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Wein richtig lagern: Stimmung im Keller
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Kaufen und aufmachen, so hält es die große Mehrheit der Weintrinker. Flaschen selber einzulagern kann aber durchaus Vorteile bieten. Ein paar Dinge gilt es dabei zu beachten.

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ginorossi 02.12.2017, 17:50
1.

Bis aus Wein in einer ordentlich verschlossenen Flasche Essig wird, muss man ihn aber schon arg lange liegen lassen, weil dazu ziemlich viel Sauerstoff gebraucht wird. - Und zu lange sollte man keinen Wein lagern, wenn man nicht ausnahmsweise ganz sicher sein kann, dass er dadurch wirklich besser wird. Schon mancher Weinfreund hat blutenden Herzens überlagerten Wein weggießen müssen,weil er gerade für diesen einen Superwein immer wieder auf die ganz besondere Gelegenheit (zu lange) gewartet hat. Dass die letzte Flasche am besten schmeckt, ist eine fromme Hoffnung, zuweilen ist auch schneller Konsum angesagt!

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Ge-spiegelt 02.12.2017, 19:04
2. Alterungspotential feststellen

angebrochenen Wein 6h oder 1 Tag später verkosten und darauf achten ob er zulegt oder abbaut. Schraubverschluss hält 10 Jahre länger, habe noch 2003er im Keller. Wichtig ist auch freie schweflige Säure.
Wenn der Korken leckt oder Wein fehlt. Aufmachen, Auffüllen mit dem gleichen Wein, Schwefeln und wieder verkorken.

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ItchyDE 02.12.2017, 19:46
3.

@2: Welcher hochwertige Wein wird mit Schraubverschluss angeboten oder redest Du von Selbstabfüllung?

Was den Ratschlag mit dem Öffnen und Warten angeht: das ist kein Hinweis auf das Reifungspotential eines Weines. Da kommt extrem viel Sauerstoff an den Wein und das sind ganz andere Prozesse als bei der Reifung in der verschlossenen Flasche. Was nicht heißt, dass dem einen oder anderem Wein 24h Luft nicht tatsächlich ganz gut tut, aber das gilt auch für alte Weine.

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tobiwithyou 02.12.2017, 19:47
4. SlowFood?

Lieber Herr Franz, zuerst einmal Danke für diesen Artikel, der Begriff SlowFood sollte aber hier nicht benutzt werden. SlowFood bezieht sich auf regionale und saisonale Produkte. Darunter fallen die meisten Flaschen Wein in deutschen Kellern sicher nicht. Der Beitrag über 'SlowFood' auf der Seite der deutschen Wikipedia ist lesenswert. Mit freundlichen Grüßen T.S.

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butzibart13 02.12.2017, 20:19
5. Weine mit Korkverschluss

In der Tat können lange gelagerte Weine ausgefallen schmecken. Das geht hin bis zu einem totalen Aromaverlust oder dem Geschmack nach Essig, wenn er zu stark oxidiert wurde. Interessant ist die Bukettnote Petrol, dann treten infolge des Vitamin-A-Abbaus Substanzen wie 1,1,6-TDN und Vitispiran auf, die dem Wein eine altersbedingte Kerosinnote verleihen. Die Frische d. h. die Säure ist im wesentlichen dann dahin und es ist eine reine persönliche Frage, ob man so etwas mag.

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qwer987 02.12.2017, 20:58
6. Weinklimaschrank

