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Sherry: 30 Jahre Einsamkeit
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Von der Oma zelebriert, von ihren Kindern verachtet, von den Enkeln wiederentdeckt: Sherry erlebt gerade eine kleine Renaissance. Zu Recht, er hat wenig Alkohol und schon für wenig Geld gibt es Spitzenqualität.

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doctorxxx 24.02.2018, 16:09
1. Und was ist mit PX?

"Sherry ist aufgrund seiner Machart immer komplett trocken." Stimmt nicht. Der Autor unterschlägt komplett die süßen Sherrys aus den Traubensorten Moscatel und Pedro Ximenez (hierzu hätte man prima die Peter-Siemens-Story erzählen können). Das ist ja grade der Witz: Sherry gibts von salzig-trocken bis pappsüß - von 4 bis 400 EUR.

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dasfred 24.02.2018, 16:11
2. Das weckt Erinnerungen

Noch vor Jahren hatte ich eigentlich immer einen trockenen Sherry und einen eher süßen Port im Haus. Sherry zu einer Hühnerbrühe mit einer Haube aus Schlagsahne mit Curry war ein Entree, mit dem ich immer wieder Gäste begeistern konnte. Auch mache Sauce, manches Dessert lässt sich wunderbar abrunden. Oloroso cream, Amontilado dry und ein Portwein kommen auf den Einkaufszettel.

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gersois 24.02.2018, 18:03
3. Wenig Alkohol?

Was heißt hier wenig Alkohol? Sherry hat mehr Prozente (ca. 20%) als normaler Wein, obwohl dieser mittlerweile kräftig zugelegt hat (14-15%). Verglichen mit Whisky oder Rum hat Sherry weniger Prozente, aber er ist eben kein Branntwein oder Schnaps!

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ambulans 24.02.2018, 18:08
4. der

autor schreibt hier erkennbar über etwas, von dem er leider keine ahnung hat: sherrys sind selbstverständlich nicht nur "trocken" - dafür gibts nämlich zwei verschiedene gründe: die rebsorte für den grundwein (z.b. PX - pedro ximenez; wurde oben schon genannt) und die art seines ausbaus (z.b. wird noch nicht durchgegorener, also restsüßer grundwein "aufgespritet" - und dadurch am vollständigen "durch"-gären quasi "gehindert"). ergebnis: durchgegorene sherry-stile sind "trocken", die anderen, durch zugabe von neutralem alkohol vorzeitig gestoppten typen eben "rest-süß" (in verschiedenen stufen). der gesamt-alkoholgrad liegt in der regel zwischen ca. 16 - 19 % vol., und das preisniveau (s.a. die derzeitige marktsituation) ist eher moderat. übrigens: beide grundrichtungen haben ihre vorzüge - eben alles zu seiner zeit und am richtigen ort! dr. ambulans (alle kassen)

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Stäffelesrutscher 24.02.2018, 22:24
5.

Zum Genuss gehört natürlich die ultimative Lektüre:
http://gutenberg.spiegel.de/buch/das-fass-amontillado-7198/2

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Bakturs 24.02.2018, 22:40
6. Lieber nicht

Lieber nicht, denn sonst entdeckt die Industrie dies als finanzielle Goldgrube und macht daraus ein trendiges Kultgetränk zu überteuerten Szene-Preisen.

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quark2@mailinator.com 25.02.2018, 10:08
7.

Auch wenn ich selbst nicht betroffen bin, macht es mich immer ärgerlich, wenn Spiegel-Schreiber so tun, als hätten alle Leute jede Menge Kohle. 40,- EUR für 0,7l ist für viele Leute ein Haufen Geld. Das der Autor das künstlich schlanker macht, indem er mit 0,375l rechnet, hilft auch nicht weiter. Das ist einfach nicht preisgünstig. Es wird auch nicht preisgünstig, wenn man es mit Gin vergleicht. Die ganze Darlegung erinnert mich etwas an die Artikel über Autos, wo so getan wird, als längen bei jedem 40k aufm Nachtschrank. Mich ärgert die fehlende Empathie. Ja, Sherry oder auch Port sind super lecker, keine Frage. Genau wie gute Weine und was man sich sonst noch so gönnt. Aber laßt uns nicht so tun, als wären sie billig. Für zu viele Menschen hierzulande sind sie es nicht. Und eine Menge davon arbeiten hart.

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Pierre30 25.02.2018, 12:39
8. Perfekter Aperitif,

aber bitte nur very dry. Ein dash davon rundet übrigens jede Bloody Mary ab. Shaken not stirred of course. Und ein Dry Martini, der Gin statt mit dem üblichen Schuß Neuilly Prat mit einem Schuß very dry Sherry gemixt und statt Olive mit einer Perlzwiebel versehen, mutiert zum "Gibson". Auf das billige klebrig süße Zeug aus dem Supermarkt, , das sich Sherry nennt und von Ungebildeten überdies zu Cherry verballhornt wird, sollte man verzichten.

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le.toubib 25.02.2018, 14:44
9. Sie täuschen sich.

Zitat von Pierre30
[...] Und ein Dry Martini, der Gin statt mit dem üblichen Schuß Neuilly Prat mit einem Schuß very dry Sherry gemixt und statt Olive mit einer Perlzwiebel versehen, mutiert zum "Gibson". Auf das billige klebrig süße Zeug aus dem Supermarkt, , das sich Sherry nennt und von Ungebildeten überdies zu Cherry verballhornt wird, sollte man verzichten.
Gin und Vermouth bleiben wie gehabt - die Perlzwiebel war in Sherry eingelegt! Das ist der Unterschied zwischen Martini und Gibson ...

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