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Angespannter Wohnungsmarkt: Nahles stößt mit Mietstopp-Vorschlag auf heftige Kritik
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Die Idee von SPD-Chefin Andrea Nahles, Mietsteigerungen per Gesetz zu stoppen, kommt nicht überall gut an. Auch beim Koalitionspartner CDU zeigt man sich wenig begeistert.

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herkurius 10.09.2018, 16:45
40.

Zitat von corentin
Finde den Vorschlag der SPD gut. Wir suchen als Familie verzweifelt eine größere Wohnung, damit jedes Kind ein Zimmer haben kann. Finden wir nicht. Knapp unter 2000 € warm gibt es vereinzelt. Können wir uns nicht leisten.
Falls wir zufällig in der gleichen Gegend wohnen, bin ich der ideale Vermieter für Sie. 100 Quadratmeter, Schulen, Verkehrsverbindungen und Infrastruktur im Ort, Garten und Balkon, 500 Euro Kaltmiete. Ich als Eigentümer wohne in der Einliegerwohnung (d.h. es gibt keine Hausmeister- und Handwerkerrechnungen, die auf die Nebenkosten umgelegt werden könnten).
Habe mir vor 20 Jahren, als ich überlegte, wie und wo ich mein Alter verbringen möchte, lieber ein Haus für umgerechnet 180.000 Euro gekauft, als eine Eigentumswohnung für 80.000, da das Haus und seine Miet-Erträge meine Altersvorsorge sein sollten.
Die zu vermietende Wohnung (separater Eingang, wie ein separates Haus) steht allerdings das vierte Jahr leer, seit der letzte Mieter verstorben ist. Ich komme gut damit zurecht, daß meine Altersvorsorge sich in Luft aufgelöst hat und ich von einer drei-stelligen Rente leben muss. Ich komme gar nicht damit zurecht, daß ich als Vermieter der Fußabtreter der Nation sein soll und beim Aufschlagen der Zeitung eine ganzseitige Annonce einer Anwaltssozietät sehe "Garantie, wir senken Ihre Miete um 25 Prozent, sonst Geld zurück". Dach, Heizung und Warmwasser, Verputz, Fenster und viele andere Dinge mehr erneuern sich nämlich nicht von selber, Renovierungen von 100qm bei Mieterwechsel kann ich in meinem Alter nicht mehr selber machen und kann sie nach neuerer Rechtsprechung aktuell nicht vom Mieter einfordern, und finanziell spare ich immer noch, um die Schäden des vorigen Messie-Mieters, seine nie bezahlten Mietrückstände und die Kosten für ein gewonnenen Mietprozeß um dieselben zu stemmen. Wenn die Mieterträge das nicht mehr hergeben (an ein Luxusleben aus dem, was übrig bleibt, ist sowieso nicht zu denken), kann ich auch nicht mehr vermieten.

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herkurius 10.09.2018, 16:52
41.

Zitat von grainer16
Das Eigentümer jetzt meckern war klar. Kriegen den Hals auch nicht voll. Solange eine vermietete Immobilie spätestens nach 15 Jahren, (...) 2. durch die Beteiligung von uns allen über Steuererleichterungen mittels Abschreibungen, finanziert ist,
Wie soll das funktionieren? Abschreibungen heisst, dass ich den Wertverlust durch Abnutzung von den Miet-Erträgen abziehen und nur die Differenz versteuern muss.
Irgendwie höre ich immer das Gerücht, "Abschreibungen" ist Geld, das ich vom Finanzamt in Raten kriege und das in den zitierten 15 Jahren oder noch viel schneller den Wert des Hauses erreicht, ohne daß ich das dadurch verliere, z.B. verkaufe. Welches Kreuzchen in der Steuererklärung muss ich wo setzen, damit ich nicht etwas versteuern muss, was ich gar nicht einnehme, sondern noch Bargeld vom Finanzamt drauf kriege?

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liberaleroekonom 10.09.2018, 21:57
42. Das ist aber nicht ernst gemeint, was Sie da geschrieben haben - oder?

