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Bestellerprinzip für Makler: Hurra, es funktioniert!
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Seit einem Jahr gilt: Wer einen Makler beauftragt, muss ihn bezahlen - in der Regel der Vermieter. Das Gesetz wirkt. Und wenn Wohnungsvermittler tricksen, können sich Mieter wehren.

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eulenspiegel1979 29.05.2016, 00:39
230. Klären Sie uns auf

Zitat von pitti49
das gibt immer eine gute Schlagzeile. Vor allem von denen, die keinen blassen Schimmer davon haben, was in diesem Beruf wirklich zu leisten ist angesichts immer komlizierter werdender gesetzlicher Vorschriften. Weshalb kommt nicht endlich der vorgeschriebene Fachkundenachweis, den die seriöse Maklerschaft schon seit Jahren fordert? Damit wären die schwarzen Schafe vom Markt.
Das was Makler mir gegenüber bisher abgeliefert haben, war unterste Schublade. Beispiel: Kriftel im Taunus, Wohnung in Top-Lage, Maklerin schließt auf, sagt kein Ton, fummelt am Handy rum. Nach zehn Minuten frage ich Sie dann, ob Sie uns nichts von der Wohnung, dem Haus und der Umgebung erzählen will. Sie antwortet: Wenn Sie was wissen wollen, dann fragen Sie mich doch. Ok, haben wir gemacht. 7 von 10 einfachen Fragen konnte die Dame nicht beantworten. Weder ob der Balkon Südlage hat, wo sich der Keller der Wohnung befindet, ob es einen Trockenraum gibt und der Knaller, die Art der Heizung. Eine andere Maklerin versuchte uns eine Wohnung inmitten der Einflugschneise des Fraports mit den Worten "Hach da muss man ab und an mal inne halte, wenn ein Flieger kommt. (Wir wollten aus 300 km in die Nähe von FFM ziehen wussten noch nicht, in welchen Orten es exakt Fluglärm gab.) Ist aber nur kurz und nicht oft und so laut auch nicht. In den 30 Minuten der Besichtigung ballerten 12 Flieger über die Dachgeschosswohnung und zwar so tief, dass ich den Passagieren winken konnte. Man hat sein eigenes Wort nicht verstanden.

Makler sind ein Überbleibsel aus einer Zeit, als es noch kein Internet gab. Mittlerweile kann man als Vermieter selbst kinderleicht Exposes erstellen und Mietinteressenten generieren. Wenn ich mir so manches Expose von Maklern auf immoscout anschaue, dann sieht man das die ihren Job verfehlt haben. Unscharfe Bilder, 15 Bilder vom Haus aber nur 2 von der Wohnung, miese Beschreibungen und Exposes wo man direkt erkennt, das der Makler vom Vermieter gar kein Auftrag hat. Das beste ist, wenn die gleiche Wohnung von drei verschiedenen Maklern mit den gleichen Außenbildern angeboten wird.

Also hört mir auf zu jammern. Makler sind überholt, die braucht kein Mensch mehr., Macht ne Umschulung und vertickt Versicherungen oder Staubsauger.

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eulenspiegel1979 29.05.2016, 00:45
231.

