Forum: Uni + Bildung Posse um Rektorenwahl an Uni Leipzig: Bewerber für schwierige Stelle gesucht
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DPA Monatelang wurde an der Universität Leipzig darüber gestritten, wer Rektor werden darf. Nun ist die Wahl endgültig geplatzt - und ein Gutachten zeigt: Der amtierenden Rektorin Beate Schücking wurde Unrecht getan. Wie geht es jetzt weiter? zum Artikel Antworten
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#11 22.01.2016, 22:26 von doedelheimer

Zitat von viwaldi
Sie haben Recht, für eine "Professorin" sieht auch die Liste in pubmed.org sehr sehr sehr dürftig aus, also wie sie die Amtsbezeichnung ergattert hat, ist wohl eher dünnbrettmäßig. Ehrlich gesagt, mit so einer Publikationsliste wird man regulär auch gar nicht habilitiert. Das CV sieht eher nach professioneller Antragsabgreiferin aus, immer auf der Gender-Welle gesurft. Aber, um Rektorin einer Uni zu sein muss man wissenschaftlich nix wuppen. In Leipzig ist sie halt extrem umstritten aufgrund ihrer Persönlichkeit, um es mal höflich zu formulieren. Jetzt erklagt sie sich den Wahlzugang, viel Spaß im Arbeitsalltag mit so einer vertrauensbildenden Maßnahme. Die Uni zeigt uns, dass die akademischen Gremien nicht mehr funktionieren. In Leipzig und anderswo.
Hallo,

"professionelle Antragsabgreiferin", perfekt ausgedrückt. Und, ja, mir hilft - schon seit Jahren in der pösen big pharma-Forschung unterwegs - mein akademischer Stallgeruch noch heute z.B. bei Kollaborationen mit Unis, und genau deshalb meine ich, daß der Rektor idealerweise schon ein guter Forscher sein sollte - ist doch eine nette Stelle kurz vor Karriereende ;-)...
Ach ja, die ist wirklich nicht habilitiert! (und hat aber eine Habilitationsordnung 2012 abgezeichnet - spätestens da hätte frau sich in Grund und Boden schämen und an Rücktritt denken sollen!!!) Insofern ist mir auch nicht verständlich, wieso ihr Dr. med. im englischen Wikipedia zum PhD mutiert ("MD, PhD" mag ich als "Übersetzung" eine PD Dr. med akzeptieren, aber ohne habil, ohne MD/PhD-program? Sieht für mich so aus, als habe sie sich ziemlich professionell hochgejazzt, und sei nun an böse alte heteronormative weiße Männer geraten, die als echte Akademiker und echte Forscher einen Taschenspieler auf hundert Meter gegen den Wind riechen - die "Professorin" als "gendergerecht-gedöns" für Männer und Frauen ist da bestenfalls ein amüsantes Epiphänomen...

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#12 23.01.2016, 15:47 von hahtse

Die Überschrift ist schon mal Käse. Es werden keine Bewerber gesucht, es gab und gibt ausreichend Bewerber. Der Grund für die Spannungen ist allein, dass der Hochschulrat - der explizit *kein* Gremium der Hochschule selbst ist, sondern vom Ministerium befüllt wird - die Amtsinhaberin trotz mehrfach bekundeten Interesse ihrerseits und massiver Unterstützung durch die tatsächlichen Hochschulgremien nicht zur Wiederwahl als Bewerber aufgestellt hat.

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#13 23.01.2016, 21:38 von BenMT

Anmerkung zur Übersetzung von Dr. med.