Zitat von Politikernachwuchs
Mietpreisbremse sofort für min. 5 Jahre. Die Miete muß am Nettoeinkommen gekoppelt werden. Eines Sozialauswahl muß streng bestraft werden., lebenslange Haft und kompletter Vermögenseinzug, auch für nähere Verwandte müssen her. Der Staat muß endlich für soziale Mieten,m Wohnungen für die eigenen Bevölkerung sein. Es kann nicht sein, soziale Wohnungen sind für Deutsche (Tübingen ) verboten!
Tübingen? Das ist doch die Stadt wo der Oberbürgermeister ein GRÜNER ist. Ich spare mir jetzt besser jeden weiteren Kommentar.

Ach so, dass was Sie da geschrieben haben ist natürlich grober Unfug (sozialistische Planwirtschaft pur). Und daher vermute ich, dass auch ihr letzter Satz keinem Faktencheck standhalten würde.

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liberaleroekonom 10.09.2018, 22:14
43. Kennen Sie eigentlich den kompletten Artikel 14 Grundgesetz?

Zitat von fx33
An dem Vorschlag von Andrea Nahles muss etwas dran sein, sonst würden nicht die Hausbesitzer so aufschreien. Im Grundgesetz steht: "Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen.". Es steht dort nicht: Eigentum verpflichtet zu maximalem Profit. Wir haben eine Marktwirtschaft mit sozialem Ausgleich. Wir haben keinen freien Raubtierkapitalismus. Wenn es also zu einem Marktversagen kommt, MUSS der Staat regulierend eingreifen. Und für alle diejenigen, die meinen, dass gedeckelte Mietsteigerungen zu weniger Wohnungsbau führen, sei ins Stammbuch geschrieben, dass auch dann weniger investiert wird, wenn sich aus dem bestehenden Investment immer höhere Renditen herausquetschen lassen.
Wenn Sie schon das Grundgesetz in Bezug auf das Eigentum zitieren, sollten Sie vielleicht nicht nur den Absatz 2 von Artikel 14 erwähnen, sondern bei Absatz 1 anfangen.
Dort wird das Recht auf Eigentum verfassungsmäßig garantiert (gewährleistet). Nicht umsonst ist die derzeitige Mietpreisbremse ein Fall für das Bundesverfassungsgericht (BVerfG). Das Landgerichts (LG) Berlin hält nämlich die Mietpreisbremse für verfassungswidrig und hat beschlossen, § 556d Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) von den Karlsruher Richtern überprüfen zu lassen.

Ach ja, und wenn Ihnen Absatz 2 so überaus wichtig ist, dann gehören Sie bestimmt zu den netten Menschen, die Ihr Auto gelegentlich anderen Menschen zur Verfügung stellen, die sich z.B. kein Auto leisten können. Schließlich verpflichtet ja Eigentum und soll dem Wohle der Allgemeinheit dienen.

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duke_van_hudde 11.09.2018, 08:23
44. Und wie soll ihnen das helfen?

Zitat von corentin
Finde den Vorschlag der SPD gut. Wir suchen als Familie verzweifelt eine größere Wohnung, damit jedes Kind ein Zimmer haben kann. Finden wir nicht. Knapp unter 2000 € warm gibt es vereinzelt. Können wir uns nicht leisten.
Die Mieten werden auch mit diesne Unfug weiter um die Inflation steigen.
Das heisst sie können sich die WOhnung weiter nicht leisten und dazu werden weichere Faktoren eine wichtigere Rolle spielen und da werdne ihre 2 Kinder eher sehr shclehct ankommen. Das Lehrerehepaar ohne Kinder kurz vor der Pension wird da das Rennen machen und die zahlen die 2000 eh locker aus der Portokasse.

In ihren Fall ist die Sache ziemlich klar sie müssen ihre Ansprüche deutlich runter schrauben und das heisst sicher nicht für jedes Kind ein eigenes Zimmer oder sie müssen die Region verlassen wo sie jezt wohnen. Es gibt zig Regionen in Deutschland mit günstigne Mieten und mitlerweile auch Jobs. Es kann natürlich sein das sie etws weniger verdienen, aber das sparen sie bei der Miete locker.

Ihren Fall könnte man eher anders helfen und zwar das man Mieten aus alten Vertägen stärker erhöhen kann. Bei mir hat eine Kollegin eine WOhnung die deutlich zu gross ist seit dem die Kinder aus den Haus ist, aber eine kleinere Wohnung würde ihr nichts sparen. Die Konsequenz ist ziemlich klar sie zieht nicht aus und die Wohnung wird nicht für eine Familie wie sie frei.