Zitat von orangepeel
Ich bin erst die Tage wieder mit einem Mietinteressenten in einem Haus gewesen der mir erklärte früher immer ohne Makler gemietet zu haben, um die Provision zu sparen. Leider sind tatsächlich viele der Mieter so naiv, oder haben die Funktionsweise einer "freien" Marktwirtschaft nicht verstanden. Natürlich bezahlen diese den Makler noch immer, und zwar über entsprechend höhere Mieten. Eigentümer die in den letzten Jahrzehnten mit einer moderaten Mieterhöhung bei Mieterwechseln zufrieden waren, packen auf diese nun noch ca. 5% obendrauf. Somit haben sich die Maklerkosten nach ca. 3 Jahren für ihn amortisiert, der Mieter hat die höhere Miete aber dauerhaft zu tragen. Zusätzlich wird nun immer häufiger ein beidseitiger Ausschluss der Möglichkeit zur ordentlichen Kündigung für einen Zeitraum von 2-3 Jahre vereinbart, was die Mieter erheblich in ihrer Flexibilität einschränkt. Als Gewinner kann ich bei diesem Gesetz eigentlich nur die Eigentümer (höhere Miete) sehen, und natürlich den Anteil der Mieter die denken, sie hätten sich die Provision gespart.
Lieber zahle ich 5% mehr Miete, als einem völlig überflüssigen Makler 3 Monatskaltmieten. In meinem Fall 3.000 (!!!) Euro. Man zieht um und hat Kosten, zahlt Mietkaution und dann soll ich einem zwischengeschalteten Dritten von Geld in den Hals schieben, für Dienstleistungen, die ich mit dem Vermieter in 60 Minuten selbst abwickeln kann. Sorry, der Sinn eines Maklers erschließt sich mir in der heutigen Zeit nicht mal im Ansatz. Hat ein Vermieter keine Lust sich selbst um die Weitervermietung zu kümmern, kann er ja gern einen Makler beauftragen, warum ich als Mieter den bezahlen soll, entbehrt jeglicher Logik. Klar, das neue Gesetz stinkt den Maklern. Ich verstehe es auch, dass es ätzend ist, wenn man von Mietinteressenten versetzt wird und mal einen Tag lang noch unnützer als unnütz verbringt. Das aber ist Berufsrisiko. Der Gastwirt weiß auch nicht, wie viele Gäste kommen und muss trotzdem Essen vorbereiten, egal ob er drauf hocken bleibt. Ich finde das dieses neue Gesetz so ziemlich das einzig vernünftige ist, was die Groko in der letzten Legislaturperiode auf die Beine gestellt hat.

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eulenspiegel1979 29.05.2016, 01:02
232.

Zitat von Pela1961
bezahlt nach nicht der Arzt die Taxikosten des Patienten?
Ich - krank - Arzt = Bedarf. Wieso soll also der Arzt die Taxikosten zahlen? Er hat den Patienten nicht bestellt. Der Patient kommt, weil es ihm schlecht geht und den Arzt benötigt.

Ihre Logik ist ... komisch

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MediTomSin 29.05.2016, 08:16
233. Falsch

Zitat von arvidlant
Unisono argumentieren Sie mit Ihrer langjährigen Ausbildung. Das bewahrt Sie offensichtlich dennoch nicht davor, schlichten Argumentationsmustern zu folgen. Obwohl man regelmäßig von den tausendfachen Todesfällen (..)Ihr Berufsgruppe zu verurteilen. Was ich ihren Bemerkungen entnehmen kann, ist ein typisch deutscher, fast schon pathologisch anmutender Sozialneid, gepaart mit einem Unverständnis marktwirtschaftlicher Zusammenhänge.
Nein, das stimmt nicht. Ich argumentiere mit einer nicht notwendigen Ausbildung für den Immobilienbereich. Das ist ein Grundunterschied und schlichte Argumentationsmuster müssen nicht falsch sein ;-) Ich kann auch nicht erkennen, wo man den Beruf "Makler" verurteilt mit der (neutralen) Feststellung, dass für eine Dienstleistung, die fast nie vom Käufer/ Mieter gewünscht wird sehr viel Geld in Relation zur Normalbevölkerung verdient wird!? (bitte lesen: ich argumentiere sogar mit der Ausbildung der DURCHSCHNITTSBEVÖLKERUNG! ) Das mit dem Sozialneid ist allerdings schon bizar: worauf soll sich denn der Neid beziehen? Ich bin weder auf das nahezu nicht vorhandene soziale Ansehen eines Maklers neidisch noch das Einkommen (und wie wir hier ja lesen ist das auch nahezu marginal). Wenn Sie etwas pathologisches finden, sollten Sie sich einmal selbstreflektieren. Aber wenn nix mehr geht, dann abstruse Killerfrasen wie Sozialneid. Zur Marktwirtschaft: müsste der Verkäufer den Makler komplett zahlen ohne Möglichkeit einer Umlage in irgendeiner Form, wäre der Berufstand tot.

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MediTomSin 29.05.2016, 08:25
234.

Zitat von isnogood444
Ich bezahle 80,00 bis 120 € für die Mechanikerstunde, da kann ich nichts abziehen..... Mal ein Häuschen für 400.000, 00 verkauft....... Die durchschnittliche Vermarktungsdauer eines Hauses liegt zwischen 6 und 12 Monaten (außerhalb der Ballungsgebiete) soviel zum Thema mal ein Häuschen verkauft.
Sie sollten einmal mit einem Steuerberater sprechen; unabhängig davon hat der kleine Fleischermeister oder der Student auch diese Kosten und nicht nur Makler;-)

Sollten Sie tatsächlich nur eine Immobilie pro Jahr oder alles sechs Monate verkaufen, kann ich Ihr Problem verstehen, dann stellt sich bei einem derart beschränkten Einkommen die Frage nach dem Sinn der Jobs. Meine Erfahrung mit Maklern ist jedoch, dass Sie auch mehrere Immobilien parallel anbieten und oft loswerden.

