Forum: Wirtschaft
Anwohnerproteste gegen Bauprojekte: Sozialwohnungen? Ja - aber bitte nicht hier
Tobias Lill

Viele Geringverdiener finden kaum noch bezahlbaren Wohnraum. Endlich steuert die Politik um - doch ausgerechnet die Proteste von Anwohnern bremsen den sozialen Wohnungsbau vielerorts aus. Sie haben Angst vor Fremden.

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vooodooo 11.08.2018, 07:51
1. Raumordnung

Bei einer Raumordnungspolitik, die den Namen verdient, hätten wir eine Menge Probleme weniger. Früher nannte man das mal ....z.B. Zonenrandförderung, Eigenheimzulage, 7b-abschreibung........

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PRAN1974 11.08.2018, 08:07
2.

Nach meiner Erfahrung richten sich die Proteste nicht nur gegen Sozialwohnungen. Anwohner sind grundsätzlich gegen alles, was in ihrer Umgebung neu gebaut wird, egal ob das Wohnhäuser, Geschäftsgebäude oder Windräder sind. Sie fürchten um ihre Aussicht, ihre Parkplätze, ihre Ruhe im Viertel, Kitaplätze und vieles mehr. Bei Sozialwohnungen kommt dann noch die Angst hinzu, dass die neuen Nachbarn Unruhe ins Viertel bringen.
Meiner Meinung nach ist der Protest auch teilweise berechtigt. Sozialwohnungen sollten immer einen Anteil an neu gebauten Häusern ausmachen, aber niemals sollten ganze Häuser oder gar Wohnblocks nur mit Sozialwohnungen gebaut werden. Da ist die Gefahr der Verwahrlosung und Ghettoisierung viel zu hoch. Aus der Vergangenheit kann man lernen. Würde ich Sozialhilfe empfangen, würde ich ebenfalls ungern in einem Haus leben, in dem nur andere Sozialhilfeempfänger wohnen. Wie gut wird wohl ein Haus vom Vermieter gepflegt, in dem alle nur Miete auf niedrigstem Niveau bezahlen? Klischees und Vorurteile haben außerdem so an sich, dass sie auf einen Teil der Leute tatsächlich zutreffen. Eine gesunde Mischung aus Sozialwohnungen und Wohnungen für Normalverdiener ist viel sinnvoller.

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aurichter 11.08.2018, 08:07
3. Typisch Deutsch

da stehen die Einen auf der Sonnenseite des Lebens und können sich Eigenheime leisten, aber veranstalten Proteste und gönnen weniger begüterten keinen bezahlbaren Wohnraum. In Hamburg Proteste gegen Flüchtlingsunterkünfte, im Süden Mauerbau zur Abgrenzung und jetzt auch noch Aufstände zum Sozial-Wohnungsbau mit fadenscheinigen und teils lächerlichen Begründungen. Wir kennen es mittlerweile zur Genüge und das beschämendste ist, dass diese Eigenheim Brüller bei Gerichten mit abstrusen Begründungen ala Wertverlust etc immer noch durchkommen. Da werden Menschen nur aufgrund ihres Einkommens zusätzlich diskriminiert und diese Einkommensstarken fühlen sich auch noch gut dabei. "Unter sich bleiben" ist dort das Credo. Auch diese Menschenhasser sollten sich einmal die Frage stellen, weshalb immer mehr Wähler radikal abstimmen, denn auch dies abschätzige Verhalten trägt dazu bei.

