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Arbeitsmarkt: 2,8 Millionen Beschäftigte haben befristeten Job
DPA

Fast jeder zehnte Arbeitnehmer in Deutschland hat einen befristeten Job. Die Statistik zeigt: Viele Betroffene sind jung oder Ausländer.

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ackergold 21.04.2017, 08:17
0. Die mit Abstand größte Gruppe

Wenn man die relativen Werte betrachtet, dann sind diejenigen, welche als Gruppe am stärksten von Zeitverträgen, Kettenbefristungen und derartigen Entwicklung betroffen sind, die Akademiker an Deutschlands Hochschulen. Nirgendwo sind die Perspektiven schlechter, als bei den Höchstqualifizierten. Mittlerweile wird quasi nicht nur der gesamte akademische Mittelbau befristet angestellt, sondern auch die Aufgeben, die von Universitäten zwingend erledigt werden müssen, wie QM, Akkreditierung, Behindertenbeauftragte usw. usf. werden nur noch von befristet Angestellten erledigt. Das Wissenschaftszeitvertragsgesetz ist eine verfassungswidrige Diskriminierung, die massenhaft zu Berufsverboten führt. Folge: wer irgendwie das Land verlassen kann, der geht als Akademiker ins Ausland, wo er wenigstens einen Tenure Track hat.

Auch Kliniken nutzen mittlerweile die Befristungen weidlich aus, um ja keine Aufgabe mehr verstetigen zu müssen, insbesondere Privatkliniken. Die suchen lieber nach Vertragsende neue Billigkräfte, anstatt die Erfahrenen zu verstetigen. Allein aus meiner Verwandtschaft und Bekanntschaft gibt es hierfür Dutzende Beispiele. Grund: meist völlig unfähiges Personalmanagement ohne Personalentwicklungskonzepte durch überbezahlte Personalmanager, die keine Ahnung haben von Menschenführung.

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Mierz 21.04.2017, 08:24
1. Mit schlechtem Beispiel voran

Ich arbeite im Gesundheitswesen. Dort sind diejenigen, die mit schlechtem Beispiel vorangehen, der Staat und halbstaatliche Institutionen: Behörden und Krankenkassen suchen Mitarbeiter nahezu iimmer "zunächst befristet auf zwei Jahre".

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observerlbg 21.04.2017, 08:29
2. Ist ja ganz interessant, aber weniger dramatisch

Nur 10% befristet? Seht euch mal die USA an. Und die US.-Bürger planen trotzdem ihr leben (z.T. mehr schlecht als recht). Die "Abzocker" der Agenda 2010 werden in nächster Zukunft Probleme bekommen, weil die Masse der Prekären kleiner wird. Aber symptomatisch ist, dass ein Großteil der befristeten Jobs in der Erziehung und Unterricht zu finden ist. Da weiß man doch gleich, welchen Stellenwert Kinder wirklich in unserer Gesellschaft haben. Und die verantwortlichen Parteien, die in den Landes- und im Bundesparlament für die Verteilung der Gelder verantwortlich sind, tragen in ihrem Namen Christlich und Sozial.

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anmich 21.04.2017, 08:31
3. Fast jeder 10. in der Überschrift

Und im Beitrag dann 7,6 bzw 6,5% .
Was soll dass? Runden Sie auch 4% auf 0 ab?

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tpro 21.04.2017, 08:31
4.

Da kann man nur sagen: Danke SPD mit Eurer Agenda 2010. Von "Fördern und Fordern" ist in kurzer Zeit nur noch "Fordern" übriggeblieben.

Abaer halt! Es ist ja Rettung in Sicht. SPD-Heiland Schulz hat die soziale Ungerechtigkeit erkannt (man fragt sich, warum erst jetzt) und alles wird gut.

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keine-#-ahnung 21.04.2017, 08:35
5. Nö, ...

Zitat von ackergold
Grund: meist völlig unfähiges Personalmanagement ohne Personalentwicklungskonzepte durch überbezahlte Personalmanager, die keine Ahnung haben von Menschenführung.
... der Grund für die Zeitverträge an Hochschulen sind IMHO der Abschluss höchst fragwürdiger Studiengänge, die am Markt halt nicht gebraucht werden und dem Absolventen nur einige schöne Jugendjahre ohne grössere Anstrengungen, aber mit viel Weltverbesserungsdiskussionen geschenkt haben. Mit "Höchstqualifizierten" hat das nun wirklich nichts zu tun ... In Zeiten wie diesen kann es sich bspw. keine Klinik leisten, ihre Ärzte mit befristeten Stellen anzuheuern - weil sie dann schlicht keine Ärzte mehr bekommt. Für - um mal einen Altkanzler zu zitieren - "Familie und Gedöhns" nimmt man dann halt mal einen Soziologen, Historiker oder Altphilologen in der Hoffnung, die Stelle nach dem Auslaufen der Befristung nicht wieder besetzen zu müssen ...

