Forum: Stil
Stefano Boeri über Bauen mit Bäumen: Grün, grün, grün sind alle meine Häuser
Stefano Boeri Architetti

Stefano Boeri lässt seine Häuser überwuchern. Mit seinen bewaldeten Zwillingstürmen in Mailand wurde er berühmt. Nun hat der Architekt einen Stadtteil in China entworfen, in dem auf jedem Haus Hunderte Bäume wachsen.

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darthmax 12.06.2018, 11:28
1. Laub oder Nadelbäume

es scheinen alles Büsche zu sein, wenn man den Fotos Glauben schenkt und aus den Blumenkästen wurden Terassen.
Wie sich dies bei starken "Wind verhält , abwarten. Architekten interessiert in der Regel nur der Neuzustand.Dann werden Fotos gemacht.
Natürlich kann er nur flachwurzelnde ´´Bäume ´´ nutzen, die nicht zu hoch wachsen, denn seine Ansicht, dass die Bäume wüssten, wie hoch sie wachsen dürfen ist mit Verlaub...x

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kasalla.kalla 12.06.2018, 11:36
2. der wald vor lauter bäumen

ein löwe ist kein haustier; ein baum keine balkonpflanze. auch wenn ein team von gärtnern für die beschneidung der bäume zuständig ist (siehe wikipedia), werden sie nicht verhindern können, daß das wurzelwerk der bäume über kurz oder lang ihre begrenzung beschädigen wird. dann werden die bäume gefällt und durch neue ersetzt werden müssen. dazu kommen die reparaturarbeiten an den pflanzkästen. in diesem sinne ist sein zitat "Jeder Baum ist ja ein Individuum. Wie eine Person hat auch er seine Wünsche und Vorstellungen." blanker hohn. das konzept der vertikalen gärten finde ich aber generell positiv - allerdings sollte man auf geeignete pflanzen zurückgreifen.

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maipiu 12.06.2018, 11:48
3. Bäume sind schlau

Ein geniales Konzept, finde ich. Boeri wählt zuerst die Bäume aus, die er auf/in die Häuser pflanzt. Danach überlegt er sich die Form des Hauses. Vermutlich hat er in der Zwischenzeit, seit er sich damit befasst, eine Menge an Erfahrung gesammelt, so dass die Bedenken von kasalla.kalla unbegründet sind. Er würde wahrscheinlich auch jede Menge Ärger bekommen, wenn die Wurzeln die Häuser beschädigten.
Für die Chinesen, die vor kurzem noch Dorfbewohner waren, ist die neue Umgebung sicher auch angenehmer, als das, was üblicherweise ihr neues zu Hause in der Stadt wird.
Wäre bestimmt auch eine gute Idee für Stuttgart und andere Städte, die mit Smogalarm kämpfen. Vielleicht müsste man die Bürgermeister mal drauf aufmerksam machen.

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strixaluco 12.06.2018, 12:09
4. @ kasalla.kalla - kommt auf die Details an

Ob so ein Gebäude langfristig gut hält, kommt auf die Details an. Ich würde sagen, Platanen sind für so etwas definitiv ungeeignet - aber kleine Obstbäume kann man zum Beispiel ohnehin auch in Kübeln, ca. 50x50x50, ziehen, ohne dass Baum oder Haus schadet. Es gibt schon lange gute Standards für Gebäudebegrünung (Deutschland- FLL), wenn man sich daran hält, kann das Grün die Gebäudesubstanz sogar schützen - vor heftigen Temperaturschwankungen, die Risse verursachen könnten, zum Beispiel.
Die gesundheitlichen Vorteile von Bäumen in der Stadt sind so ziemlich für jedes einzelne Exemplar nachweisbar.
Wenn man mit Gebäudebegrünung im Bestand Verbesserungen erreichen kann, ist das insofern hervorragend, ABER - Wenn neu gebaut wird, sind öffentliche, naturnahe Grünanlagen solchen Konstruktionen in jeder Hinsicht vorzuziehen - sie sind nämlich um ein Vielfaches multifunktionaler. Ein Park ist nicht nur grün, sondern auch Treffpunkt, Sportstätte, bei geeigneter Gestaltung ein Hort der Artenvielfalt und Kulturgut. Die puffernde Wirkung auf das Umgebungsklima kann sich bei ausreichender Größe ins weitere Umfeld ziehen.
Ein öffentlicher Park ist vor allem ein sozialer Ort, dessen Vorzüge alle Bevölkerungsschichten gleichermaßen genießen können, ohne teure Luxuswohnungen zu kaufen. Die, die sich so etwas nicht leisten können, profitieren am Allermeisten vom Grün, sie brauchen es dringend!
In unseren Städten wird sehr viel über irgendwelchen Wohnraum diskutiert, aber die Lebensqualität macht sehr stark auch die Gestaltung der Freiräume aus. Lasst Euch nicht mit ein paar Quadratmeter unbrauchbarem, verlatschtem Zierrasen und halbherzig hingequetschten, eingepflasterte, vertrocknenden Bäumchen in einer Betonquaderwüste abspeisen!

