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Abstiegsängste: Der große Hartz-Schock kommt erst noch
DPA

Wie schnell geht es nach unten? Aktuell ist das Risiko, auf Hartz IV abzustürzen, eher gering. Doch das wird sich im nächsten Abschwung dramatisch ändern - und könnte verheerende Folgen haben. Es ist Zeit vorzusorgen.

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Leser161 13.04.2018, 12:53
1. Wieso diffus?

Arbeitsplatzverlust durch Insolvenz oder Fusion existiert real. Das Einstellungshindernis Alter 50+ existiert real. Gleichzeitig steht die Rente mit 67 im Raum.
Reale Gefahren die kein Angestellter abwehren kann. Gleichzeitig bedeutet Hartz IV den Verlust von allen Dingen die man sich in seinem Leben angespart oder aufgebaut hat.

Du kannst noch soviel gelernt, aufgebaut und Steuern gezahlt haben. Ggf. Jobverlust mit 50+und das wars. Du wirst genauso behandelt werden wie einer der das nicht getan hat.
Das macht zornig und das ist keine diffuse Angst.

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r.eress 13.04.2018, 12:55
2. Ein realistischer Artikel

Das Wachstum der Arbeitsplätze wird nicht auf Dauer weitergehen, Rationalisierung per Digitalisierung und eventueller Konjunkturabschwung werden dann zusammenkommen.
Und ein weiterer Ausbau des Niedriglohnsektors wird dann auch nicht helfen; hier ist das potentielles Angebot an Arbeitskräften in den letzten Jahren stark ausgeweitet worden.

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mhwse 13.04.2018, 13:00
3. viel Spass auch

wenn im folgenden Aufschwung dann mehr und mehr in Maschinen investiert wird ..

(von Menschen geleistete) Arbeit an sich ist ein Auslaufmodell.

Nur weil jetzt, durch Frührente und Co. (Erbschaften z.B - nach einer Erbschaft wird keiner Hartz 4 - trotz Arbeitslosigkeit beantragen ..) ein scheinbarer Arbeitskräftemangel herrscht.

Die, die heute über die vermeintlich aus Dummheit Arbeitslosen herziehen, werden (sollten sie nicht selbst zur Genration Erben gehören) ihr blaues Wunder erleben - mit 57 gibt es keine Festanstellung mehr. Wart auch schon immer so.

Rente gibt es auch keine - dann wird das Ersparte verbraucht um bei 350 EUR im Monat zu landen.

Eine radikalere rechtere Regierung würde das Problem sogar noch verschärfen.

Will (jetzt) keiner verstehen - also - wieder mal, die schmerzvolle Variante ohne Vorbereitung ..

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crazy_swayze 13.04.2018, 13:01
4.

Herr Fricke, wenn im Rest der Welt ein Politiker einlöst, dass man im Notfall (=Arbeitslosigkeit):

- eine Wohnung bezahlt bekommt
- die Krankenversicherung gestellt wird
- und man obendrein noch 400 Euro für Essen und Kleidung erhält
= ca. 1.000 Euro NETTO

Dann würden Sie (als Politiker) 99% der Erdenbürger so glücklich machen, dass sie Ihnen die Füße küssen vor lauter Dankbarkeit.

Was ist denn das für eine verantwortungslose Diskussion, in Zeiten, in denen Arbeitnehmer bereits im Schnitt (!) über 50% Steuern- und Abgabenquote haben, um eben jene Leistungen zu finanzieren, nochmals einen Nierenhieb zu versetzen mit der Aussage, das, was für 99% der Weltbevölkerung gut genug ist (und wofür andere tausende Kilometer hierherpilgern), würde nicht reichen?

Soll ich am besten mein komplettes Gehalt bei Ihnen abgeben, und Sie verteilen es dann so wie Sie es für richtig halten?

