Forum: Stil
Sportwagen im Museum: "PS: Ich liebe dich"
Oliver Sold

Die Zeit von 1940 bis 1970 war prägend für die Sportwagenentwicklung - technisch und ästhetisch. Eine Ausstellung in Düsseldorf zeigt nun Kultfahrzeuge, die Autogeschichte geschrieben haben.

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eunegin 27.09.2018, 05:50
1. Schöne Autos? Fast ausgestorben.

Ja, es ist eine Frage des Geschmacks. Nur finde ich seit Jahren kein wirklich "schönes" Alltagsauto mit Charakter. Ein einziger Einheitsbrei. Gerade deshalb haben ja Wagen mit Retroanleihen wie der Mini Erfolg. Man freut sich über jeden (damals auch nicht gerade spannenden) Mercedes W123, den man noch sehen darf. In Berlin fahren noch etliche Youngtimer herum - wesentlich sympathischer als die hier ebenfalls zahlreichen PS-Proleten, die mit ihren BMWs und AMGs oder dem Drogenlamborghini die Straße auf und ab dröhnen und mit 80 in der 30er Zone unterwegs sind. Solche Auto haben keine Ausstrahlung uns sind lediglich aggressive Vehikel eines gestörten Egos. Ich würde mich sehr über freundliche Autos mit Charakter freuen.

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leierbündchen 27.09.2018, 07:36
2. Satt gesehen

Schade,
hier wurde eine Chance vertan. Die meisten dieser Autos sind hinlänglich bekannt. Die gezeigten Sportwagen sind Exoten, damals wie heute, und wurden wegen dieses Status tausende Male auf Abbildungen gezeigt. Interessant wäre so eine Ausstellung, wenn sie die Ästhetik der Alltagsfahrzeuge aus der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts vorgeführt hätte. Ein Opel Rekord P1, eine Ford Badewanne, eine Renault Dauphine, ein Mercedes Strich Acht, ein Mercedes W140, ein Opel Manta A, ein Opel GT, ein Ford Capri, das waren Ikonen, mit deren Form sich heute auseinanderzusetzen mir wesentlich reizvoller erscheint als die ewige Wiederkehr der Traumwagen.

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norgejenta 27.09.2018, 08:02
3. mag sein

dass sie hinlänglich bekannt sind. Schön anzusehen sind sie trotzdem. Allein schon die Farbe und die Formen... Bei den italienischen Autos drängt sich mir immer der Vergleich mit Frauen auf. Die Formen, wie sie sich geben. Bei den deutschen Autos ist es immer diese technische Kälte , die aber auf eine faszinierende Weise anziehend wirkt. Nichtsdestotrotz.. Mit keinem der Autos möchte ich schneller als 220 fahren.. Bei den "Asphaltschneidern" die die drauf haben und ohne technische Hilfsmittel.. Man muss da wohl das Auto beherrschen wie ein Reiter das Pferd..

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jwfk 27.09.2018, 08:56
4. Nur zwei Auto-Austellungen in Museen bislang? Nein, mindestens drei!

Da haben wohl leider sowohl die Ausstellungsmacher in Düsseldorf als auch SPON nicht gut recherchiert. Im High Museum of Art in Atlanta wurde von Mai bis September 2014 die extrem hochklassige Ausstellung "Dream Cars" gezeigt, mit amerikanischen und europäischen Konzeptfahrzeugen aus den 30ern bis in die 70er.

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rennflosse 27.09.2018, 09:11
5. Geschichtsvergessenheit

Der AC Shelby Cobra hat in dieser Form in der Reihe nichts zu suchen. Das Original wäre der AC Ace. Ein Sportwagen mit der Urform, die beim Cobra nur aufgeplustert wurde.
Ein arger Fehltritt und ein Zeichen, dass hier historische Sachkenntnis fehlt.

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razer 27.09.2018, 09:31
6.