Als Portweintrinker und -sammler bin ich um den Kauf eines Weinklimaschranks nicht herumgekommen. Meine Erfahrungen mit der Anschaffung eines solchen Geräts lassen sich wie folgt zusammenfassen.
Als "Weinklimaschrank" werden fast immer zwei Typen Geräte angebote, solche mit einer Klimazone und solche mit zwei Klimazonen. Die Schränke mit zwei Klimazonen haben den Zweck, größere Mengen Wein auf Trinktemperatur vorrätig zu halten und sind für einen Privathaushalt einfach unnötig, außer man kommt regelmäßig in die Verlegenheit kistenweise Wein auf Trinktemperatur vorrätig haben zu müssen...
Die Glastüren sind häufig stark getönt, was den schicken Dekoeffekt schon deutlich herabsetzt, zudem sind sie mit den im Artikel genannten Nachteilen verbunden. Weiterhin sind Weinschränke mit Glastür erheblich teurer und fressen auch gleich mal doppelt so viel Strom wie ihre Normaltür Pendants. Fazit: Nutzlos rausgeschmissenes Geld.
Bei der Auswahl der Lagerkapazität sollte man äußerst großzügig planen. Die meisten Hersteller geben die Lagerkapazität des Schranks in Bordeauxflaschen an, nur werden viele Weine nun einmal nicht in genormten Bordeauxfaschen abefüllt. Normalerweise kann man pro Fach zwei Reihen aufschichten, sind die Flaschen allerdings lang und dünn passt die zweite Reihe nicht mehr in das Fach. Bocksbeutel etwa lassen sich de facto nicht aufschichten man muss sie stehend lagern, so sie denn einen Schraubverschluss haben ist das aber kein Problem, Bocksbeutel mit Korken sind ein enormes Platzproblem. Der Einräum Supergau sind allerdings die bei Weißwein beliebten Schlegelflaschen, lang und nach vorne stark verjüngt, lassen sie im Fach nur Platz für eine Reihe und mehr als zwei Schichten übereinander ist wirklich gewagt. Nach meiner erfahrung beträgt die tatsächliche Lagerkapazität bei unterschiedlichen Flaschentypen ca. ein Drittel bis die Hälfte von dem was der Hersteller für Bordeauxflaschen angegeben hat. Die gute Nachricht ist, ein 300 Flaschen Schrank verbraucht kaum mehr Strom als ein 200 Flaschen Schrank und der Preisunterschied zwischen beiden macht das Kraut auch nicht mehr fett.
Aber die Weine sind wirklich unter optimalen Bedingungen gelagert, und wenn man keinen Keller mit konstant niedrigen Temperaturen hat, ist das eine durchaus lohnende Anschaffung welche die eigenen Möglichkeiten ganz erheblich erweitert, man kann dann endlich guten Gewissens einen Colares oder jüngere Reserva kaufen und ihre Entwicklung miterleben, ich habe es jedenfalls nicht bereut.

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Ge-spiegelt 02.12.2017, 21:06
7. @#3

Schraubverschluss gibt es leider viel zu selten, liegt am Konsumenten. Glasverschluss ist ähnlich gut. Die Remstalkellerei hat 1971 angefangen die Premium Weine auf Schraubverschluss zu füllen. Wenn Du mir den Alterungstest nicht glaubst, mache halt Deine Erfahrungen selbst. Um den Sauerstoff Einfluss etwas zu reduzieren kann man auch Abpumpen. Natürlich ist der Alterungsprozess nicht nur Oxidation, aber Oxidation macht Alles kaputt.

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Ge-spiegelt 02.12.2017, 21:11
8. Weinklimaschrank

Danke für den Weinklimaschrank Erfahrungsbericht. Ich denke das brauchst Du erst ab 100 Euro Weine. Und dann musst Du noch den Kork regelmäßig erneuern und Aufschwefeln.

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caruso2 02.12.2017, 21:23
9. Witzig,

was einige "Weinkenner" hier so von sich geben. Tatsache ist, das fast alle wirklich hochqualitativen Weine von einer Lagerung profitieren, am besten bei konstant 10-12°C. Ein Weinkühlschrank sollte keine Glastür haben. Ansonsten sind es Temperierschränke, in denen Wein kurz bis mittelfristig bei Trinktemperatur gelagert wird. Wenn man keinen geeigneten Keller hat, sollte man Weine, die über Jahrzehnte gelagert werden sollen, im Weinkühlschrank lagern. Die Stromkosten sind gegenüber den Anschaffungskosten eher Peanuts. Für die Lagerfähigkeit ist neben Rebsorte und Herkunft vor allem der Winzer verantwortlich. Das heißt, ein Riesling aus der gleichen Lage, der gleichen Prädikatsstufe, kann Jahrzehnte von einer Lagerung profitieren oder am besten eher früh zu konsumieren sein, je nach Hersteller. Wer nicht bereit ist auch mal hohe zwei oder drei stellige Beträge für eine Flasche auszugeben, für den ist das Thema Wein nicht das richtige Hobby. Aber auch Weine unter 20,00€ könne von einer Lagerung über viele Jahre profitieren, wenn sie von hoher Qualität sind. In Deutschland sind das vielleicht 200-300 Weingüter. In der absoluten Spitzenklasse vielleicht 20-30. Die findet man (fast) nicht im Supermarkt und auch längst nicht bei jeden Weinhändler. Die Lektüre von den einschlägigen Weinkritikern gibt Anhaltspunkte.

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