Zitat von doedelheimer
Hallo, "professionelle Antragsabgreiferin", perfekt ausgedrückt. Und, ja, mir hilft - schon seit Jahren in der pösen big pharma-Forschung unterwegs - mein akademischer Stallgeruch noch heute z.B. bei Kollaborationen mit Unis, und genau deshalb meine ich, daß der Rektor idealerweise schon ein guter Forscher sein sollte - ist doch eine nette Stelle kurz vor Karriereende ;-)... Ach ja, die ist wirklich nicht habilitiert! (und hat aber eine Habilitationsordnung 2012 abgezeichnet - spätestens da hätte frau sich in Grund und Boden schämen und an Rücktritt denken sollen!!!) Insofern ist mir auch nicht verständlich, wieso ihr Dr. med. im englischen Wikipedia zum PhD mutiert ("MD, PhD" mag ich als "Übersetzung" eine PD Dr. med akzeptieren, aber ohne habil, ohne MD/PhD-program? Sieht für mich so aus, als habe sie sich ziemlich professionell hochgejazzt, und sei nun an böse alte heteronormative weiße Männer geraten, die als echte Akademiker und echte Forscher einen Taschenspieler auf hundert Meter gegen den Wind riechen - die "Professorin" als "gendergerecht-gedöns" für Männer und Frauen ist da bestenfalls ein amüsantes Epiphänomen...
Ein Dr. med. ist im deutschen die Bezeichnung für einen Promovierten Arzt. In den USA muss man sich nicht promovieren um MD zu werden. MD ist ein Abschluss (degree) wie auch der BSc oder MBA, der durch das bestehen einer Abschlussklausur verliehen wird.

Der PhD ist das Gegenstück zu einer deutschen Promotion. Deshalb führen deutsche Ärzte in den USA oftmals den Titel "MD, PhD (Dr. med.)".

Um zum Thema zurückzukommen: Habilitiert scheint die Frau nicht zu sein. Allerdings muss man das für eine Fachhochschulprofessur auch nicht sein. Inzwischen ist es in Bayern (anderswo vielleicht auch?) sogar möglich an Universitäten ohne Habl. berufen zu werden.

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#14 24.01.2016, 10:20 von murksdoc

Richtigstellung zur Übersetzung von Dr. med.

Den Doktortitel darf in Deutschland ein Arzt auch nach bestandenem dritten Staatsexamen nur dann führen, wenn er eine Dissertation, auf Deutsch: "eine Doktorarbeit" vorgelegt und das Promotionsverfahren einer Deutschen Universität erfolgreich abgeschlossen hat. Ansonsten ist er nicht "Dr. med. Mayer", sondern "Herr Mayer, Arzt".

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#15 24.01.2016, 11:15 von themagicone

Zitat von BenMT
Ein Dr. med. ist im deutschen die Bezeichnung für einen Promovierten Arzt. In den USA muss man sich nicht promovieren um MD zu werden. MD ist ein Abschluss (degree) wie auch der BSc oder MBA, der durch das bestehen einer Abschlussklausur verliehen wird. Der PhD ist das Gegenstück zu einer deutschen Promotion. Deshalb führen deutsche Ärzte in den USA oftmals den Titel "MD, PhD (Dr. med.)". Um zum Thema zurückzukommen: Habilitiert scheint die Frau nicht zu sein. Allerdings muss man das für eine Fachhochschulprofessur auch nicht sein. Inzwischen ist es in Bayern (anderswo vielleicht auch?) sogar möglich an Universitäten ohne Habl. berufen zu werden.
Es ist leider nicht richtig, was Sie hier behaupten. Den "Dr. med." mit PhD zu übersetzen, ist schlicht falsch. Dem PhD entspricht in den deutschsprachigen Ländern z.B. der Dr. rer. nat., Dr. phil. etc.
Auch eine Habilitation, die mit dem Tragen des Titels "Privatdozent" (PD) verbunden ist, berechtigt nicht eine Übersetzung als PhD. Der wissenschaftliche Aufwand für eine Habilitation ist selbstredend wesentlich grösser als für einen PhD. Eine vernünftige englische Übersetzung für den "PD" existiert nicht.

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#16 24.01.2016, 11:58 von BenMT

Ich denke zwar, dass ein PhD nach dem abgeschlossenen Medizinstudium einem Dr.med. entspricht, aber vielleicht können wir uns darauf einigen, dass man akademische Titel nach Möglichkeit nicht versuchen sollte zu übersetzten.

