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Saarwein: Aber bitte mit Säure
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Trocken, mit wenig Säure - so mögen viele Kenner Wein am liebsten. Saarweine sind anders. Und stehen womöglich für den nächsten Trend.

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Weinkaiser 17.09.2017, 23:01
1. Ein Artikel voller Fehler

Günther Jauch übernahm das Weingut von Othegraven in Kanzem an der Saar Anfang 2010 von einer Verwandten die es aus Altersgründen nicht weiterführen wollte. Sein Engagement an der Saar hebt sich auch deutlich ab von den Weingutsprojekten diverser anderer Prominenter, die von außen betrachtet oft eher wie Statussymbole oder Selbstverwirklichungsprojekte wirken. Das Weingut von Othegraven ist seit Generationen im Besitz von Jauchs Vorfahren gewesen. Als es während seiner Kindheit noch dem Bruder seiner Großmutter Elsa von Othegraven gehörte, verbrachte er dort so manche Ferienzeit. Das sehr große und denkmalgeschützte Hauptgebäude des Weinguts war zur Zeit des Kaufs stark renovierungsbedürftig und Jauch war der einzige in der Familie, der diese Investition problemlos stemmen konnte. Jauch hat den kompletten Mitarbeiterstab übernommen, den Keller modernisiert und die Weine des Weinguts zählen heute, wie vor 60-70 Jahren schon einmal zu den allerbesten Rieslingen Deutschlands. Im der aktuellen Ausgabe des GaultMillau Weinguide Deutschland ist beispielsweise sowohl ein Kabinett als auch eine Spätlese des Weinguts in der jeweiligen Top-10-Liste der bundesweit besten Weine vertreten.

Ralf Kaiser
Weinjournalist

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lotharbongartz 17.09.2017, 23:33
2. Marlborough Sauvignon Blanc

Marlborough Sauvignon Blanc aus Neuseeland ist für mich Top bei den bezahlbaren Weißweinen. Hier wurde die Weinindustrie maßgeblich von deutschen Winzern aufgebaut und Sauvignon Blanc hat nicht umsonst den größten Marktanteil. Bei einem Urlaub in Neuseekand gibt es viele Möglichkeiten zur Erlebnis-Verkostung, zum Beispiel im Rahme einer Fahrradtour entlang der Weingüter. Beliebt sind auch Hochzeiten auf Weingütern, zum Beispiel auf Waiheke Island nahe Auckland.

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BrunoGlas 17.09.2017, 03:16
3. Es wäre sicherlich schön...

... wenn der Autor Gerald Franz in seinem Essay über die Saarweine seine Sätze zunächst nicht so verschachteln würde. Ein mehr geordneter Satzbau, auch kürzere Sätze, erleichtern nämlich dem Leser das Nachvollziehen der jeweilig ineinander greifenden Themenebenen.

Obwohl ich selbst kein passionierter Weintrinker bin, ich stamme aber von der Saar, auch hatten alle meine Familienmitglieder bis hinauf zum Vater entweder mit Landwirtschaft zu tun, oder mit Geologie, mit Forst, mit Biochemie, dann Schauspielerei und Geldadel, oder ich selbst mit Farbforschung und Kunst. Alle diese sechs begrifflichen Zuordnungen stellen gleichzeitig zumindest für mich treffende Charakteristika eines Weines dar.

Was fehlt: Ich vermisse zunächst eine konkretere Beschreibung über Anbaumethoden früher und heute. Dann fehlt die Beschreibung der für die Saar-Weinregion typischen Mineralien, also Schieferböden mit Buntsandstein, samt Eisenoxidantien im Boden, genannt Rotliegendes. Dann könnte eine nähere Beschreibung der Täler im Flussdreieck Mosel-Saar-Ruwer Beachtung finden, nebst Anstiegswinkel der Rebflächen und Art der Sonneneinstrahlung.

Dann wandten sich viele der Winzer im Laufe der Jahre neuen Anbaumethoden zu - dieser Wandel wird auch benannt. Aber wie wirkt sich dies genauer auf Zusammensetzung des Bodens und auf den Geschmack aus, wie gedeiht der Wein nunmehr mit welchen Methoden einer heutigen biologischen Ungezieferabwehr.

Der geschmackliche Zusammenhang von reduziertem Alkoholgehalt im Verhältnis zur Säure und Restsüße des Weines ist wiederum sehr gut beschrieben. Was mir aber noch fehlt, wie inszeniert sich gleichzeitig die Mimikri und oft eher blasse Farbe und die Blume des Weines, wenn man ihn unmittelbar genießt - auch in der Umgebung eines einstrahlenden Lichtes im Sinne von Farbbrillianz.

Mein Gruß nach Kölle zu Gerald Franz via Kunsthaus Rhenania Köln - Berlin - Moskau - St. Ingbert / Saar.

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kopp 17.09.2017, 07:06
4. Diese elitäre Weinkultur

Damit man als Connaisseur in Sachen Wein gilt, darf man nicht seinen individuellen Vorlieben frönen sondern muss unbedingt dem Trend großer Vorbilder folgen. Das gilt insbesondere beim Champagner wo demi-sec praktisch nur noch in Frankreich zu haben ist. Hier hat man - so in den sechziger Jahren - den deutschen halb-trocken-Enthusiasten nahegelegt, dass der Kenner trockenen Wein und Champagne brut genießt, mit der Folge, dass jeder der auf sich hält nun begierig Essig schlürft.