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pillorello 12.06.2018, 12:20
5. typisch

...wie ein Werk aufgeblasen wird, vollgestopft wird, mit theoretischen Phrasen und großen Gesten. Dabei ist es eine ganz normale Kiste mit etwas größerem Grünanteil. Das die Luft im Umkreis der Gebäude besser ist, ist eher unglaubwürdig. Vielleicht das unmittelbare Microklima auf einem Balkon. Es gibt innovativere Konzepte und Bauten, die zum Teil schon 25 Jahre und älter sind.

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archi47 12.06.2018, 12:21
6. ist natürlich aufwändiger, als nur Wände übereinander zu stapeln

aber, wenn man es richtig macht, dann halten sich Zusatzaufwendungen in Grenzen. Richtiges Material für die Konstruktion und die richtigen Pflanzen mit Substrat und Bewässerung. Der Zusatznutzen ist ja wohl außer Diskussion.

Pflanzen erobern sich Lebensraum. Ein Efeu, als der effektivste Kletterer, kann über Dichtungen und Abdeckungen ist Haus eindringen. Wenn man es gänzlich entfernt, dann hat man entsprechende Schäden - also wohl eher zurückschneiden, oder dann entfernen, wenn ohnehin eine Generalsanierung ansteht.

Wurzeln von Bäumen, egal welcher Wurzelart, werden immer versuchen dem Wasser nachzuwachsen, oder wenn zuviel davon, dem eben auszuweichen.
Dann kommen Pflegeaufwendungen hinzu. All diese Eigenheiten sind zu berücksichtigen.
Das Wohnen wird komplexer, aber auch angenehmer ...

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Loewe101 12.06.2018, 12:39
7. Typisch

wie hier im Forum zum Teil kritisiert, gemotzt und gestänkert wird ohne sich näher damit befasst zu haben.
Ich war schon vor Ort und habe die Häuser gesehen und kann sagen, dass es wirklich fantastisch wirkt. Das grün ist von weithin zu sehen und es sind nicht nur ein paar Büsche die da wachsen.

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melnibone 12.06.2018, 12:41
8. Da gäbe es viel zu tun.

Lebendige Quartiere wären nicht nur anderswo schön.
Wir haben Betonwüsten zuhauf.
Und bauen weil es schnell gehen muss, bei all diesem Wohnungsmangel ... die neuen Betonwüsten oder neue Glaspaläste.

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ernstrobert 12.06.2018, 12:44
9. im Prinzip gut

natur und Bauten zu verbinden. Das klappt aber schon unter einfacheren Bedingungen am Boden nicht: dort wird jedes Grün entfernt, nackte Sterilität nimmt bei Freiflächen immer mehr zu. Propagiert selbst von Stararchitekten oder Grünplanern, die diesen namen nicht mehr verdienen.
Warum Bäume jetzt ausgerechnet unter schwierigsten Bedingungen dauerhaft wachsen sollen, bleibt mir ein Rätsel. Man denke nur an den riesigen Aufwand an Abdichtung, Wurzelschutz, Bewässerung usw..
Herauskommen wahrscheinlich nur neue Aufträge für die Industrie, aber wenig Natur oder Nutzen für Mensch und Umwelt.
Verkehrte Welt!

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