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Banker in Frankfurt: Frust, Angst - und super Gehälter
DPA

Die Bankenbranche steckt in der Krise, viele Jobs sind überflüssig geworden. Warum bleiben die Gehälter trotzdem so üppig? Einblick in eine verblassende Welt.

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Roland Bender 11.01.2018, 11:20
1. Dümmliche Meinungsmache

Ich habe mal bei der Deutschen Bank gearbeitet. Ich hatte kein schlechtes Gehalt in absoluten Zahlen. Rund 45000 Euro. Aber in Frankfurt ist das nicht viel Geld bei den Kosten für Wohnungen und Häusern. Immerhin bin ich Informatiker. Ich habe gekündigt, weil ich keine Möglichkeit sah, eine Familie gut zu ernähren.
Vor knapp 20 Jahren bin ich dann zu einer großen IT Firma gegangen und habe mein Gehalt relativ schnell verdoppelt und stand Heute mehr als verdreifacht. Das hätte ich im Leben nicht bei den Banken bekommen.

Die einzige Gruppe, die wirklich im Geld schwimmt, sind die Front Office Kollegen im Investment Banking. Die bekommen oft eine halbe bis zwei Millionen.
Im Kommerziellen Banking und den Stabsabteilungen bekommt man ein eher geringes Gehalt.

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werder11 11.01.2018, 11:22
2. trittin hatte recht

2008 auf dem höhepunkt der bankenkrise und dem reibach der lehmann bank bei deutschen kleinanlegern (die großen haben ihr geld ja ersetzt bekommen) hätten die banken verstaatlicht werden müssen, aber sie hatten ja 2 schutzengel in berlin - unsere kanzlerin, die hr ackermann mit steuergeldern eine party zu seinem 60. spendierte, und hr. schäuble - kein wunder, daß banken und politiker vor der krypto currency warnen, denn dann sind banken geschichte!

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s.foth 11.01.2018, 11:23
3.

Zitat: "Warum muss jemand, der 300.000 Euro im Jahr verdient hat, auch noch drei Jahresgehälter Abfindung bekommen?", fragt Biermann.

Und warum, Herr Biermann, müssen die sogenannten Top Manager über 1 Mrd. an Boni Zahlungen einstreichen, wenn doch genau diese Leute mit in der Verantwortung für die aktuelle Lage sind? Gut, teils liegt es schlicht an der Situation "am Markt" wie es sich so gerne schimpft, teils wurden die Entwicklungen aber auch schlicht verkannt und ignoriert.
Also wird es so wie immer laufen: die hohen Tiere schütten sich das Geld aus, das sie an anderer Stelle bei den Mitarbeitern sparen.

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tanzindenmai 11.01.2018, 11:37
4. wo

bleiben denn die einem aktionär zufliessenden gewinne/dividenden die doch eigentlich herausspringen müßten wenn die höchstbezahlten "spezialisten" für die bank so dicke verdienen, weil sie "so gut" sind....
oder hat die deutsche bank eher angst leute zu verlieren, die sich noch einigermaßen im derivategeflecht (casino) auskennen. wenn man die gehen läßt sind die herren im vorstand ahnungslos und können der pleite der bank "gelassen" entgegensehen.

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StromkundeHH 11.01.2018, 11:38
5. Unterschied herausstellen

Der durchschnittliche Bankmitarbeiter im Filialgeschäft ist aber weit von den kolportierten Gehältern entfernt. Das sollte vor dem Hintergrund der Sachlichkeit schon deutlich werden. Genau diese Jobs werden abgebaut.

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erzengel1987 11.01.2018, 11:39
6. Gehaltskosten sind immer teuer

Das war schon immer so und bleibt auch so.
Die hohen Gehälter bei Bankmitarbeitern kann keiner wirklich verstehen, denn im Prinzip lassen sich alle Arbeiten in der Finanzwelt digitalisieren. Der Mensch ist eigentlich in der Branche unnötig und wird höchstens gebraucht um Kunden zu locken.

Wenn jedoch eine Bank meint so hohe Summen zu zahlen sollen sie doch. Verwerflich finde ich nur, dass das die einzige Branche ist die ständig mit unseren Steuergeldern gerettet werden... man muss eine Bank einfach pleite gehen lassen. Ganz nebenbei die Welt geht bei einer Bankenpleite nicht unter.
Privatvermögen kann Steuerlich gerettet werden, die meisten haben wohl nicht mehr als 20.000 auf dem Konto und Sparbuch. Eher weniger

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fr1987 11.01.2018, 11:40
7. ganz simpel

Es ist Schweigegeld. Geld ist das Scharnier für Geschafte jeglicher Art, die Banken verfügen darüber, wo es eigentlich der Staat sein sollte. Es ist eine Binsenweisheit, dass der größte Profit bei illegalen oder mindestens unethischen Geschäften erreicht wird. Also zahlt man so üppig, um Komplizenschaft zu erreichen und die Öffentlichkeit im unklaren darüber zu lassen, was denn alles mit ihrem Ersparten angefangen wird.

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Kamatipura 11.01.2018, 11:42
8. bevor nun das Banker Bashing losgeht

.. es wird ein enormer Wandel stattfinden. So wie in der Textilbranche, dem Buchhandel, dem Einzelhandel. Die jungen Leute machen ihre Bankgeschäfte, vom Wertpapierkauf bis hin zum Ratenkredit online per Handy. Die Rentner, die einen persönlichen Ansprechparner in der Filiale brauchten, sterben weg oder können die Gebühren nicht mehr zahlen. Meine Geschäftsbank nimmt für eine kleine Überweisung ins Ausland 30 Euro. Das wird und muss sich ändern. Die hohen Gehälter werden dem bisherigen Geschäftsmodell den Garaus machen. Für ein Großteil der Beschäftigten wird es keine adäquaten Jobs mehr geben. Willkommen in der realen Welt.

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kumi-ori 11.01.2018, 11:43
9.

"Warum muss jemand, der 300.000 Euro im Jahr verdient hat, auch noch drei Jahresgehälter Abfindung bekommen?", fragt Biermann.

Umgekehrt wird ein Schuh draus. Jemand, der nicht in der Lage ist, drei Jahresgehälter Abfindung auszuhandeln, bekommt auch nicht ein Gehalt von 300.000 Euro.

Die "Schleckerfrau" hätte genauso einen Anspruch auf eine entsprechende Abfindung gehabt. Da offensichtlich die Familie Schlecker Mittel beiseite geschafft hatte, wären ihre Chancen sogar noch besser gewesen. Aber die braven Leute machen so etwas nicht. Deshalb bekommen sie, wenn sie arbeiten, nur ein geringes Gehalt, und wenn sie wegrationalisiert werden, gar nichts. Die Konzerne haben ganz richtig vorhergesehen, dass die prekär Beschäftigten ihre Rechte nicht kennen und sich nicht trauen, einen Rechtsanwalt einzuschalten. Man könnte es ihnen ja verübeln. Meine Erfahrung ist, dass es sich bei einer Kündigung auf jeden Fall lohnt, sehr hoch zu fordern und nicht nachzulassen. Es ist in jedem Falle für den Arbeitgeber immer noch billiger, einzulenken, als sich auf einen Rechtsstreit einzulassen.

Der Bankbeamte mit 300.000 Euro Gehalt bekäme dann 900.000 Euro Abfindung. Wenn die Deutsche Bank 10.000 Stellen streichen möchte, dann sind das gerade mal 9 Milliarden Euro (einmalig). Da diese als gewinnmindernd steuerlich geltend gemacht werden können, ist dieser Betrag für den Konzern praktisch ein Witz.

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