Forum: Wirtschaft
Aufruf an neue Regierung: Kinderarmut bekämpfen. Und zwar so!
DPA

Die Ungleichheit in Deutschland wächst - und am stärksten betroffen sind die jüngsten Mitglieder der Gesellschaft. Eine neue Bundesregierung muss der Kinderarmut entschlossen entgegentreten.

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mullertomas989 03.01.2018, 13:50
1. Hört auf Klaus Hurrelmann!

Ein guter Mann, jeder Pädagogikstudent kennt ihn!

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chiemseecorsar 03.01.2018, 13:59
2. Kinder ...

... haben keine Lobby.
Nur Rentner. Darum weigert sich der Staat auch bei den/uns Alten die fahrtauglichkeit zu prüfen und gleichzeitig gibt es genügend Stimmen die Strafmündigkeit herab und das Wahlalter wieder heraufzusetzen. Aber was ist in einem Land zu erwarten das mehr für Haustierfutter als für Kleinkindernahrung aufgibt! OneWorld.NoBorder.

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olli0816 03.01.2018, 14:08
3. Schade, ich habe mich auf den Artikel gefreut

Die Vorschläge enttäuschen mich, weil gerade einige der angegebenen bei armen Eltern komplett ins Leere laufen. Kindergeld wird mit der Grundsicherung aufgerechnet, Steuern fallen keine an, also sind Steuervergünstigungen nichts, was Kindern von einkommensschwachen Eltern hilft. Wenn Kinder größer werden und nebenbei arbeiten, müssen sie auch noch das Geld abgeben. Das sind echte Schwachpunkte, weil ein Kind mit Eltern außerhalb der Grundsicherung dieses Problem nicht hat.

Schritt 2 klingt zwar nett, aber es sind immer noch die Unternehmen, die Löhne zahlen und Leute einstellen, die sich für das Unternehmen rechnen. Es wird immer wieder bei solchen Argumenten verwechselt, dass die Wirtschaft nicht die Sozialstation ist, die diese Aufgaben wahrnehmen muss. Der Staat kann zwar Rahmenbedingungen vereinbaren, aber auch der Staat muss einkalkulieren, dass Unternehmen Geld verdienen wollen. Das ist deren primäre Aufgabe. Eine prekäre Arbeitsstelle entsteht nicht.

Schritt 3 ist auch so eine Sache. Ich komme aus einer armen Familie. Und ich kannte viele andere Kinder, die auch aus armen Familien kamen. Es gab viele, wo weder die Zeit, das Geld noch die Lust vorhanden war, mit den Kurzen viel zu machen. Daneben noch eine ganze Menge anderer Probleme. Wenn Eltern dafür offen sind, ist das sicher nicht schlecht. Nur gibt's Eltern, die das nicht können oder wollen. Bei 4 werden doch die Einkommen der Eltern für die Kita berücksichtigt? Verstehe ich nicht.

5 macht sicher Sinn und 6 ist in der Theorie nett, bringt aber in der Praxis wenig.

Mein Vorschlag wäre, die Kinder direkt zu fördern und wenn die Eltern wollen, diese aktiv in die Förderung einzubeziehen. Wenn nicht, dann einen Paten einsetzen, der als Ansprechpartner für die Kinder in schulischen Dingen und bei Problemen hilft, wenn die Eltern nicht können/wollen. So ein Pate kann sicherlich 10 Kinder betreuen, da er nicht ständig bei jedem einzelnen vor Ort sein muss. Das ist nur ein Teil, der mir dazu einfällt.

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Maler 03.01.2018, 14:12
4. Sehr wichtiges Thema

Kindern zu helfen, die in finanziell stark beschränkten Haushalten aufwachsen, und ja nichts dafür können das ihre Eltern warum auch immer arm sind, sollte eine vordringliche Aufgabe der nächsten Regierung sein.
Wie man das hinbekommt ohne das es die Eltern zu einem Teil in Bier und Zigaretten umsetzen (was in solchen Haushalten ja laut Statistiken auch überdurchschnittlich konsumiert wird) weiss ich allerdings nicht. Ich helfe seit Jahren einer solchen Familie (mit Migrationshintergrund), bzw. deren Kindern, finanziell und immateriell. Die Mutter gibt alles um ihren Kindern die bestmögliche Bildug angedeihen zu lassen, spart sich alles vom eigenen Munde ab. Leider ist eine Begleiterscheinung meiner Unterstützung, dass, obwohl sich Kinder und Mutter darüber beschweren, der Vater nicht einsehen will, dass sein exzessiver Nikotinkonsum und auch nicht ganz unbeträchtlicher Alkoholumsatz in Anbetracht der finanziellen Lage völlig unangebracht ist und einen guten Teil des Familienbudgets im wahrsten Sinne des Wortes vernichtet.