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DrFrank 21.04.2017, 08:42
6.

Zitat von ackergold
Wenn man die relativen Werte betrachtet, dann sind diejenigen, welche als Gruppe am stärksten von Zeitverträgen, Kettenbefristungen und derartigen Entwicklung betroffen sind, die Akademiker an Deutschlands Hochschulen. Nirgendwo sind die Perspektiven schlechter, als bei den Höchstqualifizierten. Mittlerweile wird quasi nicht nur der gesamte akademische Mittelbau befristet angestellt, sondern auch ......
100% Übereinstimmung mit "ackergold".
Beispiel aus einer Arbeitsgruppe an einem bayerischen Klinikum:
Langjähriger Mitarbeiter (Alter 45), promoviert und habilitiert, arbeitet seit mehr als einem Jahrzehnt in unserer AG und ist mit essentiellen Daueraufgaben in der Studentenbetreuung und Management mehrerer Studiengänge beschäftigt. Diese Stelle wurde nun anfang des Jahres mit Hängen und Würgen entfristet, kurz bevor dieser verdiente Mitarbeiter ein Berufsverbot erhalten hätte. Liebe Politiker, meint ihr nicht, an diesem System kann irgenwas nicht stimmen? Meine Lösungsvorschläge: Abbau von Bürokratie in der Verwaltung unserer staatlichen Forschungseinrichtung, Erhöhung der Zugangsvoraussetzungen für Studiengänge dafür aber Schaffung von Dauerstellen für die wirklich erfolgreichen und motivierten Absolventen. Liebe Politiker: hört endlich auf davon zu schwafeln wie wichtig euch Forschung und Entwicklung sind und schafft Fakten mit der Abschaffung dieses unsäglichen Wissenschaftszeitvetragsgesetztes!!!

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rkv 21.04.2017, 08:43
7. Mathe Nachhilfe

Warum sind 2,8 Mill. von ca. 43 Millionen "fast jeder Zehnte" (=10%)? Selbst wenn man es nicht schafft daraus einen Prozentwert auszurechnen, dann gibt der Artikel selbst bereits einen Hinweis: "Während 7,6 Prozent (=jede 13. Frau) der weiblichen Beschäftigten einen Arbeitsvertrag auf Zeit haben, sind es bei den Männern 6,5 Prozent (=jeder 15. Mann)."
Daher die Frage: Können Sie nur nicht richtig rechnen oder soll die Zahl bedeutender aussehen, als sie es ist?
Und zuletzt: Was macht eine Grafik zur Arbeitslosenquote in dem Artikel? Schade, dass sie am frühen Morgen die Leser mit so schlechten Artikeln belästigen.

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merapi22 21.04.2017, 08:52
8. 50% der Bevölkerung besitzen kein Vermögen!

Zitat von observerlbg
Aber symptomatisch ist, dass ein Großteil der befristeten Jobs in der Erziehung und Unterricht zu finden ist. Da weiß man doch gleich, welchen Stellenwert Kinder wirklich in unserer Gesellschaft haben. Und die verantwortlichen Parteien, die in den Landes- und im Bundesparlament für die Verteilung der Gelder verantwortlich sind, tragen in ihrem Namen Christlich und Sozial.
Wenn es mehr Geld für Bildung, Wissenschaft und Forschung hätte, dann würden viel mehr Bürger wissen, wenn 10% fast 90% des Vermögens besitzen, dann ist was faul!
Wenn 50% über gar kein Vermögen verfügen, trotz das die Allermeisten in Vollzeit arbeiten, dann sind 50% arm.
Wirklich Reich sind nur 10% der Bevölkerung das sind 8 Millionen der Deutschen, aber 72 Millionen sind wenn sie zusammen nur über 10% des Vermögens besitzen arm.
Aber durch das schlechte Bildungssystem sind von den 72 Millionen armen Deutschen 90% der Ansicht, oder Meinung zu den reichen zu gehören.
Wie sähe denn das Wahlergebnis aus wenn sich die Deutschen dieser Realität bewusst wären? Würden dann mehr als 50% die BGE-Partei und die Partei für Gesundheitsforschung wählen.

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