Forum: Stil
Schottische Ostereier: Kalorienbombe to go
Peter Wagner

Bevor Britannia uns Europäer endgültig verlässt, noch ein toller Oster-Tipp aus den Highlands. Keine Angst - kein gefüllter Schafsmagen. Aber die Schotten mögen nun mal ordentlich fettige Speisen.

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orkneyan 08.04.2017, 08:02
1. Witzig... trotzdem daneben irgendwie

Das schottische Essen hat einen schlechten Ruf, zugegeben. Aber das ist mittlerweile nur noch dummes Gerede. In Edinburgh sammeln sich die Michelin-Sterne und Mark Greenaways Kochbuch Perceptions bringt uns die neue schottische Küche ins Haus. Aber ok, nachts holt man sich dann doch eine Munchie-Box.

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WaR52 08.04.2017, 09:09
2.

....und was machen wir mit den Möhren und den Kichererbsen?

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cobaea 08.04.2017, 18:12
3.

Zitat von WaR52
....und was machen wir mit den Möhren und den Kichererbsen?
Weitwurf?
Abgesehen davon sind Fish and Chips inzwischen in GB durchaus wieder geniessbar - nicht so wie noch vor 30, 35 Jahren, als die Fish+Chips nur mit einem guten Schuss Essig erträglich waren und in einem Stück alter Zeitung serviert wurden. Mittlerweile gibt's überall auf der Insel wirklich guten, frischen Fisch und gute Pommes. Das Fett wird nicht mehr nur einmal im Quartal gewechselt. Manchmal hab ich mich gefragt, ob's dafür irgendwann mal eine EU-Richtlinie gab, die öfteren Ölwechsel vorschreibt. Praktisch ausgestorben sind auch die Frühstückswürstchen aus rot gefärbtem und mit Fett vermischtem Sägemehl (so schmeckten sie jedenfalls früher). Und Scottish Eggs sind wirklich ein prima Snack - ein bisschen wie Frikadellen auf die Hand. Oder eben Falscher Hase.

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anna cotty 09.04.2017, 23:28
4. Haggis

Nun, so schlimm schmeckt Haggis auch wieder nicht. Ich habe schon viel schlechtere Gruetzwurst in Deutschland gegessen und bei uns in Irland gibt es den 'White Pudding' der sehr aehnlich wie Haggis schmeckt. Black Pudding heisst hier die Blutwurst.
Schlimmer finde ich eine andere schottische Spezialitaet: Deep Fried Mars Bar ( frittierte Marsriegel).

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wiersbin.p 09.04.2017, 08:46
5.

Zitat von cobaea
Weitwurf? Abgesehen davon sind Fish and Chips inzwischen in GB durchaus wieder geniessbar - nicht so wie noch vor 30, 35 Jahren, als die Fish+Chips nur mit einem guten Schuss Essig erträglich waren und in einem Stück alter Zeitung serviert wurden. Mittlerweile gibt's überall auf der Insel wirklich guten, frischen Fisch und gute Pommes. Das Fett wird nicht mehr nur einmal im Quartal gewechselt. Manchmal hab ich mich gefragt, ob's dafür irgendwann mal eine EU-Richtlinie gab, die öfteren Ölwechsel vorschreibt. Praktisch ausgestorben sind auch die Frühstückswürstchen aus rot gefärbtem und mit Fett vermischtem Sägemehl (so schmeckten sie jedenfalls früher). Und Scottish Eggs sind wirklich ein prima Snack - ein bisschen wie Frikadellen auf die Hand. Oder eben Falscher Hase.
Ja, es gibt eine EU Richtlinie die seit 2004 EU weit gültig ist. Erste Fassungen sind noch älter und waren schon 1998 gültig, aber gerade Deutschland musste zur Umsetzung erst verklagt werden. Nach nochmaliger Überarbeitung in die derzeit gültige Fassung von 2004, wurde es dann im Jahr 2006 auch in Deutschland zum zwingend verbindlichem Gesetz. Diese Regelungen gelten übrigens auch für KITAS, Kindergärten, Straßenfesten wo für Entgelt Lebensmittel / Speisen veräußert werden usw.
Die Überarbeitung wurde notwendig um der Deutschen Lebensmittelindustrie gefällig zu sein...

http://www.onlinehilfe-lebensmittelhygiene.de/assets/Rechtsgrundlagen/VO-852-2004-lkF.pdf

https://www.gesetze-im-internet.de/lmhv_2007/BJNR181700007.html

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schlaueralsschlau 09.04.2017, 17:39
6.