Die Hauptprobleme sind in dne meistne Städten aber 3 andere.
1.Es wird kein Bauland freigegben. Es gibt in Deutshcland quasi keine Stadt wo es nicht theoretisch genug Bauland geben könnte damit die Preise im Randgebiet sich locker dritteln oder vierteln. Das ist aber vom Staat nicht gewünscht. Alleine die Grunderwerbssteuer würde dann ja massiv sinken. Genau diese Steuer wurde vom Staat massiv erhöht was den Anreitz zu wenig Bauland freizugeben noch steigert.
2. Man hat zig Mio Neubürger ins Land geholt die sich fast vollständig in die Städte begeben und zusätzlich Druck verursachen.
3.Die Bauauflagen steigen in immer verrückteren Höhen und treiben die Kosten und senken die Anzahl von neuen Wohnungen die mit dne vorhandenen Handwerkern gebaut werden können damti natürlich auch massiv.

Der Staat ist daher ein Haupttreiber für die Mieten auf Grund seiner Politik.

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Patrik74 11.09.2018, 16:12
45. Logik ist nicht ihr Stärke, oder?

Zitat von TROTHA24
Und günstige Mieten würden die Sogwirkung der Metropolen tendenziell erhöhen. Jede Wohnung kann eben nur an einen Mieter vermietet werden. Das Problem der Wohnungsnot wäre das gleiche, lediglich die Einnahmen der Vermieter (und damit wohl auch deren Investitionsbereitschaft) wären beschnitten. Und als kleiner Nebeneffekt würde die Provinz noch schneller ausbluten.
Einerseits behaupten sie richtigerweise, dass jede Wohnung nur einmal vermietet werden kann, andererseits behaupten sie eine "Sogwirkung", die das Umland ausbluten lässt.

Wie genau soll das Umland ausbluten, wenn es nicht mehr Wohnungen gibt?? Voll ist voll, und wenn mehr in die Stadt ziehen wollen, dann geht es einfach nicht - und so gibt es auch keine "Sogwirkung".

Und vor dem Hintergrund, dass bei eingefroren Mieten die Neigung abnimmt, neue Wohnungen zu bauen, sollte der "Sog" eher abnehmen.

Richtig ist allerdings, dass man das Problem entschärfen könnte, wenn man die Provinz attraktiver macht.

Vor dem Hintergrund, dass immer Leute Computerjobs machen, ist hierzu der sträflich vernachlässigte Breitbandausbau wichtig; dann wäre home office viel verbreiter. Für diejenigen, die doch in der Stadt arbeiten müssen, muss eine entsprechende Verkehrsinfrastruktur gebaut werden, und zwar nicht noch mehr Straßen - die Städte sind sowieso schon vollgestopft mit Autos - sondern vornehmlich bessere ÖPNV-Verbindungen.

Aber solange wir dem Goldenen Kalb Schwarze Null huldigen, wird das wohl nichts.

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herkurius 11.09.2018, 19:52
46.

Zitat von liberaleroekonom
Tübingen? Das ist doch die Stadt wo der Oberbürgermeister ein GRÜNER ist. Ich spare mir jetzt besser jeden weiteren Kommentar.
Gut so. Wenn ich als gläubiger und rechtschaffener Mensch, CDU-Mitglied mit Urkunde von mehr als 10jähriger Parteizugehörigkeit, einmal im Leben vom geraden Weg abweichen würde, wäre es, um Grüne zu bekämpfen, die nach meiner unmaßgeblichen Privatmeinung heftig daran arbeiten, unsere Zivilisation zu zerstören.
Nur nicht Palmer, den OB aus Tübingen. Der ist richtig, und der ist mutig. Wenn der Bundeskanzler wäre, bräuchten wir uns alle keine Sorgen um die Zukunft unseres Landes zu machen.

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ruhepuls 18.09.2018, 17:20
47. Typischer SPD-Vorschlag

Nicht überlegen, wie man mehr Wohnraum generieren kann (der dann automatisch billiger wird), sondern den vorhandenen stärker belasten, mit der Folge, dass weniger Wohnungen gebaut werden. Wohnungen baut man, wenn man damit Geld verdienen kann - und sonst nicht. Soll doch der Staat mehr Wohnungen bauen, dann kann er die auch so günstig vermieten, wie er will (und dann sitzen wieder doppelverdienende Lehrerpaare bis an ihr seeliges Ende drin, weil sie als Studenten mal "bedürftig" waren...).

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