Forum: Wirtschaft
"Ausbeutung der Mitarbeiter": US-Pensionsfonds verklagt Ryanair
AFP

Seit Monaten kommt es bei Ryanair zu Streiks und Protesten. Jetzt verklagt ein amerikanischer Pensionsfonds den Billigflieger - weil er das schlechte Verhältnis zu seinen Mitarbeitern verschleiert habe.

oldman2016 07.11.2018, 20:59
1. Geiz-ist-geil-Kundschaft trägt Verantwortung

Ohne die Geiz-ist-geil-Kundschaft würden Unternehmen wie Ryan Air sich nicht lange auf dem Markt halten. Das Problem ist aber auch das Wegschauen der Politik vor dem Problem scheinselbständiger Piloten und Betrug beim tatsächlichen Lebensmittelpunkt von Crew-Mitgliedern um die jeweiligen Sozialvorschriften und Arbeitnehmerrechte zu umgehen. Dafür tragen die Regierungen unter der Kanzlerin Merkel auch eine große Mitschuld.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Filsbachlerche 07.11.2018, 21:43
2. Wenn ein US-Pensionsfond

Klage einreicht, dürften die Aussichten doch recht erfolgversprechend sein. Sie dürfte auch incl. der exorbitanten Anwaltshonorare recht genau durchkalkuliert sein.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
at.engel 07.11.2018, 21:50
3.

"Ohne das Wissen von Investoren war der Gewinn des Unternehmens in der Vergangenheit auf einem verdeckten und nicht nachhaltigen Fundament der Ausbeutung der Mitarbeiter und Fluktuation begründet"...
Das ist wahrscheinlich das erste Mal, dass eine Analyse dieses Wirtschaftsmodell so simpel und klar auf den Punkt bringt! Auf diesem Modell basieren heute zwar eine ganze reihe von Unternehmen, aber RyanAir spielt da schon in einer Extraklasse...
Einzige Bemerkung: "Ohne das Wissen von Investoren..."??? Der ist gut! Da werden sich die Richter in New York ein Schmunzeln nicht verkneifen können.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
skla5555 07.11.2018, 21:59
4. Ohne die Praktiken von

Ryanair zu befürworten finde ich es aber befremdlich wenn man sich nun darüber wundert woher die billigen Preise kommen.
Das Mitarbeiter von Ryanair nicht gerade zu den Besserverdienern in ihrer Branche gehören hätte jedem klar sein müssen. Warum sollte ein Unternehmen das in jedem Bereich den letzten Cent raus holt ausgerechnet seine Mitarbeiter gut bezahlen?
Jeder, auch ein Fonds, muss sich die Frage stellen......Woher kommen die billigen Preise?

Ich denke die Antwort ist allen klar!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
intercooler61 07.11.2018, 22:03
5. Noch Fragen?

Dass schon die Anteilseigner dem Management "Ausbeutung un Fluktuation" der Mitarbeiter vorwerfen, kommt ja nicht allzu oft vor. (Natürlich tun sie das wegen ihrer Kursverluste, und falls die Firma dafür haften sollte, träfe es letztlich auch das Personal - ein Zeugnis für den Kaden ist es aber allemal.)

Beitrag melden Antworten / Zitieren
geotie 07.11.2018, 22:05
6.

Zitat von oldman2016
Ohne die Geiz-ist-geil-Kundschaft würden Unternehmen wie Ryan Air sich nicht lange auf dem Markt halten. Das Problem ist aber auch das Wegschauen der Politik vor dem Problem scheinselbständiger Piloten und Betrug beim tatsächlichen Lebensmittelpunkt von Crew-Mitgliedern um die jeweiligen Sozialvorschriften und Arbeitnehmerrechte zu umgehen. Dafür tragen die Regierungen unter der Kanzlerin Merkel auch eine große Mitschuld.
Als Kunde brauch ich mir doch gar keine Gedanken machen, da ich nur das Produkt oder die Leistung haben will. Da sind doch die Mitarbeiter selbst gefragt und müssen handeln. Natürlich kann ich mich auch für eine andere Fluggesellschaft entscheiden, ich kann aber auch den Mitarbeitern von Ryanair Geld für den Arbeitskampf schicken. Ich will ja nicht gleich Ryanair kaputt machen, immerhin hat die Gesellschaft sehr viel Geld verdient, aber die Behandlung von Menschen, Kunden und Personal, sollte schon stimmig sein. Also muss der Gesetzgeber handeln!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
adieu2000 08.11.2018, 01:09
7. Ausbeutung bei Ryanair? Einfach mal in den USA umsehen!

Da gibt es Piloten die ohne Nebenjob nicht über die Runden kommen, und Streiken ist in den USA per Gesetz fast unmöglich für Piloten.
Gehälter unter der Armutsgrenze sind da bei Regionalfliegern nicht ungewöhnlich, wenn man nicht mitspielt, findet sich immer Jemand der für noch weniger fliegt.
Siehe: http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/amerikas-billigpiloten-unterbezahlt-uebermuedet-abgestuerzt-a-679387.html
Von der Warte her, sind die Verantwortlichen bei Ryanair wahre Unschuldsengel.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
dasfred 08.11.2018, 04:00
8. Mir gefällt die Konstellation

Nicht mehr der Kampf der Geschäftsführung gegen die Mitarbeiter steht im Zentrum, wobei sich die Geschäftsführung aufgrund der Gesetzeslage in Irland bisher für unangreifbar gehalten hat. Jetzt müssen sie sich in einem fremden Wirtschaftssystem mit Investoren auseinandersetzen, die eine völlig neue Qualität an Anwälten auffahren können. Vom Jäger zum Gejagten würde ich mal sagen. Ich bin schon mal auf den Ausgang gespannt. Meist endet sowas ja bei einem Vergleich, aber hier, mit der irischen Sturköpfigkeit könnte es noch lustig werden.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Tom77 08.11.2018, 08:33
9. Billigheimer

Wenn ein Flug ans Mittlemeer billiger ist als eine Bahnfahrt von Frankfurt nach München, dann muss sich einfach niemand mehr wundern, wer die Leidtragenden dieser fehlgeleiteten Entwicklung sind. Irgendeiner im System Ryanair muss eben für die Geizmentalität der Fluggäste bezahlen. Früher hatten man nur dann Urlaub gemacht, wenn man es sich auch leisten konnte. Als ich ein Kind war, konnten wir uns keine Flugreisen leisten, ergo gab es das auch nicht. Aber heute muss ja jeder jedes Jahr mindestens einmal mit dem Flugzeug ins Ausland fliegen, auch wenn er sich unter normalen Bedigungen den Flug eigentlich nicht leisten könnte. Und was der Blligflugwahnsinn für ökologische Auswirkungen hat, damit will ich erst gar nicht anfangen.
Einerseits wollen die Menschen selbst ein gutes Arbeitsklima haben und wergeschätzt werden, andererseits reisen sie aber mit dem größten Ausbeuter und Menschenverachter der ganzen Reisenbranche. Für mich unverständlich.

Beitrag melden Antworten / Zitieren