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isnogood444 29.05.2016, 13:30
235. Sie sollten mal mit einem Steuerberater sprechen

Vielen Dank für Ihre Fürsorge,

ich habe aktuell etwa 20 Immobilien (Häuser, Wohnungen und Grundstücke) in der Vermarktung, verkaufe regelmäßig und leide keine Not. Der Beruf bereitet mir sehr viel Freude und ich werde weiterempfohlen. Zu 99% lerne ich sehr nette und interessante Menschen kennen, jeder Tag ist anders.
Ich würde den Beruf jederzeit wieder ergreifen.

PS: Vor der Ausübung habe ich ein 12monatiges Fernstudium absolviert.

PS2: Ich kenne keinen anderen Beruf der nur im Erfolgsfall verdient.

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arvidlant 29.05.2016, 17:29
236.

Zitat von MediTomSin
Nein, das stimmt nicht. Ich argumentiere mit einer nicht notwendigen Ausbildung für den Immobilienbereich. Das ist ein Grundunterschied und schlichte Argumentationsmuster müssen nicht falsch sein ;-) Ich kann auch nicht erkennen, wo man den Beruf "Makler" verurteilt mit der (neutralen) Feststellung, dass für eine Dienstleistung, die fast nie vom Käufer/ Mieter gewünscht wird sehr viel Geld in Relation zur Normalbevölkerung verdient wird!? (bitte lesen: ich argumentiere sogar mit der Ausbildung der DURCHSCHNITTSBEVÖLKERUNG! ) Das mit dem Sozialneid ist allerdings schon bizar: worauf soll sich denn der Neid beziehen? Ich bin weder auf das nahezu nicht vorhandene soziale Ansehen eines Maklers neidisch noch das Einkommen (und wie wir hier ja lesen ist das auch nahezu marginal). Wenn Sie etwas pathologisches finden, sollten Sie sich einmal selbstreflektieren. Aber wenn nix mehr geht, dann abstruse Killerfrasen wie Sozialneid. Zur Marktwirtschaft: müsste der Verkäufer den Makler komplett zahlen ohne Möglichkeit einer Umlage in irgendeiner Form, wäre der Berufstand tot.
Die Diskussion mit Ihnen ist beschwerlich, wenn Sie Ihre Aussagen in früheren Beiträgen vergessen haben. Sie schreiben, dass Makler mit einer geringen Arbeitsleistung pro Objekt so viel verdienen, "wie Gutverdiener wie ich in 3-6 Monaten". (Bedeutung Sozialneid: Neid gegenüber einem finanziell Bessergestellten).
Im übrigen habe ich nie behauptet, dass Maklerprovisionen marginal wären. Im Gegenteil - ich empfinde diese in vielen Fällen in der Tat für kaum begründbar. Sie verteufeln in Ihren Beiträgen die Tätigkeit von sämtlichen Immobilienmaklern und unterstellen diesen mangelnde Qualifikation bzw. Geldgier. Das ist einfach Unsinn.

Vielen Vermietungsmaklern raubt das Bestellerprinzip, wie unausgesprochen vom Gesetzgeber gewollt, in der Tat den Tätigkeitsbereich. Das man jetzt "nur" noch die Kaution, die Umzugskosten und ggf. doppelte Mieten zahlen muss, ist doch erst einmal sympathischer. Wenn die Zahl der inserierten, insbesondere der interessanten Mietwohnungen dauerhaft geringer wurde, sich tatsächlich ein unsichtbarer Zweitmarkt etabliert, die Motivation von privaten Kleinanlegern zu Investitionen in den Kapitalanlage-Wohnungsbau noch weiter zurückgeht, dann hat der Gesetzgeber den Mietwohnungssuchenden damit keinen Gefallen getan.

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carax 31.05.2016, 12:02
237. Groteske Diskussion

DE hat es allein damals darin vermasselt, im Gegensatz zu nahezu allen anderen Ländern nicht von Anfang an das Bestellerprinzip für diesen "Berufsstand" einzuführen. Und nun ist es wie mit allen großen Änderungen: Es wird Zeit brauchen bis sich alles eingeschaukelt hat.