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Wahlrechtfueralle 03.01.2018, 14:14
5. Wahlrecht der Eltern für ihre Kinder

Alles gute Punkte, aber ein wichtiger Aspekt fehlt: Das Wahlrecht der Eltern für ihre Kinder.
Nur wenn auch die Interessen der Kinder angemessen demokratisch wahrgenommen werden können, werden Politiker auch diesen bislang nicht repräsentierten Teil der Bevölkerung bei ihren Entscheidungen berücksichtigen.

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pittiken 03.01.2018, 14:18
6.

Grundsicherung für Kinder, mag ja ein schöner Ansatz sein, aber wer den Hartz-IV-Satz seiner Kinder versäuft und verraucht, der wird auch den Grundsicherungssatz für Kinder versaufen und verrauchen. Und warum brauchen Arzt- und Rechtsanwaltskinder eine Grundsicherung für Kinder.

Was die Schule anbelangt. Es gibt viel zu viele Lehrer, die der Auffassung sind, dass die Wissensbeibringung bei den Eltern liegt. Und das ist genau die Ursache in unserem jetzigen Bildungssystem. Der Lehrer bekommt Geld für eine Leistung, die die Eltern erbringen müssen, wenn sie ihre Kinder nicht hinten runterfallen lassen wollen.

Also den faulen Lehrern Dampf unter dem Hintern machen.

Und was die Gebühren in den Kita's anbelangt, die einkommensschwachen Eltern brauchen ganz wenig bis gar keine Gebühren bezahlen, denn der Beitrag ist elterneinkommensabhängig.

Und die Jammerei der Alleinerziehenden Mütter durften auch nicht fehlen. Wer mit seiner Teilzeittätigkeit nicht so viel Geld verdient, wie die vollzeitarbeitende Mutter, der muss halt so leben, wie er lebt, oder aber den Vater mal finanziell bei der Aufzucht beteiligen.

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schüttelkugel 03.01.2018, 14:18
7.

Ständig geistert der Begriff der "Kinderarmut" durch die Medien. Es gibt keine Kinderarmut im eigentlichen Sinne. Hinter den betroffenen Kindern stehen in aller Regel Erziehungsberechtigte. Und genau DIE sind von Armut betroffen - was sich zwangsläufig auf deren Kinder auswirkt. Also hört endlich auf, den Armutsbegriff durch den propagandistisch vorausgestellten Begriff "Kinder" zu verfälschen! Dass davon unabhängig in einem der reichsten Länder der Welt so etwas wie Armut (egal ob relative oder absolute) überhaupt existiert, ist eine Schande!

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Lykanthrop_ 03.01.2018, 14:21
8.

Kinderarmut ist Elternarmut und Elternarmut ist Kinderarmut, für die Erkenntnis braucht man kein Studium. Kinderrechte sollten mehr Gewicht bekommen, sonst vererbt sich die Armut.
Kinder sollten als eigene Wesen mit eigenen Rechten betrachtet werden und nicht als Eigentum der Eltern. Mehr Geld für Kinder ist natürlich auch nötig, aber auch gefährlich, es sollte sich nicht lohnen Kinder zu bekommen, damit würde man das nur mehr Kinder aus sozial schwacher Herkunft erhalten und das Problem noch vergrößern. Die Eltern sind das Problem, gerade für Frauen die von Ämtern zu prekärer Arbeit gezwungen werden sind Kinder ein Ausweg und ein Weg zu einem selbstbestimmten Leben als Mutter. Nicht auf ewig, aber so weit denken viele Menschen nicht. Das Verhalten ist verständlich, auch wenn später oft die Kinder darunter leiden. Wichtig ist m.E., dass die Arbeitnehmerrechte der Eltern gestärkt werden und etwas gegen prekäre Arbeit getan wird, es sollte eine kostenlose und verpflichtende Kita ab 3 Jahre geben und ein Gesamt- Ganztagsschulsystem mit kleinen Klassen. Mehr Geld ist nicht die größte Schraube an der gedreht werden kann.

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ansv 03.01.2018, 14:22
9.

Das ist das Ergebnis der wunderbaren "Hartz-Reform": 1 Jahr Arbeitslosengeld und dann Leben am Limit. Erwerbslosen Müttern wurde in den Medien regelmäßig unterstellt, sie gründeten ihr Dasein ganz bewusst auf staatliche Hilfen wie Kindergeld, "bildungsfern" sind sie sowieso. Nachzulesen in allen Medien, anzusehen in allen Nachrichtenformaten. Ergebnis: die Sozialleistungen können gar nicht klein genug ausfallen, denn wer kein auskömmliches Einkommen hat, ist in der deutschen Grundmeinung ja selbst schuld. Stigmatisiert werden dadurch nicht nur die Eltern sondern auch deren Kinder. Das haben alle mitgetragen und jetzt kommt die Quittung eben geballt zurück.

Wir werden sehen wie lange unsere zukünftige Regierung über Flüchtlingsobergrenzen und Datensammlungen verhandelt - die Dinge, die für Deutschland anscheinend wirklich wichtig sind. Und wie lange man weiterhin die Augen vor den Problemen von morgen verschließt, die heute schon vor der Tür stehen.

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