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Beteiligung am Arbeitsmarkt: Deutschland bietet Frauen nicht genug
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Mehr Mütter wollen in Deutschland arbeiten - scheitern aber an fehlenden Betreuungsangeboten für ihre Kinder. Das belegt ein Bericht des Bundearbeitsministeriums. Nur in Portugal steht bei Arbeitszeit von Frauen im europäischen Vergleich noch schlechter da.

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penie 12.03.2014, 08:53
1. Dass Immigrantinnen weniger arbeiten, liegt doch nicht am Arbeitsmarkt

Viele wollen oder können nicht, sind schlecht integriert und kaum der deutschen Sprache mächtig. Und sie stellen einen erheblichen Anteil der Mütter schulpflichtiger oder noch jüngerer Kinder.
Im übrigen: Ich kenne einige Frauen, die lieber zu Hause bleiben und sich mit ihren Kindern beschäftigen, als arbeiten zu gehen. Die würden dass aber bei Umfragen nicht zugeben, da eine Beteiligung am Erwerbsleben offensichtlich das höchste Ziel jedes Menschen sein muß.

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pepe_sargnagel 12.03.2014, 09:09
2.

Zitat von penie
Im übrigen: Ich kenne einige Frauen, die lieber zu Hause bleiben und sich mit ihren Kindern beschäftigen, als arbeiten zu gehen. Die würden dass aber bei Umfragen nicht zugeben, da eine Beteiligung am Erwerbsleben offensichtlich das höchste Ziel jedes Menschen sein muß.
Interessanter Punkt! Ich denke schon, dass sozialer Druck (durch Vergleiche mit anderen Personen) durchaus eine große Bedeutung haben.

Nicht nur der Druck vom Arbeitsamt sondern auch sozialer Druck könnte nämlich auch erklären warum Arbeitgeber Arbeitnehmer finden, die von ihrem Lohn nicht leben können und zusätzlich aufstocken. Oder es könnte erklären warum Selbstständige zu Niedrigsteinkommen am Markt bleiben oder aufstocken. Hauptsache man hat "das höchste Ziel der Beteiligung am Arbeitsmarkt", erreicht.

Das macht es leicht die Löhne oder Preise zu drücken, denn nicht von der Arbeit zu leben ist das Ziel - nur dabei zu sein ist das (olympische) Motto. Erinnert auch ein wenig an das Workfare-System, das man auch durch sozialen Druck und nicht nur durch monetären Druck aufrecht erhalten kann.

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bodo77 12.03.2014, 09:11
3. Was bietet Deutschland Männern?

Zitat von sysop
Mehr Mütter wollen in Deutschland arbeiten - scheitern aber an fehlenden Betreuungsangeboten für ihre Kinder. Das belegt ein Bericht des Bundearbeitsministeriums. Nur in Portugal steht bei Arbeitszeit von Frauen im europäischen Vergleich noch schlechter da.
Die Frauen in meinem Umfeld (Mittelschicht, Akademiker, kleine Kinder) einschließlich der eigenen, WOLLEN schlicht nicht mehr als in Teilzeit arbeiten. Viele Frauen haben schlicht keine Lust, sich im Büro oder sonstwo verheizen lassen. Ich kann das auch ganz gut verstehen, würde z.B. sehr gerne etwas kürzer treten. Aber die finanzielle Last des Familienunterhaltes und -Glücks? (Haus mit Garten, Auto, Urlaub, Konsumwünsche...) trage ich faktisch alleine. Wäre es umgekehrt, und die Männer dürften sich um die wirklichen wichtigen Dinge im Leben (Familie, Freunde, Freizeit) kümmern, anstatt täglich 8 bis 10 Stunden zu malochen, würden wir wohl täglich von SPON mit einem Jammerartikel über die armen Frauen, die allein den Familienunterhalt schultern müssten, versorgt...

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bstendig 12.03.2014, 09:14
4. Ich finde die Übersicht absolut falsch

Zitat von sysop
Mehr Mütter wollen in Deutschland arbeiten - scheitern aber an fehlenden Betreuungsangeboten für ihre Kinder. Das belegt ein Bericht des Bundearbeitsministeriums. Nur in Portugal steht bei Arbeitszeit von Frauen im europäischen Vergleich noch schlechter da.
Vielleicht "bieten viele Frauen Deutschland nicht genug". Wäre ja auch eine Möglichkeit.

Das hat sicher sehr viel mit dem Ausbildungsniveau zu tun. Es gibt halt immer weniger Arbeitsplätze für Ungelernte.

Und ja, qualifizierte Frauen können einen Job finden. Wie sie das dann mit Familie und Kindererziehung vereinbaren, ist - mit Verlaub - deren Privathobby. Oder ihres und das ihres Arbeitgebers.

Wenn jemand händeringend qualifiziertes Personal sucht muss er eben etwas anbieten - übrigens unabhängig vom Geschlecht.

Aber ich verwehre mich gegen das nächste Steuerverschwendungsprogramm von irgendwelchen sozialromantisch veranlagten Ministerinnen und Ministern.