Zitat von leierbündchen
Schade, hier wurde eine Chance vertan. Die meisten dieser Autos sind hinlänglich bekannt. Die gezeigten Sportwagen sind Exoten, damals wie heute, und wurden wegen dieses Status tausende Male auf Abbildungen gezeigt. Interessant wäre so eine Ausstellung, wenn sie die Ästhetik der Alltagsfahrzeuge aus der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts vorgeführt hätte. Ein Opel Rekord P1, eine Ford Badewanne, eine Renault Dauphine, ein Mercedes Strich Acht, ein Mercedes W140, ein Opel Manta A, ein Opel GT, ein Ford Capri, das waren Ikonen, mit deren Form sich heute auseinanderzusetzen mir wesentlich reizvoller erscheint als die ewige Wiederkehr der Traumwagen.
Na, ja genau so könnte man sagen die großen Kunsthallen/Museen sollten nicht "immer" die Gemälde alter und neuerer Meister ausstellen.
Ich denke bei dieser Ausstellung hat man bewust keine Alltagsautos genommen.
PS: "ein Mercedes Strich Acht, ein Mercedes W140" sind für mich Beispiele eines beamtenmäßig spießigen-im Falle des W140 auch plumpen, Designs. Ein W123 (vor allen Dingen das Coupe) oder erst recht der W126 sind da um Welten besser, mMn.

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upalatus 27.09.2018, 09:39
7.

Früher wurde noch ausschließlich per Hand gezeichnet und modelliert. Heute gibts virtual reality, Strakbügelmaschine und sehr gute userfreundliche computergestützte Formgebungstools. Brrr! Seelenloses Kühldesign, Rumreiten auf uralten Imagenimben, und wenn viel hohles sog. Premium und PS passt eh alles. Naja, und den Rest besorgt die niedergehende Fähigkeit zur Eleganz (siehe Grills, Ausgepüffvergeiltheit, Aufgeblasigkeit.....).

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sam-berlin 27.09.2018, 09:43
8. so in etwa....

...stelle ich mir meine idealtypische Garage vor. Vielleicht noch angereichert um ein paar schöne große Coupés und Limousine. Natürlich sind das alles hinlänglich bekannte Ikonen - von einem Facel Vega mal abgesehen. Aber das schmälert ja nicht ihre Bedeutung und ihre Ästhetik. Wenn man sich hingegen viele heutige Sportwagen anschaut: Zerklüftetes Brutalo-Design, reichlich Carbon dran gepappt und Innenräume zum Davonlaufen. Ästhetische Alpträume (ein paar Ausnahmen gibt es). Dazu oft eine proletenhaft aufgeplusterte Geräuschkulisse. Aber vielleicht werden das kommende Generationen, die dann nur noch E-Mobile kennen, anders sehen.

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chrismuc2011 27.09.2018, 10:07
9.

Für mich gehören da einige Autos nicht rein. Da werden auch Prototypautos mit Serie vermischt. Und die Aufnahmen sind teilweise uninspiriert. Einen BMW 507 oder einen Ferrari 250 GTB SWB oder einen Aston Martin Zagato von vorne zu zeigen, anstatt Seitenline und Heck zu zeigen, die viel prägnanter für Ihren Ruhm sind, lässt Leser, die diese Autos nicht kennen, fragen, was an diesen Autos so toll sein soll.
Die einzigen Ikonen der Mittelmotorsportwagen sind Lamborghini Miura ( dessen Wimpern und Heckjalousie leider auf dem Foto nicht zu erkennen ist) und der fehlende Ford GT40. Der Countach ist vom Design her eigentlich eine Art Showcar, der es zur Serie gebracht hat und stilistisch in dieser Ausstellung ebenso aus dem Rahmen fällt wie der Cisitalia und der Ferrari 166.

Schön wäre es mal, wenn jemand eine Autoausstellung der späten 20er, der 30er und Anfang 40er ins Leben rufen würden mit Marken wie Talbot Lago, Bugatti ( Atalante, Royale), Bentley ( Bluetrain, Double Six), Mercedes ( 540K) und anderen. Denn hier verschmelzen Bauarchitektur, Möbeldesign der Jugendstil und Art Decozeit mit dem Automobildesign.
#5: Sie haben halb recht, halb nicht. Immerhin wurde hier die schmale 289 Cobra genommen, die ja von der Karosse dem AC Ace entspricht. Der Ruhm wurde aber durch die breite, brutale 427 Cobra begründet, der die Dominanz der Ferrari auf der Rennpiste brechen sollte. Und wenn Sie meinen der AC Ace sei die Urform, so ist das auch nur halb richtig, der "Urvater" von AC Ace, AC Cobra ist der Ferrari 166 MM Barchetta, die hier zwar auch als Beispiel geführt wird, aber eigentlich in den 40er Jahren gezeichnet und entwickelt worden ist.

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