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Wolfgang Porcher 11.08.2018, 08:07
4. Demokratie und der Teufel

in der Demokratie ist alles erlaubt , da gibt es demokratische Abzocke, demokratische Bestechung, demokratische freie Medien, - die für gute Werbeanzeigen auch behilflich sind, und demokratische Selbstsicht-Mann auf Kosten des Nachbarn und auch des Freundes. Demokratische frei werden Gewünschte Feindbilder erzeugt.
So auch im Bereich Wohnsektor. Und da alles Demokratie spielt die Regierung mit. Wer aufmupft, wird über Medien niedergemacht und auch über öffentliches Getratscht von eigenen Parteifreunden, den Rest erledigt die Mafia die ihren Sitz in allen Industrie und Wirtschaftszweigen hat.
Und so entsteht die Wohnungsnot. wie alle anderen sozialen Nöte.
lässt sich das ändern? Nur dann wenn wir alle unseren Kindern zeigen aus Herzen zu denken und zu handeln. Dann entstehen auch vielleicht andere Politiker die nicht sich selbstgerecht und gierig zur Sommerpause unbemerkt die Diäten erhöhen um x,o% und nicht wie Renten um 0,x %. .

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robien 11.08.2018, 08:08
5. Sozialwohnungen? Ja - aber bitte nicht hier ...

Meine erste Reaktion: Wie abartig ist das denn ...?!! Und der nächste Gedanke dann ... Der Widerstand ist richtig, wenn auch aus ganz anderen Gründen als denen der Anwohner.

Meiner Meinung nach muss eine Anforderung an künftige Baugebiete und -Projekte zwingend sein, eine wie auch immer geartete Gettoisierung zu vermeiden. Es muss grundsätzlich jeder, ganz unabhängig von seinem Einkommen, dort eine Wohnung finden können. Das Zeitalter der Reichen- und Armengettos muss vorbei sein.

Das ließe sich hinbekommen, wenn 20-30% der (Gesamt-) Wohnfläche bzw. der Anzahl der Wohneinheiten eines Gebietes als Sozialwohnungen ausgewiesen werden. Und selbst dann sollte innerhalb des Wohngebietes darauf geachtet werden, dass es zu keiner Klumpenbildung (Reiche in diese Ecke, Arme in diese) kommt. Also bitte immer alles schön durchgemischt.

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irgendwas 11.08.2018, 08:11
6. Paradox

Wenn "Reiche" nach Prenzlauer Berg ziehen und dort das Wohngefühl zum negativen verändern (ich bin dort aufgewachsen und weiß wovon ich schreibe ;-)), dann wird dies nicht verhindert und es werden keine Luxus-Wohnungs-Quoten festgelegt.
Umgekehrt aber, wenn in "Reichen"-Gegenden für den aus Prenzlauer-Berg verdrängten "Sozial-Abschaum" Sozialwohnungen geschaffen werden sollen, dann darf dies - wenn überhaupt - nur in sehr geringen Ausmaß geschehen.
Tja, Geld regiert Deutschland - soziale Errungenschaften sind bäh.

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pritt 11.08.2018, 08:12
7. "All In"

Ich glaube das finanzielle Gesichtspunkte wesentlich schwerer wiegen als Ablehnung von Fremden/Armen. Jede Entwicklung, die den Wert der eigenen Immobilie schmälert ist nun mal hochriskant. Gerade für diejenigen, die gerade erst zu Höchstpreisen gekauft haben. Das kann existentielle Ängste zur Folge haben...vernünftige Entschädigungsregeln, die hier Beruhigung bringen, würden einiges ändern. Gute Politik reduziert Angst, schlechte vergrößert sie...Wenn das von der politischen Elite beherzigt werden würde, hätten wir keine AfD.

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keksguru 11.08.2018, 08:13
8. es muß was gegen die hohen Mieten getan werden

dann hätten auch Menschen mit geringem Einkommen eine Chance, eine bezahlbare Wohnung zu erhalten. Aber in dem Feld hat die bayrische Politik, speziell in München komplett versagt. Busfahrer und Krankenschwesetern jedenfalls müßten im Zelt übernachten, wenn sie in München Arbeit finden wollen. So weit ist es schon gekommen...

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guzzidiver 11.08.2018, 08:14
9. Sozialer Wohnungsbau

......sehen Sie sich die geradezu gigantomanische Bauwut überall an, jedes, vor diesen Schritten, grüne Fleckchen Erde, welches den dortigen Anwohnern zur Erholung diente.....werden nunmehr in rasendem Tempo mehrgeschossige Wohnstätten hochgezogen.....
Wo soll das enden ?

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