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dirk.resuehr 17.09.2017, 10:01
5. Der Kenner spricht

nur leider blanken Unsinn. Entre nous, der Spätburgunder oder Pinot Noir ist kein trockener Weißwein, ein Rotwein, trocken, von mir aus, aber als Banc de Noir heißt er so , weil das röten durch Färbung von schneller Pressung verhindert wird! Die Schalen können so den Wein nicht mehr rot färben. Üblich beim Champagner! Sollte ein "Weinwisser" kennen!

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hegri 17.09.2017, 11:43
6. Vermeintliche Weinkenner

Diese mit gefährlichem Halbwissen geführten Diskussionen um Weinqualität sind oft ermüdend. Mittlerweile fühlt sich jeder zu derartigen Exkursen berufen, der etwas Besseres als Supermarktweine (und die müssen garnicht mal schlecht sein) im Keller zu haben glaubt. Zu den Weißweinen: Ich bin jetzt einfach mal so vermessen zu behaupten, dass ich mich im Bereich der deutschen Rieslinge zumindest ein bisschen auskenne. Allerdings bevorzuge ich seit langem eine bestimmte Geschmacksrichtung. Ob Rheingau, Mosel, Nahe oder Saar ist mir persönlich fast gleichgültig, solange der Riesling bei Temperaturen um die 5-6 Grad Celsius einen würzig, mineralischen Charakter entfaltet und daran nicht von zu viel Restsüße gehindert wird. Ich steh' nun mal drauf und genau d a s können die Moselaner aus meiner Sicht mit am besten. Die viel gerühmten Elsässer (ist nicht Deutschland, schon klar) haben oft ein volles, rundes und dabei oft sehr gefälliges Bouquet. Die schmecken irgendwie immer aber vermögen nicht das rüberzubringen, was im Sinne von mineralisch, würzig beispielsweise von einem Piesporter Goldtropfen erreicht wird (geht schon allein auf Grund der sehr unterschiedlichen Böden nicht). - Ach ja, Wein-Abende können kurzweilig aber auch schwierig werden. Jeder hat halt so seins und auch akademisch geführte Diskussionen sollten möglichst immer im Konsens abgeschlossen werden, dass jeder einfach nur trinken möge was ihm am besten schmeckt.

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Werner Elflein 17.09.2017, 13:46
7. Recherchieren ist out, Fachkenntnis auch

Herr Franz, auf den blanken Unsinn, den Sie bezüglich der Übernahme des Weinguts von Othegraven geschrieben haben, hat Sie Herr Kaiser bereits völlig korrekt hingewiesen. Ist es heutzutage unter Journalisten nicht mehr üblich, sauber zu recherchieren? Sie wollen Weinjournalist sein, haben aber offenbar von der Materie kaum fundiertere Kenntnisse. Nur zwei Anmerkungen hierzu:
1. Zwar gilt der gesetzliche Grenzwert von neun Gramm Zucker pro Liter für trockene Weine weiterhin, doch gibt es seit einigen Jahren eine Toleranzregelung, die es auch Weinen mit zehn Gramm Zucker pro Liter ermöglicht, das Wort "trocken" auf dem Etikett zu tragen.
2. Dass säurehaltigere Weine besser reifen, ist ein Märchen. Dieser Logik folgend, müssten die Weine des Jahrgangs 1959 ein äußerst kurzes Leben gehabt haben. Tatsächlich aber präsentieren sie sich heute in sehr vielen Fällen noch ausgesprochen frisch, auch mit äußerst geringer Säure.

Werner Elflein

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ambulans 17.09.2017, 18:20
8. #werner elflein (nr. 7, oben),

Zitat von Werner Elflein
Herr Franz, auf den blanken Unsinn, den Sie bezüglich der Übernahme des Weinguts von Othegraven geschrieben haben, hat Sie Herr Kaiser bereits völlig korrekt hingewiesen. Ist es heutzutage unter Journalisten nicht mehr üblich, sauber zu recherchieren? Sie wollen Weinjournalist sein, haben aber offenbar von der Materie kaum fundiertere Kenntnisse. Nur zwei Anmerkungen hierzu: 1. Zwar gilt der gesetzliche Grenzwert von neun Gramm Zucker pro Liter für trockene Weine weiterhin, doch gibt es seit einigen Jahren eine Toleranzregelung, die es auch Weinen mit zehn Gramm Zucker pro Liter ermöglicht, das Wort "trocken" auf dem Etikett zu tragen. 2. Dass säurehaltigere Weine besser reifen, ist ein Märchen. Dieser Logik folgend, müssten die Weine des Jahrgangs 1959 ein äußerst kurzes Leben gehabt haben. Tatsächlich aber präsentieren sie sich heute in sehr vielen Fällen noch ausgesprochen frisch, auch mit äußerst geringer Säure. Werner Elflein
merci für ihren ordnungsruf - der artikel oben vom autor franz ist in bausch und bogen reinster dünn...iff. fehler über fehler, absolut kenntnisfrei, fakten und zusammenhänge unbekannt, dazu schlechtestes deutsch a la "(xyz) weiß eine weinfachfrau aus der region", usw. eins aber ist (leider) richtig: das anbaugebiet heißt heutzutage nur noch "mosel", statt wie früher "mosel-saar-ruwer". die weine und die winzer von der ruwer oder der saar haben sowas nun wirklich nicht verdient - da kommen nämlich (meiner meinung nach) hauptsächlich die stars her ...

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DerBlicker 18.09.2017, 13:32
9. trocken ist aus gutem Grund beliebt

Säurehaltige Weine vertragen viele nicht gut, ich trinke auch aus diesem Grund nur trocken.

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