounahjari 20.05.2017, 12:31
5. Alte Sorten

Über das Rezept mag man geschmacklich verschiedener Meinung sein.
Ich danke allerdings dafür, dass hier alte Spargelsorten angesprochen werden. Seit Jahren beklage ich den fast nicht mehr vorhandenen Geschmack der Spargel, die man, egal ob auf dem Wochenmarkt, direkt vom Bauern oder im Supermarkt, angeboten bekommt. Hier in Südhessen werden offenbar nur noch die geschmacklosen Hybridsorten abgebaut, selbst die Nachfrage im Bioladen war vergebens: auch Hybridspargel.
Ich habe in diesem Jahr erstmals per Internet 3 Kilo Schwetzinger Meisterschuß erworben. Der Unterschied ist richtig groß. Es ist einerlei, was man leckeres daraus zubereitet. Der Spargel schmeckt nach Spargel, nussig, leicht bitter, mit wunderbaren Aromen. Suppe aus den Schälresten weckt schöne Kindheitserinnerungen.
Ich wünsche mir, dass man solchen Spargel wieder erwerben kann, ohne ihn von gottweisswoher bestellen zu müssen. Dazu müsste es aber wohl deutlich mehr Leute geben, die bei Ihrem Händler danach fragen und sich nicht von gerade, weiss, geschmacklos täuschen lassen.
Mit ist internationaler Zeitgeist diesbezüglich völlig einerlei. Ich mag Spargel, aber er sollte nach Spargel schmecken...

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bettyblue 20.05.2017, 12:31
6. Ziemlich schräge Kombination

Also ich frag mich gerade, was noch übrig bleibt von den fein abgestuften, edlen Bitternoten, nachdem sie auf Haselnuss und Mandel getroffen sind, und sich mit leicht süßlichen Zwischentönen und einer cremigen Eigenbuttrigkeit gepaart haben, aber dann mit einer Lage frisch gehackten Zwiebeln belegt wurden? Nachdem ich gedanklich diese, in den Anfängen fast poetische Aroma-Reise mit schrillem Ende, vollzogen habe, hege ich den Verdacht, die Antwort lautet: „Nicht viel bis gar nichts“. Wie sollten sich auch all die zarten Aromen gegen die retronasale Schärfe der Zwiebel behaupten?“
Was für ein geschraubtes Geschwurbel um den Spargel, dessen Köstlichkeit sich in der Einfachheit seiner Begleiter und Zubereitungsarten entfaltet. Fazit, wie so oft: Weniger ist mehr!

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kinngrimm 20.05.2017, 12:58
7. Meersalz?

Dutzende Geschmackstests zeigten immer wieder das es keinen unterschied gibt zwischen Meersalz und Salz aus Bergwerken. Allerdings haben inzwischen Studien rund um Mikroplastik aufgezeigt das Meersalz zunehmend damit belastet ist. Wenn Küchenchefs Meersalz verwenden ist das sicherlich Ihre persönliche Wahl, aber wenn es um Rezepte und Empfehlungen geht denen viele Menschen folgen, vielleicht sollte dort dann nur von "Salz" gesprochen werden.

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panzerknacker 51 20.05.2017, 14:05
8. Oha,

man sieht ja den Spargel kaum. Und ob jetzt Aromen von Spargel und Zwiebel zusammengehören, mag jeder für sich selbst entscheiden. Ich bin da eher Purist/Minimalist. Spargel kommt bei uns einfach so, wie er aus dem Topf kommt, auf dem Teller. Dazu eine herzhafte grüne Sauße und etwas zerlassene Butter (beides separat, um den Spargel nicht zu ertränken) und eine gute Salzkartoffel. Wer auf das Fleisch nicht verzichten mag, kann sich ja noch ein Schinkenröllchen gönnen.

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blurps11 20.05.2017, 14:20
9.

Naja, eher typisch Wagner als typisch deutsch. Der Mann hat bei allem Respekt keinerlei Gespür für vernünftige Zusammenstellungen. So wie er anrichtet, kocht er auch.

Ein Spargelgericht geschmacklich und optisch so zu überladen...Brrr. Ein Graus.

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