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#17 24.01.2016, 13:16 von leepzscher

Sächsische Verhältnisse

In Leipzig/ Sachsen weiß jeder, dass sich die jetzige Rektorin in Gesprächen mit der Landesregierung über die Finanzierung so stark für ihre Uni eingesetzt hat, dass der Freistaat Sachsen jetzt lieber jemand Willfähriges sucht. Zum Glück haben sich andere Bewerber nicht instrumentalisieren lassen und der Freistaat steht jetzt dumm da.

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#18 24.01.2016, 17:45 von catcargerry

Danke

Zitat von P.Delalande
Ist doch gar nicht so schwer zu finden: http://www.dombert.de/anwaelte_prof_dr_klaus_herrmann.html http://www.tagesspiegel.de/wissen/wert-des-doktortitels-universitaeten-muessen-fehlverhalten-ahnden/12833524.html
Der ist bei meiner Suche nicht aufgetaucht, tatsächlich fachkundig. Da ging meine Vermutung in die falsche Richtung. Und wes Brot isst er nun in dieser Sache?

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#19 27.01.2016, 08:47 von bk667

Zitat von
Ich denke zwar, dass ein PhD nach dem abgeschlossenen Medizinstudium einem Dr.med. entspricht, aber vielleicht können wir uns darauf einigen, dass man akademische Titel nach Möglichkeit nicht versuchen sollte zu übersetzten.
Damit tun sie dem PhD aber unrecht. Es sollte doch mittlerweile bekannt sein, dass die typische deutsche medizinische Dissertation eine Farce ist, die über das Niveau einer Bachelorarbeit nicht hinausgeht. Forschen können die meisten Mediziner meiner Erfahrung nach gar nicht, sondern sie tippen die Ergebnisse von Masterstudenten in Tabellen ein ;).
Ich habe großen Respekt vor den wenigen Medizinern, die über Jahre eine richtige Doktorarbeit produzieren wie andere Naturwissenschaftler, die meisten rotzen aber einfach in 3 Monaten irgendwas hin.

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#20 27.01.2016, 10:19 von Newspeak

...

Zitat von doedelheimer
[...] Ach ja, die ist wirklich nicht habilitiert! (und hat aber eine Habilitationsordnung 2012 abgezeichnet - spätestens da hätte frau sich in Grund und Boden schämen und an Rücktritt denken sollen!!!) Insofern ist mir auch nicht verständlich, wieso ihr Dr. med. im englischen Wikipedia zum PhD mutiert ("MD, PhD" mag ich als "Übersetzung" eine PD Dr. med akzeptieren, aber ohne habil, ohne MD/PhD-program? Sieht für mich so aus, als habe sie sich ziemlich professionell hochgejazzt, und sei nun an böse alte heteronormative weiße Männer geraten, die als echte Akademiker und echte Forscher einen Taschenspieler auf hundert Meter gegen den Wind riechen - die "Professorin" als "gendergerecht-gedöns" für Männer und Frauen ist da bestenfalls ein amüsantes Epiphänomen...
Na ja, das Professoren Qualifikationen von Anderen verlangen, die sie selber nie erbringen mussten, ist eher Standard heutzutage. Und schämen tut sich da keiner für. Wer sich für sowas schon schämt, der kommt nicht weit im akademischen Filz.

Das "böse alte heteronormative weiße Männer" ist köstlich. Ja, die gibt es. Ob sie alles echte Akademiker und Forscher sind? Das bezweifele ich eigentlich. Echte Akademiker und Forscher haben keine Zeit für den Intrigantenstadl Uni. Die machen sowas höchstens dann, wenn für die eigene Forschung entsprechend viel herausspringt.

Nebenbei, Hochschulräte gehören ersatzlos abgeschafft. Das sind wirklich nur Lobbyorganisationen, in denen Menschen Einfluß erlangen, die diesen nicht haben sollten. Nicht über die Unis und allgemein nicht. Das sind Beispiele von Ämterhäufung und Begünstigung und Bereicherung und Machtspielchen. Was man aber tun kann, die Macht der Professoren brechen. Einfach mal echte demokratische Wahlen zu Uni-Gremien einführen. So daß Professoren auch von Mitarbeitern und Studenten überstimmt werden können.

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