Beim Verfolgen der Diskussion drehen sich mir aber dennoch die Nägel hoch. Ich mache ebenfalls meinen Facharzt in Psychotherapie, habe davor 6 Jahre unter Armutsgrenze studiert und muss nun noch Schulden machen für die Facharztausbildung. Und !!ungelernte!! Makler beschweren sich hier über 34€ Stundenlohn und dass diese nun Kundenschwund haben und rechtfertigen dies hier mit teilweise abstrusen und haarsträubenden Argumentationen...
Wenn ich will, dass jemand etwas für mich macht, bezahle ich ihn. So ist es fast überall und sollte es auch sein...

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arvidlant 31.05.2016, 14:10
238.

Zitat von carax
DE hat es allein damals darin vermasselt, im Gegensatz zu nahezu allen anderen Ländern nicht von Anfang an das Bestellerprinzip für diesen "Berufsstand" einzuführen. Und nun ist es wie mit allen großen Änderungen: Es wird Zeit brauchen bis sich alles eingeschaukelt hat. Beim Verfolgen der Diskussion drehen sich mir aber dennoch die Nägel hoch. Ich mache ebenfalls meinen Facharzt in Psychotherapie, habe davor 6 Jahre unter Armutsgrenze studiert und muss nun noch Schulden machen für die Facharztausbildung. Und !!ungelernte!! Makler beschweren sich hier über 34€ Stundenlohn und dass diese nun Kundenschwund haben und rechtfertigen dies hier mit teilweise abstrusen und haarsträubenden Argumentationen... Wenn ich will, dass jemand etwas für mich macht, bezahle ich ihn. So ist es fast überall und sollte es auch sein...
In Großbritannien, den Niederlanden und Belgien zahlen Vermieter die Provision. In z. B. Österreich, Finnland, Frankreich und Italien ist es üblich, dass der Mieter die Provision zahlt. Korrekt ist aber, dass in nahezu allen europäischen Ländern über 90 % der Immobilien (Kauf und Miete) von Immobilienmaklern vermittelt werden. Das Argument mit der langen und teuren eigenen Ausbildung kann man hier immer wieder lesen. In vielen Branchen verdienen schon immer selbständige Vertriebler mehr als Oberärzte und Richter. Meine Juristenausbildung war ebenfalls lang und teuer. Persönlich ist es mir völlig schnuppe, was andere mit Ihrer Dienstleistung verdienen. Wenn mir die Tätigkeit zu teuer ist, nehme ich sie eben nicht in Anspruch. Diese ewige Anklage, dass man mehr leistet als andere, der andere aber, trotz einer geringen Qualifikation, mehr verdient - man kann es kaum noch ertragen. In vielen Ländern, wie z.B. in Schweden, Frankreich oder Großbritannien wird der Maklerberuf respektiert, was sicherlich auch an den höheren Zugangsvoraussetzungen liegt. Dramatisch billiger ist die Vermittlungsleistung dort aber auch nicht.

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hei. 02.09.2016, 16:05
239. Wer kümmert sich denn?

Offenbar gibt es hier viele, die absolut keinen Plan vom Job eines Maklers haben. Natürlich gibt es (wie in jeder Branche) schwarze Schafe. Umso trauriger, dass hier mal wieder alle über einen Kamm geschoren werden. Ich erlebe es leider immer wieder beim Verkauf von Eigentumswohnungen. Viele Erstkäufer haben schlichtweg gar keinen Schimmer, was da alles dran hängt. Anzeigenschaltung und Besichtigung klingt so simpel, aber dabei allein bleibst ja nicht. Hier mal ein paar Punkte, um die sich ein Makler kümmern muss. Teilungserklärung einschl. aller Nachträge, Nachweis Versicherungsschutz, Beschlussammlung, Protokolle der letzten Eigentümerversammlungen der letzten 3 Jahre, aktueller Grundbuchauszug, Flurkarte, bemaßte Grundrisse, Bauzeichnungen, Baubeschreibung, Energieausweis, Verwaltervertrag, Nachweis Instandhaltungsrücklage, Abgeschlossenheitsbescheinigung. Und ich wette, die meisten "Erstkäufer" können mit diesen Begriffen nix anfangen, wissen also auch nicht, wo sie diese Unterlagen herbekommen und ein seriöser Makler kümmert sich selbstredend auch darum und dann hat er sich seine Provision auch verdient, egal ob nun Mieter oder Vermieter die Provision zahlt.

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