Forum: Wirtschaft
Angespannter Wohnungsmarkt: Nahles stößt mit Mietstopp-Vorschlag auf heftige Kritik
DPA

Die Idee von SPD-Chefin Andrea Nahles, Mietsteigerungen per Gesetz zu stoppen, kommt nicht überall gut an. Auch beim Koalitionspartner CDU zeigt man sich wenig begeistert.

Seite 2 von 5
fx33 10.09.2018, 10:40
10. An dem Vorschlag muss etwas dran sein...

An dem Vorschlag von Andrea Nahles muss etwas dran sein, sonst würden nicht die Hausbesitzer so aufschreien.
Im Grundgesetz steht: "Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen.".
Es steht dort nicht: Eigentum verpflichtet zu maximalem Profit. Wir haben eine Marktwirtschaft mit sozialem Ausgleich. Wir haben keinen freien Raubtierkapitalismus. Wenn es also zu einem Marktversagen kommt, MUSS der Staat regulierend eingreifen.
Und für alle diejenigen, die meinen, dass gedeckelte Mietsteigerungen zu weniger Wohnungsbau führen, sei ins Stammbuch geschrieben, dass auch dann weniger investiert wird, wenn sich aus dem bestehenden Investment immer höhere Renditen herausquetschen lassen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
philemajo 10.09.2018, 10:41
11. Schelte ist liberaler Automatismus!

Was der Fairness halber erwähnt sein sollte - bevor Immobilieninvestoren wieder hektische Flecken bekommen- ist, dass eine Bindung von Mieten an die Inflation (sprich Preisindex) als sogenannte Indexmiete keine neue Erfindung der Sozialdemokraten, sondern schon lange üblicher Marktstandard ist und als willkommenes Instrument gilt/ galt, um regelhafte Mieterhöhungen zu automatisieren. Erst seitdem die spekulationsbedingten Immobilien-/Mietpreise die Inflation "outperformen", wähnt die Immobilienlobby hierin bösen Sozialismus ...

Beitrag melden Antworten / Zitieren
cave68 10.09.2018, 10:45
12.

Zitat von corentin
Finde den Vorschlag der SPD gut. Wir suchen als Familie verzweifelt eine größere Wohnung, damit jedes Kind ein Zimmer haben kann. Finden wir nicht. Knapp unter 2000 € warm gibt es vereinzelt. Können wir uns nicht leisten.
berechtigte Frage:
Muss es denn unbedingt die teure Stadt sein?Berufsbedingt?

Nun gut wenn es bei ihnen nicht anders geht aber bei vielen Geringverdienern verstehe ich ehrlich gesagt nicht warum sie nicht in ländlichere Regionen ausweichen wo es auch genügend Jobs in nahezu jedem Metier gibt?

Was nützt die Stadt mit ihrer Infrastruktur wenn ich mir das meiste nicht leisten kann?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Fantastic 10.09.2018, 10:56
13.

und dann stehen etliche Bewerber vor der Tür.
Der Vermieter wird die Wohnung an das alleinstehende ältere vermögende Ehepaar ohne Kinder und Haustiere vergeben.
Als junges Ehepaar mit Kindern, mit wenig finanziellen Ersparnissen
werden Sie vor den gleichen Problemen wie bisher stehen.
Nur mehr Wohnungsbau hilft.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
hoernomat 10.09.2018, 10:58
14. Ich bin es leid...

... für Dumm verkauft zu werden. Die Mietpreisbremse ist eine einzige Bankrotterklärung der Politik nach dem Motto: "Liebe Bürger, wir helfen Euch gerne, nur wir wollen nicht!"

Es ist schon fragwürdig, Eigentümern per Gesetz über die Verfügung ihres Eigentums Vorschriften zu machen - kann man machen, ist aber nicht ideal - nur: wer sitzt denn am längeren Hebel?
Wenn ein Mieter nicht will, dann stehen mehr als genug Andere bereit, die keine Zicken machen. Den Vermieter zu täuschen und erst nach dem Einzug seine Rechte einzuklagen wird auch keine der Seiten ideal finden und es werden sich juristische Formulierungen finden lassen, auch dieses Gesetz zu Gunsten der Eigentümer zu umgehen.

Nein - es ist völlig klar, dass hier marktgerecht gehandelt werden muss. Der Staat muss Geld in die Hand nehmen und selbst Wohnraum zu Dumpingpreisen anbieten und zwar so umfänglich, dass ein Jeder eine günstige Wohnung finden kann, für die er nicht mehr als 20% seines Einkommens ausgeben muss.
Wenigstens für die Übergangszeit kann man Firmen je Steuervergünstigungen einräumen, wenn sie ihren Angestellten günstige Firmenwohnungen anbieten - das dürfte ggf. auch eine Option für Unternehmen sein, ihren Fachkräftemangel zu bekämpfen, wenn sie günstigen Wohnraum gleich mit anbieten.