Ich hoffe die Schotten nehmen nach dem brexit auch ihre Rezepte mit aus der EU.

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Sissy.Voss 09.04.2017, 18:43
7. Ich weiß nicht woher unser Starkoch..

seine Weisheiten über die schottische Küche hat, aber er liegt - wie immer - völlig daneben. "Schmieriges Haggis" deutet darauf hin dass unser Küchen-Wagner nie welches probiert hat, in St. Andrews (Schottland!) gibt es das beste Fish-and-Chips-Restaurant des vereinigten Königreichs und ich habe in manchen Pubs besseres und abwechslungsreicheres Essen bekommen, als in manchem deutschen Restaurant. Aber das mögen wir ja an unserem Wagner: seine Konstanz. Konstant neben der Kappe.

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randhesse 10.04.2017, 23:58
8. @ #5 Unschlau...

Zitat von schlaueralsschlau
Ich hoffe die Schotten nehmen nach dem brexit auch ihre Rezepte mit aus der EU.
Die Schotten sind, aus sehr nachvollziehbaren Gründen, mehrheitlich alles andere als Brexit-Fans.
Und ich kann Ihnen nur mal einen "kulinarischen Städtetrip" nach Edinburgh anraten.
Besseres als Wildbret aus den Highlands ist schwer zu finden.
Und auch das "gezüchtete Viehchzeugs" dort ist sehr "Naturbelassen", und wird keineswegs nur "in pampiger Minzsauce ertränkt".
Wenn Sie's "partout drauf Anlegen", kriegen Sie natürlich auch "Barbareien", wie *frittierte* Tiefkühlpizza oder Marsriegel serviert, deren Reste selbst die Möwen verschmähen.
Aber die Qualitäten der schottischen Küche werden, dem gut gepflegten Klischee folgend, oft grob Unterschätzt.

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brainchain 10.04.2017, 09:53
9. Unnötig...

wie hier die schottische Küche geradezu diffamiert wird. Wer Haggis als schmierig bezeichnet, hat sich offenbar bisher selbst nicht zu einer Kostprobe durchringen können. Optik und Konsistenz sind zwar gewöhnungsbedürftig, mit Schlachtschüssel im Süden und Labskaus im Norden Deutschlands kennen wir uns damit allerdings ebenso gut aus wie die Schotten. In Kombination mit Neeps & Tatties und einer schön dicken, dunklen Sauce oder ganz schlicht auf einer Ofenkartoffel absolut köstlich!
Den Hinweis auf die kulinarischen Möglichkeiten gerade in Edinburgh kann ich nur unterstreichen: ich habe selten so gut gegessen wie auf meinen beiden Reisen in diese wunderschöne Stadt. Fish & Chips sind britische Nationalkost, und ich erinnere mich an eine im Fett ertränkte Portion davon bei einer Reise vor etwa 20 Jahren - damals fast ungenießbar. Meine jüngeren Erfahrungen haben damit nichts gemein. Frisch zubereitet und mit etwas hochwertigem Essig ein Hochgenuss, wenn auch natürlich nicht für jeden Tag.
Wie in UK typisch, sind auch hier zahlreiche asiatische Restaurants vertreten, hervorzuheben ist das sagenhafte Ghurka Cafe in der Cockburn Street - alleine ein Besuch dort wäre eine weitere Reise wert.
Am liebsten trieben wir uns aber tatsächlich durch die zahlreichen Pubs, die immer eine große Bandbreite verschiedener Speisen boten, die ausnahmslos frisch und absolut köstlich waren, was mitunter auch an der gemütlichen Atmosphäre lag. Auch Street Food kann sich sehen lassen, bei dem Gedanken an mein Pulled Pork Sandwich mit (Vorsicht, schmierig!) Haggis und Apple Sauce läuft mir heute noch das Wasser im Mund zusammen.
Tipp fürs nächste Mal: alte Stereotypen hinterfragen und ablegen, wenn sie nicht mehr zeitgemäß sind - das ist hier definitiv der Fall. Fritierte Marsriegel habe ich übrigens nur in den schlimmsten Touristenfallen gesehen, ein guter Hinweis, das Lokal direkt wieder zu verlassen.

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