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sonnemond 13.04.2018, 13:01
5. Sie könnten da sehr richtig liegen, Herr Fricke

Ich muss nur einige Artikel von Dr. Stelter im Manager Magazin lesen, welches ja auch zur SPIEGEL-Gruppe gehört. Oder aktuell von Jens Ehrhardt in der Wirtschaftswoche, der sehr auffällige Parallelen zu 1929 sieht. Obwohl die Weltwirtschaft grade gut und in Deutschland sogar bestens läuft baut sich die globale Schuldenkrise mit über 220 Billionen Dollar immer massiver auf. Und den Notenbanken gehen die Instrumente aus. Es wird zunehmend gefährlich.

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GoaSkin 13.04.2018, 13:01
6. der Schreck von einst war halb so wild

Wir hatten einmal eine schwere Wirtschaftskrise Anfang der 2000er Jahre mit einer hohen Massenarbeitslosigkeit. Damals gab es auch die Sorge, dass man Diese auch nach der Krise nicht mehr einstellen möchte, weil sie eben schon zu lange arbeitslos sind. Doch heute gibt es sehr viele Leute, die trotz jahrelanger Arbeitslosigkeit wieder einen vernünftigen Job haben, sodass Langzeitarbeitslosigkeit kein dauerhaftes Hindernis sein muss. Klar gibt es auch heute Hartz IV Bezieher ohne realistische Chance auf einen Job. Doch dabei handelt es sich kaum um Leute, die Anfang der 2000er Jahre arbeitslos geworden sind und seither keinen Job mehr gefunden haben.

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Rosenblüte1 13.04.2018, 13:05
7. Was wir tun können

Vielen Dank für diesen Artikel, Sie sprechen mir aus der Seele. Zum Glück können wir auch etwas dafür tun, dass sich die Politik diesbezüglich ändert: Der Progressiven Sozialen Plattform fehlen noch 700 Unterschriften, damit sie ihre Arbeit aufnehmen kann. Das ist ein Zusammenschluss von Menschen, denen sozialliberale Werte wichtig sind, die also für eine deutlich bessere Sozialpolitik und gegen Hetze sind. Unterschreiben kann man hier: www.plattform.pro

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andneu 13.04.2018, 13:06
8. Diese ganzen Argumente werden Neoliberale ...

... nicht überzeugen. Sollte es zu einem Wirtschaftseinbruch mit hohen (Langzeit)arbeitlosenzahlen in Zukunft kommen, war die Arbeitsmarktreform eben nicht hart genug, da muss dann halt noch mehr gekürzt und gedroht werden. Bleibt der Patient krank, muss mehr von der giftigen Arznei geschluckt werden. Die Ideologie kann/darf ja nicht irren.

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SenYek 13.04.2018, 13:07
9. Bitte etwas mehr Niveau!

Rethorisch ist es sicherlich geschickt, die Position der Gegenseite durch groteske Übertreibung ins Lächerliche zu ziehen. Einer sachlichen Diskussion dient es definitiv nicht. Es gab nie die Erwartung (oder gar ein "Mantra"), dass durch "Mehr Druck" die Arbeitslosigkeit auf Null gedrückt werden kann.

Die Wahrheit ist doch die: Es gibt Arbeitslose, die brauchen Hilfe (Fortbildung, etc.) ... und es gibt welche, die brauchen etwas mehr Motivation ("Druck"). Deshalb ist klar, dass Hilfe und Druck beide *grundsätzlich* helfen können, die Arbeitslosenquote zu verringern.

Man kann lediglich über die Wirksamkeit der beiden Hebel und somit über die bestmögliche Mischung von Maßnahmen streiten. Wenn man - wie anscheinend Herr Fricke - glaubt, dass die "Drückeberger" nur eine verschwindende Minderheit darstellen, dann legt man den Schwerpunkt auf Hilfsmaßnahmen und argumentiert gegen "mehr Druck". Man kann auch andere Überzeugungen haben. Beides erscheint mir legitim.

"Niveauvoller Journalismus" bedeutet für mich: Beide Sichtweisen möglichst wertfrei darstellen. Idealerweise nach objektiven Daten suchen, um die eine oder andere Sichtweise zu belegen/widerlegen. Und dann [klar abgetrennt] gerne auch eine eigene Meinung formulieren.

Leider findet man diese Art von Journalismus heute sehr selten - auch nicht in den wirtschaftlichen Spiegelkolumnen. Schade

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