Warum ausgerechnet die SPD der CDU/CSU dabei hilft, zum Teil ausländischen Investoren ihre Geschäfte am deutschen Immobilienmarkt zu Lasten der Bürger mit hohen Gewinnen betreiben zu lassen, bleibt wohl ein Geheimnis. Aber sagt es einfach offen und gerade heraus und vergießt keine verlogenen Krokodilstränen und vermüllt nicht die Gesetze durch dieses offensichtlichen Mist

Beitrag melden Antworten / Zitieren
liberaleroekonom 10.09.2018, 10:59
15. Ich glaube nicht, dass der SPD-Vorschlag Ihnen helfen wird

Zitat von corentin
Finde den Vorschlag der SPD gut. Wir suchen als Familie verzweifelt eine größere Wohnung, damit jedes Kind ein Zimmer haben kann. Finden wir nicht. Knapp unter 2000 € warm gibt es vereinzelt. Können wir uns nicht leisten.
Sie haben aber schon verstanden, dass mit dem Vorschlag der SPD nicht eine einzige Wohnung günstiger als bisher vermietet werden würde. Was daran für Ihren Fall von Vorteil sein soll verstehe ich nicht.
Die SPD versucht lediglich mit unwirksamen und verfassungsrechtlich bedenklichen Methoden zukünftig den Anstieg der Mieten zu bremsen (statt unregelmäßig marktwirtschaftliche Anpassung zukünftig regelmäßig planwirtschaftliche Anpassung in Höhe der Inflationsrate).

Außerdem hat die GroKo für Familien mit Kindern doch das tolle Bürokratiemonster des Baukindergeldes erfunden. Wäre das nichts für Sie?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Profdoc1 10.09.2018, 11:06
16. wirr

Diese Idee zeigt einmal mehr, dass SPD und Ökonomie einfach nicht zusammenkommen wollen. Mieten sinken, wenn die Bedarfe befriedigt sind. In einer angespannten Lage in den Großstädten geht das nur über ökonomische Steuerung, nicht über Verbote; sie treiben die kosten nur weiter in die Höhe. Der expertenrat im BMWi hat gute Vorschläge erarbeitet, dir Frau Nahles wohl nicht gelesen hat. Wer die Situation z.B. In Köln kennt, weiß, dass bei attativen Wohnungen statt Mieterhöhungen dann eben mit persönlich vereinbarten 'Honoraren' operiert wird. Wer die zählt, bekommt die Wohnung - steht in keinem Mietvertrag, etc. Und nun, Frau Nahles?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
der_rookie 10.09.2018, 11:07
17. Hm

Zitat von fx33
Und für alle diejenigen, die meinen, dass gedeckelte Mietsteigerungen zu weniger Wohnungsbau führen, sei ins Stammbuch geschrieben, dass auch dann weniger investiert wird, wenn sich aus dem bestehenden Investment immer höhere Renditen herausquetschen lassen.
Versuchen Sie sich bitte in jemanden hineinzuverstetzen der Geld zur Verfuegung hat und Wohnraum bauen koennte (ob Privatperson oder Unternehmen). Und dann unterstellen Sie diesen Menschen Gier. Und dann lessen Sie Ihre Aussage noch einmal.

Ich persoenlich teile die Ansicht des Wissenschaftlichen Beirats der Bundesregierung: Den Beduerftigen ausreichend Wohngeld geben. Dann kann jeder Mensch in Deutschland wohnen. Gleichzeitig wuerde ich aber auch ueber eine Gemeindereform nachdenken: Teilweise koennen Grosstaedte nicht mehr Wohnraum ausweisen, die wohlhabenden Vororte wollen gleichzeitig nicht mehr ausweisen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Fantastic 10.09.2018, 11:13
18.

Zitat von philemajo
Was der Fairness halber erwähnt sein sollte - bevor Immobilieninvestoren wieder hektische Flecken bekommen- ist, dass eine Bindung von Mieten an die Inflation (sprich Preisindex) als sogenannte Indexmiete keine neue Erfindung der Sozialdemokraten, sondern schon lange üblicher Marktstandard ist und als willkommenes Instrument gilt/ galt, um regelhafte Mieterhöhungen zu automatisieren. Erst seitdem die spekulationsbedingten Immobilien-/Mietpreise die Inflation "outperformen", wähnt die Immobilienlobby hierin bösen Sozialismus ...
Eine inflationskonforme "Indexmiete" war aber lange Zeit gesetzlich verboten. Die Zentralbank befürchtete bei einer solchen Vertragsgestaltung würde der Inflation ungebremst und unregulierbar
Tür und Tor geöffnet. Offensichtlich hat die Zentralbank ihre Bedenken aufgegeben. Nur bei der Steuergesetzgebung bleibt es dabei.
Eine Angleichung des Tarifs an die Inflation gibt es bisher nicht.
Ein Schelm, wer Böses dabei denkt!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
ichwillauchmal 10.09.2018, 11:29
19. Im Nachbarhaus

Zitat von der_rookie
Versuchen Sie sich bitte in jemanden hineinzuverstetzen der Geld zur Verfuegung hat und Wohnraum bauen koennte (ob Privatperson oder Unternehmen). Und dann unterstellen Sie diesen Menschen Gier.
Im Nachbarhaus ist grad der Erstmieter ausgezogen. Er hat dort ein gutes Jahr gewohnt. Der Eigentümer inseriert die Wohnung derzeit auf den üblichen Portalen für 1.990 Euro kalt. Der Erstmieter hatte noch 1.400 Euro bezahlt. Halten Sie das für eine angemessene Mietsteigerung (innerhalb eines Jahres). Oder eventuell doch für Gier?
P.S. Ich besitze selber zwei vermietete Wohnungen...

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 2 von 5