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frankman 12.03.2014, 09:15
5. Wie bitte, Portugal bei der Kinderbetreuung

Liebe SPON Redaktion –
lassen Sie mich zu der Aussage Ihres Artikels folgendes korrigierend anmerken:
In Portugal GIBT es so gut wie KEINE Teilzeitjobs, demnach ist diese Statistik aussagefrei.
Fast alle portugiesischen Frauen, die ich kenne (und ich habe 10 Jahre in Portugal gelebt und kenne die Realität dort sehr gut), arbeiten VOLLZEIT, sind beruflich den Männern vielerorts gleichgestellt und finden für ihre Kinder selbstverständlich und ohne großes Brimborium die entsprechenden Betreuungsangebote. Portugal ist in diesem Aspekt, wie viele andere europäische Länder übrigens auch, dem spießigen Deutschland also um Jahrzehnte voraus.
Es ist nicht nur in Portugal, sondern auch in Frankreich, Dänemark und vielen anderen europäischen Ländern selbstverständlich möglich, dass beide Elternteile arbeiten. Sehr oft ist dies auch nicht nur eine Frage der Gleichstellung, sondern wie auch in Deutschland leider heute Realität, schlicht eine Frage wirtschaftlicher Notwendigkeit. Insofern können wir sagen, das bei der Gleichstellung von Frauen und Männern die auch MIT Kindern beruflich tätig sein wollen oder müssen, Deutschland in Europa das SCHLUSSLICHT bildet.
Deutschland kann das nicht. Ganz einfach. Und das fängt zuallererst mal in den Köpfen auch und vor allem in den Köpfen der Chefetagen verehrte Herren und eines jeden einzelnen an, Stichwort „Rabenmutter“. Diesen Begriff gibt es nämlich in seiner negativen Ausprägung so NUR in Deutschland.
Solange eine Frau, die aus was für Gründen auch immer berufstätig sein möchte oder muss und für Ihren Nachwuchs die entsprechenden Betreuungsangebote einfordert, sich dafür erst einmal rechtfertigen muss, wird sich hierzulande nichts ändern. WENN sie denn überhaupt die Chance auf einen Job bekommt (siehe „Rabenmutter“ und andere typische Vorurteile).
Portugal und nicht etwa das lichtgestalte Deutschland sei das Schlusslicht bei der Chancengleichheit.
Das ich nicht lache! Das könnte Ihnen so gefallen, Frau Ministerin Nahles…

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ixap 12.03.2014, 09:21
6. Der Staat ist nicht alleine verantwortlich für Karrierewünsche der Mütter

Es gibt genug private Kindergärten und auch sonst kann man Deutschland sicherlich keine Kinderfeindlichkeit unterstellen.

Das Konzept der mit größtenteils öffentlichen Mitteln geförderten Kinderbetreuung ist weltweit nicht weit verbreitet.

Man kann eben nicht alles haben und wenn es denn sein muss, dann schaut man sich eben nach Alternativen um. Aber den Großeltern vertraut man ja heute die Kinder allenfalls für 2 Stunden an, weil sie ja mit Schokolade vergiftet werden könnten.

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dorok 12.03.2014, 09:25
7. Das hat doch Methode

Zitat: "Nur Portugal steht bei Arbeitszeit von Frauen im europäischen Vergleich noch schlechter da."

Und dann wundern sich alle, wieso Alleinerzihende (hauptsächlich Frauen) UND IHRE KINDER (!) in Deutschland in so prekären Verhältnissen leben müssen (http://www.badische-zeitung.de/deutschland-1/zwei-von-fuenf-betroffenen-beziehen-hartz-iv--81691568.html). Aber das hat hier alles Methode: so kann man die Frauen immer noch schön abhängig (vom Einkommen anderer) halten.

Apropos "Kinder in prekären Verhältnissen": Erst jüngst veröffentlichte der Berufsverband der Kinder- undJugendärzte die Ergebnisse einer Studie, die (erneut) belegt, dass "Armut einer der bedeutendsten Faktoren für Kindesmisshandlung und -vernachlässigung“ ist. „Verringerung der Armut wäre eine sehr effektive Methode, um Kindesmisshandlung und Missbrauch zu verringern – körperlich, seelisch und auch sexuell. Zusätzliche Programme, die Eltern und Kinder in sozial benachteiligten Schichten unterstützen, könnten ebenso dazu beitragen.“ (http://www.kinderaerzte-im-netz.de/bvkj/aktuelles1/show.php3?id=4868&nodeid=26)

Weiße Bändchen am Revers tragen und betroffen kucken kann jedeR. TATSÄCHLICH gegen Umstände vorgehen, die Misshandlung und sexuelle Gewalt gegen Kinder begünstigen - wie beispielsweise Armut - wäre aber effektiver. Es braucht dazu keine Almosen! Es würde schon viel bringen, die Arbeitsbedingungen für Frauen in Deutschland so zu verbessern, dass sie sich selbst und ihre Kinder gut versorgen können!

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konservativ24 12.03.2014, 09:27
8. Viele Frauen wollen zu Hause bleiben

Kenne viele gut ausgebildete Frauen, die lieber zu Hause bleiben. Oder maximal ein paar Stunden arbeiten. Ich persönlich empfinde dies als verstörend, aber Deutschland ist halt unter der Oberfläche immer noch sehr spießig. Danke an Alice Schwarzer, dass zur Faulheit auch noch die Ansprüche gekommen sind.

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bahli 12.03.2014, 09:28
9. Was sollte denn geboten werden?

Aha, es gibt also zu wenig Betreuungsangebote. Das mag sein. Aber genauso groß ist das Problem für qualifizierte Frauen (oder Männer), die nur 10-15 h arbeiten möchten und nicht 50+, weil sie ihre Kinder lieber selbst betreuen möchten. Laut Google werden wir wohl bald den Mars kolonisieren, aber sind nicht in der Lage, solche Art von Arbeitsplätzen anzubieten. In meinem Bekanntenkreis ist dieses Problem häufiger anzutreffen, als die fehlende Fremdbetreuung, politisch steht es aber im Moment nicht auf der Agenda.

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